Parties, falscher Film und Festival-Rituale – Ihre Viennale-Geschichten

19. Oktober 2015, 05:30
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Die Viennale gibt es seit 53 Jahren. Zeit genug, um Ursprung unzähliger Geschichten und Erlebnisse zu werden. Wir wollen Ihre hören!

Der portugiesische Arthouse-Stummfilm läuft gerade auf der großen Kinoleinwand, im Saal herrscht ergriffene Ruhe. Da – ein Handy läutet. Es läutet immer noch. Die ersten Unmutsäußerungen anderer Gäste werden laut, auch Sie werden langsam wütend. "Wie kann man nur so rücksichtslos sein?", denken Sie gerade, als Sie feststellen müssen, dass das Klingeln aus Ihrer eigenen Tasche kommt.

Prinzipiell kann das natürlich in jedem Film und Kino vorkommen, im ehrwürdigen Rahmen der Viennale, umgeben von cinephilen Menschen und möglicherweise sogar den Filmemachern selbst, fühlt sich ein solcher Fauxpas aber ungleich schlimmer an. Rund um Österreichs bekanntestes Filmfestival spielen sich alle möglichen persönlichen Dramen, Glücksmomente und kuriosen Geschichten ab.

Viennale-Rituale

Überhaupt ist für Wiener Cineasten während der Festivalzeit vieles anders. Persönliche Termine müssen dem dicht gedrängten Filmprogramm weichen, jeden Abend wird in der Festivalzentrale gefeiert, es herrscht Ausnahmestimmung, und die eigenen Viennale-Rituale werden ausgiebig zelebriert.

Das Frühstückskino am Morgen, das Sie beim Aufstehen verfluchen, das dann aber so unvergesslich ist, dass Sie auch im nächsten Jahr nicht davon lassen können. Das akribische Erstellen eines Filmplans und stundenlange Schlangestehen beim Kartenkauf mit Ihren liebsten Filmfreunden. Aufgeregt und komplett overdressed zu einer Premiere gehen, weil Ihre persönliche Leinwandgöttin angeblich auch dort sein soll. Das behagliche Gefühl, mit einem Kaffee in der Hand untertags ins Kino zu gehen, draußen klassisches Novemberwetter, drinnen nur behagliche Wärme, Dunkelheit, der Film und Sie.

Was haben Sie auf der Viennale erlebt?

Was ist Ihr persönliches Viennale-Ritual? Wie viele Filme pro Tag waren Ihre persönliche Bestleistung? Haben Sie Ihren Lebens(abschnitts)partner auf der Viennale kennengelernt? Sind Sie auch schon mit der Kinokarte vor dem falschen Kino gestanden und mussten quer durch die Stadt zur richtigen Adresse hetzen? Wann waren Sie zum ersten Mal auf der Viennale? Wir freuen uns schon auf Ihre Erzählungen! (aan, 19.10.2015)

  • Das Foyer des Gartenbaukinos während der Viennale.
    foto: robert newald

    Das Foyer des Gartenbaukinos während der Viennale.

  • Tilda Swinton bei der Viennale 2009. Möglicherweise die Leinwandgöttin, von der im Text die Rede ist.
    foto: ap/ ronald zak

    Tilda Swinton bei der Viennale 2009. Möglicherweise die Leinwandgöttin, von der im Text die Rede ist.

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