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Die Regierung will das Amtsgeheimnis entstauben
Das Amtsgeheimnis abzuschaffen hält ÖVP-Chef Michael Spindelegger für eine gute Idee. Der entsprechende Vorstoß von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz sei mit ihm akkordiert und erarbeitet worden, sagt er zum STANDARD.
Kurz tritt für ein Informationsfreiheitsgesetz ein. Er ruft auf Facebook und Twitter sowie alle 100.000 JVP-Mitglieder dazu auf, die Initiative "Transparenzgesetz.at" zu unterstützen. Diese unabhängige Kampagne für Informationsfreiheit in Österreich wurde vom ehemaligen Journalisten Josef Barth und dem Anti-Korruptionsexperten Hubert Sickinger gegründet. Sie fordern ein umfassendes Recht auf Information und Einsicht in die Akten der Verwaltung und eine Veröffentlichungspflicht für Behörden.
Transparenz für alle mit Steuergeld finanzierten Bereiche
Vizekanzler Spindelegger will nun Transparenz für alle mit Steuergeld finanzierten Bereiche. Das würde in etwa bedeuten, dass alle Dokumente der Regierung, Parlament, Verwaltung und öffentlicher Betriebe wie der ÖBB veröffentlicht werden müssen, wie auch alle öffentlichen Subventionen und Förderungen, alle öffentlichen Verträge, Studien, Statistiken und Gehälter und selbst das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten transparent gemacht werden müsste. Spindelegger betont, gläserner Staat statt gläserner Bürger heiße, dass "der Bürger ein Recht hat zu wissen, was mit seinen Steuern passiert, aber gleichzeitig auch ein Recht auf Wahrung seiner Privatsphäre". Der Vizekanzler will jetzt mit dem Koalitionspartner SPÖ darüber reden.
Für Informationsfreiheit
Dort dürfte er auf wenig Widerstand stoßen: Josef Ostermayer, Staatssekretär im Bundeskanzleramt und rechte Hand von Kanzler Werner Faymann, wäre für eine entsprechende Reform zuständig. "Informationsfreiheit muss vor Amtsverschwiegenheit stehen", sagt er zum STANDARD. Er habe bereits vergangene Woche den Verfassungsdienst gebeten, sich darum zu kümmern. Die Beamten werden nun Beispiele aus anderen Ländern hernehmen – "nicht nur aus Hamburg", sagt Ostermayer. In zwei bis vier Wochen sollen die Ergebnisse da sein, dann werde er mit dem Koalitionspartner die weiteren Schritte planen.
"Sorgfalt vor Hudlerei"
Diese Dinge gehören gründlich diskutiert, dafür müsse man sich Zeit nehmen, sagt Ostermayer. Denn: "Sorgfalt geht vor Hudlerei." So müsse etwa Datenschutz gewährleistet sein, "auch in der Regierung". Genauso wie die Rechte Dritter oder wirtschaftliche Interessen staatlicher Unternehmen.
SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim will die Rechtslage "umdrehen" und das Amtsgeheimnis nur noch bei wichtigen Geheimhaltungsinteressen anwenden. "Alles, was in der Verwaltung des Staates umgesetzt wird, muss nachvollzogen werden können", fordert der SP-Justizsprecher. Vorstellbar wäre für Jarolim auch mehr Transparenz bei Steuerunterlagen, wie das etwa in Schweden üblich ist. Der öffentliche Zugang zu Steuerdaten wird in Schweden allerdings auch kritisch gesehen.
Auch SJ für Informationsfreiheitsgesetz
Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jungend spricht sich für die Einführung eines Informationsfreiheitsgesetzes aus: "Ich bin der Überzeugung, dass Bürger ein Recht auf Auskunft und Einsicht von Verwaltung und Politik haben. Nichts soll geheim gehalten werden", sagt Moitzi. Weiters sollte von allen Abgeordneten das Stimmverhalten öffentlich gemacht werden. Die "Zeit des Zudeckens und Vertuschens" müsse vorbei sein.
Klubenquete im Parlament
Auf parlamentarischer Ebene soll Anfang April zum Thema eine Klubenquete abgehalten werden. "Es gibt einen Grundsatzbeschluss vom letzten Parteitag, der für den offenen Zugang von Daten eintritt", sagt SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger zu derStandard.at. Ziel der Enquete soll sein, breite Informationsarbeit zu leisten. Wichtig sei dabei, dass nicht der gläserne Bürger, sondern eine transparente Verwaltung forciert werden soll.
Die Grünen wollen wie berichtet bereits in der kommenden Nationalratssitzung Ende Februar einen Antrag für ein Transparenzgesetz einbringen.
Sektion 8 will Hamburger Modell
Die SPÖ-Sektion 8 in Wien Alsergrund verfolgt seit längerem ein Verwaltungstransparenzgesetz nach Hamburger Modell. Eine entsprechender Antrag soll nun bei der Bezirkskonferenz am 11. März beschlossen werden. Darin heißt es: "Bund, Ländern und Gemeinden sollen unaufgefordert alle Dokumente und alle Daten der Verwaltung in einem offenem, maschinenlesbaren Format im Internet in einem Informationsregister verfügbar machen. Dokumente(-nteile) die persönliche Daten (Datenschutz) sowie Geschäfts- und Staatsgeheimnisse betreffen sind davon ausgenommen. Die Einhaltung des individuellen Datenschutz sowie von Geschäfts- und Staatsgeheimnissen muss dabei unbedingt gewährleistet sein."
