Revolution im Schlafzimmer

30. August 2013, 17:25
posten

Regiert in Algerien die orientalische Sinnlichkeit oder religiös verbrämte Prüderie? Wie halten es die muslimisch geprägten Länder mit dem Sex?

Ein leidenschaftliches Getuschel, von Scherzen und unterdrücktem Lachen unterbrochen - wie Blitze in einer gewitterschwangeren Nacht: Diese Erinnerung ist tief in mir geblieben, nach beinahe einem halben Jahrhundert. Damals, im Sommer 1964, habe ich einen Monat in einer Ferienkolonie von Renault Algérie verbracht, nahe Medea, einer kargen Stadt am Rande der Hochebene, 80 Kilometer südlich von Algier.

Ich war zwölf. Aus einer verträumten Kindheit, von Büchern beherrscht, bin ich plötzlich zur Jugendlichen geworden, voller Unruhe, Begierde und Fragen.

Jeden Abend, im Schlafsaal der dreißig ältesten Mädchen, sprach man nur über Sex, mit unersättlicher Neugier, einem brennenden Interesse, wohl wie die Buben dieses Ferienlagers im nunmehr unabhängigen Algerien, dessen brandneue Gebäude wir "einweihten". (In einer ähnlichen Stimmung fand ich mich zwei Jahre später wieder, als ich ins Mädcheninternat eines großen Gymnasiums in Marseille zur Vorbereitung der Matura eintrat. Dort waren die Schlafsäle zwar nur für acht Mädchen, aber die Gespräche drehten sich auch hier vor allem um das Geheimnis der Sexualität.)

Manchmal unterbrach die algerische Betreuerin Sakina, kaum älter als wir, unsere obsessiven Unterhaltungen, die sie hinter der Tür mitverfolgt haben dürfte. Wir taten so, als ob wir einschliefen. Es ging dann natürlich weiter, geführt von den bewandertsten, von den dreistesten, während sich den Unwissenden, wie mir, eine bisher unbekannte Welt öffnete.

Am verblüffendsten war wohl der Kontrast zwischen dem zügellosen Charakter unserer nächtlichen Gespräche und den offensichtlich strengen Sitten in der konservativen Stadt Medea, wo wir unter der Aufsicht von Sakina manchmal im Gänsemarsch ausgingen, und wo die einzigen Frauen, die man sehen konnte, Matronen reiferen Alters waren - zumindest konnte man es aus deren Silhouetten und ihrem schwerfälligem Gang schließen. Sie waren von Kopf bis Fuß in einen dicken Schleier gehüllt, der nur ein Auge erahnen ließ.

Auf der einen Seite weibliche Zyklopen, darauf bedacht, sich sofort mit einem Gefühl extremer Scham zur nächsten Mauer zu wenden, wenn ihnen ein Mann, dieses höhere Wesen, dem Achtung gebührt, entgegenkam. Auf der anderen Seite wir, freche Scheherazades, die sich jeden Abend mit großer Detailkenntnis eine unzensurierte Version der Geschichten aus Tausend und einer Nacht erzählten.

Denn unsere algerischen Freundinnen wussten sehr viel mehr als wir über dieses Thema. Wir waren lediglich vier Französinnen im Lager, nachdem viele europäische Arbeiter und Angestellte der Renault-Werke zwei Jahre vorher fluchtartig das Land verlassen hatten - wie die meisten "Pieds-Noirs" (weiße französische Siedler in Algerien, Anm.) am Ende eines furchtbaren Befreiungskrieges. Meine Schwester und ich hatten wenig gemeinsam mit den beiden Pieds-Noirs-Mädchen, einer zierlichen Blonden und einer stillen Dunkelhaarigen, die schon eine sehr weibliche Figur besaß.

Wir hingegen waren "Pieds-Rouges", die Bezeichnung der Europäer, die nach der Unabhängigkeit gekommen waren, um beim Aufbau des Sozialismus in Algerien zu helfen.

An meinem Gymnasium in Algier konnte es vorkommen, dass eine Klassenkameradin mich fragte, ob mein Vater "eher pro-sowjetisch oder eher pro-chinesisch" sei. Meine Eltern, frühere Anwälte der algerischen Befreiungsfront FLN, konnte ich mit dieser politisch heiklen Frage - Maos China stand damals in offenem Konflikt mit der UdSSR unter Chruschtschow - konfrontieren. Undenkbar war es allerdings, sie über Sexualität auszufragen: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, waren zu jener Zeit die linken Milieus ebenso prüde wie die katholische Bourgeoisie.

