LG 360 VR: Ultraleichte Virtual-Reality-Brille ausprobiert

24. Februar 2016, 08:07
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Die Brille wiegt lediglich 118 Gramm – soll sie ein Erfolg werden, muss LG aber noch einiges ausbessern

Ein Problem von Virtual Reality-Geräten, das ihre Wirkung einschränkt, ist ihr Gewicht: Gummibänder und Gurte müssen die Headsets an den Kopf festzurren, die Gestelle drücken auf Schläfen und Nase. Nicht so die LG 360 VR, die der Hersteller auf dem Mobile World Congress vorgestellt hat. Der WebStandard konnte einen Blick durch die Brille werfen.

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Die LG 360 VR mit dem Android-Smartphone G5 und einer ebenfalls in Barcelona vorgestellten 360-Grad-Kamera von LG.

Smartphone an der Leine

Anders als etwa bei Googles Cardboard-Karton oder Samsungs Gear VR wird bei der LG 360 VR das Smartphone nicht vorne in die Brille eingelegt. Stattdessen wird das Handy mit einem Kabel verbunden. Dadurch ist das Gestell extrem leicht – es wiegt lediglich 118 Gramm. Die beiden in der Brille eingebauten LCDs bieten eine Auflösung von insgesamt 639 ppi. Beim Nutzer soll der Eindruck eines 130 Zoll großen Displays in ca. zwei Metern Entfernung entstehen. An der Brille befindet sich auch ein Kopfhöreranschluss sowie eine Taste zum Auswählen von Inhalten und ein Zurückbutton.

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Die VR-Brille von LG ist sehr leicht.
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Die Verarbeitung wirkte bei den aus der Messe ausgestellten Geräten aber nicht sehr hochwertig.

Der Tragekomfort hielt sich bei der Anprobe jedoch in Grenzen. Die Plastikbügel sitzen recht eng am Kopf. Allgemein wirkt die Brille nicht sehr gut verarbeitet. Es gibt keinen Schaumgummi, der den Träger vor Lichteinfall und Umwelteinflüssen abschirmt, sondern nur ein dünne Hülle aus einem Material, das sich wie künstliches Velourleder anfühlt. Diese Hülle löste sich bei den Testgeräten bereits ab.

Zudem fällt es sehr schwer die Linsen scharf zu stellen. Dafür gibt es kein eigenes Drehrad wie bei anderen VR-Brillen. Die beiden Linsen können nur direkt im Gehäuse einzeln gedreht werden. Hat man die Brille auf, ist das schwer zu bewerkstelligen. Setzt man die Brille ab, sieht man nicht ob man die richtige Schärfe erwischt hat. Im Test gelang es der Autorin bei drei Versuchen mit drei Brillen nicht, eine angenehme Einstellung zu finden. Das Bild blieb unscharf.

Nachholbedarf

Die auf dem Mobile World Congress gezeigten Demogeräte der LG 360 VR konnten nicht überzeugen. Sie waren schlecht verarbeitet, die Linsenjustierung eine mühselige Fummelei. Sofern LG an diesen beiden Punkten bis zum Marktstart noch arbeitet, könnte die Brille jedoch interessant werden. Zumindest für Nutzer des LG G5, denn andere Geräte werden nicht unterstützt. Offen ist auch noch der Preis. (Birgit Riegler aus Barcelona, 23.2.2016)

Hinweis im Sinn der redaktionellen Richtlinien: Die Reise zum Mobile World Congress nach Barcelona erfolgte auf Einladung von Samsung.

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LG

Nachlese

LG G5: Modulares Android-Smartphone, neue VR-Brille und -Kamera vorgestellt

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