GAU und Super-GAU

15. März 2011, 11:04
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    foto: dapd /efrem lukatsky

    Tschernobyl 1986: Der größte anzunehmende Unfall wurde übertroffen, der Super-GAU trat ein

Vom "größten anzunehmenden Unfall" zum "auslegungsüberschreitenden Störfall"

Unfälle in Atomreaktoren werden in ihrem Schweregrad nach der international anerkannten „INES-Skala" eingeteilt. Ein INES-Grad von 1 bezeichnet eine Störung in einem Atommeiler, ein INES-Grad von 3 einen "ernsten Störfall", ab Stufe 4 wird von einem „AKW-Unfall" gesprochen, ab 6 von einem "schweren" Unfall und ab 7 von einem "katastrophalen Unfall". Die Einteilung erfolgt anhand der Menge an freigesetzter Strahlung.

Der Unfall in Three Mile Island 1979 wurde mit INES 5 eingestuft, der Unfall in Tschernobyl mit INES 7. Die Explosion am Reaktor 1 des AKW Fukushima Daiichi wurde mit INES 4 eingestuft.

GAU: Sicherheitssysteme greifen noch

Parallel zur INES-Einteilung spricht man vom "Auslegungsstörfall" oder GAU (Größter anzunehmender Unfall), wenn ein Unfall passiert, auf den die Sicherheitssysteme des Meilers gerade noch vorbereitet sind. Beim GAU handelt es sich um einen schweren Unfall, bei dem das Sicherheitsmanagement des Kernkraftwerks noch greift. Die radioaktive Belastung der Umgebung der Anlage überschreitet die Grenzwerte in diesem Fall nicht.

Handelt es sich um einen Unfall, dem die Sicherheitssysteme der Anlage nicht mehr gewachsen sind, spricht man von einem "auslegungsüberschreitenden Störfall" oder "Super-GAU". Ein solcher schwerer Unfall liegt vor, wenn die Schutzhülle des Reaktors geborsten ist. Üblicherweise wird die Bezeichnung Super-GAU erst ab INES 6 verwendet.
 (mas, derStandard.at, 15.3.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 152
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Strahlende Aussichten
00
18.3.2011, 01:53
Aber hallo, das kann doch kein Super-GAU sein, oder????

Ist doch ganz normal, was hier vorgeht. Und es steht doch schon im Reaktor-Handbuch, dass das Normal-Procedere vorsieht, Meerwasser auf einen Reaktor zu schütten, dem es vorher das Dachl weggesprengt hat.

Keine Kühlung? Dass ich nicht lache! Schneit doch sowieso in Fukushima! Wenn die Obdachlosen vor Kälte mit den Zähnen klappern, wirds doch für den Reaktor wohl kalt genug sein, oder?

Also klar - da kann man nicht von GAU sprechen, im Gegenteil - wir haben strahlende Aussichten!

Atomkraft ist ScheiXXe
12
15.3.2011, 22:00
In 3 von 4 Reaktoren....

..ist die Lage nicht mehr beherrschbar.

Wenn das nur ein GAU ist, na dann bitte.... :-(

Der gesunde Menschenverstand spricht hier schon von SUPER-GAU!

PS: Anhand der Menge des Kernbrennstoffes reden wir hier gerade von 5x Tschernobyl.

Spartaner13
02
15.3.2011, 23:30

nana so schlimm ist das alles nicht. Atom-Kraft ist eh voll okay und billig ;-)
ist alles nur so von den Öko-Fuzzis aufgeblasen, damit man die arme Atom-Lobby runtermachen kann. *Sarkasmus*

Atomkraft ist ScheiXXe
00
16.3.2011, 01:39
Der Gegenbeweis:

Frag mal die Japaner?

Die Russen?

Markus1975
01
16.3.2011, 09:55
nun

ich bin auch kein Befürworter der Atomenergie und auf keinen Fall ein Unterstützer fadenscheiniger Argumentation. Nur der Fairness halber sei gesagt: Japan hat die höchsten Sicherheitsstandards und beinah alles berücksichtigt, sogar ein Erdbeben, nur eben nicht dieser Stärke. In Europa sehen diese Risikoanalysen ganz anders aus, da werden diese potentiellen Katastrophenfälle erst gar nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Dazu kommt, dass es für Japan nun mal wenig andere Möglichkeiten gab, das Land mit ausreichend Energie zu versorgen (auch hier ein riesiger Unterschied zu Europa). Auch das Flugzeug gilt als das sicherste Verkehrsmittel der Welt bis mal eines abstürzt ... und trotzdem wird weiter geflogen ...

