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Good morning, Piemont! Noch zart vernebelter Blick vom Agriturismo in die Welt
Agriturismo Il Veccio Portico
Cascina San Bernardino, 5
Capriata d'Orba
0039 0143 469005
25 Euro für das Einzelzimmer
Essen gäb's hier auch, leider keine Zeit zum Probieren gehabt.

Und gleich noch einmal Panorama. Wo bleibt das Essen?

Na eben: Links die Kutteln mit Bohnen, rechts der Presskopf alias Kopf in der Kassette bei Il Moro
Ristorante Il Moro
Ein Menü, Sekt, Wein, Wasser, Kaffee: 54 Euro.

Noch dreimal Antipasti, sehr gut, aber nicht ganz überzeugend bei starker Übermüdung

Ihren nackten Hintern zeigen hier die Agnolotti. Sehr anständig

Der Schwanz des Ochsen, ziemlich bissfest für meine müden Backen
Unerschrockene Leserinnen und Esser mit Verfolgungswahn* wissen schon ein paar Eckpunkte. Aber jetzt gehen wir schön langsam doch ins überraschende Detail. Merke: Fidler war so spontan wie nie in Italien. Er wusste freitagfrüh noch nicht, dass er samstagsehrsehrsehrsehrsehrfrüh Richtung Südwest aufbrechen würde. Er wusste samstagsehrsehrsehrsehrsehrfrüh nicht, wo er samstagabends schlafen würde, geschweige denn, wo essen. Ein neuer Mensch, möchte man meinen. Die Vorlieben bleiben die alten.
Immerhin: Der praktisch noch in Mailand gelegene Agriturismo Cascina Gaggioli antwortete recht prompt am Samstagnachmittag. Ja, Zimmer frei, aber halt kein Essen, und bis 21 Uhr oder 21.30 sollte der Schlüssel schon geholt sein. Da war ich schon im Zentrum der Metropole äußerlicher Schönheit. Schon sagte ich zu, weil mir im äußersten Notfall ein warmes Zimmer zur Nacht doch lieber ist als gut gegessen, aber im Auto schlafen. Obwohl, bei dicht betrachtet ...
Nichts wie weg hier
Um 17.40 am Samstag reichen mir das reiche Mailand, die Unmengen (wie ich) kauf- und schnäppchengeilen Ösis und Deutsche, mir reichen die Unmengen an Schönheiten und Schönheit (teils schwer) vor sich her Tragenden, und mir reicht auch ganz pragmatisch die Aussicht auf einen autofreien Tag in Mailand am nächsten Tag, der Abreiseprobleme verheißt. Und vor allem reicht mir: keine Aussicht auf vernünftiges Abendessen ohne Stau zu und von und dann wieder zu der Schlafstelle ganz im Süden der Stadt. Also gleich raus aus der Stadt und richtig ab in den Süden, einmal Stau ist da ja eh auch inkludiert.
Zwei Schnecken warten in der Zielgegend die sich, ja, zugegeben, an einem ziemlich großen Outletcenter festmacht. Parndorf Italiano. Immerhin ist der Prada-Shop hier inzwischen schon deutlich größer als vor ein paar Jahren, wenngleich weit entfernt vom lang schon vermissten Montevarchi. Und immerhin: Burberry kommt auch bald nach Serravalle, erfahre ich hier.
Schnecke hie, Schnecke da
Schnecke 1: Bosco Marengo. Schnecke 2: Capriata d'Orba. Dass Nummer 2 mir im Osteriaführer besser klang, kann ich nicht letztgültig begründen. Bei 1 bekam ich anderntags, also sonntagmittag, in an sich ziemlich menschenleerer Gegend keinen Platz. Trotz meiner vom Hunger befeuerten, also fast unbeirrbaren Lästigkeit. Spricht für 1, gratuliere! Das wusste ich Samstagabend noch nicht.
Richtig bereut habe ich Il Moro in Capriata keine Minute. Wiewohl Locanda dell'Olmo in Bosco Marengo natürlich den schöneren Namen hat, nicht alleine für Freunde kubanischer Dichtung. Keine ganze Minute bereut, jedenfalls.
Italienisch, dilettantisch
Einfach wunderbar, wie italienische Wirtinnen und Wirte den Fidler rundum versorgen, wenn er Hilfe suchend anruft. Bei Il Moro klang dieser Ruf nach wirtlicher Fürsorge dann zirka so (wenn Fidler Fidlers Fidlerei übersetzt): "Gute Abe, wenn icke wolle abe-esse bei Euch, geht heute? Aha. Unt Frage eine nock: Wissen Du Zimmer in die Gegend? Was koste?" Naja, so zirka halt. Schön, wenn hier jemand so tut, als ob er oder sie mich versteht.
