Bastler nehmen Kindle Fire HD auseinander

  • Man benötigt nur wenig Werkzeug, um den Kindle Fire HD auseinander zu nehmen.
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    foto: ifixit

    Man benötigt nur wenig Werkzeug, um den Kindle Fire HD auseinander zu nehmen.

Neues Amazon-Tablet erhält Reparaturscore von 7/10, Überarbeitung der ersten Generation mit gleicher CPU

Die Reparaturspezialisten von iFixit haben sich ein neues "Opfer" zum Zerlegen gesucht. Getroffen hat es die aktuellen Amazon Tablets: Den überarbeiteten Kindle Fire und die neue HD-Ausgabe in der Sieben-Zoll-Version.

Große Akkus

Mit einem einfachen Aufmachtool sind die Bastler unter die Rückseite beider Geräte vorgedrungen, wo bereits die Mainboards offenliegen und der Akku ersichtlich ist. Unterschied: Bei der HD-Version ist die Batterie etwas schmaler, länger und von einem Metallgehäuse geschützt. Bei der überholten Generation des Vorjahrs fehlt die Einfassung des Akkus. Der Energiespeicher reicht über die volle Breite des Tablets und bedeckt auch etwa zwei Drittel seiner Länge.

Im Kindle Fire HD hat die iFixit-Crew zudem einen austauschbaren Kopfhöreranschluss entdeckt. Die Hardwaredesigner haben sich offenbar Gedanken darüber gemacht, wie das Gerät im Schadensfall bei typischen Verschleißteilen einfach repariert werden kann.

Motherboard

Auf dem Motherboard finden sich die Flashspeicher-Controller, das integrierte Energiemangement, ein Broadcomm-Chip mit GPS, Bluetooth und Radioempfänger, ein Soundchip sowie eine weitere Komponente mit der Beschriftung "B50 5222 12507A9A10", bei der es sich um das WLAN-Modul handeln dürfte. Auf der Hinterseite finden sich Gyroskop, Beschleunigungssensor und eine der beiden MIMO-Antennen.

Überarbeitung der ersten Generation mit gleicher CPU

Im neuen Modell findet sich die OMAP 4460-Plattform von Texas Instruments, die mit einem Dualcore-Prozessor mit 1,5 GHz-Taktung läuft. Von Amazon angegeben sind allerdings nur 1,2 GHz. Eventuell ist die CPU standardmäßig gedrosselt, um dafür die Akkulaufzeit zu erhöhen. In der überarbeiteten Ausgabe des letztjährigen Kindle hat sich diesbezüglich nichts verändert, hier werkt weiter der OMAP 4430-Dualcore. Immerhin wurde dem Gerät eine RAM-Verdoppelung spendiert, ansonsten hat sich nur sehr wenig geändert.

Displayverbund

Nach der Entfernung von Lautsprechersystem und Frontkamera konnten die Tüftler schließlich auch den Akku ausbauen, unter welchem die Displaykonstruktion verborgen liegt. Hergestellt wurde der Bildschirm von LG. Es ist mit der Glasoberfläche verbunden, was bei einem Schaden den Ersatz beider Komponenten notwendig macht. Angesteuert wird der Screen mit dem maXTouch mTXT768E-Controller. Ebenfalls im "inneren Framework" beheimatet sind der Umgebungslichtsensor und das Mikrofon.

Guter Score

In Sachen Reparierbarkeit schneidet der kleine Kindle Fire HD passabel ab. Bei iFixit lobt man die einfache Öffnung, die problemlose Entfernung der Batterie, die nicht angeklebt ist und generell die relativ geringe Anzahl an Komponenten. Alle Schrauben, bis auf eine des Typs T5 Torx, sind von der Bauart Phillips #00, was Werkzeug spart. Insgesamt wurden lediglich zwei Schraubenzieher, ein Plastköffner und eine Rasierklinge benötigt.

Negativ aufgefallen sind das Kupfer-Tape auf dem Prozessor, das schwer zu entfernen war, sowie die Display-Glas-Verbundkonstruktion. iFixit gibt dem Kindle Fire HD sieben Punkte auf einer Skala von eins bis zehn.

Wesentlich mühevoller wird die Arbeit für jene, die das Gerät mit alternativer Firmware bespielen wollen. Amazon hat beim neuen Modell den Bootloader gesperrt. (red, derStandard.at, 18.09.2012)

Link:

iFixit

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