Nachlese Live-Ticker Dienstag – 15.3.2011

Feuer in Reaktor 4 offenbar gelöscht - Zwei Arbeiter vermisst

16. März 2011, 01:52
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    foto: kyodo news/ap/dapd

    Am Dienstagabend waren in vielen Teilen von Tokio bis auf die Straßenbeleuchtung und die Verkehrsampeln fast alle Lichter ausgeschaltet. Die Regierung ruft weiter zum Stromsparen auf.

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    foto: kyodo news/ap/dapd

    Tsunami-Überlebende kochen vor den Trümmern ihres Hauses.

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    grafik: apa

    Übersicht über das Gebiet zwischen dem Atomkraftwerk Fukushima und dem Ballungsraum Tokio. Plus Prognose für Windrichtungen der nächsten Tage.

  • In den zerstörten Gebieten herrschen Chaos und Verzweiflung.

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    foto: apa/asahi shimbun

    In Fukushima stellen sich die Menschen zur Strahlenmessung an.

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    foto: apa/hannibal hanschke

    Viele Japaner decken sich für den Fall einer atomaren Katastrophe mit Lebensmittelvorräten und Hygieneartikeln ein.

  • Am Dienstag gab es eine Explosion in Reaktor 2. In Block 4 brach ein Feuer aus. Die Regierung warnte vor Gesundheitsschäden.

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    foto: ap/geoeye, digitalglobe

    Bilder des Atomkraftwerks Fukushima 1 im Vergleich: Links ein Foto vom 15. November 2009, rechts das Kraftwerk am 14. März 2011.

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    foto: reuters/kim kyung-hoon

    Ein Bild aus Kesennuma.

  • Video zu einer Erklärung der Internationalen Atomenergieorganisation vom Montag

Betreibergesellschaft: Brand ging von selbst aus, kein Rauch und keine Flammen mehr zu sehen - Dach eingestürzt

In Japan brach in den Morgenstunden des Mittwochs (Ortszeit) ein neues Feuer im schwer beschädigten Reaktorblock 4 des Atomkraftwerk Fukushima 1 aus, der Brand verlosch aber offenbar von selbst. Zwei Arbeiter werden vermisst, nachdem ein Dach einstürzte. Wir unterbrechen für ein paar Stunden die Live-Berichterstattung, in der Früh geht es weiter.

*****

Bei einer weiteren Explosion im Atomkraftwerk Fukushima wurde erstmals eine innere Schutzhülle eines Reaktors beschädigt. Die AKW-Betreibergesellschaft Tepco sprach von einer "sehr schlimmen" Lage. Die Strahlenbelastung beim Atomkraftwerk Fukushima sei mittlerweile für das Personal zu hoch.

Das Aufbewahrungsbecken für die verbrauchten Brennstäbe im Reaktor 4 kann nicht mehr mit Wasser gefüllt werden. Laut Tecpo würde es aber mehrere Tage dauern, bis das Wasser verdampft sei. Mittlerweile hat es in vier der sechs Blöcke Explosionen gegeben. Nach Angaben der Regierung sei mittlerweile in drei der vier betroffenen Reaktorblöcke eine Kernschmelze möglich.

Im Umkreis von 20 Kilometern um die beiden Atomkraftwerke Fukushima 1 und 2 waren in den vergangenen Tagen bereits 200.000 Menschen evakuiert worden. In Tokio wurden erhöhte Strahlenwerte gemessen: Die Belastung ist laut TV-Sender NHK um das 22-fache höher als üblich. Japanische Medien schrieben von einem "Wettlauf gegen die Zeit". Die Kritik in der Bevölkerung an der Informationspolitik des Betreibers Tepco und der Regierung wächst. Die Behörden fürchten, dass die Zahl der Toten auf mehr als 10.000 steigt.

