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Unsere Vorfahren sollen agiler gewesen sein
Jagen, Sammeln - den Hunger stillen mit dem, was vor den Speer oder in die Finger kommt. Den Gedanken sich nur von dem zu ernähren, was in der Natur vorkommt, haben die Vertreter der Neandertalerdiät aufgegriffen. Für sie sind verarbeitete Speisen wie Brot, Nudeln oder gar Fertigprodukte Tabu, auch wenn sie heute statt dem Jagdgerät nur mehr Geldscheine benötigen. Der "stein-alte" Ernährungsstil soll Krankheiten kurieren, Übergewicht reduzieren und erfreut sich aktuell ganz besonders extremer Auswüchse innerhalb einer wachsenden Bewegung in den USA.
Hauptsächlich Obst und Gemüse, Nüsse, Fleisch und Fisch essen die Vertreter der auch Paleodiät genannten Ernährungsphilosophie - basierend auf den Annahmen, was die Menschen in der Altsteinzeit zu sich genommen haben. Milch und - darüber gehen die Meinungen auseinander - pflanzliche Öle stehen nicht am Ernährungsplan der Diätwilligen. Sie kommen auf eine mehrfache Menge an Ballaststoffen und Proteinen und weniger Kohlenhydrate.
"Keine Diät"
Für Bernhard Ludvik, Leiter der Stoffwechsel- und Diabetesambulanz der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel am Wiener AKH ist die Neandertalerdiät nur "ein Trend, der in Wirklichkeit nichts anderes ist, als eine eiweißbetonte Diät - mit dem Aufhänger nur das zu essen, was natürlich verfügbar wäre." Die Diätologin Andrea Haupt sieht darin eine "populistische Ernährungseinstellung", für deren positive Effekte es jedoch keiner Diät bedarf: "Gut daran ist, dass weniger industriell verarbeitete Lebensmittel gegessen werden und dadurch auch weniger künstliche Zusatzstoffe enthalten sind."
Theoretisch positiv ist der Ansatz mehr Obst und Gemüse in roher und gekochter Form zu essen. Empfohlen werden acht Portionen davon täglich - "tatsächlich schwierig einzuhalten, bedenkt man, dass die Österreicher nicht einmal die laut Österreichischem Ernährungsbericht empfohlenen fünf faustgroßen Portionen schaffen", befürchtet Haupt. Schon alleine durch diese Ernährungsumstellung würde man aber etwas abnehmen. Allerdings müsse man zusätzlich - genau wie die Neandertaler - auch mehr Bewegung machen um wirklich gute Effekte zu erzielen.
Unabgeschlossener Adaptionsprozess
Die Neandertalerdiät wurde schon von den verschiedensten Vertretern aufgegriffen und weiterentwickelt. Walter L. Voegtlin hat sich in den 1970ern in seinem Buch "Steinzeitdiät" damit auseinandergesetzt, in den 1980ern nahm Boyd Eaton die Idee auf, in den 1990ern Loren Cordain und Nicolai Worm. Die Theorie der Steinzeiternährung geht davon aus, dass der menschliche Körper in den vergangenen Jahrtausenden zu wenig Zeit hatte sich an die heute gängigen Lebensmittel anzupassen und sich daher Zivilisationskrankheiten entwickelten. Unsere frühen Vorfahren waren angeblich auch leistungsfähiger.
Einfluss auf den Stoffwechsel
In den USA hat sich der Diabetes-Patient Ray Audette scheinbar mit der Paleodiät geheilt. In seinem Buch "Neanderthin - Eat Like a Caveman to Achieve a Lean, Strong, Healthy Body" beschreibt Audette seine Erfahrungen. Von Heilung will Diätologin Haupt hier aber nicht sprechen, das sei gefährlich: "Was gut möglich sein kann, ist die Besserung des Blutzuckerspiegels eines Typ2-Diabetikers - wenn er durch die Ernährungsumstellung und mehr Bewegung abnimmt. Allerdings braucht er dazu keine Neandertalerdiät." Ähnlicher Meinung ist auch Stoffwechselexperte Ludvik: "Diabetes kann man durch Gewichtsreduktion bessern." Kohlenhydrate hingegen seien nicht gut, vor allem nicht Kartoffeln, denn die steigern den Blutzuckerspiegel. Das erkläre auch, warum Audette mit seiner Ernährungsumstellung erfolgreich war. Der Mediziner gibt aber auch zu bedenken, dass durch den erhöhten Fleischkonsum bei der Paleodiät gleichzeitig auch vermehrt gesättigte Fette aufgenommen werden - und das ist so gar nicht im Sinne gesunder Ernährungsempfehlungen. Dazu kommt, dass gesunde pflanzliche Öle mit mehrfach ungesättigte Fettsäuren von manchen Vertretern gemieden werden.
Noch einen Haken sieht Ludvik bei näherer Betrachtung: Wie bei vielen anderen Diäten sei das mühsam abgenommene Gewicht bald danach wieder auf den Hüften und das sei vorprogrammiert, denn "die Neandertalerdiät ist nicht dauerhaft durchführbar". "Für keine Diät ist der Langzeiteffekt in Studien nachgewiesen."
