Pressekonferenz zu Bericht über Bischof Schwarz abgesagt

10. Dezember 2018, 14:56
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Wirtschaftsprüfer hatten die Gebarung des Bistums überprüft. Der Diözesanadministrator ist "sehr betroffen" von der Weisung aus dem Vatikan

Klagenfurt/Wien/Rom – Die für Dienstag angekündigte Pressekonferenz der Diözese Gurk-Klagenfurt über den Wirtschaftsbericht zur Gebarung des Bistums Gurk in der Ära von Bischof Alois Schwarz ist am Montag auf Weisung Roms abgesagt worden.

Man sei von Nuntiaturrat George Panamthundil, dem derzeitigen Leiter der päpstlichen Nuntiatur in Wien, darüber informiert worden, "dass die römische Bischofskongregation die Weisung erteilt hat, die für morgen, Dienstag, den 11. Dezember, angesetzte Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des Abschlussberichtes der Arbeitsgruppe Bistum abzusagen", gab die Diözese am Montag bekannt.

Der fertiggestellte Prüfungsbericht über das Bischöfliche Mensalgut soll nach Auskunft des Nuntiaturrats an die Bischofskongregation in Rom übermittelt werden. Dieser Bericht war nach dem Wechsel von Schwarz nach St. Pölten wegen bekannt gewordener Mängel wie etwa fehlender jährlicher Prüfungen in Auftrag gegeben worden.

"Ansehen der Kirche wird Schaden zugefügt"

Was ist ein Mensalgut? Diese Frage beantwortet die Erzdiözese Wien auf ihrer Website so: "Das Bischöfliche Mensalgut ist ein zweckgewidmetes Vermögen, damit ein Bischof sein Amt ausüben kann. Es ist daher kein Privatvermögen des jeweils amtierenden Bischofs, und dieser hat als Beratungs- und Kontrollorgan einen 'Vermögensverwaltungsrat', der vom Kirchenrecht verpflichtend vorgeschrieben ist."

Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger zeigte sich in einer ersten Reaktion "sehr betroffen" von der Entscheidung Roms. Er werde die Weisung selbstverständlich befolgen, meinte er: "Dem Ansehen der Kirche wird dadurch großer Schaden zugefügt, weil die Wahrheit auf diese Weise behindert wird. Dass sie ganz verunmöglicht wird, glaube ich aber nicht." Bei dieser Weisung könne es sich nur "um einen weiteren Versuch des Verschiebens, der Wahrheit in die Augen zu sehen, handeln".

Schwarz dankbar

Der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz hat am Montagabend in einer schriftlichen Stellungnahme betont, dass der Rohbericht zur wirtschaftlichen Gebarung des Bistums Gurk in seiner Ära die "Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften" bestätige. Es hätten keine Tätigkeiten stattgefunden, die den Bestand des Bistums gefährden oder seine Entwicklung wesentlich beeinträchtigen hätten können.

Er sei "dankbar dass die Bischofskongregation die Entscheidung getroffen hat, den kirchenrechtlich korrekten Weg einzufordern", teilte Schwarz mit. "Der Wille zur Wahrheit ist auch der Wille zu klaren Regeln und zu Transparenz. Seit meinem Schreiben nach Rom im Juli warte ich auf Rückmeldung und Klärung. Dass dies nun heute auf diesem Weg stattgefunden hat, war für mich ebenfalls überraschend – dass sie tätig werden, nicht. Es ist nicht außergewöhnlich, dass Rom in Vorgänge in einer Diözese eingebunden sein will, und übliche Praxis bei Alleingängen, die nicht im Einklang mit den kirchlichen Vorgehensweisen stehen." (APA, 10.12.2018)

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Die Erzdiözese Wien beantwortet häufige Fragen zum Thema Kirche und Geld hier.

  • Alois Schwarz anlässlich seiner Amtseinführung als St. Pöltner Diözesanbischof am 1. Juli 2018. Zuvor war er in Kärnten tätig.
    foto: apa / hans punz

    Alois Schwarz anlässlich seiner Amtseinführung als St. Pöltner Diözesanbischof am 1. Juli 2018. Zuvor war er in Kärnten tätig.

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