Schmied schwenkt um: Deutsch in Vorschule soll bundesweit kommen

8. Jänner 2013, 08:38
  • Unterrichtsministerin Schmied verlässt ihren Weg und will Kinder mit Sprachdefiziten in Vorschulen vorbereiten.
    foto: apa/roland schlager

    Unterrichtsministerin Schmied verlässt ihren Weg und will Kinder mit Sprachdefiziten in Vorschulen vorbereiten.

Unterrichtsministerin will Kriterien zur Schulreife verfeinern - Wirft Staatssekretär Kurz "medialen Schnellschuss" vor, da er mit der Einigung an die Öffentlichkeit ging

Bereits ab dem kommenden Jahr werden Schüler in Wien mit Sprachdefiziten in Vorschulklassen vorbereitet, bevor sie in die Regelschule aufgenommen werden (derStandard.at berichtete). Entsprechende Vorstöße von ÖVP-Staatssekretär Sebastian Kurz für Deutsch-Schwerpunktklassen hatte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) bisher stets zurückgewiesen, nun hat sie jedoch einen Schwenk vollzogen. Ein entsprechendes Konzept des Unterrichtsministeriums soll demnächst für ganz Österreich vorliegen.

Schmied lobt "Wiener Modell"

In der Vorwoche hatte Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl verkündet, dass Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen künftig in der Vorschule die Unterrichtssprache lernen sollen. Nun lobt auch Schmied das Wiener Modell und will es bundesweit anwenden. "Wir sind ja jetzt gerade auf Bundesebene dabei, ein sehr umfangreiches Programm auszuarbeiten. Insofern ist das schon die Vorwegnahme eines Mosaiksteines des Gesamtkonzeptes", sagte sie im Ö1-"Morgenjournal".

Schmied betonte, dass sie an einem differenzierten und regional abgestimmten Modell festhalte: "Im städtischen Bereich, an Schulstandorten, wo besonders viele junge Menschen sind, die aus ärmeren Familien kommen, wo Migrationshintergrund auftritt, beides tritt ja oft geballt und gemeinsam auf, müssen wir andere Maßnahmen setzen als in Bereichen, in Stadtvierteln, im ländlichen Raum, wo das nicht in dem Maß der Fall ist."

Konzept wird ausgearbeitet

Entscheidend ist laut Schmied: Deutsch als Bildungssprache könne nicht in Crashkursen vermittelt werden. Man müsse im Kindergarten anfangen, zwei oder noch besser drei Jahre lang. "Plus einer gezielten Förderung in der Volksschule, die dann auch bis zu fünf Jahren dauern kann, wenn ich ein Vorschuljahr einlege. Oder integrativer Ansatz: Die ersten beiden Volksschuljahre dauern drei Jahre, weil einfach da intensiver integrativ gefördert wird." Das Ziel sei klar: "Volle Beherrschung der Bildungssprache Deutsch mit zehn Jahren."

Schmied will nun mit Expertinnen und Experten ein entsprechendes Konzept ausarbeiten. Dem Vernehmen nach sollen unter anderen die renommierten Wiener Sprachwissenschaftler Rudolf de Cillia und Hans-Jürgen Krumm teilnehmen. Im Rahmen eines Gesamtkonzepts sollen neben den pädagogischen auch finanzielle Belange geklärt werden.

Kurz will Deutsch als Kriterium für Schulreife verankern

Staatssekretär Kurz will das Schulpflichtgesetz ändern und die Beherrschung der deutschen Sprache als Kriterium für die Schulreife verankern. Damit kündigt er quasi eine im Dezember im Ministerrat erzielte Einigung auf, die das Ausprobieren verschiedener Modelle der Sprachförderung an Schulstandorten mit vielen Kindern mit Sprachproblemen vorsieht. "Es stellt sich die Frage, ob die Idee von Modellregionen sinnvoll ist, wenn jetzt schon das hauptbetroffene Bundesland Wien das Beherrschen der deutschen Sprache zur Voraussetzung für die Aufnahme in die erste Klasse macht", sagte Kurz zur APA. Das wolle er Schmied auch sagen.

Nun solle man lieber gleich eine entsprechende Gesetzesänderung vornehmen, damit das Vorgehen Wiens auch einen gesetzlichen Rahmen habe, so Kurz. Derzeit seien mangelnde Deutschkenntnisse allein keine ausreichende Begründung für die Verweigerung der Schulreife und damit die Einordnung in eine Vorschulklasse. Kinder, die motorisch, sozial und kognitiv in der Lage seien, dem Unterricht zu folgen, müssten eigentlich als außerordentliche Schüler in die erste Klasse Volksschule aufgenommen werden - was allerdings oft sinnlos sei.