***

00:53 Uhr: Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Tepco gibt im japanischen Fernsehen, das CNN live auf Englisch übersetzt, bekannt, dass kein Feuer und kein Rauch in Reaktor 4 mehr zu sehen sei. Der Brand sei anscheinend von selbst erloschen.

Die überhitzten Brennstäbe in zwei Reaktoren des Katastrophen-Atomkraftwerks Fukushima sind nach Tepco-Angaben bereits erheblich zerstört. In Reaktor 1 seien bereits rund 70 Prozent der Brennstäbe beschädigt, in Reaktor 2 etwa ein Drittel.

***

00:47 Uhr: Ein hoher US-Regierungsbeamter beklagt sich bei CNN, dass die Japaner keine zuverlässigen Daten zur freigesetzten Radioaktivität liefern. Man sei deshalb auf Messungen von Hubschraubern angewiesen, die vom Flugzeugträger USS Ronald Reagan vor der Küste Japans starten.

Dies erschwere die Berechnung von Computermodellen über eine mögliche Ausbreitung der Strahlung. Die USA bauen übrigens weiter Atomkraftwerke, wollen aber die Sicherheit der Meiler verbessern.

00:14 Uhr: Regierungssprecher Yukio Edano gibt laut CNN bekannt, dass die Strahlung auf dem Gelände des Kraftwerks, die kurzfristig auf das 167-fache des Normalwerts angestiegen war, nachlässt.

***

00:01 Uhr: Ein unabhängiges US-Forschungsinstitut hat die Nuklearkatastrophe in Japan auf der Störfallstufe 6 von 7 eingestuft. Die Explosionen und Brände in dem Atomkraftwerk Fukushima hätten zur Folge, dass der Unfall auf der internationalen Bewertungsskala INES nicht mehr als eine 4 betrachtet werden könne, teilte das Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (Isis) am Dienstag in Washington mit. "Das Ereignis ist jetzt näher an der Stufe 6, es könnte leider die Stufe 7 erreichen", heißt es in der Einschätzung.

Isis zieht seine Schlüsse unter anderem aus der Analyse aktueller Satellitenbilder und Fotos von dem japanischen Kraftwerk. Das Institut hatte sich bisher vor allem mit seiner Beobachtung der iranischen und nordkoreanischen Atomprogramme einen Namen gemacht. 

***

23:57 Uhr: Durch die bisher ausgetretene Strahlung sei die Gesundheit der Arbeiter im Atomkraftwerk gefährdet, für die Bevölkerung Tokios bestehe aber bisher keine Gefahr, sagt Jerrold Bushberg von der University of California zu Reuters. Es seien in der Hautstadt 40-fach erhöhte Strahlendosen gemessen worden, die aber mitttlerweile auf das Zehnfache des Normalwerts gesunken seien. Dies entspreche des Strahlung, die der menschliche Körper bei einer Computertomographie des Oberkörpers aufnimmt.

***

23:30 Uhr: Im Reaktor 4 des Atomkraftwerks Fukushima eins ist am Mittwochmorgen (Ortszeit) erneut ein Feuer ausgebrochen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Fernsehsender NHK. Ein erster Brand in Reaktor 4 war am Dienstag nach kurzer Zeit gelöscht worden. In der Außenwand des Reaktorgebäudes klaffen große Löcher.

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22:56 Uhr:  Reuters meldet, dass in mehreren Staaten an der Westküste der USA und Kanadas die Nachfrage nach Jodtabletten stark gestiegen ist.

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22:27 Uhr: Die Windbedingungen in Japan würden den Großraum Tokio am Mittwoch vor einer möglichen radioaktiven Wolke schützen. Der Wind über dem schwer beschädigten Reaktorkomplex Fukushima werde am Mittwoch zunächst von Norden kommend an der Pazifikküste entlangziehen, teilte das japanische Wetteramt am Dienstag mit. Im weiteren Tagesverlauf komme der dann aus Nordwest und würde mögliche Schadstoffe auf das Meer hinaustragen.

