Faymanns vergessene Affäre

Blog | Eric Frey
12. September 2012, 12:37

Hat der Kanzler zwei Asfinag-Vorstände gefeuert, weil sie sich in der Inseratenaffäre korrekt verhalten wollten?

In der Debatte über die Inseratenaffäre Werner Faymanns, in der vor allem von den ÖBB die Rede ist, kommt eine Episode kaum mehr vor, die möglicherweise noch viel schwerer gegen den Kanzler wiegt.

Kurz nach seinem Amtsantritt als Verkehrsminister 2007 ordnete Faymann - über den Aufsichtsrat - die Ablöse der Asfinag-Vorstände Christian Trattner, Franz Lückler und Mathias Reichhold an. Bei Reichhold gab es gute Gründe dafür: Der Kurzzeit-BZÖ-Chef hatte seine Position im Staatsbetrieb als Versorgungsposten erhalten. Allerdings richtete er dort auch keinen Schaden an.

Die beiden anderen Vorstände aber, Trattner und Lückler (im Bild), galten als kompetent und hatten sich nichts zuschulden kommen lassen. Es gab auch keine gute Begründung für die Ablöse, die letztlich mehr als zwei Millionen Euro an gesetzlichen und freiwilligen Abfindungen gekostet haben soll.

Ein guter Grund für den Wechsel wurde nie präsentiert. Als Aufsichtsratchef Eduard Saxinger von Reformunwillen sprach, drohte ihm das Trio mit Klage. Denn es habe nie ein Reformkonzept gegeben, das der Vorstand umsetzen hätten sollen. Auch zur "Änderung der bestehenden Struktur", die anfangs als Erklärung geliefert wurde, kam es unter dem neuen Vorstand nie. Sie machten genauso weiter wie ihre Vorgänger - nicht besser und nicht schlechter.   

Ganz offensichtlich war es Faymanns persönliche Entscheidung, dass er die drei nicht mehr haben wollte. Aber warum? Drei Jahre später wurde von der Justiz eine plausible Erklärung nachgeliefert: Offenbar hatten sie sich dagegen gewehrt, das Asfinag-Budget für Werbekampagnen des Verkehrsministers missbrauchen zu lassen. Das war nach dem Aktiengesetz ganz korrekt, alles andere wäre ein Verstoß gewesen. Aber nach Faymanns Machtauffassung war das Grund genug, die Männer mit viel Geld in die Wüste zu schicken.

Wenn dieser Verdacht stimmt, hat Faymann der Asfinag und damit der öffentlichen Hand mehrfach geschadet - durch unnötige Abfindungen und ebenso unnötige Inseratenkampagnen. Und er hat sich, wie ich schon einmal hier geschrieben habe, als brutaler Machtmensch geoutet, der Leute aus dem Weg räumt, wenn sie ihm nicht gehorchen.

Diese Episode gehört dringend aufgeklärt, sowohl juristisch - was offenbar im Laufen ist - als auch politisch. Trattner und Lückler halten sich in der Öffentlichkeit zurück. Umso wichtiger wäre es, dass auch sie vor einen U-Ausschuss geladen werden und dort offenlegen, was sich damals im Jahr 2007 eigentlich abgespielt hat - und was das über den mächtigsten Mann im Staate aussagt. (Eric Frey, derStandard.at, 12.9.2012)

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das verhältniswahlrecht

wäre eine möglichkeit, um schweinereine bekannt werden zu lassen. bei der koalition sind immer wieder die selben am werk und daher wird das meiste unter den teppich gekehrt. nur jenes, das unter denselbigen nicht mehr platz hat, gelangt ans licht der öffentlicheit

"Ich bitte Sie: Sommergespräch locuta, causa finita!"

spricht Papst Pepi, genannt der Dummdreiste.

mehr dreist als dumm, der war mal gefeierter Held der hoffenden SP-ler

lang ist's her.
Seufz.

so stell' ich mir seriösen journalismus vor: zu beginn stelle ich ein zwei vermutungen an, verdichte sie, lasse ein paaar namen fallen, und am ende ist eine tatsache daraus geworden, die unbedingt untersucht gehörte...

das ist eine unterstellung, das war nicht seriöse juornalismus

und die wichtigen politischen Themen wurden nebenbei und in kurzer zeit abgehandelt.
mit ärzten traut sich der seriöse journalist so nicht zu reden.................