Schmied attackiert Kurz

Am Dienstag vor dem Ministerrat ärgerte sich Schmied darüber, dass Kurz mit seiner Forderung, Deutschkenntnisse als Voraussetzung für den Schuleintritt gesetzlich festzuschreiben, einen "medialen Schnellschuss" produziert habe. Ihr gehe es dagegen um ein "seriöses Konzept".  Die Unterrichtsministerin betonte, dass man sich nun mit Experten zusammensetzen müsse, um geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Konkret zu Kurz' Forderung gab Schmied zu bedenken, dass es Fachleute gebe, die meinten, mit Crash-Kursen sei den betroffenen Kindern nicht geholfen.

Wie ihr Konzept aussehen wird, konnte oder wollte Schmied vorerst nicht im Detail sagen.  Was eine Gesetzesänderung anbelangt, äußerte sich auch Schmied nicht a priori ablehnend. Es könne schon sein, dass es nach Ausarbeitung eines Konzepts zu gesetzlichen Maßnahmen komme. Welche das sein könnten, sagte die Ministerin freilich nicht. Kurz hielt indes an seiner Forderung fest. 

Häupl für Vorschuljahr

Auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl spricht sich für ein Vorschuljahr aus. Ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr wäre  "immer noch eine Krücke". Probleme könnte es, so Häupl, allerdings bei der Finanzierung geben: "Ich bin selbstverständlich bereit, darüber zu reden, wie man zu gemeinsamen Finanzierungen kommt." Der Hintergrund: Das Geld für den Kindergarten müssen die Länder locker machen, für Schulen zahlt hingegen der Bund. Häupl sprach sich für eine "vernünftige gemeinsame Finanzierung" durch Bund und Land aus. (APA/red, derStandard.at, 8.1.2013)

Hintergrund - Schulreife und Vorschulklassen

Derzeit ist ein Kind laut Schulpflichtgesetz dann schulreif, "wenn angenommen werden kann, dass es dem Unterricht in der ersten Schulstufe zu folgen vermag, ohne körperlich oder geistig überfordert zu werden". Nähere Kriterien sind nicht festgeschrieben. Folge einer Einstufung als nicht schulreif ist der Besuch einer Vorschulklasse, schulreife Kinder besuchen dagegen die erste Klasse Volksschule.

Mangelnde Deutschkenntnisse allein sind derzeit kein Grund für die Verweigerung der Schulreife und Einstufung in eine Vorschulklasse. Das ergibt sich wiederum aus dem Schulunterrichtsgesetz: Dort ist nämlich festgehalten, dass Schüler mit "mangelnder Kenntnis der Unterrichtssprache" als außerordentliche Schüler aufzunehmen sind. Das bedeutet, dass sie zwar normal in die erste Klasse kommen, aber nur in jenen Gegenständen benotet werden, in denen sie positive Noten bekommen können. Die Entscheidung über die Schulreife trifft der Direktor im Rahmen der Schuleinschreibung. Wenn nötig, kann er ein schulärztliches Gutachten bzw. mit Zustimmung der Eltern ein schulpsychologisches Gutachten einholen oder das Kind noch einmal vorladen.

In der Praxis sind die Grenzen zwischen mangelnder Schulreife und der Einstufung als außerordentlicher Schüler aber fließend: Mangelnde Deutschkenntnisse gehen oft mit kognitiven und sozialen Mängeln einher bzw. sind sogar die Folge dieser Mängel. Wer in eine Vorschulklasse kommt und wer nicht, hängt daher zum Teil von der Beurteilungspraxis der Direktoren bzw. Psychologen ab.

