USA schließen Botschaft in Zentralafrikanischer Republik

28. Dezember 2012, 07:22
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"Aus Sorge um die Mitarbeiter" - Rotes Kreuz bleibt weiterhin vor Ort

Bangui/Washington/Genf - Die USA haben wegen des Vormarsches der Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik ihre Botschaft in der Hauptstadt Bangui vorübergehend geschlossen. Wie das US-Außenministerium am Donnerstag in Washington auf seiner Internetseite mitteilte, verließen der US-Botschafter und seine Diplomaten die Stadt. Die Entscheidung sei allein aus Sorge über die Sicherheit der Botschaftsmitarbeiter getroffen worden.

Sie habe keinen Einfluss auf die diplomatischen Beziehungen zum Land selbst, betonte das US-Außenministerium.

Präsident François Bozizé hatte die ehemalige Kolonialmacht Frankreich und die USA um militärische Hilfe gebeten. Paris winkte jedoch bereits ab. Frankreich werde sich "in keiner Weise in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen", sagte Präsident François Hollande am Donnerstag in Paris.

Sturz von Präsident Bozizé geplant

Nach Informationen von Radio France International sind die Rebellenverbände in den vergangenen Tagen bis auf 300 Kilometer Richtung Bangui vorgerückt. Ein Rebellensprecher dementierte nach diesen Angaben, die Truppen wollten die Stadt einnehmen.

Die Rebellen wollen Präsident Bozizé offenbar stürzen, weil dieser eine Friedensvereinbarung aus dem Jahr 2007 gebrochen haben soll. Am vergangenen Sonntag waren sie in Bambari einmarschiert, der drittgrößten Stadt des Landes. Zuvor hatten sie bereits wichtige Bergbaugebiete im Westen unter ihre Kontrolle gebracht. 

Rotes Kreuz setzt Arbeit fort

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) arbeitet indes weiter in der Zentralafrikanischen Republik, wie ein Sprecher der Organisation am Donnerstag in Genf erklärte. Das IKRK sei wegen der kriegsführenden Parteien besorgt um die Zivilbevölkerung im Land. "Wir haben die Situation anhand der Sicherheitsrisiken für unsere Leute analysiert und uns für die Fortsetzung der Arbeit entschieden", sagte IKRK-Sprecher Jean-Yves Clemenzo auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. (APA, 28.12.2012)

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