Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Foto: Dorothea Jacob/www.pixelio.de
Ernährungswissenschaftler können der Empfehlung, die Zufuhr von Obst und Gemüse zu beschränken, nichts abgewinnen.
Diäten gibt es zuhauf. "Low Carb", sprich wenig Kohlenhydrate, und "Low Fat"-Diäten waren dabei der Renner. In letzter Zeit liegen auch Eiweiß-Diäten im Trend. Manch findiger Diät-Erfinder hat diese durch eigens hergestellte Eiweißpulver- und Drinks "aufgepeppt" und damit auch die eigene Geldbörse.
Pierre Dukan, Ernährungsmediziner aus Frankreich, empfiehlt zwar keine Eiweiß-Präparate, dafür aber eine 4-Phasen-Diät, deren erste drei Phasen den Verzicht beziehungsweise die Einschränkung von obst- und gemüsereicher Ernährung vorsehen.
Anfangs kein Gemüse, kein Obst
Die erste Phase ist dabei durch reine Proteinzufuhr gekennzeichnet, da Proteine stark sättigend sind und laut Dukan deshalb Heißhunger-Attacken verhindern würden. Auf dem Speiseplan steht mageres Fleisch wie Geflügel oder Kalb, Fisch und Meeresfrüchte und fettfreie Milchprodukte. Kohlenhydrate sind nicht erlaubt, auch Obst und Gemüse nicht, die sind Dukan zu reich an Kohlenhydraten. Ballaststoffe werden dem Körper durch tägliche Einnahme von Haferkleie, eingerührt in Joghurt, zugeführt. Damit es nicht zur Verstopfung kommt wird dazu geraten mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag zu trinken.
Erst nach dieser Phase, die je nach Übergewicht fünf bis zehn Tage dauern soll, wird der Speiseplan abwechslungsreicher. Jetzt darf man jeden zweiten Tag Gemüse zur Protein-Mahlzeit ergänzen. Die Lebensmittelauswahl bleibt trotzdem stark eingeschränkt - Tomaten, Gurken, Salat sieht Dukan gerne auf dem Teller der Diätwilligen, stärkehaltige Lebensmittel wie Bohnen, Linsen, Erbsen, Kartoffeln oder Reis jedoch weniger.
Eine Portion Obst pro Tag
Je nach verlorenem Gewicht dauert die nächste Phase bis zu 100 Tage. Pro verlorenes Kilo zehn Tage, bei einer Gewichtsreduktion von fünf Kilo zum Beispiel wären das dann 50 Tage. 50 Tage mit mehr Lebensmittelauswahl. Endlich darf Obst gegessen werden, aber nur eine Portion pro Tag. Die Sehnsucht nach Bananen, Trauben, Rosinen und Kirschen bleibt dennoch. Die sind Dukan wegen des hohen Fruchtzuckergehalts ein Dorn im Auge. Er räumt zwar ein, dass Obst ein Vitaminlieferant ist, beklagt aber die "Mythologisierung" von Obst in der westlichen Welt.
Zwei Scheiben Vollkornbrot und 40 Gramm Käse pro Tag sowie zwei stärkehaltige Mahlzeiten pro Woche sind ebenfalls erlaubt in dieser Phase, die Dukan als Übergangsphase vom Gewichtsverlust zur Gewichtsstabilisierung sieht. Allerdings muss weiterhin ein reiner Proteintag pro Woche eingehalten werden. Ein Leben lang, auch in der vierten und letzten Phase, wo man an sechs Tagen der Woche alles essen kann. Mit solch einem Proteintag könne man das verlorene Gewicht auch halten und dem Jojo-Effekt entgehen meint der französische Ernährungspapst.
Nichts für Gemüse- und Obstfans
Laut englischem Buchcover können sich 5 Millionen französische Frauen nicht irren, ob französische Männer von dieser Dukan-Diät auch so fasziniert sind, ist die eine Frage. Was Vegetarier und Veganer mit diesem Ernährungsprogramm anfangen können die andere. Schließlich müssten Vegetarier für lange Zeit auf Sojaprodukte, Bohnen und Linsen verzichten. Veganer können mit den anfänglich empfohlenen Milchprodukten auch nicht viel anfangen. Wem es also vor Fleisch, Fisch und Produkten aus tierischen Fetten graut, für den ist diese Diät nicht sehr empfehlenswert. Auch nicht für Pasta-Liebhaber, genauso wenig wie für Obst- und Gemüse-Fans.
In deutscher Sprache ist das Buch noch nicht erschienen. Die deutsche und die österreichische Gesellschaft für Ernährung wären davon wohl weniger begeistert. Empfehlen sie doch die "Nimm 5 am Tag"-Regel, also fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag, als wichtigen Bestandteil einer gesunden Ernährung.
