SIPRI-Bericht: USA und Russland größte Waffenexporteure

Infografik16. März 2015, 16:45
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Waffenausfuhren 2010 bis 2014 weiter angestiegen – China überholt Deutschland bei Waffenexporten

Stockholm – Die Waffenexporte sind dem neuen Bericht des Friedensforschungsinstituts SIPRI zufolge weltweit weiter angestiegen. In den Jahren 2010 bis 2014 seien 16 Prozent mehr Waffen ausgeführt worden als von 2005 bis 2009, als es ebenfalls einen Zuwachs gab, teilte das schwedische Institut am Montag in Stockholm mit.

Am meisten Waffen exportierten die USA, Russland, China, Deutschland und Frankreich. Gemeinsam sind sie für fast 74 Prozent der gesamten Waffenexporte verantwortlich. Im Vergleich mit dem Zeitraum zwischen 2005 und 2009 stieg der Export der genannten fünf Länder um 14 Prozent.

Die USA stehen bei den Exporten mit einem Anteil von 31 Prozent an erster Stelle – verglichen mit 2005 bis 2009 eine Steigerung um 23 Prozent. Die meisten Waffen lieferten die USA an Südkorea, die Vereinigten Arabischen Emirate und Australien.

An zweiter Stelle listet SIPRI Russland mit einem Anteil von 27 Prozent und einem Zuwachs von 37 Prozent, gefolgt von China mit einem Anteil von fünf Prozent und einem Exportzuwachs von 143 Prozent.

Auf dem vierten Platz steht Deutschland mit einem Exportanteil von ebenfalls fünf Prozent und einem deutlichen Rückgang der Ausfuhren um 43 Prozent. Damit wurde die Bundesrepublik in den vergangenen vier Jahren von China überholt, das sich zwischen 2005 und 2009 noch auf dem neunten Platz der größten Waffenexporteure befunden hat. Größte Abnehmer deutscher Rüstungsgüter waren mit elf Prozent die USA, mit neun Prozent Israel und mit sieben Prozent Griechenland.

Die wichtigsten Importeure waren in den vergangenen fünf Jahren Indien, Saudi-Arabien, China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Pakistan.

Indien führt die Liste mit 15 Prozent der weltweiten Einfuhren an, gefolgt von Saudi-Arabien und China mit jeweils fünf Prozent sowie den Emiraten und Pakistan mit je vier Prozent. Saudi-Arabien vervierfachte seine Importe gegenüber den Jahren 2005 bis 2009 und gab zwischen 2010 und 2014 fast sieben Milliarden US-Dollar (6,6 Milliarden Euro) aus. Eine Studie der Beratungsfirma IHS berichtete hingegen erst Anfang März, dass Saudi-Arabien Indien als größter Waffenimporteur überholt habe. Der Unterschied zu den Ergebnissen von SIPRI liegt in verschiedenen Methoden, die verwendet werden um Waffenimporte zu messen.

Die europäischen Importe sanken in den zurückliegenden fünf Jahren um 36 Prozent. SIPRI äußerte jedoch die Erwartung, dass sich der Trend angesichts eines gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses wegen der Entwicklungen in der Ukraine und in Russland umkehren könne.

Österreich befindet sich im Ranking unter den Waffenimporteuren auf Platz 110 mit Ausgaben von 31 Millionen US-Dollar zwischen 2010 und 2014. Unter den Waffenexporteuren belegt Österreich Platz 26 mit 158 Millionen US-Dollar. Besonders beliebt sind unter den österreichischen Exportprodukten der Panzer "Pandur" von Steyr sowie die Drohne "Camcopter S-100" von Schiebel und das Schulungsflugzeug "Diamond DA40" von Diamond Aircraft aus der Kategorie Luftfahrzeuge. (APA / maa, mba, derStandard.at, 16.3.2015)

foto: apa
Die 8x8 Allrad-Version des Radpanzers "Pandur" von Steyr.

SIPRI wurde 1966 vom schwedischen Parlament ins Leben gerufen. Es versorgt Wissenschafter, Politiker und Medien mit Daten, Analysen und Empfehlungen zu internationalen militärischen Fragen. In Peking und Washington unterhält das Institut Zweigstellen. Finanziert wird es zum großen Teil von der schwedischen Regierung. Die Einrichtung versteht sich als Plattform für die Zusammenarbeit von Konfliktforschern aus aller Welt und arbeitet eng mit den Vereinten Nationen und der Europäischen Union zusammen.

Um das Volumen von Waffentransfers über verschiedenste Waffensysteme berechnen zu können hat SIPRI den Trend Indicator Value (TIV) entwickelt. Dieser entspricht nicht direkt dem in der Transaktion tatsächlich bezahlten Preis sondern versucht den Wert des Transfers zu bestimmen. Genaueres dazu bei SIPRI.

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