Der Großraum Tokio mit seinen 35 Millionen Einwohnern liegt etwa 240 Kilometer südwestlich der Atomanlage.

***

22:24 Uhr: Nach weiteren Explosionen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat sich die Lage nochmals verschärft. Ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde sagte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, das Dach von Reaktor Nummer Vier sei zerbrochen. Zudem würden zwei Mitarbeiter vermisst. Sie hätten sich zuletzt in der Nähe des Turbinenhauses von Reaktor Nummer Vier befunden. Auch sei es möglich, dass Wasser in dem Reaktor koche.

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22:11 Uhr:  In Schwechat ist eine AUS-Maschine aus Tokio gelandet. "Es wird in den Medien hier übertrieben und dort untertrieben." erklärte die 19-jährige Hanna Prohaska. "Ich bin froh, dass ich hier bin, ich hab' mich aber auch in Japan in Sicherheit gefühlt." Leere Straßen und leere Einkaufszentren prägten allerdings derzeit das Bild in der japanischen Hauptstadt. Die Maschine nach Österreich hat die junge Frau, die in den vergangenen drei Monaten eine Sprachschule in Tokio besuchte, auf heftiges Drängen ihrer Mutter genommen.

Die Passagiere des über Seoul gekommenen Fluges wurden in Wien einer langwierigen Strahlenuntersuchung unterzogen. Es heißt, dass bei dieser erstmals von der Bezirkshauptmannschaft angeordneten Untersuchung ein einziges Mal die Messgeräte angeschlagen hätten: Bei einem älteren Japaner wäre radioaktive Belastung festgestellt worden. Blinder Alarm, wie sich bei der folgenden Befragung herausstellte. Der Herr hatte kurz vor dem Abflug eine medizinische Untersuchung, bei der er ein radioaktives Kontrastmittel zu sich nehmen musste.

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20:27 Uhr: Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan haben die USA ein weiteres Team mit Nuklearexperten ins Land geschickt. Die neun Spezialisten sollen am Mittwoch in Tokio ankommen, teilte die US-Atomregulierungsbehörde in Rockville (Maryland) mit. Bereits in den Vortagen waren zwei Experten nach Japan entsandt worden.

Ihre Aufgabe sei es, der japanischen Regierung technische Hilfe anzubieten, wo immer sie gefragt sei. Zudem solle das Team die Bemühungen zur sicheren Reaktorabschaltung unterstützen. Auch die Analyse möglicher Folgen von freigesetzter Radioaktivität für die Bevölkerung gehöre zu dem Auftrag.

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19:04 Uhr: Der Wiederaufbau in Japan nach Erdbeben und Tsunami wird nach Einschätzung von Experten mindestens fünf Jahre dauern. Die Behörden dürften sich als Folge der Katastrophe noch sorgfältiger mit Städteplanung und Schutzmaßnahmen beschäftigen wollen. Die japanische Regierung stellt in einem ersten Schritt rund 265 Millionen Euro als landesweite Notfallhilfe bereit.

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18:40 Uhr: Ein STANDARD-Interview mit Japanologen Sepp Linhart, Vorstand des Instituts für Japanologie der Uni Wien, ist online: "Sie wissen einfach nicht, was sie tun sollen"

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18:20 Uhr: Eine neue Reportage von STANDARD-Korrespondent Martin Kölling aus Tokio ist online: Zwischen Fluchtinstinkt und Pflichtgefühl

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17:37 Uhr: Die japanische Regierung bittet die Bevölkerung über Facebook, nicht alle Läden im Großraum Tokio leerzukaufen. Es wird gewarnt, dass Hamsterkäufe in Tokio zu Engpässen in den Erdbebengebieten führen könnten. Gleichzeitig versichert die Regierung, es seien genug Lebensmittel vorhanden. Facebook informiert auch über die nächsten geplanten Stromabschaltungen und über Einschränkungen im regionalen Zugverkehr.

