Licht in die Causa Asfinag

Eric Frey, 15. September 2012, 11:13

Das Kanzleramt weist alle Vorwürfe gegen Faymann zurück – aber zum Glück ermittelt die Justiz ernsthaft

Das Bundeskanzleramt hat meinen jüngsten Blog, in dem ich die Frage aufgeworfen habe, ob Werner Faymann 2007 als Verkehrsminister die Ablöse der Asfinag-Vorstände erzwungen hat, weil sie sich gegen seine Inseratengeschäfte gewehrt haben, vehement zurückgewiesen. Auch der SP-nahe stellvertretende Aufsichtsratschef der Asfinag, Horst Pöchhacker, spricht von einem „Märchen“.

In einigen Punkten hat das Kanzleramt recht. Tatsächlich war der Asfinag-Vorstand seit der Bestellung des früheren BZÖ-Chefs und Verkehrsministers Mathias Reichhold als drittes Vorstandsmitglied durch dessen Nachfolger Hubert Gorbach 2006 höchst umstritten.

Und Faymanns Parteikollege Günther Kräuter hat bereits vor der Reichhold-Bestellung als Rechnungshof-Sprecher der SPÖ gegen die anderen beiden Vorstände Christian Trattner und Franz Lückler noch unter Schwarz-Blau gewettert und ihnen eine unverantwortliche Schuldenpolitik vorgeworfen.

Das heißt, es gab eine plausible politische Motivation für Faymanns Vorgehen. Auch aktienrechtlich war die Ablöse korrekt. Ein neu bestellter Aufsichtsrat einigte sich mit dem Vorstand über eine einvernehmliche Trennung und begründete dies mit einer neuen strategischen Ausrichtung.

Allerdings verwies der Aufsichtsrat in seiner ersten öffentlichen Erklärung dezidiert auf den Wunsch des Eigentümers – eine seltsame Wortwahl für eine so einschneidende Maßnahme, hinter dem man als entscheidendes Gremium angeblich vorbehaltslos steht.

Und schlüssig wurden die Differenzen mit dem alten Vorstand der sehr interessierten Öffentlichkeit nie dargelegt. Im Gegenteil: Aufsichtsrat und Verkehrsminister haben damals viel dazu getan, um den Ablauf in ein schiefes Licht zu rücken.

Das Kanzleramt hat allerdings Recht, dass es für andere Interpretationen keinerlei Beweise gibt. Das liegt an der Sache selbst: Unrechtmäßiges Vorgehen können nur unabhängige Gerichte beweisen.

Und die betroffenen Ex-Vorstände reden nicht, weil sie sich bei ihrer Ablöse – wohl im Gegenzug für eine großzügige Abfindung – zu Stillschweigen verpflichtet haben und in den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Inseratenaffäre bei ÖBB und Asfinag nun selbst als Beschuldigte geführt werden.

Diese Ausweitung des Verfahrens ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass die Justiz die Sache ernst nimmt. Juristisch ist der Schritt schlüssig. Denn wenn Vorstände aus der Unternehmenskasse Inserate bezahlen, die nicht im Unternehmensinteresse sind, dann tragen sie für diesen Schaden strafrechtliche Verantwortung, egal ob sie dazu von Dritten gedrängt oder genötigt werden.

Ob es taktisch klug ist, wird man erst sehen. Möglicherweise werden die ÖBB- und Asfinag-Vorstände sich nun hinter die umstrittenen Inseratenkampagnen stellen, um sich zu schützen. Oder aber sie ergreifen die Flucht nach vorne und legen offen, wie die Beziehungen zwischen Unternehmen, Verkehrsministerium und Boulevardpresse damals abgelaufen ist.

Das wäre wünschenswert, denn diese Geschichte gehört im Interesse aller aufgeklärt – auch des Kanzlers selbst. Wenn seine Partei alles tut, um zu verhindern, dass er oder sein Adlatus Josef Ostermayer vor dem U-Ausschuss dazu aussagen muss, bleibt die Justiz die einzige Hoffnung, Licht in diese Causa zu bringen.

In der Asfinag schlummern grössere Untiefen als sich österreichische Journalisten vorzustellen wagen. Dieser Artikel zeigt davon gottseidank nichts.

Ist der Standard auch beleidigt,

weil er nicht mitpartizpieren konnte? Ich dachte eigentlich, nur die VP- und Lagerhaus-Medien seien sauer.

Naja, Geld stinkt nicht.

Das Ostermayer Interview war vor über einem Jahr

und bis heute ist keine Anklage fertig. Es ist ja gut wenn die Justiz gründlich ermittelt, aber das dauert alles schon sehr lang.

Wenn der Sinn und Zweck des ganzen ist, die Anklage solange zu verzögern, bis die Roten im Wahlkampf stehen, wär das ziemlich unfair und untergriffig.

Bin ganz sicher kein Freund der Roten, aber Fairness und Ehrenhaftigkeit sollten wichtiger sein als kurzfristiger politischer Profit. Vor allem auf lange Sicht wäre das die bessere Strategie.

Wenn Sie Fairness und Ehrenhaftigkeit fordern, so sollten Sie diese Tugenden auch selbst praktizieren. Sie unterstellen hier einfach mal so einen Vorsatz der Justiz, ohne auch nur die geringsten konkreten Anhaltspunkte und vermutlich eine Ahnung über die Komplexität von Ermittlungsvorgängen zu haben.

Heuchler.

Ich hab eine valide Vermutung angestellt, keine Behauptung. Ich bin auch dafür, dass sauber und genau ermittelt wird, aber die Optik der zeitlichen Abfolge erscheint mit hinterfragenswert.

Bitte übersetzen Sie "valide Vermutung".

"die Justiz ermittelt ernsthaft" ... ich hab's mir immer schon dacht

endlich können das schwarze Justiz- und das schwarze Innenministerium ihre Pferd'ln mal so richtig galoppieren lassen ... kein korrupter Schwarzer in Fadenkreuz ... fast so lustig wie gegen die Tierschützer

Das erklärt auch die Karriere der Lau.R.,a, die ist eine verdeckte Durandin und hat sich hochermittelt

Es gilt die Schildlausvermutung.

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