Schmeck's Italienische Speise

Total dillt mit Lou in den Bergen äsen

Harald Fidler, 21. Februar 2012, 16:23
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    Hoch oben im Maira-Tal ein Wirt mit Schnecke, und das völlig zurecht: Lou Sarvanot
    Frazione Bassura, 64
    12020 Stroppo Cuneo
    Piemont / Italien
    0039 0171 999159
    Ein Menü mit ordentlichem Wein, Kaffee: 65 Euro (Woraus sich errechnen lässt, dass das Menü unter 30 Euro ausmachte)

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    So richtig gedrängt war es an diesem Sonntagabend spät im Jahr 2011 elf nicht gerade in Stroppo

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    Linsensalat mit Forelle und ordentlich Dill - yeah!

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    Damit der Kabeljau in dieser Höhe nicht friert, bekommt er ein Mäntelchen aus sehr pikantem Paprika - toll

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    Da war der Gusto schneller als der Auslösefinger: Mangold-Tortino mit kräftiger Fonduta, noch ein Punkt für Onkel Lou

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    Gefinkelt: Was wie Gnocchi aussieht, sind RaviolES. Erdäpfel, Käse, und, damits nicht zu trocken wird, noch Butter und Salbei drauf

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    Mir zu vollkörnig und zu weich: Maltagliati, aber mit schöner Lauchsauce

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    fotos: harald fidler

    Kalb mit doch ziemlich interessanter Kräutersauce. Und Dessert ging wie (fast) immer nicht mehr.

Wo die Gnocchi Ravioles heißen: Ein nur fast vegetarisches Menü gewinnt Fidlers Giro d'Italia

Dieser Wirt interessierte mich am allermeisten auf diesem Trip ins Piemont, vor allem seinetwegen zog es mich in die Berge am westlichem Rand. Wildkräuter prägen die Küche von Lou Sarvanot und Köchin Silvia Massarengo. Aus dem (sehr spannenden) Mairatal, und einem Garten mit Kräutern und Gemüse auf 1400 Metern (mir kamen es eher wie 2700 vor, als ich abends durch die Dunkelheit nach oben kurvte). Versprach der Osteriaführer. Für den Sommer. Mir war schon klar, dass so spät im Jahr nicht mehr viel grünt. Und doch gefiel es mir bei Lou in Stroppo Bassura am besten unter all den Wirten meines Giro d'Italia 2011.

An schwerer Alkoholisierung kann das nicht gelegen sein: Ich gönnte mir zwar gegen die Höhenluft einen schon ganz schönen Barolo von Scarzello aus 1998 um (wohlfeil erinnerte) 38 Euro. Aber verzwicken konnte ich den natürlich nicht an Ort und Stelle, wo ich noch 35 Minuten zurück ins Tal nach Dronero kurven musste. Nein, die örtlichen Agriturismi und Locande haben in der kalten Jahreszeit eher nicht offen, hab ich natürlich probiert.

Herr Lou und Frau Silvia indes warfen den Herd auch für ein Solo an: Ein Ösi alleine? Sonntagabend vor dem Ruhetagen? Gerne doch. So saß ich ganz allein mit Lou in dem Berggasthaus, gleich neben dem Kachelofen, und fand das wunderbar: In Gesellschaft so netter Gerichte ist man ja nicht oft.

Total dillt

Der Vorhang hebt sich für..., würde der Osteriaführer jetzt schreiben, aber so theatralisch krieg nicht einmal ich das hin. Also los: Ich freue mich gleich über einen ordentlich gedillten Linsensalat mit Lauch, und wenn die (für mich natürlich feinen) Forellenstückchen nicht gewesen wären, hätte sich auch eine Vegetarierin daran erfreuen können.

Scharfe Rolle

Optisch interessant Gang zwei: Ein Budino di Peperoni, gefüllt mit Baccalà, der sich in diese Höhe verirrte, und Erdäpfeln. Scharfe Sache. Sehr gut. Sehr gespannt, wie's weitergeht.