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16:36 Uhr: Die Austrian Airlines haben sich dazu entschieden, den für heute geplanten Flug von Wien nach Tokio durchzuführen, den Flug allerdings zu verschieben. Der Flug OS 051 von Wien nach Tokio wird von 15.25 Uhr auf 23.30 Uhr verlegt. Die Ankunft in Tokio ist für den 16. März um 18.40 Uhr Lokalzeit Tokio geplant, der Rückflug OS 052 von Tokio über Seoul nach Wien für 20.10 Uhr Lokalzeit Tokio. Die Ankunft in Wien ist für 3.05 Uhr Lokalzeit Wien am 17. März vorgesehen.

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16:35 Uhr: Japanische Experten wollen den außer Kontrolle geratenen Block 4 im Atomkomplex Fukushima Eins kühlen. Es sei geplant, mit Hilfe von Hubschraubern Wasser durch Löcher im teilweise zerstörten Dach zu schütten, wie der staatliche Fernsehsender NHK am Dienstag berichtete. Damit sollen im Inneren Kernbrennstäbe gekühlt werden.

In den japanischen Medien wurde vermutet, dass die Radioaktivität im AKW zu hoch für einen Einsatz von Menschen ist. Deshalb werde eine Lösung aus der Luft geprüft. Alternativ könnten Feuerwehrwagen an das Reaktorgebäude herangefahren werden, um durch die Löcher Wasser in den Reaktor zu spritzen. Derzeit befinden sich noch 50 Arbeiter in Fukushima Eins.

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16:34 Uhr: Alle großen heimischen Mobilfunk-Unternehmen bieten kostenlos Gespräche nach Japan an, um Kontakt mit Freunden und Familienmitgliedern aufzunehmen.

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16:26 Uhr: Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) hat ihr Außenwirtschafts-Büro von Tokio in den Süden Japans nach Fukuoka verlegt.

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15:42 Uhr: Mindestens 100.000 Kinder haben nach Schätzung der Hilfsorganisation Save the Children ihr Zuhause verloren. Die Kinderrechtsorganisation hat nun zusätzliche Helfer in das Katastrophengebiet entsandt, um dort mit lokalen Kräften Schutzräume aufzubauen.

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15:09 Uhr: Im Kernkraftwerk Fukushima 1 kann das Aufbewahrungsbecken für die verbrauchten Brennstäbe im Reaktor 4 nicht mehr mit Wasser gefüllt werden. Das habe die Betreiberfirmer Tepco mitgeteilt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstagabend. Eine weitere Eskalation der Situation drohe.

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14:40 Uhr: Die offizielle vorläufige Zahl der ums Leben gekommenen Menschen ist auf 3.373 gestiegen. 6.746 Menschen würden vermisst, erklärte die Polizei. Weitere 1.897 Menschen wurden verletzt. Nach Polizeiangaben wurden mehr als 55.380 Häuser zerstört oder beschädigt, mehr als 3.000 weitere Häuser wurden überschwemmt, und rund 130 Häuser brannten durch die Katastrophe ab. Durch die Überschwemmungen ereigneten sich 68 Erdrutsche.

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14:30 Uhr: Ein Nachbeben der Stärke 6 erschüttert den Südwesten von Tokio. Das Epizentrum liegt in Shitsuoka.

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14:28 Uhr: Experten geben in den japanischen Medien Tipps für den Fall einer radioaktiven Verstrahlung. Der Fernsehsender NHK riet seinen Zuschauern in gefährdeten Gebieten, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Wer hinaus müsse, solle seine Haut bedecken und durch einen feuchten Lappen atmen. Fachleute warnten davor, Wasser aus der Leitung zu trinken, da ein hohes Strahlungsrisiko bestehe. Gegen verstrahlte Partikel könne Schutzkleidung helfen, wie etwa wasserdichte Regensachen. Damit ließen sich die Strahlen zwar nicht abwehren, aber so werde zumindest verhindert, dass sich verseuchte Partikel auf der Haut absetzen. Auch häufiges Händewaschen helfe.