Geht offenbar, mit der nötigen Empathie: Il Moro hat einen Tisch für mich, gar mit Blick aufs Kaminfeuer. Und Il Moro organisiert mir ein Zimmer für schlanke 25 Euro für Nacht und Frühstück im Agriturismo Il Veccio Portico. Und trotz aller wirtlichen Fürsorge überlege ich an diesem Morgen bei sehr anständigem Kaffee und schönem Nusskuchen, ob ich nicht doch im Agriturismo hätte essen sollen wie eine fröhliche Horde am Vorabend. Hat mich von Ferne ein bisschen an Essen in Roddino erinnert. Wiewohl Roddino ja fast alles ist, nur nicht bisschen.
Kopf in der Kassette
Warum zweifle ich an der Lokalwahl? Il Moro war wirklich nett und gut, aber vielleicht hatte ich mir von einem Lokal, das mit einer Schnecke ausgezeichnet wird, mehr erwartet. Vielleicht war ich einfach nur hundemüde von 1000 Kilometern, von viel Spontaneität und wenig Schlaf.
Die Kostproben von fünf Antipasti gut, aber in dieser Stimmung halt nicht schneckig: Testa in Cassetta, also Kopf in der Kassette, in der Praxis eine Art Presskopf und ein Schälchen Kutteln mit Bohnen. In der Dreierkombi darauf am schönsten das Tortino mit Lauch und Pancetta, die Radiccio-Rolle mit Fonduta etwas salzig, der Auflauf von Disteln und Bagna Cauda ebenso. Aber soll mir nichts Schlechteres auf die Zunge kommen.
Nackter Po
Agnolotti sind am ersten Abend im Piemont natürlich am besten "a culo nudo", und zwar nicht für A und F, sondern nur mit nackigem Po, also ganz ohne Sauce. Gar nicht schlecht, aber halt auch schon bei manchem Ausflug in diese Gegend noch ein bisschen besser gegessen. Sehr bissfest, aber durchaus anständig dann der Ochsenschlepp vom Fassone-Rind mit wunderbar cremiger Polenta.
Vielleicht war ich ja auch nur so kritisch, weil ich, erstmals in dieser Gegend essend, auch lokalen Wein orderte. Der Dolcetto aus Ovada, von Bergaglio, versprach zwar auf seinem Etikett, unter der Oberfläche ein schöner Schwan zu sein, wurde diesem Versprechen an diesem Abend auf meinem Gaumen nicht wirklich gerecht. Bedenken Sie: Ich nahm die Flasche zwar mit ins Zimmer, ließ sie dort aber ohne weitere Beachtung stehen. Und da war sie noch ziemlich voll.
Es ging noch deutlich schöner in dieser Italienischen Speise 2011. Bleiben Sie dran.
*Verfolgungswahn? So nennt man jenes Gefühl, das zart Bemagte ebenso ereilen kann wie Sinn Suchende, die meine meist geschmacksverirrten Tweets unter schmecks (ver)folgen. Ja, so ungefähr und so grammatikalisch fordernd lesen sich diese Ultrakurzmeldungen aus Fidlers Gastrointestinaltrakt denn auch.
Schmecks ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.
Die Italienische Speise 2011 verlief weniger zickzack, als die Berichte darüber online gehen. Hier ein kleiner Wegweiser der schon erschienenen Einträge in der gefahrenen Reihenfolge:
Sonntagsnudeln und die Nieren: La Torre und Il Centro in Katharina Schells Bildern
Der Fidler legt eine Piemont-Pause ein und empfiehlt Vertretungen Vignaiolo, Felicin schon weniger - und die Bibel der Osterien
Die seltene Klarheit der Rübe: Harald Fidler nähert sich dem Piazza Duomo von unten
Dafür war bei Bruder Fiusch nahe Turin der Barolo plötzlich futsch
Trost der Gastronomie: Wo Priester grün würgen, die Leber grunzt und Hämorrhoiden fliehen - und was Jörg Wörther damit zu tun hat
Satt wie selten: In Bozen macht Harald Fidler aus seinem Magen keine Löwengrube
Der Wirt unfiltriert, nicht nur das Fleisch unangenehm frisch: Harald Fidlers eiskalter Einstieg ins Piemont - es kann nur besser werden
Abgeritten zu Lageder, abgefahren auf Gerstlsuppe und Kloazn: Fidler isst Bozen leer und vergisst Meran aus Liebe
Nicht mehr lange zur Langhe 2011 - Auf den letzten Metern im Piemont kam die Posse nicht um die Knolle herum
Butterweich in Rom: An den Iden des März ging's für Konstantin Hilberg auf hohem Niveau steil bergab
Harald Fidler beißt auf Sardinien ins kleine Schwarze, in Seeanemonen und Schnecken - Nur den Muränen-Schweinsbraten verpasst er für Cordula