Spartaner13
01
16.3.2011, 08:19

Dagegen kann man argumentieren, dass dies Einzelfälle sind (oder zumindest solche Fälle, die man nicht vertuschen konnte).
Man muss sich halt immer Frage: ist es das enorme Risiko wert? Für die Wirtschaft: na klar. Für die Menschen: natürlich nicht - aber die werden sowieso nicht gefragt.

du bist was bu dist
00
15.3.2011, 20:24
zu den postings bzgl. Öko Strom

mir ist keine physikalisch fundierte möglichkeit bewusst strom, also elektrizität in Öko und Atom aufzuteilen.

weiß da wer eine?
der physik- nobelpreis ist dir gewiss.

deshalb hats nur sinn weltweit oder zumindest in ganz europa aus der nuklearenergie auszusteigen.

wahrscheinlichkeitstheoretisch (was fürn wort..) verringern 7 von ca. 210 KKWs die wahrscheinlichkeit eines unfalls um 3%.

Spartaner13
00
15.3.2011, 23:29

Es geht ja nicht nur um den Unfall, sondern generell um den Wahnsinn AKW. Die Endlagerung ist ja auch kein "Bemmerl".

Leech
32
15.3.2011, 16:48
Kernfusion FTW!!!

bitte ITER schneller vorantreiben!

Markus1975
01
16.3.2011, 10:02
da würde doch

der Gewinn der Energiekonzerne einbrechen, wenn man mehr Geld in die Erforschung solcher Technologien stecken würde. Ähnlich bei alternativen Antrieben für Fahrzeuge ... Es muss doch jeder seine Gier nach mehr Geld befriedigen können, auch wenn wir irgendwann mal merken werden, dass man Geld nicht essen kann ...

Leech
00
16.3.2011, 09:39

alle die jetzt nen roten Strich gesetzt haben, lesen sich bitte nochmal den unterschied zwischen Kernspaltung und Kernfusion durch!

Atomkraft ist ScheiXXe
20
15.3.2011, 22:02
ITER ist gut aber...

..Kernfusion ist schön und gut.

Ist die Kernfusionsbombe auch ein Begriff?

Sicherlich ist ITER mit der Wasserstoffbombe nicht vergleichbar. Keiner kennt aber die Auswirkungen eines Versagens eines Fusionsreaktors auf die Menschheit!

Stephan T.
 
03
15.3.2011, 22:22

Doch, ein jeder der sich mit dem Thema auch nur fünf Minuten auseinander gesetzt hat.

Um eine Fusion aufrecht zu erhalten muss viel Aufwand betrieben werden. Wird dieser Aufwand unterbrochen oder kommt es zu einem Unfall bricht der Vorgang zusammen. Da in Fusionsreaktoren kaum radioaktives Material verwandt wird (Gerade mal ein wenig Tritium), ist das Ganze deutlich sicherer.

Also bitte... Lies zumindest einmal die Grundlagen zu etwas, ehe du hier Angst und Schrecken verbreitest mit haltlosen Phrasen.

Leech
00
16.3.2011, 09:38

danke, ich wollt eben das gleiche schreiben.

Spartaner13
11
15.3.2011, 14:56
Vertuschung - damals wie heute

Habe mir vorhin die Story von Tschernobyl auf Wikipedia durchgelesen - echt ein Wahnsinn, wie man versuchte, die Sache zu vertuschen. Genauso wie in Japan heute ... doch leider sind wir heute schon so gut vernetzt, dass man das Volk schwer anlügen kann.

Wenn ich bedenke, wie nahe die AKWs an unseren Grenzen stehen ... Horror. Ich persönlich ziehe die Konsequenzen und wechsle auf Öko-Strom. Auch wenn dies den Atom-Fanboys nicht gefällt.

Provinzlerin
32
15.3.2011, 16:14

Wahlweiser Öko-Strom vom Anbieter ist auch nicht mehr als ein Geldmacherei. Wer nicht dezidiert die Stromquelle wählt, bekommt halt dann mehr Atomstrom, falls andere Öko-Strom wählen. So bleibt die Verteilung an zugekauftem Atom-Strom und Öko-Strom für den Anbieter vollkommen gleich und er verdient auch noch mehr dabei. Ist doch toll!

In Ö geht's da generell immer sehr scheinheilig zu. Böse, böse Atomkraftwerke rundum, von denen wir aber schlussendlich einen nicht unwesentlichen Teil unseres Stroms beziehen. Traurigerweise ist (und bleibt es auch wahrscheinlich noch eine Weile) Atom-Strom einfach die billigste Variante.