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13:54 Uhr: Als Reaktion auf die massiven Reaktorausfälle weiten Japans Energieversorger die Stromsperren auf den Nordosten des Landes aus. Ab Mittwoch werde in der Region die Versorgung mit Elektrizität eingeschränkt, teilte das Unternehmen Tepco am Dienstag nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Zuvor waren bereits Einschränkungen für den Großraum Tokio angeordnet worden. Die Rationierungen sollen im Osten Japans mindestens bis Ende April andauern. Für den Nordosten des Landes müsse mit noch längeren Einschränkungen gerechnet werden

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13:18 Uhr: Die Strahlung im japanischen Kernkraftwerk in Fukushima ist weiter gestiegen. Die gemessenen Werte seien so hoch, dass das Personal nicht weiter in den Kontrollräumen des Reaktors bleiben könne, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

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13.15 Uhr: Aufgrund der nicht einschätzbaren Lage nach den Zwischenfällen im Atomkraftwerk Fukushima wird die österreichische Botschaft in Japan von Tokio nach Osaka verlegt. "Die logistische Unterstützung bleibt aber in gleicher Form aufrecht", sagte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Dienstag. Bereits vor einigen Tagen sei in dem dort befindlichen Konsulat ein "zweites Standbein" aufgebaut worden.

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12:50 Uhr: Französische Atombehörde bewertet Explosion in Fukushima als schweren Unfall der Stufe 6: Der Unfall in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat nach Einschätzung aus Frankreich die zweithöchste Stufe in der Internationalen Bewertungsskala (INES). Das Geschehen sei mit Stufe 6 von 7 zu bewerten, teilte der Präsident der Französischen Atomsicherheitsbehörde (ASN), Andre-Claude Lacoste, am Dienstag in Paris mit. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte die Stufe 7 auf der INES-Skala.

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12:45 Uhr: Die Nacht auf Mittwoch ist in Japan bereits angebrochen. Im Nordosten sanken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Viele Notunterkünfte haben noch keinen Strom.

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12:42 Uhr: Nach Schätzung der Hilfsorganisation Save the Children haben mindestens 100.000 Kinder in Japan ihr Zuhause verloren.

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12:04 Uhr: Die UN-Wetterbehörde meldet nun, dass der Wind die Radioaktivität aufs Meer bläst. Die radioaktiven Partikel im Umkreis des japanischen Atomkraftwerkes Fukushima werden im Moment vom Wind auf das Meer hinausgeblasen. Die Wetterbehörde der Vereinten Nationen teilte am Dienstag in Genf mit, die Radioaktivität werde von Japan weggeweht und es gebe weder für Japan noch benachbarte Länder "Auswirkungen".

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11:55 Uhr: Hintergrundwissen: Die Strahlung ist immer und überall

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11:52 Uhr: Merkel: Sieben deutsche AKW werden vom Netz genommen

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11:50 Uhr: Bereits mehr als 530.000 Menschen in Japan sind entweder obdachlos geworden oder mussten ihre Häuser vorübergehend verlassen. Sie sind in rund 2.500 Notunterkünften im Katastrophengebiet untergebracht. Die Priorität des Japanischen Roten Kreuzes liegt jetzt bei der Versorgung dieser Menschen. "Besonders wichtig ist einerseits die medizinische Versorgung, andererseits die psychosoziale Betreuung", sagt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.

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11:43 Uhr: Lufthansa fliegt Tokio vorerst nicht mehr an: Die zwei Flüge, die am Dienstag planmäßig aus München und Frankfurt starten, würden stattdessen die japanischen Städte Osaka und Nagoya südwestlich von Tokio ansteuern, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Zudem gebe es zwei weitere planmäßig Flüge nach Osaka und Nagoya.