Komplexe Kohlenhydrate kommen zu kurz
Auch Birgit Lahm, Ernährungswissenschaftlerin aus Ried am Innkreis, hält Ernährungsempfehlungen, die die Zufuhr an Obst und Gemüse beschränken, für nicht empfehlenswert. "Obst und Gemüse versorgen den Körper nicht nur mit
Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, sie sind bis auf wenige Ausnahmen auch fettarm und sollten deshalb auch beim Abnehmen nicht zu kurz kommen und schon gar nicht über einen längeren Zeitraum eingeschränkt werden", so Lahm.
Den Verzicht auf komplexe Kohlenhydrate, selbst für eine kurze Zeitspanne von ein bis drei Wochen, sieht sie ebenfalls kritisch. "Komplexe Kohlenhydrate, die in Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Kartoffeln enthalten sind, liefern neben Ballaststoffen wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie sollten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung täglich konsumiert werden und sogar mind. 50 Prozent der Gesamtenergie betragen. Komplexe Kohlenhydrate kommen bei der Dukan-Diät eindeutig zu kurz", lautet ihr Resümee.
Ausgewogene Mischkost ratsamer
Wer sich für solch eine proteinreiche Diät entscheide, sollte dies auch vorher mit einem Arzt abklären, rät Lahm, da eine hohe Eiweißzufuhr für Leber und Nieren belastend ist. "Trotz der erhöhten Flüssigkeitszufuhr kann die hohe Proteinaufnahme für Menschen mit Nieren- oder Leberproblemen bedenklich sein."
Das beste Rezept für eine langfristige Gewichtsreduktion ist für Lahm die Kombination aus mehr Bewegung und einer Ernährungsumstellung "hin zu einer ausgewogenen Mischkost." Diese Mischkost dürfe aber nicht zu einseitig sein und müsse die individuellen Vorlieben berücksichtigen. "Die Freude am Essen und der bewusste Genuss darf auch - oder besser gerade - beim Abnehmen nicht zu kurz kommen. Ansonsten sind Heißhungerattacken zu befürchten", betont die Ernährungswissenschaftlerin. (Güler Alkan, derStandard.at, 20.04.2011)
Zum Thema: Skurrile Diäten
Diverse Hausmittel, Cortison und Insektenstichheiler versprechen Hilfe gegen Juckreiz und Schwellung
Biozid-Verdampfer machen Gelsen erfolgreich den Garaus - Ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus ist ungeklärt
Weder permanent noch alle sieben Sekunden - häufiger als Frau tut er es aber doch
"Ganz so ist es nicht", sagt Dietmar Winkler, Leiter der Gedächtnisambulanz im Wiener AKH
Mit geschwollenen Beinen einschlafen, mit einer Schwellung am Arm aufwachen - Die Diagnose kann Thrombose oder Lymphödem lauten
Damit Arzneimittel so wirken, wie sie sollen, müssen einige Regeln beachtet werden
In Österreich leben Männer im Mittel rund sechs Jahre kürzer als Frauen. Hat das biologische Gründe oder ist das primär auf soziale Faktoren zurückzuführen?
Als Diätmittel sind die alkoholischen Getränke nicht geeignet - Die appetitanregende Wirkung von Bier und Wein ist physiologisch nicht erforscht
Die Blut-Hirn-Schranke wehrt sich erfolgreich gegen Medikamente - Forscher arbeiten daran, die natürliche Barriere zu umschiffen
Die wahrgenommene Kompetenz eines Arztes ist von der Kleidung unabhängig
Immer gerade sitzen ist schlecht für die Bandscheiben, weiß Ingrid Heiller von der Orthopädie in Speising
Sozialer Jetlag entsteht aus dem dauerhaften Widerstreit zwischen innerer Uhr und äußerer Zeitplanung - Geschätzte 80 Prozent der Bevölkerung leiden darunter
Das Wirtschaftsministerium sagt Nein - Kinder- und Jugendanwalt Anton Schmid ist gegenteiliger Ansicht
Von den weltweit etwa 270 Zimtarten sind in Europa nur zwei botanische Arten relevant - Sie unterscheiden sich in Geschmack und Cumaringehalt
45 Gramm gemahlene Muskatnuss kommen bei den "Nervenkeksen" der Hildegard von Bingen auf ein Kilogramm Mehl - Droht eine Muskatvergiftung?
Wir sollten aufs Klo gehen, sobald sich die Blase meldet. Wer den Harn zurückhält, riskiert eine Überdehnung der Blasenwand und damit ein Lazy-Bladder-Syndrom
Andrea Bocelli, Ray Charles, Stevie Wonder: Viele blinde Menschen sind zu außergewöhnlichen musikalischen Leistungen fähig - aber hören Blinde tatsächlich besser?
