"Cybook HD Frontlight": Thalias E-Reader im Test

Test | Georg Pichler
20. Dezember 2012, 15:29

Unterlegen in Sachen Display und Verarbeitung, dafür bessere Erweiterbarkeit und mehr Formate

Mehr als in den Jahren zuvor darf sich Amazons E-Reader-Primus, der Kindle, heuer mit der Konkurrenz messen. Nicht nur im Paperwhite, auch bei manchen Alternativprodukten hat man sich des Themas Beleuchtung angenommmen. Auch bei Thalia, wo man den Cybook HD Frontlight ins Rennen schickt.

Fast eineiige Zwillinge

Das Gerät ist dem Paperwhite in vielerlei Hinsicht ähnlich. Das Display fasst ebenfalls sechs Zoll, die Auflösung von 1.024 x 768 Pixel ergibt mit einer Pixeldichte von 213 PPI ein fast identes Ergebnis (beim Amazon-Gerät werden 212 PPI angegeben). Auch die Abmessungen gleichen beinahe dem Stiefbruder, die Akkulaufzeit beträgt nach Herstellerangaben bei beiden zwei Monate und mit 192 Gramm Gewicht ist der Frontlight auch nur unwesentlich leichter. Und er belastet die Geldbörse mit 129 Euro um den exakt gleichen Betrag.

Tasten

Im Gegensatz zum Paperwhite besteht der vom durchaus angesehenen Unternehmen Bookeen hergestellte Reader jedoch rundherum aus Plastik und fühlt sich in Folge nicht ganz so wertig, aber immer noch solide an. Neben der Touchsteuerung über das 16 Graustufen anzeigende Display wartet der Frontlight mit drei konventionellen Tasten auf.

Zwei davon, an den seitlichen Rändern des Gerätes, dienen zum Umblättern, was auch durch Wischbewegungen am Display getan werden kann. Ihre Platzierung ist etwas ungünstig. Je nachdem, wie man den Reader hält, kann es leicht vorkommen, dass man diese Tasten versehentlich betätigt. Die Blätter-Richtung lässt sich zwar vertauschen, deaktiviert können sie über die aktuelle Firmware aber nicht.

Cybook Frontlight verliert Display-Vergleich

Der herausstechende, runde Knopf unter dem Display ruft das Menü auf und schaltet bei langem druck die Hintergrundbeleuchtung ein. Diese lässt sich feinstufig regeln. Während zwischen dem Bookeen-Reader und dem Paperwhite ohne Beleuchtung kaum ein Unterschied in Sachen Displayqualität gemacht werden kann, verliert die Darstellung bei Ersterem mit aktiviertem Licht jedoch merklich an Kontrast.

Auch in anderen Belangen hinkt der Bildschirm etwas hinterher. Ruft man während des Lesens das Menü auf, das sich in Form einer Leiste von unten über einen Teil des Textes klappt, bleiben nach dem Schließen sichtbare Artefakte auf dem Bildschirm, die bis zum nächsten Umblättern beim Lesen stören. Generell Abhilfe schafft da nur der Nachtmodus, in welchem der Text in weiß auf schwarzem Hintergrund angezeigt wird. Dieser löst auch das Kontrastproblem bei angeschalteter Beleuchtung.

Gleichmäßige Ausleuchtung

Die Beleuchtung erfolgt über in den Rahmen integrierte LEDs und ist gleichmässiger als jene des Paperwhite, bei dem insbesondere auf der Unterseite Unregelmäßigkeiten auftreten. Allerdings wird vom Screen auch mehr Licht abgestrahlt, das Gerät macht sich also auch hervorragend als Taschenlampe. Andererseits wird man beim nächtlichen Lesen geblendet, sollte man die Beleuchtungsintensität zu hoch einstellen - was aber ohnehin nicht nötig ist. Als Gegenmaßnahme für störendes Sonnenlicht tut das "Frontlicht" seine Arbeit wie es soll.

Menüführung

Das Menü passt sich dem jeweiligen Kontext an und sieht daher innerhalb eines Buches anders aus als am Startscreen. Die Navigation funktioniert gut, manche Einstellungen, etwa wie das Setzen eines Lesezeichens, sind aber unpraktischerweise nicht direkt, sondern nur über den Weg durch mehrere Menüpunkte zugänglich. Sowohl für Bibliothek als auch in der Buchansicht stehen einfache Such- und Navigationsfunktionen zur Verfügung. Auch die Textanzeige lässt sich umstellen (zB. Blocksatz oder Fettschrift).

