Jeder Zweite zwischen 20 und 29 wohnt bei den Eltern

12. August 2013, 13:42
  • Der typische österreichische "Nesthocker" ist männlich, berufstätig, zwischen 20 und 29 Jahre - und aus gutem Hause.
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    Der typische österreichische "Nesthocker" ist männlich, berufstätig, zwischen 20 und 29 Jahre - und aus gutem Hause.

Steigende Wohnkosten, ein anfänglich geringes Gehalt, aber auch Bequemlichkeit halten junge Menschen immer länger im "Hotel Mama"

54 Prozent der berufstätigen Männer zwischen 20 und 29 Jahren wohnen in Österreich bei ihren Eltern. Der "typische Nesthocker" ist demnach männlich, berufstätig und zwischen 20 und 29 Jahre alt. Bei den Frauen in dieser Altersgruppe leben 40 Prozent im Elternhaus. Das zeigt eine aktuelle Studie der GfK Sozial- und Organisationsforschung, die am Montag präsentiert wurde.

Gründe für den Verbleib im "Hotel Mama" sind den Studienautoren zufolge steigende Wohnkosten und ein vor allem zu Beginn der Berufslaufbahn vergleichsweise niedriges Einkommen. Doch auch Bequemlichkeit könnte eine Rolle spielen.

So wohnen 62 Prozent der Männer und Frauen zwischen 20 und 29 Jahren, die der sogenannten A-Schicht entstammen, noch zuhause. A-Schicht bedeutet, dass das Netto-Haushaltseinkommen der Herkunftsfamilie mindestens 6.000 Euro monatlich beträgt.

Hohen Standard gewohnt

Bei reichen Familien dürften die räumlichen Verhältnisse es eher zulassen, dass die Kinder so lange zuhause wohnen. Und: Wer einen sehr hohen Lebensstandard von zuhause gewohnt ist, empfinde den Auszug möglicherweise als Abstieg, vermutet Sozialforscherin Ulrike Lavrencic von GfK.

Für die Studie wurden 4.000 Österreicher ab 15 schriftlich und - laut GfK - repräsentativ für die Gesamtbevölkerung befragt. (lima, derStandard.at, 12.8.2013)

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Posting 1 bis 25 von 924

Ich wohn wieder bei den eltern, weil man echt kein leben mehr hat, wenn man alleine wohnt, ein einstiegsgehalt eines technikers als einkommen hat, ein auto braucht, vielleicht mal in den urlaub fahren möchte, für zumindest 7 tage im jahr und sich die letzten zehn tage des monats trotzdem nicht verhungern will. finds nicht viel schlechter jetzt, außer dass ich am stadtrand wohn und es daheim nicht immer ruhig is. wenns mir zu viel wird, check ich irgendwo in ein billiges hotel in wien ein und aus. bin 25

Hallo liebe Leute,

mein Name ist Julia Österreicher und ich bin Redakteurin, bei der Barbara Karlich Show. Es steht eine neue Sendung an und jeder der Lust hat, sich rhetorisch gut ausdrücken kann und Interesse hat, auf einer Bühne seine Meinung kundzutun, ist herzlich willkommen!
25.09.2013, 17:30 Hotel Mama: Wann kann ich endlich zusperren? Pro und Kontra natürlich :)
Ich freu mich auf eure Antworten.

Liebe Grüße, Julia Österreicher
Redaktion "Die Barbara Karlich Show"

Talk-TV Produktionsges.m.b.H.
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Telefax: +43 . 1 . 886 27 47 - 5767
Internet: www.talk-tv.at

Liebe Frau Österreicher,

Ich würde gerne in der Show erscheinen, müsste aber zu dieser Thematik alles erfinden, also von vorne bis hinten lügen. Für mich würde das kein Problem darstellen, da ich in dieser Hinsicht sehr routiniert bin. Ich konnte jedoch seit mehreren Jahren den journalistisch knallharten und aufdeckerischen Charakter ihrer Show verfolgen und bin mir nun unsicher, ob Frau Garlitsch einen pathologoischen Lügner gebrauchen kann.

Ganz narrisch auf eine Antwort verbleibe Ich,

mit allerbestem Gruße
Mandy Kennedy
Neu York

...ich brauch gar nicht zu lügen da ich selbst glaube was ich von mir gebe,

ich wohne jetzt 50 jahre im hotel mama, mama gehts gut, mir auch aber was mach ich wenn mama ins altersheim zieht, kann ich da mitziehen ?