Die neuen "Cavemen"
Ganz neue Blüten treibt das Thema derzeit in den USA: Die New York Times berichtete kürzlich über die Anhänger, der so genannten "Caveman"-Bewegung. Sie leben in einem Zyklus von Fleisch- und Fastenperioden. Auch sie ernähren sich von Gemüse und Früchten und großen Mengen Fleisch - mit dem Unterschied, dass bis zu nächsten Nahrungsaufnahme lange fasten. Auch an ausreichende Bewegung ist gedacht: die "Cavemen" von New York halten sich mit Laufen und Springen fit - ganz so wie unsere Vorfahren es bei der Jagd getan haben. (derStandard.at, 25.2.2010)
Wissen
Ernährungsempfehlungen zu Fleisch und Obst und Gemüse laut Österreichischem Ernährungsbericht:
3-5x pro Woche Fleisch (inkl. Wurstwaren) in Form einer Handtellergroßen Portion
5x täglich Obst und Gemüse in faustgroßen Portionen
Link
Artikel über die "Caveman"-Bewegung in der New York Times
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, wie immer zum Thema Ernaehrung, viel Glaube, wenig Wissen. Wers wissen will:
Leben ohne Brot: Die wissenschaftlichen Grundlagen der kohlenhydratarmen Ernährung (Taschenbuch)
von Wolfgang Lutz (Autor)
http://www.amazon.de/Leben-ohn... 3887601009
ideologisch extremst bedenkliche geschichte. was hier an moral weitergegeben wird. was hier gefordert wird eigentlich. was hier an wissenschaftlichen fakten negiert wird. was hier an weltanschaung betrieben wird. es gibt für mich kein ärgerliches klientel auf dieser welt als dieses. wenn man sich solche internet-seiten anschaut, dann kommt die ganze tragweite zum vorschein. hier wirds ideologisch dann völlig verwerflich. in der zdf mediathek kann man sich die vorletzte maischberger anschauen, da gings ums thema ernährung und um eine abgesandte der urkost-ernährung. sehr unterhaltsam, traurig und kurzweilig zugleich
... ist es sicher sehr gesund, nämlich:
"den Hunger stillen mit dem, was mit dem Speer erlegt wird oder in die Finger kommt"
Für die meisten von uns hieße das: absolut fleischlos, weil wir 1. noch nicht mit dem Speer geübt sind und 2. nicht rasch genug laufen bzw. leise anschleichen können
Im Winter allerdings problematisch: quasi Null-Diät
Was kommt als nächstes?
Philosophieren, Bruchrechnen, Flirten wie die Neandertaler?
Die sogenannte Steinzeitdiät ist nix anders als eine ketogene Ernährungsweise,genaugenommen nicht mal eine Diät.
Durch die drastische Reduzierung der Kohlenydrate wird der Körper in einen ketosen Zustand gebracht und somit werden die Fettreserven als Energiequelle herangezogen.
Bodybuilder machen das schon seit 30 Jahren.
Kann auch jeder Normalsterbliche tun,und das beste ist ,der Körper verbrennt sogar Fett ohne Sportliche Aktivitäten,alleine die Umstellung der Nahrungszusammensetzung reicht hierfür aus.
Naja, die Dinosaurier sind ausgestorben weil sie kein Raumfahrprogramm hatten... wiso sollten die Neanderthalter nicht wegen einer Proteindiärt ausgestorben sein? Und wer weiß schon warum die Menschheit aussterben wird, vielleicht nur wegen etwas änlich trivialem wie einem nichtdesinfizierten Telefon oder so.
...dass in dem zusammenhang dr. schnitzer nirgends vorkommt (http://www.doc-schnitzer.com oder http://www.dr-schnitzer.de). er heilt (tatsaechlich, es geht nicht nur ums 'krankheit managen') naemlich diabetes und erhoehten blutdruck mit rohkost.
dass die pharmaindustrie ganz und gar nicht froh darueber ist, ist klar, die verdienen sich ja die goldene nase an den patienten denen das zeug lebenslang verschrieben wird - und setzen alles darauf dass es weiter so bleibt. dass das aber scheinbar kaum einer weiss, ist eigentlich schade. eine die auch mit einem 'n' in der mitte geschrieben werden kann.
Obst und Gemüse sind fast allesamt neuzeitliche Züchtungen die zur betreffenden Zeit in Europa nicht einmal in Wildformen zu finden waren.
Kohl und alle Rübenarten entstanden relativ spät, Kürbis, Bohnen, Kartoffel, Tomaten etc kommen aus Amerika, Zwiebel und Co aus Asien.
Nur Möhren, Pastinaken, Schwarzwurzel und Petersilie gab es auch damals schon in Europa, allerdings in der unergiebigen Wildform
Schon mal die Wildform eines Apfels gesehen? Die Früchte sind etwa kirschgroß.
Bei den Getreiden kommen Weizen, Roggen, Hafer, Linsen, Buchweizen, Reis, Hirse, Gerste alle aus Asien.
Tausende von Jahren nach der letzten Eiszeit.
Unsere 'Urnahrung' war Fleisch und zwar reichlich, dazu der Mageninhalt des Jagdwilds und ein paar Beeren und Wurzeln.
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