Über das längere Antippen eines Wortes kann im integrierten Wiktionary nach grammatischen Merkmalen gesucht werden. Dies funktioniert allerdings nur bei französischen, italienischen und deutschen Begriffen.

Eingeschränktes Surfvergnügen

Der Frontlight kann per WLAN ins Internet und verfügt über Direktanbindung an das Angebot von Thalia. Dieses ist zwar umfangreich, mit Amazon aber nicht zu vergleichen. 100 Werke, großteils Klassiker oder Leseproben (und ironischerweise die Bedienungsanleitung), sind bereits voraufgespielt. Per integriertem Browser können andere Shops zwar angesurft werden, das Einkaufen auf diesem Wege ist allerdings mühsam, da weder die Software, noch der 800 MHz-Prozessor des Geräts mit modernen Webseiten besonders gut zurechtkommen. Es empfiehlt sich also, weitere Bücher per Kabelverbindung zum PC auf den Reader zu kopieren.

Um dies etwas weiter zu testen, wurde versucht, Facebook und Twitter aufzurufen. Ersteres scheiterte nach der Anmeldung, die Seite wurde nach dem Login schlichtweg nicht geladen. Bei Twitter gelang es immerhin, eine abgespeckte HTML-Variante des Interfaces zu verwenden. Mehr als einfaches Surfen ist auf dem Lesegerät aber ohnehin nicht sinnvoll.

microSD und mehr Formate

Der Cybook HD Frontlight beherrscht mehr Formate als der Paperwhite, dem unter anderem das Fehlen von EPUB-Unterstützung angekreidet wird. Dieses Format kann der Thalia-Reader und darüberhinaus auch PDF, MOBI, HTML, FB2, normale Textdateien sowie ein paar Bild-Dateitypen. Dateien mit Adobe-DRM können geöffnet werden, das proprietäre Amazon-Format AMZ allerdings nicht.

Wo Amazon mit einer cloudgestützten Bibliothek aufwartet, damit der integrierte Speicher von zwei GB nicht ausgeht, verfügt der Frontlight über einen microSD-Slot für eine Erweiterung um bis zu 32 GB

Erweiterbare Schriftenauswahl

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass sich zu den vorhandenen sieben Schriftarten weitere nach Belieben hinzufügen lassen. Dazu ist es ausreichend, Fonts im Truetype- oder Open Type Font-Format in den "Font"-Ordner im Speicher des Readers zu kopieren., danach werden diese in der Auswahlliste für Schriftarten angezeigt. Die Schriftgröße kann jeweils in acht Stufen angepasst werden.

Fazit

Insgesamt ist der Cybook HD Frontlight ein empfehlenswerter E-Reader, der dem Kindle Paperwhite in manchen Belangen über-m in anderen unterlegen ist. Wer das hochwertigere und technisch bessere Gerät mit überlegenem Display möchte oder besonders viel Wert auf die Amazon-Anbindung legt, sollte zu Letzterem greifen.

Wer ein offenes Gerät mit microSD-Slot und selbst installierbaren Schriftarten lieber hat und gerne E-Books im E-PUB-Format ohne vorheriger Konvertierung lesen will, kann ohne Reue das Alternativprodukt von Bookeen erstehen. Vorausgesetzt, man nutzt Amazon nicht als Primärquelle für seinen E-Book-Bedarf. (Georg Pichler, derStandard.at, 20.12.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 222
1 2 3 4 5
Na was lag denn unterm Weihnachtsbaum ?

Ist mein erster Reader, und ich habe auch kein Tablet oder Smartphone, dies sei vorangestellt.

An und für sich ein tolles Gerät ( Kindle bekam ja nicht einmal Santa persönlich rechtzeitig geliefert).
Lesen macht sich auch ganz gut, und bis auf bläuliche Ränder im Frontlight Betrieb, bin ich auch mit dem Display zufrieden.

