Rezept: Färöer Schafsköpfe

15. Oktober 2007, 17:00
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Es lässt sich so ziemlich alles vom Tier verwerten. Und es gibt weltweit Speisen mit ungewöhnlichen Körperteilen. Ein Rezept mit "Köpfchen"

Die Färöerinseln sind eine gleichberechtigte Nation innerhalb des Königreichs Dänemark aber nicht Mitglied der EU. Wichtigstes Nahrungsmittel und Exportgut ist Fisch. Aber auch Wollprodukte waren schon immer ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und Schafe das bevorzugte Haustier der Inselbewohner. Färöer bedeutet "Schafsinseln" und auf den insgesamt achtzehn Inseln tummeln sich die Wiederkäuer in großer Zahl. Mitgebracht wurden die Tiere im 8. Jahrhundert von irischen Einwanderern, die die Inseln besiedelten.

Die gebirgigen Inseln und das rauhe Klima, die Durchschnittstemperatur im Sommer beträgt nur 11 Grad, machen außer der Schafzucht kaum Nutztierhaltung möglich. Die genügsamen Wiederkäuer laufen den Sommer über frei auf den Wiesen, im Winter werden sie mit Heu gefüttert. 72.000 Schafe haben auf den Inseln Platz. Ihnen stehen nur 49.000 Einwohnern gegenüber.

Ein so genannter "Schafsbrief", eine Erweiterung des Grundgesetzes aus dem Jahr 1298, regelt die Schafhaltung. Darin wird festgelegt, wie man wilde Schafe zähmt, wie mit bissigen Schäferhunden zu verfahren ist oder was zu geschehen hat, wenn Schafe auf eine fremde Weide laufen. Heute hat die Wolle als Massenprodukt angesichts der niedrigen Welthandelspreise nicht mehr so große Bedeutung. Die Kleidungsstücke, die heute aus der Färöer-Wolle hergestellt werden, sind gefragte und hochwertige Designer-Stücke, die in aller Welt verkauft werden.

Neben Wolle und Milch werde die Schafe auch zur Fleischgewinnung gehalten. Die Tiere werden im Herbst geschlachtet, das Fleisch wird anschließend im "Hjallur", einem luftigen Holzschuppen, zum Trocknen aufgehängt. Verwertet wird alles, was am Schaf dran ist. Aus den Hoden kocht man Suppe, Blutwurst und Würste aus Innereien und Schafstalg sind ebenfalls fester Bestandteil der Färöer Küche. Es gibt eine Reihe von Rezepten für Speisen mit Schaffleisch und in den Fleischerein liegen auch immer ein paar gehäutete Schafsköpfe in der Tiefkühltruhe - für die Zubereitung einer besonderen Spezialität der Inseln:

Rezept: Seyðurhøvd (Schafskopf)

Zutaten:
2 Schafsköpfe, gehäutet, gesäubert
Salz
Kartoffeln

Zubereitung:
> Die Schafsköpfe über Nacht in lauwarmes Wasser legen. Dann mit einer weichen Bürste gut waschen.
> In Salzwasser etwa eine Stunde lang kochen.
> Kartoffeln kochen.
> Die Schafsköpfe werden heißt gegessen, Lammköpfe können auch kalt verzehrt werden.

Anreise: Auf die Färöerinseln gelangt man
mit Fähren, etwa mit Smyril Line Danmark.
Darüber hinaus gibt es auch noch einen Flughafen -
den Vága Floghavn. Hier starten und landen
Flieger von und nach Kopenhagen und Reykjavík.
Allgemeine Info: Tourismusamt Färöerinseln


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  • Wappen der färöischen Autonomieregierung.
    foto: wikipedia

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  • Eingepackt in dicke Wolle stört das kalt-nasse Wetter nicht.
    foto: wolfgang weitlaner

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