US-Politiker verteilte Ausdruck mit Pornotabs: "Freund schuld"

    11. Juni 2017, 09:45
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    Wieder einmal tappt ein Politiker ins Fettnäpfchen – und versucht, sich mit einer kuriosen Erklärung zu retten

    Die Mitglieder des Senats im US-Bundesstaat Rhode Island staunten nicht schlecht, als sie am Mittwoch ein von ihrem Kollegen Ramon Perez verteiltes Dokument eingehender studierten. Denn auf dem ausgeteilten Ausdruck einer Internetseite waren nicht nur die Wikipedia-Seite, die Perez zeigen wollte, sondern auch andere geöffnete Tabs zu sehen. Darunter befanden sich mehrere eindeutig pornografische Seiten (angeblich: heiße Teenager, wilde Mütter).

    "Screenshot wurde zugesandt"

    Perez hat nun einen Fehler zugegeben, aber die Verantwortung nicht mit letzter Konsequenz übernommen. Der Screenshot sei ihm zugesandt worden, so Perez in einem Statement auf Facebook. Er selbst habe die offenen Pornotabs übersehen. Später gab der Politiker gegenüber dem Fernsehsender ABC 6 an, er habe einen Freund etwas über eine bestimmte Gesetzgebungsinitiative gefragt. Dieser habe ihm daraufhin "das Bild mit den Informationen, die ich brauchte" gesandt.

    "Steh dazu"

    Der Politiker beschwert sich nun, dass er nun "von allen anders als zuvor beäugt" werde. Gizmodo kommentiert, dass es kein Problem sein sollte, wenn Politiker Pornografie konsumieren. Peinlicher sei eher, dies nicht zuzugeben. "Wenn wirklich ein Freund den Screenshot geschickt hat, ist das Pech. Wenn nicht, steh dazu", so Gizmodo.

    Recherchen und Tests

    Es ist nicht der erste Vorfall, bei dem Politiker kuriose Erklärungen für offene Pornotabs finden. Der Bürgermeister der Stadt Quickborn veröffentlichte etwa auf Facebook einen Screenshot mit Tabs wie "Deutsche Schlampe wird bestraft". Er gab später an, mehr über Sadomaso-Praktiken erfahren haben zu wollen, nachdem sich zuvor im Skilift andere Männer darüber unterhalten hatten.

    Mike Webb, damals Kandidat für den US-Kongress, erklärte offene Pornotabs in einem Screemshot wiederum damit, dass er einem Gerücht nachgehen habe wollen. Er wollte prüfen, ob es stimme, "dass in der pornografischen Welt ein böser Mensch auf die Minichance wartet, einen Kandidaten für ein Amt auf Bundesebene zu erwischen und ihn mit einem Virus zu infizieren", so Webb damals.

    Kein ungewöhnliches Verhalten

    Statistiken und Umfragen über die Nutzung von Pornografie sind kaum vorhanden. Es ist aber aufgrund von Indizien auszugehen, dass Internetpornografie von sehr vielen Menschen genutzt wird. Die Plattform Pornhub gibt beispielsweise an, täglich von rund 64 Millionen Nutzern besucht zu werden. (red, 11.6.2017)

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