Wer waren diese algerischen Mädchen? Sind wir, meine Schwester und ich, zufällig in ein schamloses Nest geraten? Waren sie derart anders als meine Mitschülerinnen im Lycée Descartes von Algier - zum Beispiel Zohra Djoudi, eine vorzügliche Schülerin mit streng nach hinten gekämmtem Haar, die sich verzweifelt an unsere Französischlehrerin (eine Kommunistin, die felsenfest glaubte, dass die öffentliche Schule eine emanzipatorische Rolle spielen müsse) gewandt hatte, weil ihr Vater sie mit ihren 15 Jahren an einen doppelt so alten Cousin verheiraten wollte?

Nein. Die Väter meiner Kameradinnen waren Arbeiter bei Renault, von denen zumindest ein Teil in Frankreich mit der Gewerkschaftsbewegung in Kontakt gewesen war. Diese städtische soziale Schicht war offener und gebildeter als die Fellahs vom Land. Die meisten Bauern wohnten nach wie vor in armseligen Lehmhütten ohne Wasser und Strom, die wir bei unseren täglichen Spaziergängen in der Nähe des Feriencamps erblickten. Aber die sexuelle Erziehung der Mädchen war sicherlich nicht unter den Prioritäten der UGTA, der algerischen Gewerkschaftszentrale.

Um zu verstehen, wie sich damals die nordafrikanische Jugend in dieser Hinsicht bildete, sollte man den schönen Film Halfaouine, l'enfant des terrasses (Halfaouine, Zeit der Träume, 1990) des tunesischen Filmregisseurs Ferid Boughedir anschauen. Seine Hauptfigur, ein Bub kurz vor der Pubertät, wohnt in einem lebendigen Viertel von Tunis und beobachtet die männlichen und die weiblichen Welten. Im Hammam kann er die nackten Körper der Frauen ansehen und auf den Terrassen die mit geilen Anspielungen gespickten Gespräche verfolgen, welche die Frauen fern der Ohren ihrer Ehemänner miteinander führen.

Seit jenem lange vergangenen algerischen Sommer bleibt für mich die arabisch-islamische Kultur eng verbunden mit Begierde, sexueller Lust und Sinnlichkeit. Es überrascht mich immer wieder, wenn im Westen über den islamischen Puritanismus und die Unterdrückung der Musliminnen doziert wird, als ob das die ultimative Wahrheit über ein Universum voller Widersprüche wäre, welches sich in einer Reihe gewalttätiger Umwälzungen und einem Wandel befindet, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

In ihrem Buch Sex und die Zitadelle, einem kürzlich im Hanser Verlag erschienenen Essay über das Liebesleben in der heutigen arabischen Welt, erinnert die Journalistin Shereen El Feki (mütterlicherseits gallischer, väterlicherseits ägyptischer Abstammung) daran, dass der Orient im 19. Jahrhundert die Fantasien westlicher Männer beflügelt hat, und zwar besonders die Fantasien der Franzosen, die sich auf kolonialem Raubzug in Nordafrika befanden. Postkarten jener Zeit, die Berbermädchen mit bloßer Brust zeigen (die berühmten Ouled Naïl, die ihre Mitgift durch Prostitution verdienten), waren ebenso beliebt im Frankreich um das Jahr 1900 wie das Playboy-Magazin im Amerika der 60er-Jahre.

Diese Vision sinnlicher orientalischer Versprechen geht spätestens auf den Feldzug Napoleons zurück, der im Schatten der Pyramiden von den Mühen der Kriegsführung ausspannte. Als der Schriftsteller Gustave Flaubert dann 1849 nach Ägypten aufbrach, unter dem vagen Vorwand einer offiziellen Mission, besuchte er so manche Bordelle, vom Hafen von Alexandrien bis ins Dorf Esneh, im fernen Süden, wo man ihm etwas bot, das man heute als "Hardcore Striptease" bezeichnen würde. Die jungen Burschen, die er auf der Straße trifft, sind derart verlockend, dass selbst dieser eingefleischte Heterosexuelle sich zu einem Seitensprung hinreißen lässt. Fast ein Jahrhundert später hat der Schriftsteller André Gide seinerseits so manches Mal in den Oasen der Sahara Jünglinge gefunden, etwas, das für viele auch heutzutage noch den Charme von Marrakesch ausmacht.

