Neuer Kindle Fire will Dritt-Firmware verhindern

17. September 2012, 14:58

Alle Varianten jetzt mit gesperrtem Bootloader - Community nimmt Herausforderung an

Über die später erworbenen Inhalte und nicht über den Verkauf des Geräts selbst will Amazon beim Kindle Fire (HD) Geld machen - so definierte Firmenchef Jeff Bezos unlängst die Philosophie hinter der aggressiven Preisgestaltung der eigenen Tablet-Serie. Diese Rechnung geht aber natürlich nur auf, wenn die KonsumentInnen tatsächlich ordentlich bei Amazon kaufen, entsprechend ist das Content-Angebot beim Kindle Fire (HD) weitgehend auf den Online-Händler selbst beschränkt.

Offen

Wer diesen Beschränkungen zu entfliehen sucht, hatte es beim ersten Kindle Fire relativ leicht eine alternative Firmware aufzusetzen und beispielsweise ein unmodifiziertes Android zum Einsatz zu bringen. Ganz so gelassen, wie Amazon noch vergangenes Jahr auf die ersten Hacks des Kindle Fires reagiert hat, scheint man die Angelegenheit dann aber offenbar doch nicht zu nehmen.

Gesperrt

Denn wie sich nun zeigt haben alle Kindle-Fire-Modelle der zweiten Generation einen gesperrten und kryptographisch signierten Bootloader, der die Nutzung von Dritt-Firmware verhindern soll. Bei der ersten Hardwaregeneration fehlte eine solche Sperre noch.

Hintergrund

Entsprechende Lösungen waren noch vor nicht all zu langer Zeit Gang und Gäbe in der Android-Welt, haben nicht zuletzt durch den gemeinsamen Druck von Google und der weltweiten EntwicklerInnen-Community aber mittlerweile an Bedeutung verloren. Viele neue Geräte werden heutzutage entweder gleich mit einem einfach zu entsperrenden Bootloader ausgeliefert oder bekommen später ein entsprechendes Tool nachgeliefert.

Prognose

Den bisherigen Erfahrungen entsprechend ist denn auch nicht davon auszugehen, dass es Amazon auf lange Sicht gelingt Firmware-Modifikationen zu verhindern. Wurden doch in der Vergangenheit praktisch alle solchen Sperren früher oder später ausgehebelt. Allerdings steigt dadurch typischerweise das Risiko bei einem solchen Hack das eigene Tablet dauerhaft zu beschädigen.

Root

Zwischenzeitlich hat die Community Amazons Herausforderung bereits angenommen: Wie Android Police berichtet, sollen sowohl für das Kindle Fire als auch das Kindle Fire HD bereits Root-Hacks in Entwicklung sein. Die Bootloader-Problematik löst dies zwar nicht, aber auch hier wird bereits über Lösungen gebrütet. (apo, derStandard.at, 17.09.12)

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Viele Reaktionen finde ich einwenig übertrieben hier, wie wenn dass, das einzige Android Tablet am Markt wäre. Ist das wirklich so schwer zu verstehen dass Konzerne Geld verdienen wollen?

Seh ich ähnlich. Das Nexus 7 gibt es zum selben Preis, mit ungefähr derselben Ausstattung, wer so viel Wert auf ein offenes System legt, wird ohnehin zum Google-Gerät greifen.

Das lässt sich aus einem offenen System auch machen!

Noch viel schlimmer: Amazons Nutzungs- und Lizenzbestimmungen des Kindle

Amazon speichert praktisch jede Bewegung der Anwender (ja, das ist geographisch gemeint), das Leseverhalten, Datum und Uhrzeit, jedes Lesezeichen und jede am Kindle gemachte Notiz und macht auch keinen Hehl daraus, daß sie das auswerten und z.B. markierte Textstellen auch gleich anderen Lesern vorschlagen.

Die wissen nicht nur, wann wir was wo lesen/ansehen, sondern auch noch was uns besonders gefällt und erzählen es weiter.

Zu finden auf der Amazon / Kindle Homepage...

total oarg und ich dachte, dass das Tracken der Mausbewegungen auf der Amazon-Website nur ein Schmäh in den Bedingungen ist ;-)

die tun ja das wirklich, was sie sagen. ^^

Amazon hat doch recht. Ganz ehrlich, wenn es genug Vollpfosten gibt die alles mit sich machen lassen ...

Selbst die dümmste Kuh oder der blödeste Ochse gehen nicht freiwliig zum Metzger, nur weil dieser den Bolzenschußapparat mit lustigen Wolken bemalt hat. Bei den Menschen klappt das problemlos.

Datenschutz ist nur solange wichtig bis irgendwo eine App funkelt,bzw. ein tolles Feature oder ein paar % Nachlaß winken.