Die Männern verdienen angeblich mehr nach Gender-Pay Gap und wohnen dennoch bei den Eltern?

Naja es scheint als haben Frauen entweder höhere Priorität sich abzukapseln, auch wenn sie weniger verdienen oder sie kommen leichter an günstigeren Wohnraum heran als Männer.

...na ja, der audi a8 muss abbezahlt werden, die reparaturkosten sind leider hoch !

Schon mal was vom Konzept "Wohngemeinschaft" gehört?

Wer wirklich will, kann auch von zu Hause ausziehen. Faule Hunde und verwöhnte Muttersöhnchen nicht.

die Überschrift ist ein Plädoyer gegens Gendern

nicht nur bei Positivem, sondern auch bei Negativem gilt das generische Maskulinum! Somit gleicht es sich am Ende des Tages aus.

Na sehr mals danke. Da hätt ich heute noch die gleichen Diskussionen wie vor 20 Jahren.
War in den Sommerferien sogar vor ein paar Jahren noch eine Qual, mit diesem immer gleichen Theater.
Es hat halt nicht jeder so lockere Eltern die ihre Nachkommen wie erwachsene Menschen behandeln.
Es war zwar jahrelang finanziell sehr bitter, aber doch immer schön in den eigenen 4 Wänden.

Was lernen wir aus all diesen Zahlen?

Die knackigen jungen Mädchen ziehen zwischen 19-25 von daheim aus und zu ihren reichen, älteren Freunden. Typischerweise in eine große, komfortable Stadtwohnung mit Putzfrau und einem schicken Auto vor der Tür.

Und die Typen, die nur Videospiele, saufen und Party im Kopf haben leben noch bei der Mama, lassen sich von der die T-Shirts bügeln und borgen sich am Wochenende auch noch das Auto von ihr aus.

Was soll ich jetzt sagen?
Die Gescheiten unter uns wissen das schon lange... :-)))

Bin auch erst mit 26 raus. Die finanzielle Belastung spüre ich stark, aber es geht und ging einfach nicht anders.

Selbstständig, viel Arbeit und Eltern. Das passte nicht zusammen. Ich hab meinen Eltern praktisch einen Gefallen getan. Und mir selbst auch. Der Auszug war praktisch ein Lebenswandel.

Unfassbar

Das wird die Immobilienwirtschaft noch in den Ruin treiben...

man muß aber auch bedenken daß man früher zu 5. auf zimmer kuchl Kabinett (d´siehe z.b.mundl) gewohnt hat, heute haben viele Eltern ein riesenhaus mit ausgebautem keller, 1. stock u ausgebautem dachgeschoß. logo bleibt man da wohnen, ist billiger für alle u wenn man sich gut versteht sehr ok.

liest man die kommentare und vergleicht die bewertungen dazu, korrelieren die bewertungen schoen mit der jeweilgen gruppe

rot: wohnt zuhause und fuehlt sich angegriffen -> kognitive dissonanz?

gruen: spaetestens in den fruehen 20ern ausgezogen und gluecklich damit

(will damit nicht generalieren -> korrelation)

Behaupten kann man vieles!

meine schwester ist auch früh von daheim ausgezogen.
sie war single und hatte zu hause ein eher 'angespanntes verhältnis'.
ob sie immer sooo glücklich war bezweifle ich da sie zeitweilen finanziellen druck verspürte, sich keine urlaube mehr leisten konnte, von mir (bruder) kostenlose 'privatkredite' bekam...sie brauchte also hin und wieder unterstützung.
als familie lässt man sich nicht fallen!

dennoch hätten ihr ein paar jahre länger zu hause, vorausgesetzt sie hätte gespart, gut getan.

Wenn man zu den Eltern ein angespanntes bzw. schlechtes Verhältnis hat, ist es sicher besser, auszuziehen (auch wenn das finanzielle Einschränkungen bedeutet); kann für die eigene psychische Gesundheit nur von Vorteil sein.

Mich würde interessieren, wie in dieser Studie "im Hotel Mama wohnen" genau definiert wurde - zwei Beispiele, die vielleicht als Nesthocker gezählt worden wären (?!):

Ich selber wohne seit fünf Jahren am Studienort, bin aber - anfangs aus Sentimentalität und z'wegn den Beihilfen, mittlerweile einfach aus Faulheit - im Elternhaus hauptwohnsitzgemeldet (bin dort auch durchaus an einigen Wochenenden und in den Ferien anzutreffen, aber eben nicht dauernd). Fühle mich wegen Führung eines eigenen Haushaltes keineswegs als Nesthocker, im Gegenteil avanciere ich mitunter zur "eingeflogenen" Haushaltshilfe bei den Eltern (z.B. Wochenabwasch am SA, obwohl ich zum angefallenen Geschirrberg erst seit FR Abend beitrage).