Fast zur selben Zeit, als sich Flaubert "sozusagen nilaufwärts fickte" (Shereen El Feki), stellt eine Gruppe gebildeter ägyptischer Muslime bei einer Studienreise in Paris mit Genugtuung fest, dass die Homosexualität - damals am Ufer des Nils durchaus toleriert - an den Ufern der Seine verachtet wird. Andererseits ist die Freizügigkeit der Französinnen für sie schockierend - ähnlich wie für die vom Philosophen Montesquieu im 18. Jahrhundert ersonnenen "persischen Reisenden": Ungeachtet des Code Civil von Napoleon, der ebenso frauenfeindlich wie die Sharia war und alle erwachsenen Frauen rechtlich als Quasi-Minderjährige unter männliche Kuratel stellte, konversieren die Damen in den Pariser Salons mit Männern, und das unter den Augen der eigenen Ehegatten!

Traum vom Harem

Den Traum vom Harem hat Eugène Delacroix 1834 mit seinem Bild Femmes d'Alger dans leur appartement ("Algerische Frauen in ihrem Appartement") verewigt. Seine wahren Modelle waren angeblich Jüdinnen aus Algier, zu denen ausländische Beobachter leichter Zugang fanden, deren Existenz sich jedoch kaum von der Existenz ihrer muslimischen Nachbarinnen unterschied, weil auch sie verschleiert und zu Hause eingesperrt waren.

Freilich: Der islamische Puritanismus existiert. Ich hatte selbst Gelegenheit, ihn hautnah zu beobachten, als ich 1983 als Korrespondentin französischer Medien nach Algerien zurückgekehrt war. Der politische Islam war, im Fahrwasser der iranischen Revolution, voll im Aufschwung. In Ägypten ausgebildete Imame predigten in Moscheen, die mit Geld der Golfmonarchien errichtet waren, und fanden bei einer frustrierten Jugend ohne Zukunftsperspektiven ein dankbares Publikum.

Man diskutierte leidenschaftlich darüber, was erlaubt (halal) sei und was nicht (haram). Kann ein Mann, ohne zu sündigen, die abgeschnittenen Nägel einer "fremden" Frau - d. h. einer, mit der er nicht verheiratet ist - betrachten, auch wenn sie physisch nicht präsent ist? Dürfen Buben in Shorts Fußball spielen, wo doch ihre Schenkel lüsterne Blicke anziehen könnten? Die implizite Schlussfolgerung all dieser kleinlichen Diskussionen (ein fernes Echo derer, die das Christentum seinerzeit über das Geschlecht der Engel geführt hat), lautet: dass alles, wirklich alles sexuell ist.

Ich habe diese zugleich misstrauische und hypersexualisierte Atmosphäre in dem Film Das Mädchen Wadjda der Saudin Haifaa Al Mansour wiedererkannt, der in Riyad wohl mit Duldung der höchsten Stellen des wahabitischen Königreiches gedreht wurde: Die Direktorin der Mädchenschule, die die Heldin des Filmes besucht, schärft den Schülerinnen unentwegt ein, dass sie Gefahr laufen, von den Männern nicht nur gesehen, sondern auch gehört zu werden, sollten sie zu laut sprechen, eine nicht weniger schwere Übertretung des islamischen Verhaltenskodex.

Die Silhouette, der Blick, der Geruch, die Stimme einer Frau sind folglich immer Objekte der Begierde, eine Zwangsvorstellung, von der die westlichen Jugendlichen, die mit Pornoangeboten im Internet aufwachsen, überhaupt keine Ahnung haben.

Aber im Algerien des Jahres 1983 war das verblüffendste Phänomen die zunehmende Präsenz der Frauen in der Öffentlichkeit, vor allem in der Moschee - davor hatten sie zu Hause zu beten; und der Umstand, dass sie den "hijab" trugen, den islamischen Schleier, der eine moderne Erfindung ist.