Ich träume manchmal davon, daß der angeblich mündige Bürger gegenüber diesen ganzen ekelhaften Gängelkonzernen incl. Zwangsvercloudung und DRM-Bestrafung endlich seine mächtigste Waffe zieht, nämlich das NICHTkaufen! Es wäre so einfach ...

Naja wird ein Traum bleiben.

nv

Ein wahnsinn, die machen keinen hehl daraus und tuns auch noch ;-)

Ich versteh die Trotzpostings nicht ganz

Ich mein eh legitim, dass man versucht, möglichst billige Hardware abzustauben. Aber genauso legitim finde ich es von Amazon, dass sie ihr Geschäftsmodell schützen wollen, wenn sie die Hardware quasi mit Verlust verkaufen.

Und der Verlust bei Amazon wird sich in Grenzen halten, wenn diejenigen kein Fire HD kaufen, die danach ein Custom ROM drauf installieren wollten. Das ist wohl die falsche Taktik, um Amazon "abzustrafen".

Georg G. Pichler
04
17.9.2012, 21:44

Naja, selbst ohne gesperrtem Bootloader ist der Anteil der User, die sich ein Custom ROM installieren, normalerweise so gering, dass sich Amazon nicht wirklich fürchten muss.

Wahrscheinlich nicht, sonst würde Amazon nicht auf einmal ihre Meinung so ändern.

Georg G. Pichler
01
18.9.2012, 09:43

Man weiß selbst von jenen Smartphones, bei denen ein Root und der Firmwareflash relativ leicht von statten gehen, dass das nur ein verschwindender Bruchteil der Leute auch tatsächlich macht.

Zwei einfache Gründe: Der "durchschnittliche User", sofern er von der Möglichkeit weiß, traut sich in der Regel über sowas nicht drüber und nutzt das System, wie es geliefert wurde.

Und: Viele wollen auch den Garantieverlust, der mit dem Root, aber spätestens mit dem Flash einer Custom ROM eintritt, nicht riskieren.

Cyanogenmod ist auf über 2 Millionen Geräte drauf, also wenig ist es nicht und es ist nur ein Custom Rom.

Georg G. Pichler
01
18.9.2012, 12:20

CM ist ohne Zweifel sehr erfolgreich. Aber der Wert verteilt sich auf zahllose Smartphones und Tablets der Android-Versionen 2.x und 4.x. Das ist, gemessen am Gesamtbestand, eben nur sehr, sehr wenig. Selbst wenn man noch eine Dunkelziffer von 0,5 -1 Mio. für andere, unbekannte CM-Derivate und nicht CM-basierte Custom ROMs hinzurechnet.

die trotzpostings versteht man nicht

wenn man beide seiten versteht

wenn man nur die ansicht einer seite akzeptiert, sind auch dioese postings verständlich.
und umgekehrt.

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soll amazonas halt einen angemessenen preis verlangen für ein modell ohne diesen krypto-bootlader.

ob dann die möchtegern schnäppchenjäger auch zugreifen würden ?

schade...

... ich hab echt überlegt mir einen kindle anzuschaffen, aber wenn ich kein custom-android installieren kann, dann lass ich es eben. hoffe viele tun es mir gleich um amazon von dieser appleoiden policy abzubringen!

Schuss ins Knie - dann kaufen sich viele nämlich keinen Kindle, und dementsprechend auch keine/n Software/Content bei Amazon.
Und gecrackt wird es früher oder später trotzdem.

warum sollte wer mit einem gecrackten kindle noch content bei amazon kaufen? Wenn er das will bräuchte er es ja nicht zu cracken.

Weil er mit der Hardware noch was anderes anfangen will z.B.:
http://derstandard.at/134749237... zu-Display

Naja...

... die Inhalte für den Kindle/Amazon Shop gibt es ja auch für Android, Windows Phone 7, iOS, OS X, Windows und sogar BlackBerry!

Also daran wird Amazons Gewinn sicher nicht darunter leiden ;-)

Umso unverständlicher.

Sie sagen es :-)

Naja, aber was haben Manager schon jemals vernünftiges beschlossen? ;-)

... Nexus 7 und

dazu vielleicht noch einen kindle paperwhite und die Augen sowie die Geldbörse sind glücklich

Gibt es eigentlich auch reine "Open-Hardware-Tablets", auf denen ich einfach ein OS meiner Wahl installieren kann, solange die Prozessorarchitektur unterstützt wird?
Die Entwicklung scheint ja eher in die entgegengesetzte Richtung zu laufen.

Nicht Open-Hardware aber komplett unlocked und root :)
http://zareason.com/shop/zatab.html

sorry

sollte grün und nicht root werden das stricherl

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