Mein Cousin ist ebenfalls nach wie vor in seinem Elternhaus hauptwohnsitzgemeldet, hat dort allerdings eine eigene Mini-Wohnung im Obergeschoß (inkl. Küche), benützt nur die Waschmaschine mit.

Oje, "Wochenabwasch" klingt gar nicht gut...
Warum waschen Ihre Eltern nicht täglich ihr Geschirr ab?

Nicht böse gemeinte Frage, ich kenne Ähnliches von einem Elternteil, der sich nicht mehr gut selbst versorgen konnte.

Es ist nicht nur bequemer und günstiger, sondern auch ökologischer. Sollten in unserem Haus (weit weg von der A-Schicht) alle unter 30jährigen ausziehen würden meine Eltern unglaublich viele leer stehende Räume haben, welche sie jedoch nicht an Fremde vermieten wollen. Ein gemeinsamer Haushalt, bei dem sich alle Beteiligten die Räumlichkeiten und Tätigkeiten nach ihren Bedürfnissen und Ansprüchen teilen halte ich für das einzig sinnvolle, wenn man es ökologisch und öknomisch betrachtet.

Ich hab bei dem Artikel ständig adrette Buben im fortgeschritten Alter vor dem geistigen Auge, die

in karierten Pollundern ihre Modelleisenbahn umranken und von Mama warmen Kakao serviert bekommen.

Ich hatte ab einem bestimmten Zeitpunkt zum Glück von selbst das natürliche Bedürfnis nach Abnabelung. Bequem wars ja schon so im 5-Sterne Hotel mit 24h-Zimmerservice, aber altersentsprechend wars irgendwann nicht mehr.

wie hat der alte fritz gesagt....

jeder soll nach seiner facon selig werden.......

Ich finde es hat was für sich ,wenn junge Menschen noch längere Zeit im Elternhaus wohnen. Man bedenke die ganze Situation in der Pflege . Ständig wird darüber gejammert es steht kein Geld zur Verfügung um den großen Pflegebedarf abzudecken. Früher gabs Großfamilien wo selbstverständlich für die ältere Generation gesorgt wurde. Heute gibts einen Haufen Singlehaushalte usw. ..... Das wäre eine Möglichkeit solche Dinge abzudecken . Warum können wir nicht aus der Vergangenheit gute Dinge wieder aufleben lassen. Hotel Mama ist so wie es in diesem Forum verstanden wird , für mich sehr negativ besetzt, da sollte man schon die positiven Aspekte beachten

Früher gabs Großfamilien wo selbstverständlich für die ältere Generation gesorgt wurde.

Ob das ein Ding ist, was wieder neu aufleben sollte, bleibt dahingestellt, wenn man bedenkt, WER die ältere Generation gepflegt hat.

also so toll war es ja nicht. die alten so lange sie konnten, haben mitgearbeitet danach wurden sie oft irgendwo abgestellt und mehr schlecht als recht behandelt. bei vielen kindern im haus kümmerten sich größere um die kleineren und auch hier nicht nur positiv - viele wurden gehänselt oder gemobbt ja, ja von eigenen geschwistern. für die jungen war es oft als einziger ausweg auszuziehen, weil nie eine privatsphäre und immer nur gemeinsam ist nicht jedermann sache. es gibt viele modelle fürs leben. wenn die menschen ihr modell gefunden haben wieso werden sie von anderen, die nicht wirklich über eigenen tellerrand schauen können, als bubis, mamasöhnchen oder bequeme tussen abgestempelt? jeder soll nach seiner fasson leben können oder?

So ist es!

Leider wird das allzu oft vergessen und/oder bewusst instrumentalisiert. In diesem Kontext sollte auch in den Städten die beengte Wohnsituation ins Auge gefasst werden. Natürlich stellt diese Klarstellung keinen Widerspruch zu einem guten (bürgerlichen) Familieleben dar. Dabei kommt es aber nicht unbedingt darauf an, dass 3 Generationen zusammenleben, sondern dass die finanziellen Mitteln vorhanden sind, um in jeder Alterslage würdig zu leben. Gegenseitig helfen kann man sich auch, wenn man nicht unter einem Dach lebt. Und wenn es um echte Pflegefälle geht, bin ich ohnehin ein Befürworter der professionellen Pflege.

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