Amazon macht mit Kindle-Fire-Tablets Apple Konkurrenz

  • Der Kindle Fire HD mit 7 Zoll.
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    Der Kindle Fire HD mit 7 Zoll.

  • Die große Ausgabe mit 8,9 Zoll.
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    Die große Ausgabe mit 8,9 Zoll.

  • Der E-Reader Kindle Paperwhite mit Beleuchtung und neuem Display.
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    Der E-Reader Kindle Paperwhite mit Beleuchtung und neuem Display.

E-Reader Paperwhite mit neuem Beleuchtungssystem und Display vorgestellt

Amazon zieht mit neuen Tablet-Computern in das Weihnachts-Duell mit Apple. Der Onlinehändler stellte am Donnerstag im kalifornischen Santa Monica sein neues E-Reader- und Tablet-Line-up sowie neue Services vor.

Paperwhite mit Hightech-Display

Die Kindle-E-Reader-Reihe wird um das Modell Paperwhite erweitert. Das Gerät trumpft vor allem mit einem stark verbesserten, kapazitiven E-Ink-Touchdisplay auf. Neben höherer Auflösung und besserem Kontrast wurde auch ein neues Beleuchtungssystem in die Displaykonstruktion integriert. In den Bildschirm sind Nano-Lichtleitungen gedruckt, die für eine gleichmäßige Ausleuchtung sorgen sollen. Die Helligkeit lässt sich präzise einstellen.

Acht Wochen Akkulaufzeit

Schriftarten lassen sich ändern, vom Kindle Fire wurde der "Cover Mode" übernommen. Besseres Energiemanagement soll für eine Akkulaufzeit von acht Wochen sorgen. Integriert ist auch der Cloud-Synchronisationsdienst Whispersync. Dazu gesellt sich eine Lesezeitschätzung, die bereits vom Kindle Touch bekannte Analysefunktion "X-Ray" für Bücher. Amazon verspricht, dass jedes Buch innerhalb einer Minute bezogen werden kann.

Ab 1. Oktober

Der 9,1 Millimeter dicke und etwas mehr als 210 Gramm schwere Reader ist ab 1. Oktober um 119 Dollar erhältlich. Die 3G-Variante wird 179 Dollar kosten und ermöglicht den Zugriff auf kostenloses mobiles Internet in mehr als 100 Ländern. Der klassische Kindle wurde auf 69 Dollar verbilligt und kommt in einem Revamp mit neuen Schriftarten und besserem Display ab 14. September.

Kindle Fire HD in 7 und 8,9 Zoll

Die Tablet-Reihe wird um den Kindle Fire HD erweitert. Dieser setzt auf die OMAP-4470-Plattform mit Dual-Core-CPU mit 1,3 GHz (7 Zoll) bzw. 1,5 GHz  (8,9 Zoll) und PoweVR-Grafikprozessor von Texas Instruments. Sie soll wesentlich leistungsfähiger sein als Nvidias Tegra 3, das etwa im Nexus 7 zum Einsatz kommt. Das Display löst mit 1.920 x 1.200 Pixel (1.280 x 800 beim 7-Zoll-Tablet) auf. Eine spezielle Laminierung des Touch-Sensors reduziert den Glanz unter Lichteinstrahlung um 25 Prozent, ein Polarisationsfilter soll hohe Farbtreue bei allen Blickwinkeln garantieren. Der HDMI-Port erlaubt die Wiedergabe von Content auf Fernsehern und Bildschirmen.

Dualband WiFi mit MIMO

Zwei Dolby-Digital-Stereolautsprecher sollen mit einer eigens entwickelten Engine für guten Sound sorgen, eine HD-Frontkamera steht für Videotelefonie bereit. Mit Dualband-WiFi über zwei Antennen mit MIMO ist der Kindle Fire HD das bislang bestausgestattete Tablet in Sachen WLAN-Konnektivität. Das Gerät ist 8,8 Millimeter dick und wiegt rund 570 Gramm.