Fonduta macht blau

So gespannt, dass ich schon beim dritten Gang das Fotografieren vor dem Kosten vergesse: Mangold-Tortino mit kräftiger Fonduta, Käsesauce von Nostrale (wohl aus der Region, vermute ich Universaldilettant, oder gar wirklich eigener Käse?) und Blu, den ich mir als Blauschmiere zusammenreime). Kräftig, intensiv, schön. Eine der besten Fondute meines Lebens, und davon hab ich nun wirklich schon ein paar probiert.

Gnocchi inkognito

Fleischfrei geht es munter weiter, kräftig und intensiv sowieso: Ravioles, schärft mir Herr Sarvanot ein, glänzen da vor mir, und das sei eine regionale Pastaspezialität, praktisch Gnocchi aus Erdäpfeln und Käse, und damit die Chose nicht zu leicht wird, kommt noch Butter und Salbei drüber. Sehr, sehr, sehr schön.

Weiche Nudel

Ein zweiter Pastagang geht sich da schon noch aus: Maltagliati verdi, mir leider etwas zu weich und, wenn mich nicht alles täuscht, (mir) zu auffälligem Vollkorngout. Der Lauchsugo dazu wieder sehr erfreulich, und wo ich allein bin, kann auch niemanden der beherzte Einsatz von Knoblauch stören.

Schonzeit, Dümian!

An diesem Punkt war für mich klar: Wild. Fünf Rehe hätte ich allein schon bei der Anreise von Dronero über den gediegen benannten Ort San Dümian hier herauf nach Stroppo erlegen können. Und, wie ich hier feststellte: womöglich auch erlegen sollen. War denn gerade Schonzeit? Wildbachforelle hätte Herr Sarvanot gehabt, und Käse als Hauptgang, aber mir war nach Fleisch.

Also Vitello alle erbe, wenn ich mich nicht verhört habe angekündigt mit Cavoli, die ich als Kohl übersetzen würde, aber da dürfte ich mich irren: Neben den beiden wirklich fein besauceten Kalbsschnitzeln lag, wenn mich nicht schon wieder alles täuscht, doch eher Fenchel.

Schluss, murmelt Herr Lou in die Küche, als ich Dessert verweigere, obwohl dabei laut Osteriaführer die Fruchtkomponente im Vordergrund steht. Die und die Sache mit den frischen Kräutern erforsche ich beim nächsten Mal. Ich muss einfach früher im Jahr ins Piemont.

Dann erhört mich vielleicht auch Paolo Ponte und lässt mich in sein Bergwirtshaus San Bernardo im gleichnamigen Ortsteil von Verzuolo, auch hoch droben. Klang nicht so spannend wie Sarvanot, aber einfach und gut. Und wie könnte ich ein Lokal mit Schnecke im Piemont unversucht lassen? Wobei: Auf die ist ja auch nicht immer Verlass - siehe Calamandrana.

Schmecks ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

Die Italienische Speise 2011 verlief weniger zickzack, als die Berichte darüber online gehen. Hier ein kleiner Wegweiser der schon erschienenen Einträge in der gefahrenen Reihenfolge:

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
altbürgermeister
00
Sie waren im Val Maira?

Ich platz vor Neid.

Werd meinen Frust heut Abend in einem Gläschen Dolcetto ersäufen.

meresi
00
26.2.2012, 14:52
bin neugierig wann herr fidler sich dazu bequemt...

die hervoragende küche der stadt liezen zu genießen...da sind einige geheimtips an denen man nicht vorbei kommt...

Je m'appelle Mirabelle L.
 
00
26.2.2012, 22:16

die da wären?

meresi
00
27.2.2012, 10:44
diese antwort würde ich gerne herrn fidler überlassen...lol

Therimon
02
22.2.2012, 15:07
OK, schon klar, warum da "DILLt" steht ...

... aber - soll das irgendwie originell sein oder bloß verhaltensauffällig..?

julchen5
00
22.2.2012, 16:33
Wahrscheinlich ...

