Vogelgrippe auch in zweitem Vorarlberger Betrieb nachgewiesen

12. November 2016, 13:21
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Telefonische Bestätigung der AGES – Rund 4.000 Hühner werden gekeult – Schutz- und Überwachungszone auf Bayern ausgeweitet

Den Haag/Bregenz/Möggers – Der zweite Verdachtsfall auf Infektion mit dem für Vögel hoch pathogenen H5N8-Virus in einem Hühnerbetrieb in Möggers (Bezirk Bregenz) hat sich am Samstag endgültig bestätigt. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) habe ihm das Ergebnis telefonisch mitgeteilt, bestätigte Agrar- und Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) der APA.

In dem Hühnerzuchtunternehmen müssen nun rund 4.000 Tiere getötet und anschließend seuchensicher entsorgt werden. Da der Betrieb direkt an der Grenze zu Bayern liegt, wurde die Schutzzone von drei Kilometern und die Überwachungszone von zehn Kilometern rund um den betroffenen Geflügelhof auch auf deutsches Staatsgebiet ausgedehnt. Noch am Freitagabend habe es eine Telefonkonferenz des Gesundheitsministeriums mit den Vorarlberger, Schweizer und deutschen Behörden gegeben, wo das weitere Vorgehen beschlossen wurde, sagte Schwärzler auf APA-Nachfrage.

Bereits zweiter nachgewiesener Fall in Österreich

Mit der Einrichtung der beiden Zonen, die unter anderem eine Stallpflicht für gewerbliche Geflügelbetriebe und private Halter vorsieht, soll ein Ausbreiten der Epidemie verhindert werden. Die Inkubationszeit des Virus betrage laut Veterinärmedizinern nur wenige Tage, weil das H5N8-Virus für die Tiere extrem aggressiv sei. Das derzeit kalte Wetter sei zudem von Vorteil, meinte der Agrarlandesrat. Zusätzlich appellierte er auch an private Tierhalter, die Stallpflicht für ihr Geflügel im Eigeninteresse auf jeden Fall einzuhalten.

In Vorarlberg war erst am Freitag in einem biozertifizierten Putenzuchtbetrieb in Hard (Bezirk Bregenz) bei mehreren Tieren die für Vögel gefährliche Vogelgrippe vom Typ H5N8 nachgewiesen worden. Als Konsequenz daraus wurde der Betrieb komplett gesperrt, die 1.100 Tiere werden gekeult und im Anschluss entsorgt.

Neben Österreich und Deutschland gibt es auch in der Schweiz, Dänemark, Ungarn und Polen Verdachts- oder bestätigte Fälle. So wurden etwa im Hafen von Lausanne am Schweizer Genfersee eine Reiherente und eine Lachmöwe tot aufgefunden. Sie trugen das H5N8-Virus in sich.

Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erweitert nun die Kontrollgebiete, wie es am Samstag mitteilte. Angesichts der erhöhten Ansteckungsgefahr in Gebieten, wo sich Wildwasservögel aufhielten, müssten die bereits verfügten Schutzmaßnahmen rund um die größeren Seen verstärkt werden. (APA, 12.11.2016)

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