Österreich im Anti-Doping-Kampf: Vorn mit dabei

Kommentar19. November 2015, 17:12
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Dank der Nationalen Agentur werden Vergehen relativ zeitnah geahndet

Angesichts eines mutmaßlichen neuen Dopingfalls im österreichischen Langlauf könnte man unter Verweis auf die jüngsten Sanktionen gegen die russische Leichtathletik den Ausschluss des zuständigen Verbandes ÖSV aus dem Weltskiverband fordern. Das wäre allerdings ziemlich polemisch. Nur eine bemerkenswerte Häufung von Dopingfällen hätte schließlich auch nicht genügt, um Russlands Fachverband zu suspendieren und mit einem Olympia-Ausschluss zu bedrohen. Da bedurfte es schon gewisser Extras wie der Komplizenschaft der nationalen russischen Anti-Doping-Agentur, die folgerichtig aus der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) geworfen wurde.

Deren österreichischem Ableger Nada ist zugutezuhalten, dass er funktioniert, dass Dopingvergehen auch relativ zeitnah sportrechtlich geahndet werden. Weit größere Sportnationen wie etwa Olympia-Gastgeber Brasilien garantieren das nicht und stehen daher unter Wada-Beobachtung. Ganz zu schweigen von einer Anti-Doping-Gesetzgebung, wie sie Österreich hat – seit 2007 dem Namen nach, mit der letzten Novelle vom Jänner dieses Jahres in vollem Umfang. Sie bedroht Doper und deren Handlanger mit reschen Haftstrafen. Ein Vorreiter wie Italien war Österreich nicht gerade. Aber dank des Turiner Olympiaskandals ist man einmal vorn mit dabei gewesen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo ein vergleichbares Gesetz erst mit 1. Jänner 2016 in Kraft tritt. (Sigi Lützow, 19.11.2015)

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