... bin ich für die Überschrift schlichtweg zu dumm, nicht? Grauenhaft!

Badwordsfilter
82
22.2.2012, 14:08

ohne tierleichen gehts wohl nicht, was, fidler?

altbürgermeister
10
Get stuffed...

... with Tofu.

Anton Hammerschmidt
22
22.2.2012, 15:44
Ich glaube,

der Fidler hätte eine gute Antwort für Sie.
Ich hätte jedenfalls eine. Wollen Sie sie hören ?

Christ Kind
36
22.2.2012, 15:12
zieh

Dir einen Schnittlauchtee rein und beruhig Dich bitte.

OttotheBusdriver
02
22.2.2012, 13:23
Ich finds schade

das eine potentiell so interessante Rubrik mit diesen unerträglichen Schwafeltexten und peinlichen Formulierungen unlesbar gemacht wird.

Kann dieser Autor nicht einfach nur berichten?
Muß er unbedingt den Text "verkünsteln", im Stil eines midlifegeplagten Einzelgängers der sich der Kunstszene anbiedern möchte.

alla riscossa
00
22.2.2012, 19:11
das sit die modeerscheinung,

an der keiner vorbei kommt!

Je m'appelle Mirabelle L.
 
00
23.2.2012, 13:13

und geht das auch wieder vorbei?

Rumo von Zamonien
00
22.2.2012, 12:53

Das sieht ausgesprochen köstlich aus.

nebenerwerbsposter
05
22.2.2012, 07:58
???

gibt es unter den lohnschreibern bei standard.at einen wettbewerb, wer den xxxxen titel für seinen artikel zusammenbringt?

meresi
00
26.2.2012, 15:06
das ist kein wettbewerb...das sind prüfungen...

hier wird der werte leser geprüft was man ihm so alles zumuten kann bevor er aus der haut fährt...politiker machen das selbige...schon über einen längeren zeitraum...und siehe da..die schmerzgrenze des österreichers konnte trotz heftigster bemühungen noch immer nicht ausgelotet werden...also weitermachen...mahlzeit

werwolfi
00
22.2.2012, 01:42

Dass ein (professioneller) Koch Kohl nicht von Fenchel unterscheiden kann, würde mich doch sehr wundern.

“Cavolo“ ist eindeutig Kohl, mit dem der Fenchel nicht mal entfernt verwandt ist, und ein Verhörer ist auch auszuschließen (“finocchio“), aber dafür gibt's einen ganzen Haufen Kohlsorten... Vielleicht wars eine Wildform?

schmecks
00
22.2.2012, 09:09

ich widerspreche ungern, aber:
verhörer kann man bei fidler, zudem in italien, nie ausschließen.
besten gruß,
fid

werwolfi
00
22.2.2012, 10:54

So lange der Geruchs-/Geschmackssinn besser funktioniert als der Gehörssinn und darob dort keine Verwechslung von Kohl und Fenchel auftritt, ist es ja zumindest für diese Kolumne sinnstiftend... ;o)

tramezzino
00
22.2.2012, 09:53

das macht dich sympathisch, wenn du mögliche fehler zugeben kannst...

Neuer Nick neues Glück
07
21.2.2012, 17:47

Schlecht: Die Überschrift. Dafür wäre man früher von stärkeren Kollegen in der Klasse in den Mistkübel gesetzt worden, Hintern voran.

Gut: Die Fotos sind dieses Mal wesentlich besser als einige der Vergangenheit.

Poldi Fesch
11
21.2.2012, 17:15
Cavoli

:) Karfiol liegt irgendwie naeher, fuer einen Wiener

Bambolina
00
22.2.2012, 15:28
Bitte ...

Karfiol heißt doch cavolfiore !

Poldi Fesch
00
22.2.2012, 16:34
das ist

ja das gleiches, alles stinkt wie die Pest, wenn man es kocht

Mirstetta Toni
00
22.2.2012, 16:36

auch nach der verdauung.

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