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11:35 Uhr: Österreichische Botschaft in Tokio: Die Botschaft in Tokio hat damit begonnen, an Österreicher, die das wünschen, Jod-Tabletten auszugeben. Diese seien allerdings nur zur "Grundversorgung" gedacht. Der österreichischen Botschafterin in Tokio, Jutta Stefan-Bastl, ist es freigestellt, mit ihren Mitarbeitern den Großraum Tokio zu verlassen, wenn sie es für nötig hält.

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11:33 Uhr: Weitere Informationen aus dem österreichischen Außenministerium: "Die Situation nach den Zwischenfällen in dem Atomkraftwerk Fukushima ist nicht abschätzbar", sagte Außenamts-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Dienstag. Die Betroffenen sollten aber bedenken, dass im Fall einer Verschlimmerung der Strahlungslage etwaige Ausreisemöglichkeiten nicht länger zur Verfügung stehen könnten.

Zwischen 300 und 500 Österreicher waren zum Zeitpunkt des Erdbebens in Japan. "Es gibt weiterhin keinen Hinweis darauf, dass von ihnen jemand physisch zu Schaden gekommen ist", sagte Launsky-Tieffenthal. 150 Ausreisewillige dürften das Land inzwischen wieder verlassen.

Die verbleibenden Österreicher - darunter vor allem Personen, die ihren beruflichen und familiären Schwerpunkt in dem Land haben - sollten zumindest den Großraum um die Hauptstadt meiden. Am Dienstag flog die AUA um 11.45 Uhr (Ortszeit) in Tokio noch einmal nach Wien, wo sie um 18.40 Uhr erwartet wurde.

***

11:17 Uhr: Wetterprognose für Tokio: Radioaktive Partikel in der Luft bewegen sich derzeit auf Tokio und das südliche Japan zu. Laut der aktuellen Prognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) treibt Nordwind eine mögliche Strahlungswolke vom AKW Fukushima derzeit aufs Land und nicht mehr aufs Meer hinaus. In den nächsten Stunden soll im Krisengebiet zudem Regen einsetzen, wodurch radioaktive Stoffe in Bodennähe gelangen und dort festgesetzt werden können. "In Niederschlagsgebieten könnte es zu erhöhter Strahlung am Boden kommen", erklärte ZAMG-Meteorologe Gerhard Wotawa.

Der erwartete Regen soll laut Vorhersage nicht stark sein, aber schon dauerhaft anhalten. Genaue Prognosen seien in dem betroffenen Gebiet schwierig. In den Nachtstunden - gegen 21.00 Uhr MEZ, in Japan ist es dann 5.00 Uhr - besteht die Chance, dass der Wind wieder zurückdreht, der Einfluss auf Tokio geringer wird und Radioaktivität wieder Richtung Pazifik transportiert wird.

Ein Eintreffen unverdünnter Luftmassen aus Japan in Europa und Österreich schließt die ZAMG weiterhin aus. Für ihre Berechnungen gingen die Meteorologen von einer kontinuierlichen Freisetzung radioaktiver Stoffe in Bodennähe (null bis 30 Meter) aus. Das entspricht emissionstechnisch einer teilweisen Kernschmelze mit intakter Reaktorhülle.

***

11:10 Uhr: Hintergrund: Kollegin Sterkl erklärt den Unterschied zwischen GAU und Super-GAU.

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 5081
Thomas Bauer8
 
00
19.3.2011, 21:46
Die japanische Bevölkerung (und wir) wird ebenso belogen wie 1986 die russische

Die japanische Bevölkerung (und wir) wird ebenso belogen wie 1986 die russische:
Es gab (noch) keine Kernschmelze.
Aber bereits einige Tage nach dem Tsunami wurden bereits bis zu 300fache höhere Werte gemessen. Als Südwind herrschte, waren 100km vor Tokio bereits bis zu 100fach höhere Werte gemessen worden, Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Regierung die Kernschmelze zugibt, und den Bau von Bleisärgen beschließt. Bis dahin werden unnötig Menschen sterben.

