Erstes Geständnis nach Vergewaltigung am Praterstern

22. April 2016, 20:12
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Studentin wurde in Toilette am Bahnhof Praterstern in Wien von drei Männern vergewaltigt

Wien – Eine 21-jährige Studentin ist laut Angaben der Polizei in der Nacht auf Freitag am Praterstern in Wien-Leopoldstadt von drei Männern vergewaltigt und verletzt worden. Die Verdächtigen im Alter von 16 und 17 Jahren drangen in die Damentoilette am Bahnhof ein, drückten die Frau zu Boden und missbrauchten sie, hieß es in einer Polizeiaussendung. Passanten verständigten demnach die Polizei, die Täter flüchteten.

Tatverdächtig sind drei afghanische Asylwerber, die die Tat kurz vor 1 Uhr verübt haben sollen. Die Frau wurde sofort medizinisch versorgt, die Polizei fahndete im Anschluss mit einem Großaufgebot nach den Tätern. Einer der Verdächtigen wurde wenig später in der Venediger Au nahe der U-Bahn-Station festgenommen, um 1.30 Uhr wurden die beiden weiteren Verdächtigen im Stuwerviertel festgenommen.

Einer der drei Jugendlichen hat die Beteiligung an der Vergewaltigung unterdessen gestanden, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger am Freitagabend. Zuvor hatten die Burschen ausgesagt, stark alkoholisiert gewesen zu sein und sich nicht an die Tat erinnern zu können. Es deute alles darauf hin, dass es sich bei den drei Festgenommenen um die Täter handle, sagte Hahslinger. Sie waren am Abend noch in Polizeigewahrsam.

Opfer befand sich auf dem Heimweg

Die Frau befand sich auf dem Heimweg, nachdem sie gemeinsam mit einer 30-jährigen Freundin in der Stadt unterwegs gewesen sei, sagte Hahslinger. Während die Freundin am Praterstern den Bankomat aufsuchte, um Geld zu beheben, ging die 21-Jährige auf das öffentliche WC. Dabei wurde sie offenbar bereits von den drei Männern verfolgt. Aus ungeklärten Gründen dürfte die Frau die Toilettentür nicht verriegelt haben. Einer der Männer packte sie laut Hahslinger und hielt sie fest, während die beiden anderen sie nacheinander vergewaltigten. Die Jugendlichen seien dabei sehr brutal vorgegangen: Sie hätten die Frau fest mit dem Oberkörper zu Boden gedrückt und ihren Kopf mehrmals gegen die Kloschüssel geschlagen. Danach flüchteten sie.

"Als die Freundin der Studentin kurz danach nachschaute, fand sie die junge Frau in der Toilette am Boden liegend", sagte Hashlinger. Die Freundin lief hinaus und rief um Hilfe. Mehrere Passanten wurden dabei auf die Flüchtenden aufmerksam und verständigten die Polizei.

Das Opfer wurde zur Versorgung ins Spital gebracht. Die Frau habe auch starke Schmerzen im Bereich des Oberkörpers, sagte Hahslinger. Sie konnte aber noch in der Nacht ihre Aussage vor der Polizei machen.

Laut Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr 948 nichtösterreichischen Tatverdächtigen strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung zur Last gelegt. Ein Jahr davor waren es 885 Delikte. Die Zahl der Straftaten durch Asylwerber stieg von 2014 auf 2015 um 38,8 Prozent. Bei einer Gegenüberstellung mit der gestiegenen Anzahl der Asylsuchenden ist die Zahl der tatverdächtigen Asylwerber aber stark rückläufig. (APA, red, 22.4.2016)

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