Vorher gab es europäisch gekleidete Frauen, daher ohne Schleier. Es gab aber nur sehr wenige von ihnen: ein paar Studentinnen, Angestellte und Journalistinnen sowie diejenigen, die während des Unabhängigkeitskampfes eine Rolle gespielt hatten, was ihnen einen privilegierten Status sicherte. Die anderen, alle anderen, blieben meistens zu Hause: Es waren die Männer, die einkaufen gingen.

Wenn eine Frau von Algier doch aus ihrem Haus ausgehen sollte, zog sie sich den "haik" über, einen langen weißen Schleier, und verbarg den unteren Teil ihres Gesichtes mit einem kleineren Schleier, den sie hinter den Ohren festband. Zumindest blieben die beiden Augen frei, im Unterschied zu ihren Leidensgenossinnen in Medea und im ganzen Süden. Aber die einfachsten Bewegungen, wie etwa die, die man braucht, um ein Glas Wasser auf der Straße zu trinken (die Kaffeehäuser waren ja den Männern vorbehalten), wurde zur äußerst komplizierten Herausforderung: mit dem Ellbogen muss der Schleier am Sich-Öffnen gehindert werden. Mit einer Hand hält die Frau das Glas, während sie mit der anderen den kleinen Schleier hebt. Nur so kann sie ihren Durst löschen, ohne Gefahr zu laufen, der Schamlosigkeit bezichtigt zu werden. Im Vergleich dazu ist der "hijab" - in dem die westliche Welt nur einen Rückschritt sieht - ein Fortschritt: Beide Hände sind frei.

Die Hauptstadtkinder nannten die Mädchen mit Kopftuch und einem weiten Gewand die "404 bâchées" - genauso wie die damals im Maghreb üblichen Peugeot 404, Lieferwagen mit Abdeckplane. Dann sah man, kurz vor dem Bürgerkrieg zwischen dem Militärregime und den Islamisten, junge Frauen, die vollkommen in schwarze Gewänder eingehüllt waren, mit Handschuhen, dunklen Strümpfen und Sonnenbrillen. Auch hier hat der Volksmund sogleich einen Ausdruck für diese erstaunlichen Erscheinungen gefunden: die "Fantomas".

Der Mann von der Straße hatte instinktiv verstanden, dass es sich hier, unter dem Deckmantel der Moral, um ein Phantasma der Macht handelt. In dem sie sich exzessiv bedeckten, wollten die Frauen Angst einflößen, ihre Keidung war eine Rüstung - oder, wie eine algerische Psychiaterin es damals diagnostizierte, "eine Offenbarung der Hysterie", die alle männlichen Blicke auf einen unsichtbar gemachten Körper lenkt.

Frauen als "Omnisexuelle"

Die Angst vor unkontrollierbarer weiblicher Sexualität war schon ein wesentlicher Teil der erotischen Anleitungen, die in den Medinas der arabischen Welt zu haben waren - denn ein guter Muslim soll wissen, seine Frau zu befriedigen. Deren bekannteste, Der parfümierte Garten (deutsch 2004 bei Selene erschienen), wurde im 16. Jh. vom Gelehrten Cheikh Hafznaoui redigiert.

Die marokkanische Feministin Fatima Mernissi hat darüber eine brillante Analyse in ihrem Buch La femme dans l'inconscient musulman geschrieben ("Die Frau im muslimischen Unbewussten", 1983. Aus Angst vor möglichen islamistischen Reaktionen publizierte Mernissi das Buch unter dem Pseudonym Fatna Aït-Sabbah). Sie zeigt, wie die Frauen in diesem Text als "Omnisexuelle" dargestellt werden, für die das einzige Kriterium für die Wahl eines Partners ein imponierender Penis sei, egal ob sich um den Penis eines Menschen oder den eines Esel handelt. Kurz, die Frauen sind das Gegenteil von den schüchternen Kreaturen, gottesgläubig und folgsam, die dem islamischen Ideal entsprechen.

Hinter dem alten Mythos der orientalischen Sinnlichkeit verbirgt sich die sexuelle Misere - Unwissenheit, nur auf schnelle sexuelle Befriedigung erpichte Männer, frustrierte Frauen, schwangere Mädchen, die von ihrem Verführer und von der eigenen Familie verstoßen werden (ein tristes Lied, das wir im Westen nur zu gut kennen). Der sexuelle Übelstand wird jetzt immer häufiger und mit großem Anklang in Fernsehprogrammen thematisiert: Von der katarischen Al-Jazeera bis zu den populären Sendungen der Marokkanerin Aicha Ech-Chenna, die es als erste gewagt hat, das Tabuthema der unehelichen Kinder anzuschneiden.