Das größte Problem kommt aber noch – das Herstellen der Bleisärge. In Tschernobyl wurden für die Arbeiten bei einem Reaktor 90.000 Menschen benötigt (206 Tage lang). Davon wurden einige 10.000 verheizt. Möglich war dies nur da es:
1. Generäle gab die dies befehlen konnten
2. die

Settembrini
00
16.3.2011, 11:59
S´Unglück is a a Vogerl. Wird vom Wind auf´s Meer triebn.

Als echter Tiroler kann ich nur sagen: Ois fir di Fisch.

Groucho M.
00
16.3.2011, 11:29

´Provinz Ibanaki: konstante Werte über 1000, andere Provinzen wie rund um die AKW "under survey".

beethovenfries
00
16.3.2011, 12:06
Über 1000 was?

Spiegeleier, Bratpfannen, Vollklescher, Zitronen? Millisievert, evakuierte Menschen??? Woher wissen Sie das?

Erstversuch
20
16.3.2011, 09:53
Wenn ihr Euch gruseln wollt schaut Euch Horrorfilme an

Hossa! Hossa! Hossa! Olé!!!
04
16.3.2011, 08:43
Guten Morgen Österreich

Himmel über Wien bewölkt. Schwarze Krähen kreisen. Wenn jetzt auch hier ein AKW hinich wäre, möcht ich nicht wissen, wie ich mich fühlen würde. Daher gleich ein Gedankenanstoß für unser Wirtschaftstreiben: Produktionen gesetzlich an ein Maß an Stromverbrauch binden, das den Einsatz von AKWs überflüssig macht. Dafür nötig: Den eigenen Konsum ggf. überdenken und senken, um das aktuelle, überflüssige Angebot an Gütern nicht mehr zu rechtfertigen. - Weg mit den Meilern. Hin zu nachhaltiger Energiewirtschaft - nicht erst in 20 Jahren. - Nochmals guten Morgen. :)

STJ911.org
11
16.3.2011, 12:12

Die 5% Atomstrom in Ö (15% weltweit) können leicht ersetzt werden.

Club-der-dichten-Toten
00
16.3.2011, 13:52

Erklären's das den Franzosen...

Chris Quast
00
16.3.2011, 14:18

franzosen != welt
franzosen !=österreich

frisst auch so gerne froschschenkel und sprichst französisch, weils die franz. machen ?

Fritz Wunderlich
00
16.3.2011, 21:05

mit logik haben sie schwierigkeiten

Club-der-dichten-Toten
00
16.3.2011, 14:39

Weltweit inkludiert die Franzosen.
Oder gehören die jetzt nicht mehr zur "Welt"?

Majestix
 
10
16.3.2011, 10:51
Grundsätzlich ok - nur die Adressaten

sind nicht die Wirtschaftstreibenden sondern wir Konsumenten.

sozusagen
00
16.3.2011, 15:18

solange nachfrage und angebot gilt, würde ich sagen beide

Senna4ever
01
16.3.2011, 06:17
Und der Tag beginnt wieder mit schreckluchen Nachrichten

Alles Gute Japan, jetzt braucht Ihr Glück udn einen guten Wind (beste Sicherheitskonzept wo gibt)

In diesem Sinne allen einen positiven Tag

salgon
02
16.3.2011, 04:16

Wenn man die Meldungen auf Spiegel-online (http://www.spiegel.de/panorama/... 4,00.html) und anderen Medien ließt, scheint die Lage tatsächlich endgültig außer Kontrolle :(

Na dann mal gute Nacht (vielleicht zwickt mich ja jemand und ich wach morgen früh auf und alles war nur ein Traum. Total surreal der ganze Schei...s irgendwie)

salgon
00
16.3.2011, 04:10

Ich lese grade bei n-tv, dass der Reaktorblock 2 geborsten ist und das Kontrollzentrum aufgegeben wird. Außerdem könne man nukleare Glut sehen.
Keine Ahnung inwieweit diese Infos stimmen, da n-tv ja eher reißerisch drauf ist.