BZÖ, Stronach und Piraten ebenfalls für Informationsfreiheit
BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher unterstützt die Initiative www.transparenzgesetz.at. Das BZÖ werde ein Informationsfreiheitsgesetz nach Hamburger Vorbild im Nationalrat beantragen. "Transparenz eine unserer Kernforderungen", erklärt das Team Stronach gegenüber derStandard.at.
In dasselbe Horn stößt Lukas Daniel Klausner von den österreichischen Piraten: "Es ist beschämend, dass Österreich in diesem Bereich so weit hinter anderen Ländern hinterherhinkt. Ein Freedom of Information Act sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein."
FPÖ skeptisch
Als "weitgehend unausgegoren, nicht durchgedacht und überdies weitgehend unglaubwürdig", bezeichnete Herbert Kickl, Generalsekretär der FPÖ, den Vorstoß von Kurz. Dieser habe zwar theoretisch Recht damit, die Privatsphäre und des Eigentum der Bürger schützen wollen, allerdings könne die ÖVP in der Praxis mit diesem Anspruch nicht mithalten.
Österreich gilt innerhalb der EU jedenfalls als eines der Schlusslichter bei der Transparenz der öffentlichen Verwaltung. In einer im Vorjahr veröffentlichten Analyse der Rechtslage in 93 Ländern weltweit, landete Österreich am letzten Platz. Reformbedarf sieht etwa die Verfassungsjuristin Gabriele Kucsko-Stadlmayer: Sie hat vor fast zehn Jahren im Österreich-Konvent eine deutliche Einschränkung des Amtsgeheimnisses vorgeschlagen. Sie wurde allerdings bis heute nicht umgesetzt.(Saskia Jungnikl, Katrin Burgstaller, Rainer Schüller, derStandard.at, 11.2.2013)
Link: transparenzgesetz.at
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Ein Anti-Korruptionsgesetz ist das aber bestimmt,dann nicht. Eher eine Steigerung von Korruption,.. So ganz nach der Devise,wenn es kein Gesetz mehr dafür gibt -gibt es keine Korruption mehr ! Das geht dann aber in eine falsche Richtung,meiner Meinung.
prüfts einmal Banker,zocker und Spieler in eurem wundervollen system.
zuerst einmal.
was haben alle hingenommen,nicht gewusst und in Gremien dagesessen,kassiert ohne Ahnung und 12 jobs und mit audis und mercedes und vws unterwegs zum Wohle der ,die sich leicht hinters licht führen lassen.
Grundätzlich klingt es nach einer guten Idee. Nur: Wer bereitet diese Unmengen an Daten so auf, dass sie veröffentlicht werden können bzw wer jemals das finden kann, was er sucht? So sieht die "Verwaltungsentschlackung", von der ständig geredet wird, dann in der Praxis aus: Per Federstreich werden Aufgaben geschaffen, bei denen Tausende hinterm Schreibtisch beschäftigt werden.
die burschen und mädchen der jungen övp engagieren sich wirklich glaubhauft für mehr transparenz in österreich.
leider bin ich schon ein bisserl zu alt für die junge övp, freue mich aber trotzdem, daß hier eine anständige und vernünftige politikgeneration heranwächst.
hut ab und weiter so.
Naja ganz so einfach ist es nicht. Die JVP hat im Vorjahr ein Demoraktie.neu Papier unter ihrem Obmann Kurz präsentiert. Da findet sich auf S 14 genau die Forderung nach Open Politics, der Abschaffung des Amtsgeheimnisses etc.
Siehe dazu: http://www.oevp.at/kurz/inde... geid=58354
Die aktuelle Initiative ist schon älter, früher noch unter amtsgeheimnis.at kritisch aufgestellt um aufzudecken was man nicht wissen darf... jetzt als Intitiative für ein Transparenzgesetz, eine unterstützenswerte Forderung - Österreich darf nicht länger internationales Schlusslicht sein - siehe www.rti-rating.org
dass sie nicht nur verbal aktiv geworden ist, ist ihr in dieser Partei hoch anzurechnen. Aber Lippenbekenntnisse zur Abschaffung des Amtsgeheimnisses sind schon alt, von der SPÖ schon unter Gusenbauer vollmundig abgegeben. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen (J. v. Nazareth): geschehen ist nichts, im Gegenteil, immer noch gibt es geradezu groteske Berufungen auf das Amtsgeheimnis, und die Regierung hat nichts, aber auch schon gar nichts getan in den vielen Jahren seither. Jetzt, wo der Druck seitens der vielgeschmähten EU größer wird, sind auf einmal alle mobilisiert: Grüne, Schwarze, zögernd auch die Roten und vielleicht irgendeinmal werden die Blauen immer schon dafür gewesen sein. Mal sehen, was dabei herauskommt und was nicht.
.
Da bahnt sich eine Sensation mit unabsehbaren Folgen an.
Bei dieser Gelegenheit sollte man allerdings auch andere " Geheimhaltungsbestimmungen " kritisch hinterfragen:
ZB.:
Laut Beamtendienstrechtsgesetz dürfen die Inhalte einer Disziplinarverhandlung nicht veröffentlicht werden...
Diese absurde Bestimmung gehört ebenfalls geändert. Wird man dazu imstande sein?
http://so-for-humanity.com2000.at
sie WOLLEN PRUEFEN???????????????
wir sind noch nie von groesseren flaschen als werni und spindi regiert wurden. unglaublich welche vollkoffer es in der oesterr. politik nach oben spuelt. das kann ja nicht mehr wahr sein!
planlos, ziellos, rueckgratlos, hirnlos.
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