Kann man mit der richtigen Ernährung eine Krebserkrankung therapieren? "Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis", sagt Johann Hammer, Leiter der Ernährungsmedizin am AKH Wien.
Die meisten Menschen haben das Gefühl, dass mit zunehmendem Alter die Zeit immer schneller vergeht. Warum ist das so?
Pestizide, Schimmelpilze und Terpene haben den Christbaum in Verruf gebracht - Nur beim Verzehr mehrerer Kilogramm Nadeln wird er zur Gesundheitsgefahr
Vitamin C kann, entgegen dem weit verbreiteten Glauben, Erkältungskrankheiten nicht verhindern, weiß der Ernährungswissenschaftler Karl-Heinz Wagner
Eine Fettschicht hält uns im kalten Wasser länger warm - Ob das auch auf winterliche Außentemperaturen zutrifft, weiß Cem Ekmekcioglu vom Institut für Umwelthygiene
Warum diese Botschaft umstritten ist und wie sehr Reiztherapie und immunstimulierende Mittel helfen
Was in einen Punsch hineinkommt, bleibt in Österreich den Herstellern überlassen - Wahrheitsgehalt und Hygiene werden regelmäßig überprüft
Jugendliche klagen über Müdigkeit und Schlafstörungen - Hilft ein späterer Schulbeginn?
weniger essen, mehr bewegen. füllt kein buch und kein seminar und ist auch anstrengend aber schlussendlich ist es das einzige was den körper nicht schädigt und auch funktioniert. das problem ist ja viel weniger was wir essen (rein aufs körpergewicht bezogen und nicht auf andere aspekte wie ökologie oder soziales!) als wieviel davon im verhältnis zum verbrauch. mangelerscheinungen sind trotz (und tw. sogar wegen) der junkfoodernährung sehr selten geworden und die durchschnittliche kalorienzufuhr hat in den industrieländern in den letzten 100 jahren sogar deutlich abgenommen. nur fällen wir eben auch keine bäume mehr von hand oder arbeiten im steinbruch oder am feld.
wenn ein boxer abnimmt für einen kampf, was macht er?
Er trinkt "extrem" viel wasser, isst "unmengen" gemüße und als proteinquelle nimmt er magertopfen und huhn.
Kohlehydrate werden stark reduziert und getrennt eingenommen.
Das diätproblem ist längst gelöst! Bewegung und low carb, bei viel gemüse (rohkost) und besser noch trennkost. So geht das. Just do it!
trennkost ist erwiesenermassen unsinn und für rohkost gibt es im grunde auch keine argumente. das einzige wo ich dir recht geb ist die wichtigkeit von proteinen, aber die nehmen wir mit unserer übermässig fleischreichen normalernährung ohnehin auf. das problem ist wie gesagt nicht die qualität sondern die quantität.
Ich habe die Diät gemacht und bei mir hat es gepasst.
Hatte fast 100 Kilo bei 1,80 m und bin nun seit über einem Jahr auf dem erreichten Gewicht. Das wichtigste das ich mitgenommen habe von der Diät ist, dass ich früher einfach nur gefressen habe und nun esse ich mit Maß... ja und weniger Kohlenhydrate als früher sowieso. Wie gesagt für mich eine perfekte Diät gewesen. Bei anderen ist eine andere besser. Und so zusammengefasst reicht das eh nicht - man lese das Buch (so wie immer!).
... dafür brauch ich kein buch! das sagt mir der gesunde menschenverstand!
ich verrat ihnen noch ein geheimnis:
kombineren sie das mit nur einbisschen bewegeung jeden tag, oder jeden zweiten. das wirkt wahre wunder ;)
Ich habe in 5 Monaten 11 Kg verloren, ohne zu hungern.
Kein Zuckern, wenig Kohlenhydrate und nur Vollkorn.
Fleisch, Geflügel, Fisch alles mit sowenig Fett wie möglich zubereiten.
Jede Menge Gemüse, Obst hauptsächlich die Sorten mit wenig Zucker.
Das einzige was doch wirklich hilft ist eine dauerhafte Umstellung. Und für die sind diese ganzen Super-Diäten gerade nicht geeignet, daher sogar kontraproduktiv.
Eine dauerhafte Umstellung heißt für den Rest des Lebens. Und das geht nur mit einer ausgewogenen Ernährung (-> vor allem kein Verzicht auf einen der Hauptnährstoffe).
Ein bisschen Sport dazu und es funktioniert tatsächlich. Außerdem ist sportlich zäh/muskulös schöner als einfach dünn und letschert.
Muss ich jetzt mit einer Klage der Diät-Industrie wegen Geschäftsschädigung rechnen?
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.