Spartaner13
11
15.3.2011, 23:26

Die billigste Variante - ja für Leute, die nicht 1+1 zusammen zählen können: wer bezahlt die Endlagerung? die vielen Mitarbeiter? Ohne Hilfsgelder der Atom-Mafia läuft da gar nix.

Gleich bei mir daheim stehen große Windkraftwerke, welche für über 280.000 Haushalte Strom produzieren. Das sind aber nur die Windräder ums Eck - wenn ich die weitere Gegend betrachte, stehen dort noch viel mehr Windräder.

Aja und dass die Anbieter www.aae-energy.at und www.oekostrom.at 100%ig ohne Atom-Strom sind, ist nachgeprüft.

Provinzlerin
10
16.3.2011, 07:54

...um den Gedanken mal weiterzuspinnen: grundsätzlich bleibt der finanzielle Aufwand für die Leute am Hebel ja dann gleich niedrig, wenn die eh Finanzspritzen bekommen. Wichtig ist, was bei denen unterm Strich rauskommt.

Und was ich oben bereits gemeint habe: Öko-Strom-Anbieter sind schön und gut, aber sie ändern nicht das grundsätzliche Verhältnis an Atom- und anderer Energie am österreichischen Strommarkt! Andere Anbieter liefern ja sozusagen 'Misch'-Ware, die halt atomlastiger wird. Für den einzelnen ändert sich was, im Ganzen aber ganz und gar nicht. Und was ist mit der Industrie?
Wasserkraft ist übrigens für die Umwelt auch keineswegs harmlos.

Ich bin absolut kein Freund von Atomenergie, ich versuch's nur etwas realistischer zu sehen

Spartaner13
01
16.3.2011, 08:24

Ich weiß, niemand ist Atom-Fan, aber man ist generell dagegen, wenn andere versuchen, die Atom-Energie abzudrehen.

Wieso, die Atom-Betreiber bekommen von mir keinen Cent mehr. Den bekommt dann entweder ÖkoStrom oder AAE-Energy - welche keinen Atom-Strom führen.

Klar sind Wasserkraftwerke auch nicht gut für die Natur - aber im Vergleich zum Atom-Reaktor eine bessere Wahl (für die Umwelt und Menschen).

Großstädte haben tausende Dächer - ideal für Sonnen-Energie. Unsere 9 Lagerhallen-Dächer hier am Gelände - gigantisch viel Platz für Sonnen-Energie. Man müsste diesen Energiequellen halt eine Chance geben und nicht das ganze Geld in den Atom-Reaktor pumpen.

Provinzlerin
00
16.3.2011, 09:12

Schon klar, und ich sag auch nicht, dass der Wechsel zum Ökostrom persönlich unsinnig wär. Ich sag nur, solang nicht alle (inkl. Industrie) den Wechsel machen, wird sich nicht viel ändern. Und ich bin nicht dagegen die Atom-Energie abzudrehen, nur es geht halt nicht von heute auf morgen. Die Mengen an Energie, die momentan verbraucht werden (Energie sparen würde da schon mal an der Basis des Problems ansetzen) können aber jetzt gerade nur mit Hilfe der Atomenergie gedeckt werden. Die Vermutung liegt nahe, dass irgendwann die Fusionsreaktoren die AKWs ablösen, aber das ist noch Zukunftsmusik.

Und wo das Geld liegt ist kein Geheimnis, das hab ich ja bereits gesagt.

Spartaner13
00
16.3.2011, 10:07

Hab mir grad auf Wiki durchgelesen, was Fusionsreaktoren sind - klingt jetzt nicht soooo überzeugend, aber es klingt auf jedenfall wesenltich besser als Kernspaltung. Was ich sehr bedenklich finde ist, dass man auf der Kernspaltungsseite bei Wiki keine Infos über die Endlagerung erfährt. Der Abfall muss über 1.000 Jahre gelagert werden - manche Stoffe sogar über eine Billion Jahre ...

Provinzlerin
00
16.3.2011, 10:15

Wiki ist halt wirklich von jedem editierbar. Bei so kontroversen Themen also meistens keine vollständige Quelle.

Fusionsreaktoren (und man darf mich hier gerne korrigieren) haben/hatten soweit ich weiß ja ähnliche Starthilfe wie damals die Atomkraft - nämlich militärische. Wahrscheinlich also nur eine Frage der Zeit.

Fritz Brause
02
15.3.2011, 18:10

muss man halt zu einem wechseln, der nur ökostrom vertreibt, also:
www.oekostrom.at

Spartaner13
00
15.3.2011, 23:21
Dweezil Gringo
20
15.3.2011, 16:38

danke für diesen beitrag!!

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