Dass diese durchaus unterschiedlich sein kann, zeigt sich in der bundesländerweise doch recht unterschiedlich hohen Quote an Vorschulklassen: Während im Burgenland, der Steiermark (je zwei Prozent) und in Kärnten (drei Prozent) kaum Kinder in die Vorschule kommen, sind es in Vorarlberg und Salzburg 17 bzw. 18 Prozent. In Wien und Tirol sind es je elf Prozent, in Oberösterreich neun und in Niederösterreich sieben Prozent. Der Österreich-Schnitt liegt bei neun Prozent. (APA)

 

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Schied zieht von Kurz an

Der Politiker Kurz schafft es irgendwie wohl ohne selbst zu wissen, die politik immer mehr auf seine seite zu ziehen. das ganze obwohl er immer wieder blöd doffe aussagen in medien macht, die in anderen ländern schon längs den rücktritt zur folge gehabt hätten. nun schafft er es auch ncoh die schmied zu "betören". die beiden sollten in der schulpolitik weitergehen und die keinsten in ruhe lassen. Wie gesagt jedes kind das zweisprachig (wie die minderheit der kroaten oder österreichischen slowenen) hernawächst hat einen vorteil! Sollten die zwei politiker lieber Kurse für Erwachsenen Bildung anbieten, dass würde den familien und dem arbeitsmarkt was nützliches bringen. Ich sehe den verpflichtenden Deutschk. als "schranke"und diskriminierung.

http://derstandard.at/plink/135... id29633482 siehe hier: bezüglich diskriminierung

Vorschulklassen mit Sprachkompetenzerweiterungsschwerpunkt

Die Inhalte des Lehrplanes der Vorschulklasse gehörten endlich überarbeitet. Vielleicht hat Kurz einen etwas unglücklichen Ausdruck gewählt, er liegt jedoch mit dem Hinzielen auf den Schwerpunkt Sprache(n) richtig.Vorschulklasse bleibt Vorschulklasse, aber dzt. Leerplan sollte zu modernem Lehrplan werden in denen auch die ursprünglichen Muttersprachen berücksichtigt wrden. Sprachentwicklung hat mit Denkentwicklung zu tun. Bei Migration, auch in der Generationsfolge sind andere Familienschwerpunkte als Frühkindliche Förderung von existentieller Wichtigkeit im Vordergrund. darum bleiben die üblichen Fördermaßnahmen (Zuwendung!!! mit Kindern sprechen und spielen und singen) auf der Strecke.DA ANSETZEN, meint eine Erfahrene...;-)

wer einen guten kindergarten hat der kann sich in österreich glücklich schätzen. mit dieser aussage mag ich gar nicht sagen, dass 90% schlecht sind ich will damit nur sagen, dass es dabei darauf ankommt, welche personen den kindergarten leiten und betreuen. die tanten und auch die kinder sollten nicht überfordert werden. man siehe nur das parlament: was herauskommt wenn eine instution überfordert ist. Sie werden zu einem öffentlichen unglaubwürdigen theater und was man im theather nicht braucht ist unglaubwürdigkeit! Also lasst die Kinder sich entfalten und sucht lieber im kindergarten pädagogische kindergerechte möglichkeiten, die kinder besser zu fördern, anstatt sie zu verziehen durch deutschk. die auf frontalunterreicht ausgelegt sind.

ich traue mir zu sagen, dass kindergarten das eine paar schuhe und vorschule ein anderes paar schuhe ist, nicht nur weil im nomen vorschule bereits der hinweis auf schule ist.kindergartenpädagogik hat andere ziele und auch ein anderes klientel(hmmm;-) als vorschule. in dieser müsste ganz gezielt und vor allem effizient professionell vorgegangen werden, zeit ist da ja nur knap, 10 schulmonate und ein polster von 2 monaten zur "verdauung" des "gefütterten", angebotenem- wenn es erlaubt ist diese metaüher zu verwenden.entfaltungshilfe müsste in dieser knappen und gut ausgefüllten zeitspanne des vorschuljahres stattfinden, möglichst von perspnen die entwicklungspsychologisch, soziologisch und sprachwisssenschaftlich ausgebildet sind ...

Korrektur von Teppfihler;-)

knapp, metapher, personen

Mit den Deutschkursen fangen wir gleich an,

wenn die tägliche Turnstunde ausfinanziert ist.

Was für ein Land der Dolme.

was du sagen magst ist wohl jenes: zuerst sollten wir erkanntes umsetzen. denn die tägliche turnstunde wäre wichtig. dadurch lernen unsere kinder besser, entwickeln sich gesünder und haben mehr spass am leben. ich finde dann kann man über die verpflichtenden deutschkenntnissen kommen, aber auch hier wird es wieder andersrum kommen.

Nichts dergleichen.

Wir haben derzeit nicht einmal genug Mittel für den gesetzlich definierten Regelunterricht. Da werden Teilungen verschoben, gestrichen, Gruppen aufgehoben und versprochene Stützlehrer/innen gar nicht erst angestellt.

