"Pokémon Go": Holocaust-Museum bittet um Spielverzicht

13. Juli 2016, 08:15
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Videospieler suchen auch auf dem Soldatenfriedhof Arlington nach Pokémons

Spieler der neuen App "Pokémon Go" zücken auch in Gedenkstätten ihre Smartphones, um nach den kleinen Monster-Figuren Ausschau zu halten – und die Einrichtungen sind nicht glücklich darüber. So forderte der Arlington-Ehrenfriedhof in Washington die Besucher bei Twitter auf, das sein zu lassen, weil es unangemessen sei.

Auch das Holocaust-Museum in der US-Hauptstadt appellierte an die Besucher über den Kurznachrichtendienst, respektvoll beim Einsatz von Technik zu sein. Man versuche, den Ort aus dem Spiel entfernen zu lassen, erklärte ein Sprecher dem Sender NPR am späten Dienstag. Schon bei "Ingress", das ebenfalls von Hersteller Niantic Labs produziert wurde, gab es Beschwerden, etwa weil Spielinhalte in ehemaligen Konzentrationslagern zu finden waren.

Meldungen für unangemessene Orte

Bei der App sind "Pokémon"-Figuren an diversen Orten platziert, ein Spieler muss in der Nähe sein, um sie auf dem Smartphone-Bildschirm zu sehen und fangen zu können. Die Entwickler – Nintendos Pokémon Company und die Spielefirma Niantic Labs – geben die Möglichkeit, unangemessene Orte zu melden.

Niantic – damals noch als Google-Tochter – hatte im vergangenen Jahr schon ähnlichen Ärger in Deutschland. In dem ebenfalls ortsbasierten Spiel "Ingress" wurden einiger der Portale, um die Nutzer kämpfen müssen, bei ehemaligen Nazi-Konzentrationslagern platziert. Nach Kritik wurden sie schnell aus der Nähe der Gedenkstätten entfernt. "Pokémon Go" greift auch auf Datenbanken von "Ingress" zurück.

Auffahr-Unfall

Unterdessen meldete die Polizei der A&M University in Texas auch einen Auffahrunfall im Zusammenhang mit dem Spiel. Ein Fahrer stellte seinen Wagen im regelwidrig ab, um auszusteigen und ein Pokémon zu fangen, wie die Polizei bei Twitter erklärte. Ein anderes Auto fuhr von hinten auf.

Die Begeisterung für das Smartphone-Spiel "Pokémon Go" hat auch in einem Krankenhaus in Amsterdam für unliebsame Vorfälle gesorgt. Das Akademische Medizinische Zentrum (AMC) in der niederländischen Metropole sah sich am Dienstag gezwungen, Besucher aufzufordern, beim Spielen von "Pokémon Go" nicht mehr in nichtöffentliche Bereiche des Krankenhauses einzudringen.

"Es gibt tatsächlich ein krankes Pokémon im AMC, aber wir sorgen gut für dieses. Bitte besucht es nicht", teilte die Klinik im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Beigefügt war ein Bild der Pokémon-Figur Pikachu neben einer Taschentücher-Box. (APA, 13.7.2016)

  • "Pokémon Go" lockt Spieler an unangemessene Orte.
    foto: apa/afp/chapmann

    "Pokémon Go" lockt Spieler an unangemessene Orte.

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