Eigene Skype- und Facebook-Apps

Auch bei der Software hat sich vieles getan. Neben einem erweiterten E-Mail-Client mit Exchange-Support, der sich mit Gmail und anderen Diensten synchronisieren lässt, sind auch angepasste Versionen von Skype und Facebook vorinstalliert, die besser an Amazons System angebunden sind. So lassen sich beispielsweise Bücher teilen und Mitspieler für Games finden.

"X-Rax for Movies"

"Whispersync for Voice" kann Bücher und Audioinhalte synchronisieren. "Immersion Reading" erlaubt das gleichzeitige Mitlesen und Zuhören, wobei die gerade vorgelesenen Textstellen stets markiert werden. Zuletzt nutzt man die eigene Filmdatenbank IMDB, um via "X-Ray for Movies" beim Pausieren vom Filmen und Serien in Windeseile Informationen über Inhalt und Schauspieler abrufen zu können.

Kleine Version ab 14. September

Die Kindle HD-Serie ist ab einer Speichergröße von 16 GB erhältlich. Die kleinere Ausgabe ist bereits ab 14. September für 199 Dollar zu haben, für 32 GB werden 249 Dollar fällig. Die 8,9 Zoll große Ausgabe kommt erst am 20. November für 299 bzw. 369 Dollar.

Angriff auf das iPad mit LTE

Sie erhält an diesem Termin auch eine LTE-Ausgabe. Diese bringt 32 GB Speicherplatz mit, verfügt über ein eigens konstruiertes 4G-Modem und wird 499 Dollar kosten, für 599 wird eine Variante mit 64 GB geboten. Dazu ist ein Datentarif buchbar, der für 49,99 Dollar jährlich ein Datenkontingent von 250 MB, 200 GB Cloud-Speicher und einen Amazon-Gutschein im Wert von zehn Dollar bietet. Diverse Kommentatoren werten das bereits als direkten Angriff auf das iPad.

Als Betriebssystem kommt bei den Tablets eine umgebaute Version von Android zum Einsatz. Auf den Lockscreens werden von Amazon Produktempfehlungen eingeblendet.

In Deutschland ab 25. Oktober, Österreich muss warten

Sowohl die erweiterte Version der ersten Kindle-Fire-Generation als auch das neue HD-Modell sind auch bei Amazon Deutschland vorbestellbar. Für die ältere Ausgabe werden 159 Euro verlangt. Das 7-Zoll-Modell des Fire HD kostet mit 16 GB 199 Euro, für die 32-GB-Ausgabe werden 249 Euro veranschlagt. Geliefert wrid ab 25. Oktober. Über die Verfügbarkeit der größeren Version gibt es noch keine Angaben. 

Nach Österreich wird das Gerät allerdings nicht versandt. Auch der Amazon App Store kann hierzulande nur als Schaufenster verwendet werden, während in Deutschland bereits der Erwerb von Inhalten möglich ist.

Erste Generation wird aufgemotzt

Für Käufer der "normalen" Kindle-HD-Ausgaben wird der Cloud-Speicher auf 32 GB verdoppelt. Dazu gestattet Audible den Zugriff auf über 100.000 Hörbücher. Die noch aktuelle Fire-Generation erhält eine bessere CPU sowie eine verdoppelung des Arbeitsspeichers und soll summa summarum eine Performancesteigerung um 40 Prozent erfahren. Gekauft werden kann die Neuauflage ab 14. September, mit dem Preis von 159 Dollar unterbietet Amazon Googles (in Sachen Hardware jedoch stärkeres) Nexus 7 um immerhin 40 Dollar.

Kindle Serials

Amazon hat auch neue Dienste in petto. Zu Büchern, Magazinen und "Kindle Singles" gesellt sich "Kindle Serials". Dieses ermöglicht Kunden den automatischen Kauf und Download von Fortsetzungswerken. 

Inhalte

Im Gegensatz zu Apple verzichtet Amazon weitgehend darauf, mit dem Verkauf der Hardware - neben dem Kindle Fire auch das Lesegerät Kindle Reader - Gewinne einzufahren. Vielmehr zielt das Amazon-Geschäftsmodell derzeit darauf ab, den Kunden zunächst die Geräte und später gewinnbringend Inhalte wie Bücher, Videos und Musik zu verkaufen. (Georg Pichler, derStandard.at, 6.9.2012)

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