Weil's aber grad medienwirksam ist, verspricht man (eig. frau) die tägliche Turnstunde (Warum eigentlich?) und jetzt auch noch verpflichtende Deutschkurse in verpflichtenden Vorschulklassen, die es nicht gibt und die auch niemand finanzieren kann.

Das kann doch alles nur dem Fasching geschuldet sein.

wenn kurz nicht das handtuch wirft und in sechs jahren övp vorsitzender wird, werde ich wohl zum ersten mal seit 20 jahren övp wählen.

Ich gratuliere dir zu deiner Menschenkenntnis

Wieviele unnötige Staubsauger hast du schon daheim ? Nur weil der Vertreter so nett war

ja, eine frau hat ihm sogar einen brief geschrieben, er ist so fesch, so intelligent, er sollte finanzminister werden

Sind Sie noch zu retten?

Normaler Weise wählt man Parteien wegen Inhalten und nicht wegen Witzfiguren.

Hmm! 2013 ÖVP wählen mit Vorzugsstimme Kurz und all ihre Wünsche werden in Erfüllung gehen!

Der ÖVP fallen wieder nur polizistische Maßnahmen ein, die SPÖ ist intellektuell und moralisch zu schwach zum Gegenargument.

Dass Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, auf viele andere Weisen Deutsch lernen können, als dass sie für ein Jahr von anderen Kindern separiert werden und einen Sonderschulkurs besuchen müssen, in dem sie wieder nur zusammen mit nicht Deutschsprachigen sind ("Integration"!), geht natürlich in den Horizont eines ÖVP'lings nicht ein.

Wer mit Spracherwerb von Kindern zu tun hat und nicht nur Politiker ist, sondern sich auskennt (z. B. LehrerInnen), tippt sich bei Kurz/Schmied'schen Ideen an den Kopf.

Für die ÖVP sind "Fremde" nur keine Bedrohung im lukrativen "Fremdenverkehr".
Daher muss für "fremde" und nicht lukrative Kinder das sozialpolitische Rüstzeug der ÖVP her: Disziplin, Rüffel, Herunterstufung.

Gute Idee, aber was machen mit Kinder oder Jugendliche die erst mit 10+ nach Österreich kommen, ohne Deutschkenntnisse?

Ihre Frage

Sie als Schatz betrachten. So wie alle Kinder. Und diese Betrachtung jedes Kind, egal wie lange dessen Eltern auf österreichischem Boden sind, spüren lassen. Das lernt man in der Lehrerausbildung, falls das lehr- und lernbar ist. Jedenfalls könn(t)en wir alle ein solches Umfeld schaffen. Davon spricht Herr Kurz ja auch manchmal. Aber ich nehme ihm das - betrachte ich seine Partei - heute nicht ab. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Touché!

Sie haben´s ja auch geschafft,

sich zwar grammatikalisch völlig daneben aber trotzdem halbwegs verständlich auszudrücken.

für die gibts dann ams -anträge in 20 sprachen

Die werden von Leuten, die selbst nicht Deutsch können, ins Gefängnis gesteckt (von Fekter, Mikl-Leitner, Stronach, Petzner und Strache).

Denkt bei der ganzen Debatte auch mal jemand an unsere österreichischen Taferlklassler, die aufgehalten werden, weil es mehr und mehr Zuwandererfamilien nicht schaffen, ihren Kindern in 6 Jahren halbwegs Deutsch beizubringen...?

Daher: ja zu diesen "Deutschklassen"!

"Unsere österreichischen Taferlklassler" von heute sind die Oberkellner, Schuhplattler und Schilehrer von morgen.
He, he, he, he.

Völlig richtig

die Kinder müssen deutsch können.

Denn auch wenn es einige noch nicht verstanden haben:
das ist unsere *Amtssprache* und wenn man die nicht beherrscht siehst im restlichen Verlauf der Schulzeit und später am Arbeitsmarkt erst recht - finster - aus und zwar sehr.

Die Kinder brauchen auch nicht 500 tausend Spezialsprachen von serbokratisch bis kongolisch und srinesisch, sie brauchen:
- Englisch
- Mathe, Mathe, Mathe und nochmals Mathe
- Naturwissenschaft
- IT
- grundlegend Jura
- grundlegend Wirtschaft (dann kann ihnen die Vassilakou keine Wohnung um 7 Euro im 1. andrehen)
- grundlegend Politik
dann lange nichts und dann Rest

So siehts doch aus...

nebst Englisch und Nawi gibts halt auch noch a bisserl was anderes auf der Welt. Sie sind auch nicht weniger einseitig als die karma police.

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