Anfang der 80er-Jahre hat Fatima Mernissi in einer soziologischen Studie über Frauen aus niedrigeren Schichten in Marokko aufgezeigt, was die meisten von ihrem Mann tatsächlich erwarten: Er soll ein verlässlicher Lebensgefährte sein, mit dem man die guten wie die schwierigen Phasen des Lebens teilen kann, nicht ein Gebieter, der sie erdrückt.

Diese Erwartungshaltung verbreitet sich zunehmend in der ganzen arabischen Welt und wird auch öffentlich kundgetan - man muss wohl auch Indien dazuzählen, wo die Gewalt gegen Frauen in den letzten Monaten zu intensiven feministischen Demonstrationen geführt hat.

Ein Lebensgefährte, kein Gebieter: Dies ist auch das Bild, das eine türkische Fernsehserie prägt, die im arabischen Raum unter dem Titel Nour ("Licht", ein weiblicher Vorname) mit unglaublichem Erfolg gesendet wurde. Zwar wurden die "heißesten" Szenen zensuriert. Aber die weibliche Hauptfigur ist eine urbane Frau aus der Mittelschicht, die einem Beruf nachgeht und auf Augenhöhe mit ihrem Ehemann kommuniziert. Dieser ist ein verständnisvoller Mann, noch dazu von einem feschen Schauspieler verkörpert, der mit seinen blauen Augen die Herzen erobert hat: Die New York Times berichtete, dass in Saudi-Arabien Frauen die Scheidung eingereicht haben, weil ihr Mann anscheinend nicht diesem Ideal entsprochen hat.

Abseits der Schlachtfelder, die unsere Fernsehschirme ausfüllen, ist eine andere arabische Revolution im Gange - in den Küchen und in den Schlafzimmern. Die kleine Wadjda der Haifaa Al Mansour träumt vorerst nur von einem Fahrrad. Aber in der wunderbaren Abschlusssequenz hat sie bereits einen Burschen gefunden, um sie zu begleiten.    (Joëlle Stolz, Album, DER STANDARD, 31.8./1.9.2013)

Joëlle Stolz ist die Wiener Korrespondentin der französischen Tageszeitung "Le Monde". Sie hat mehrere Jahre in Algerien, Nigeria und Libyen gelebt. Ihr Buch Die Schatten von Ghadames, ein Roman über die Geschlechterrollen in der arabischen Welt, erschien 2013 im Passagen Verlag; ins Deutsche übersetzt wurde er von Margret Millischer.

Der im Text erwähnte Film "Das Mädchen Wadjda" läuft derzeit in österreichischen Kinos (siehe die Kritik dazu).

  • Ein Vorschein weiblichen Aufbegehrens: Kurz vor der Unabhängigkeit (1962) lichtete der Soziologe Pierre Bourdieu diese junge Algerierin auf einem Motorroller ab.
    foto: p. bourdieu, ohne titel, r 1; in: pierre bourdieu: in algerien. zeugnisse der entwurzelung. © pierre bourdieu / fondation pierre bourdieu, st. gallen. courtesy: camera austria, graz

    Ein Vorschein weiblichen Aufbegehrens: Kurz vor der Unabhängigkeit (1962) lichtete der Soziologe Pierre Bourdieu diese junge Algerierin auf einem Motorroller ab.

  • Filmbild aus "Das Mädchen Wadjda".
    foto: filmladen

    Filmbild aus "Das Mädchen Wadjda".

  • Foto mit halbnacktem maurischen Mädchen, ca. 1880.
    foto: corbis

    Foto mit halbnacktem maurischen Mädchen, ca. 1880.

  • Joëlle Stolz: "Am verblüffendsten war der Kontrast zwischen dem zügellosen Charakter unserer nächtlichen Gespräche und den offenbar strengen Sitten in der konservativen Stadt Medea."
    foto: standard / christian fischer

    Joëlle Stolz: "Am verblüffendsten war der Kontrast zwischen dem zügellosen Charakter unserer nächtlichen Gespräche und den offenbar strengen Sitten in der konservativen Stadt Medea."

Share if you care.