"Narben" im Kölner "Tatort": Top oder Flop?

Ansichtssache1. Mai 2016, 18:30
32 Postings

Die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk werden zum "Tatort" gerufen. Ein aus dem Kongo stammender Arzt ist erstochen aufgefunden worden

Diesen Sonntag ermittelten die Kommissare Ballauf (Klaus J. Berendt) und Schenk (Dietmar Bär). Erste Hinweise deuten auf eine Beziehungstat hin: Der aus dem Kongo stammende Arzt Patrick Wangila war mit einer Deutschen verheiratet. Offensichtlich hatte er aber eine Affäre. Schnell haben die Kommissare seine Witwe Vivien Wangila (Anne Ratte-Polle) im Visier. Doch auch Wangilas Arbeitskollegin Sabine Schmuck (Julia Jäger) und die Krankenpflegerin Angelika Meyer (Laura Tonke) verstricken sich in Widersprüche.

orf/ard/uwe stratmann

"Ruhig geht man durch kühle Bilder. Es werden viele Irrwege über eifersüchtige Ehefrauen und rassistische Cops beschritten. Langsam aber drehen sich alle Klischees zu einer anderen Geschichte. Opfer werden Täter. Verdächtige werden Opfer. Es ist ein Rätsel, das schwer zu lösen ist", schreibt Colette M. Schmidt im TV-Tagebuch "Vernarbte Geheimnisse".

1
orf/ard/uwe stratmann

"Der Köln-'Tatort' 'Narben' versucht zweifellos, das Richtige zu tun, indem er den Fluchtgründen und Traumatisierungen, den körperlichen wie den seelischen Narben Raum gibt und auch der Schwierigkeit, verfolgten Menschen überhaupt wieder ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Indem er außerdem relativ unverblümt zeigt, dass Frauen die Hauptleidtragenden sind. Aber er macht auch am Ende einen Nebenschauplatz auf, der ihn eigentümlich und unnötig verwässert – nur um einer zusätzlichen Handlungs- und Verdachtsschleife willen", schreibt Sylvia Staude auf fr-online.de.

2
orf/ard/uwe stratmann

"In der aktuellen Flüchtlingsdebatte spielt Zentralafrika ja oft kaum noch eine Rolle, eine Lösungsstrategie für Syrien scheint dringlicher. Das Massensterben und Massenvergewaltigen im Kongo geht aber weiter, die Rohstoffe des Landes werden noch immer ausgebeutet, während die Bevölkerung leidet. Auch wenn diese Themen selten in der 'Tagesschau' vorkommen. Indem die Filmemacher den Krieg aus dem Herzen Afrikas als Flüchtlingskrimi im Herzen Deutschlands aufbereiten, gelingt es ihnen, erneut die Agenda zu setzen: Der Kongo ist überall., schreibt Christian Buß auf spiegel.de.

3
orf/ard/uwe stratmann

Und jetzt ganz ehrlich: Wie gefällt Ihnen dieser "Tatort"? Top oder Flop? (red, 1.5.2016)

4
Share if you care.