dr.ban cok
30
16.3.2011, 01:48
@medien

ich rate dringend davon ab den standard als einzige quelle zu verwenden.

bisher wurde die eigentliche reaktorhülle nicht beschädigt. viel eher scheint der torus, der unter dem eigentlichen reaktor liegt bei einer explosion beschädigt worden zu sein.
daher kommt es im moment auch zu keinem direkten austritt radioaktiven materials.
das wort reaktor wird in den deutschsprachigen medien missbräuchlich verwendet. der 'reaktor' besteht aus mehreren teilen deren beschädigung ungleich schwere folgen mit sich bringen.
der stahlmantel der die brennelemente umgibt scheint noch in takt zu sein.

Micha Do
 
02
16.3.2011, 10:39
Sollte die Hülle nicht beschädigt sein - woher dann der Anstieg der Aktivität

dr.ban cok
10
16.3.2011, 15:24

das kühlbecken mit verbrauchten brennstäben scheint in brand geraten zu sein...angeblich ist das feuer gelöscht. ein leck am reaktor selbst sollte wesentlich höhere strahlungswerte erzeugen. solang der reaktor hält hält sich die katastrophe in grenzen.

Micha Do
 
01
16.3.2011, 17:04
Sie wissen aber selbst dass verbrauchte nicht wieder aufbereitete Brennstäbe hinsichtlich enthaltener Substanzen noch deutlich gefährlicher sind.

dr.ban cok
00
17.3.2011, 01:34

es gilt generell, solange keine explosionen das material verteilen bleibt die verstrahlung lokal beschränkt.

.MS.
04
16.3.2011, 01:32
"Belastung [in Tokio] 22-fache höher als üblich"

Ich versuche mal (als Laie) das auf mögliche Gesundheitsschäden umzurechnen:
Laut Wikipedia ist in Bodennähe mit 1-2,9 Millisievert zu rechnen, das wären dann 22-64 Millsievert.
Dafür spricht auch die Gleichsetzung mit einer Computertomographie bei 10-fachen Dosis weiter unten im Ticker (= 10 - 25 mSv)
Ab 200 mSv wäre mit Spätfolgen zu rechnen.
Also wäre es für die Menschen in Tokio erst gefährlich, wenn es zu nochmal höheren Strahlungsausstößen, bei ungünstigem Wind käme.
Die Japaner hatten seit Beginn der Katastrophe schon ziemlich viel Pech, hoffentlich bleibt ihnen das Szenario erspart.

STJ911.org
00
16.3.2011, 12:09

Für aktuelle Werte siehe auch die Live-Geigerzähler hier: http://derstandard.at/plink/129... 4/20329028

Strahlungswerte im Vergleich: http://bit.ly/mSv-comparison
Auf diesem Bild sehen Sie, wie ernst die Lage ist.

In Ihren Überlegungen lassen sie auch den Zeitfaktor ganz außer Acht (mSv statt mSv/h). Das ist wie km statt km/h.

PatriotInnen sind IdiotInnen
00
16.3.2011, 16:55

der Spiegel scheint die Grafik korr. gezeichnet aber die SI-prefixe falsche angewendet zu haben. Der ganz unterste Wert müsste 1015µSv (microSv) heissen.
Ausserdem halte ich die Angabe das 250mSv zu einer "akuten Strahlenkrankheit" führen für zumindest irreführend. Nicht das ich das verharmlosen will aber normalerweise zeigen sich bei 200-500mSv noch keine Symptome des sgg. Strahlenkaters. Allerdings reagieren Menschen auch unterschiedlich auf Strahlung ... z.b ist bei Kleinkindern schon wesentlich früher ein erhöhtes Leukämie-Risiko festzustellen.

PS: ich beziehe mich auf eine "akute Dosis" darum auch kein Sv/h ...

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