Welt-MS-Tag: Handbuch für mehr Patienten-Autonomie

25. Mai 2016, 12:54
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Die sogenannte Österreichische MS Bibliothek soll die Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessern. 12.500 Menschen leiden an der unheilbaren Krankheit

Insgesamt 41 Kapitel, die von 39 österreichischen Experten verfasst wurden, umfasst die sogenannte Österreicher Multiple Sklerose Bibliothek (ÖMSB), die anlässlich des Welt-MS-Tages am 25. Mai vorgestellt wurde. Das Buch deckt ein breites Spektrum an Themen ab und soll den Patienten laut Ulf Baumhackl, Vorstandsmitglied der Österreichischen MS-Gesellschaft (ÖMSG), mit genügend Informationen versorgen, um mit dem Arzt auf Augenhöhe kommunizieren zu können. Ziel ist es, Betroffenen genügend Wissen über ihre Krankheit zu vermitteln, damit sie aktiv mitentscheiden können, wie ihre Behandlung aussehen wird.

Rund 12.500 Menschen leider in Österreich an Multipler Sklerose. Die entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems ist zwar nicht heilbar, mittlerweile aber vielfältig therapierbar. Besonders wichtig sei, dass Arzt und Patient gemeinsam über die Behandlungsoption entscheiden, betonen Experten.

Dieses sogenannte shared decision making stellt für Baumhackl einen grundlegenden Wandel in Therapiegesprächen und Diagnostik dar und soll sicherstellen, dass aus den verschiedenen Behandlungsoptionen jene ausgewählt werden, die dem Betroffenen am meisten zusagen. Nur so kann auch eine hohe Adhärenz, also Therapietreue, garantiert werden, mittels derer die Behandlung auch langfristig erfolgreich sein kann.

Auswirkungen von MS gut beherrschbar

Laut Thomas Berger, MS-Koordinator der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, leistet die ÖMSB neben der Sicherstellung der Patienten-Zufriedenheit auch einen Beitrag dazu, eine österreichische "Corporate Identity in Behandlung und Sichtweise" bezüglich Multiple Sklerose zu entwickeln. Diverse Broschüren zur Thematik gab es zwar schon, allerdings fehlte diesen der spezielle Österreichbezug. Eine jährliche Aktualisierung soll aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen.

Die Experten betonen auch, dass MS immer besser behandelbar sei und man die Krankheit gut in den Griff bekommen könne. Fritz Leutmezer von der Uni Wien: "Auch wenn MS nicht heilbar ist, ihre Auswirkungen sind inzwischen gut beherrschbar, auch über Jahrzehnte hinweg". Exemplare des Werkes liegen für Betroffenen kostenlos in diversen Multiple-Sklerose-Zentren auf. (APA, 25.5.2016)

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