Als eher lieblos gestaltet empfinde ich die Software, zwar findet man früher oder später alle benötigten Funktionen, aber da war viel trial und Error dabei.
Ein absolut verbesserungswürdiges Detail ist die Gestensteuerung ( könnt auch am TS liegen ), deshalb wahrscheinlich auch die Blättertasten, für die 90 Grad Drehung jedesmal 5 - 10 Versuche, und die geht nur über Gesten und fehlt in den Menüs, das ist ein Skandal.

Sie können den Lagesensor einstellen

dann kippt das Bild von selbst ;-)

zumindest war das beim Vorgängermodell so.

Pech nur,

daß der Lagesensor beim HD Frontlight eingespart wurde, wie ich dann später aus anderen Testberichten erfahren habe. Daß man überhauüpt drehen kann ist mir auch nur durch eine "vepatzte" Zoomgeste aufgefallen.

Ich hab es auch einmal geschafft, durch eine verpatzte Geste

ein ganzes Kapitel weiterzublättern. Gelingt aber nicht immer.
Auf jeden Fall schaut es so aus, als ob der Frontlight sowas wie ein "Schnellschuss" ist. Nachdem der Odyssee erst imJuni rausgekommen ist, nicht so unwahrscheinlich. Brauch ich mich nicht so sehr über die fehlende Beleuchtung ärgern ;-)

Hab ihn letztens bei Thalia angeschaut und muss sagen, er wirkt wirklich sehr billig. Hintergrundbeleuchtung war auch nicht überwältigend, habe hier aber keine direkten Vergleich mit dem Paperwhite.
Da bleibe ich vorerst bei meinem Original Kindle und warte auf den ersten Color eReader :)

tut mir leid, aber der schaut echt "bochn" aus!

Mein iRiver Story HD hat auch so ein HD Display und kann mehr Formate darstellen. u.A. JPG (in ZIP, z.B. Manga), und das wichtigste: DJVU. Ohne DJVU ist kein Reader wirklich interessant. Da verzichte ich lieber aif WLAN und Touchscreen. Einzig RTF fehlt mir noch, aber wer weiß was die Updates bringen.

Cybook Odyssey HD Frontlight

Der Cybook Odyssey HD Frontlight ist mein 3. E-Book reader nach dem Cybook Gen3 und dem Odyssey.
Ich hab ihn mir speziell wegen dem Hintergrundlicht gekauft, da ich sonst mit dem Odyssey sehr zufrieden war. Ich mag ihn vor allem auch weil zur Aktivierung kein Onlinestore (KOBO / Kindle) benötigt wird, sondern er sofort loslegt wenn man ihn einschaltet.
Wegen der Formate: Ich lese hauptsächlich e-pub und 6" PDFs am Gerät.
Mobi (prc, mobi, azn) und epub Formate dürfen aus Lizenrechtlichen Gründen nicht von einem Gerät angezeigt werden (am Cybook Gen3 konnte man mittels alternativer Firmware das andere Format lesen).
Man kann um 5€/Jahr sich Bücher aus der AK Bibliothek online ausleihen (für 2 Wochen) und so auch günstig Lesestoff besorgen.

Ich hab mich bei der AK Bibliothek online angemeldet, dafür musste ich nichts zahlen.

dievirtuelle Bücherei der Wiener Büchereien ist auch keine schlechte Quelle. - Da bracuhens aber einen Büchereiausweis ;-)

Thalia Mitarbeiter?

vielleicht aber auch jemand, der Bücher nicht nur bei amazon kaufen will, sondern (wie beschrieben) sich diese in bibliotheken ausleihen will ?

Nope Sorry

Der HD Frontlight ist der erste den ich bei Thalia direkt gekauft hab (Convenience). Die anderen 2 hab ich direkt bei bookeen.com bestellt (den Cybook Gen3 2007 für mein Perry Rhodan Abo).
Nachdems damals keine Kindles in Europa gegeben hat war das die beste alternative.

Der Test beim Standard.at ist relativ spät. Die Ankündigung ist aber schon länger her

http://derstandard.at/134828590... n-E-Reader

Der Kindle (Paperwhite kenn ich nicht) hat das "weißere" display, aber sonst halt ich den Kobo & den Bookeen für überlegen.
Aber nachdem man für den Kobo einen Account anlegen muss um ihn zu aktivieren (zumindest für den Vorgänger vom Glo) bin ich nicht wirklich davon überzeugt.

das perry rhodan abo am ereader ist aber nur der halbe spass, der echte fan raeumt daheim die schraenke mit heften / buechern voll.