die sind ja auch nicht in der Politik und werden auch nicht

div. Machinationen beschuldigt
und:
wollen nicht gewählt werden.
Übrigens:
"süßer" Vergleich . . . .

sie sind nicht in der politik, sondern machen nur viel politik

und sie werden sehr wohl beschuldigt in diversen büchern, aber das dauert nie sehr lange in der öffentlichkeit

meinen'S jetzt mich oder die Ärzte ?

und Bücher sind ja wohl nicht die Stawa und Kurti Langbein hat auch nicht immer recht

Das, und zwar genau das

dürfte der Grund dafür sein, dass die Roten sich dem schwarzen Wunsch nach Ende der Aufklärung so uneingeschränkt unter ordnen.

bald hat das spielchen sein ende...

Fairy tales...

Also, dass sich Matthias Reichhold "korrekt" verhalten wollte, stammt wohl aus dem Reich der Märchen.....
Nur nicht vergessen, warum und von wem diese Herren damals in die Asfinag gehievt wurden.

fairy tales.

ja die FPÖ hat das gemacht, was bei VP und SP seit Jahrzehnten Praxis - was sage ich - Gestzt ist, dass macht sich in dieser Hinsicht in keinster weise schlechter als die bei den ex-grossparteien.

Ja, die FPÖ ist eine rechtsradikale Radau-Truppe und Reichold kommt von dort. Full Stop.

Trotzdem wüsste ich auch nicht, dass Reichhold in der Asinag viel falsch gemacht hat, der dritte Vorstandposten war halt nicht notwendig, deswegen hat ihn Faymann zu rec ht wieder abgeschafft.

die asfinag braucht ihre kohle selber

aber nicht zum straßenbau
sondern um die vielen verfahren
vorm dem bundesvergabeamt zu bezahlen

die ASFINAG hat keine Kohle, die hat Schulden, und zwar

jede Menge

"Diese Episode gehört dringend aufgeklärt"

in jedem absatz zumindest 1 link auf einen veröffentlichten artikel.

es ist somit alles "zigmal" öffentlich beantwortet, und der kanzler braucht nix mehr erklären.

außer die abgeordneten laden ihn ein.

wenn der wolf das nicht selber fragen kann, wars wohl nicht so wichtig.

*hrhr*

nein, er gibt quellen an über vergangene Ereignisse, allerdings scheint die Frage, warum die Vorstände gehen haben müssen, nicht ausreichend beantwortet.

Wenn der Grund die fehlende Bereitsschaft der Vorstände war, mit dem Kabinett Faymann zu inserieren, dann wäre das doch mal ein Hinweis.

Herr Cap, sind Sie das?

Oder hat die Ruas noch Leute für so eine schwachsinnige Aussage gefunden, die noch dringend einen Listenplatz brauchen?

ich finde es empörend, wie Sie sich in Ihrem letzten satz über herrn cap lustig machen, für den - völlig zurecht - herr wolf das maß aller dinge ist.

es wäre wohl die größte kosteneinsparung, würde der gesamte UA durch herrn wolf ersetzt.

die kampfpostings aus der löwelgasse ...

werden auch immer peinlicher.

wieso "werden" ? das waren's doch immer schon . . .

jetzt haben's halt eine neue Führung in der Kommunikations- & Presse-Abteilung,
die Herren Nedeljko Bilalic & Alexander Lutz,
und da kriegen manche die Profilierungs-Sucht . . .

wies erst zugehn wird, wenn sies reissen, dass sie mit dem kopf bereits unter wasser stehen?!

bis zur wahl wirds noch einige fälle geben - denn sp und vp werden früher oder später übereinander herfallen, und wir alle werdens entspannt verfolgen können!

lesen ist oft nicht so einfach wie's auf den ersten blick scheint

*hrhr* ...

... das haben wohl viele Rotstrichler überlesen - hoffe, ich irre mich jetzt nicht ;-)

Wow

Bei der ÖBB also nur dem Wehinger gedroht, damit er pariert und in der Asfinag gleich alle Unbequemen rausgeworfen und durch eigene ersetzt. Braucht es diesbezüglich eigentlich eine eigene Anzeige oder kommt die Staatsanwaltschaft da alleine in die Gänge ?

Ist echt ein Irrsinn, was sich da abgespielt haben muss.

Der letzte Rote mit so einem Führungsstil hat die Bawag und den ÖGB halb versenkt. Folgt jetzt der Rest der Partei ?

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