Verona auf vier Hufen: Harald Fidler versucht's bodenständig und löffelweich, auch in einer Touristenfalle
Sezierkurs auf Piemontesisch: Harald Fidler bringt sich um die Ecke - Dort gibt es frittierte Amphibien und weich gekochte Esel
Darth Wirt: Harald Fidler erkundet Verona donnernd - von seiner ausgesprochen rohen Seite also
Nach zehn Jahren endlich Bollito misto - und das Ostu di Djun: Harald Fidler und Freunde widmen sich auch einmal Klassikern des Piemonts
Mit wässrigem Maul und Fernweh durchpflügt der Fidler die aktuelle Ausgabe des Osteriaführers - und hätte da noch ein paar Anregungen von Buttrio bis Willy, von GPS bis Teilsames, nebst wichtigen Fragen an Userin und User
Wie die jüngste Schmeck's-Expedition ins Piemont doch noch ein gutes Ende fand
Hier entlamm zu Fidler: Gerollte Kaninchen, Nudeln mit Erdäpfeln und Lämmer aus Sambuco sind auch nach 3000 Höhenmetern ein bisserl schwer
Mit Ei, Fonduta, Kutteln, Kriechtieren und Leber klarer Piemont-Jahressieger, findet nicht nur Harald Fidler: La Torre in Cherasco
Harald Fidler wundert sich bei Il Desco in Verona über die Ungerechtigkeit unter den Sternen - und besinnt sich der Osteria
Die Kutteln als Hülle hätten in Briaglia vielleicht noch ein bisschen Feinwäsche vertragen, berichtet Harald Fidler
Ach, Viola: Der Frosch war ein Seeteufel, also musste das Huftier dran glauben - es war ein richtig gutes
es ist wirklich unglaublich. bisher dachte ich, dass die auswürfe dieses fidlers nicht zu topen sind. sie sind es. dieser artikel hat - wenn überhaupt - schulaufsatzniveau. frag mich, wieso nicht ein begabterer dilettant hier sein forum bekommt...
Das frage ich mich auch schon lange. Kann mir nicht vorstellen, dass die Standard - Redaktion keine besseren Leute als Food - Journalisten auftreibt.
Jede Hausfrau versteht vermutlich mehr von der
Materie.
stimmt, vor allem lässt sich der zweite teil der überschirft wunderbar schütteln, zu einem gedicht, in dem sexuelles interesse die störung durch olfaktorische bosheiten überwiegt:
ich rieche zwar die kutteln im topf,
doch trotzdem hab ich nur *utteln im kopf.
Der Fluss Po [p?] (lat. Padus, deutsch veraltet auch: Pfad, aus mhd. Phât oder Pfât) entspringt im Valle Po in den Cottischen Alpen nahe der italienisch-französischen Grenze und mündet nahe bei Adria (Venetien) in die Adria. Mit einer Länge von 652 km ist er der längste Fluss Italiens. Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von etwa 75.000 km².
Auf einer weiten Strecke fließt der Fluss durch die Poebene (italienisch Pianura Padana), die wichtigste Landwirtschafts- und Industrieregion Italiens. 1852 wurde die Po-Schifffahrt vom Österreichischen Lloyd übernommen und neu organisiert.
Der Po hat ein ausgedehntes Delta von etwa 380 km², dessen Fläche sich ständig vergrößert. Die fünf wichtigsten der vielen Kanäle dort sind Po di Maestra, Po del
(Roda Roda)
Offiziersprüfung an der Militäraskademie.
Prüfer: "Fähnrich, sag mir, wie heißt der größte Fluß Norditaliens?"
Fähnrich: [gulp] "äh..."
Prüfer: "na, des kann do net so schwer sein, denk dran, wo sitzt ma denn drauf?!"
Fähnrich [plötzlich stahlend]: "Herr Oberst, die Aar!"
la Pila, Po delle Tolle, Po di Gnocca und Po di Goro.
Im Februar 2010 wurde der Fluss von einer Ölpest verschmutzt, die sich ereignete, als mutwillig von einer stillgelegten Raffinerie mehr als 2500 Kubikmeter Rohöl in den Nebenfluss Lambro geleitet wurden.
Im 10. Jahrhundert trug der Fluss den Namen Eridanus (lat. Eridano). Der Cremoneser Bischof Liutprand beantwortet in seinem Gesandtschaftsbericht "Liutprandi Legatio" die Frage des byzantinischen Kaisers Nikephoros II. Phokas, wo denn die Stadt liege, in der er Bischof sei: "Sie heißt Cremona und liegt nicht weit vom Eridanus, dem König der Flüsse Italiens." (lat. Originaltext: "Cremona, inquam, Eridano fluviorum Italiae regi satis vicina.")
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