Eigentlich...

....ist die Rückseite aus Aluminium. Nur der Rand ist aus Plastik. Sollte fast erwähnt werden nachdem dass bei Smartphones immer wieder zum Argument wird.
http://ebook-reader-test.eu/bookeen-c... ssey-test/

Die Schwarzwerte sind nebenbei auch besser als beim Kobo Glo.
http://cme.at/wp-conten... 40x239.jpg

Nein, das ist die Vorgängergeneration (ohne "Frontlight HD"). Jetzt ist auch die Rückseite aus Plastik, wahrscheinlich auch aus Gewichtsgrunden. Ich finde es egal.

hm

weil ich weiter unten wegen augen-schädlichkeit beim lesen von büchern übers pad gelesen habe. dann müsste auch ganz normale büroarbeit verboten werden wegen zerstörung der augen. ich kann auch auf einem normalen pad oder am smartphone super bücher lesen. das smartphone benütz ich sogar zu 70% nur zum Bücherlesen, hätte keine Augenprobleme feststellen können. Auch wenn womölglich dieses Display wirklich gut zum Lesen ist, stell ich ja gar net in Abrede, aber hatte noch nie Probleme beim Lesen über LCD Display etc.

Was lesen Sie denn und vor allem wieviel?

LCD Display?
Wußte nicht dass ein Display nach mir benannt wurde.
Wofür steht nochmal das "D" in "LCD"?

augen können beim lesen von was auch immer nicht geschädigt werden.

vielleicht werden die augen je nach lese quelle schneller oder langsamer müse, sonst nix.

hm

ich weiß nicht. hol mir die bücher am liebsten über amazon, sehe den vorteil auch eher daran, dass ich alle meine bücher immer dabei hab, deshalb am samsung galaxy1... liest sich dort prima... das teil wäre wohl für mich net das beste, zumal ichs net mag, wenn der einband schwarz/weiss dargestellt ist... display vorteile hin oder her, strom-vorteile hin oder her. ein pad könnt ich mir aber schon vorstellen. wie schaut es denn aus, wenn man ein buch auf 2 geräten haben will? ist das problematisch?

Im iTunes Book Store kannst Du Dein Buch auf 5 Geräten mit Deinem Account haben.
Weiß es zwar nicht, aber wird wahrscheinlich bei Amazon so ähnlich sein.

hm

hi danke, cool... die frage ist noch, wie weit die abstimmung über online account geht, was positionsauswahl betrifft... für mich entscheidend, ob ich mir mal wirklich ein größeres gerät gönne. pad oder ebook-reader, der dann aber von amazon sein müsste, weil ich nur dort bücher bestellen werde, auch zukünftig und andere ausnahmebücher eh konvertieren kann.

bei Amazon ist es so, dass du die eBooks auf allen Geräten, bei denen du mit deinem Account angemeldet bis, lesen kannst.

Dabei ist es egal ob es sich um Kindle's, Tablets, Win oder OSX Laptops oder Desktos mit der Kindle App handelt.

Über Wispernet wird zwischen den einzelnen Geräten synchronisiert. Das heisst du liest z.B. am Kindle und wenn du das Buch später auf deinem iPad/Nexus etc. öffnest liest du dort weiter wo du am Kindle aufgehört hast.

Wispernet kann man auch deaktivieren. Wenn du z.B. mit deinem Partner einen gemeinsamen Amazon Account verwendet und beide das selbe Buch lest, dann ist Wispernet hinderlich.

Hoffe das beantwortet eine deiner Fragen.

cu

Du kannst dir über die Kindle App das Buch auf den PC, Tablets (auch Ipad) und Smartphone holen. Auf andere Reader als den Kindle aber nicht, weil die dessen Format nicht lesen können (ausser du spielst mit calibre und anderer Software herum).

Du kannst von jedem Device aus (Android, iOS) auf den Amazon Bookstore sehr bequem und ohne Unterschiede zugreifen.
Also Deine Wahlmöglichkeit ist sehr groß ;-)

Posting 1 bis 25 von 222
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.