Abdullah-Zentrum: "Eine Organisation wie IWF und Weltbank"

Maria Sterkl
12. November 2012, 16:57
  • Hier, im prominenten Palais Sturany am Wiener Schottenring, wird das Abdullah-Zentrum residieren.
    foto: cremer

    Hier, im prominenten Palais Sturany am Wiener Schottenring, wird das Abdullah-Zentrum residieren.

Interreligiöses Zentrum noch ohne Budget - Steuererleichterungen in Wien - Kultusgemeinde: "Wir warten ab"

Am 26. November wird das König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog (KAICIID) mit einem Festakt in der Wiener Hofburg eröffnet. Das Zentrum, das zum Großteil vom Königreich Saudi-Arabien finanziert wird und sich in den nächsten Wochen an prominenter Adresse am Wiener Schottenring niederlassen soll, hat im Vorfeld für einige Kritik gesorgt. Das offizielle Ziel des interreligiösen Dialogs werde nur vorgeschoben, hieß es immer wieder, in Wahrheit gehe es um machtpolitische und ökonomische Interessen.

"Stolzes" Wien

Am Montag versuchte das österreichische Außenministerium zu beruhigen. In einem Hintergrundgespräch hieß es, Wien sei stolz, den Amtssitz des Zentrums beherbergen zu dürfen. Wie viel Geld die Republik für das umstrittene Zentrum aufwenden wird, ist noch unklar - zumal es noch nicht einmal ein Budget für das in 14 Tagen zu eröffnende Zentrum gibt. "Erst muss man schauen, wie viel Geld gebraucht wird, und dann wird man schauen, dass man die Geldmittel bekommt", heißt es im Ministerium.

Es gibt nämlich keinen Finanzierungsschlüssel, das Budget speist sich laut Ministerium aus "freiwilligen Spenden". Für die ersten drei Jahre habe jedoch das Königreich Saudi-Arabien eine Finanzierungszusage gegeben. Anders gesagt: Das KAICIID-Management sagt, wie viel es braucht, und die Saudis zahlen. In späteren Jahren könnte die Finanzierung jedoch auf breitere Beine gestellt werden, man denke an die Aufnahme weiterer Vertragspartnerländer aus Afrika und Asien. Bislang sind Saudi-Arabien, Spanien und Österreich Vertragspartner, der Vatikan hat Beobachterstatus.

Steuererleichterungen

Das Zentrum wird jedenfalls eine Reihe steuerlicher Begünstigungen in Anspruch nehmen dürfen. Denn, so ein Ministeriumsvertreter: "Das ist eine Organisation wie Währungsfonds und Weltbank" - und internationale Organisationen seien üblicherweise von einigen Steuerleistungen ausgenommen. Laut Ministerium sind Teile der Grundsteuer und der Umsatzsteuer nicht zu bezahlen, zudem seien die Angestellten des Instituts einkommensteuerbefreit. Nicht davon betroffen ist Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner: Die heutige Vizesekretärin des Abdullah-Zentrums ist dieser Funktion wie berichtet als Richterin zugeteilt, ihr Gehalt wird also vom österreichischen Staat bezahlt. Das KAICIID hatte darum angesucht.

Zur Kritik, das saudische Regime sei angesichts der dortigen Menschenrechtsprobleme und der Unterdrückung religiöser Minderheiten kein glaubwürdiger Partner für interreligiösen Dialog, heißt es im Außenministerium: "An den Früchten soll man sie messen."

Ähnlich sieht das die Israelitische Kultusgemeinde in Wien. "Wir warten ab", sagt Raimund Fastenbauer, Generalsekretär der IKG, auf derStandard.at-Anfrage. "Was interreligiösen Dialog betrifft, sind wir immer aufgeschlossen." Fastenbauer lässt jedoch auch Skepsis durchblicken, was das Engagement der Saudis betrifft: "Ob diese Konstellation die beste ist, muss erst bewiesen werden. Dialog darf jedenfalls nicht dazu führen, dass Menschenrechte vergessen werden." (Maria Sterkl, derStandard.at, 12.11.2012)

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Wie viel Geld die Republik für das umstrittene Zentrum aufwenden wird, ist noch unklar

??? verstehe nich wieso die republik etwas zahlen soll???

Büttel der Terroristen

Frau Bandion als Büttel der Terroristen. In den arabischen Ländern gibt es Null bürgerliche oder religionsfreiheiten. Schämen Sie sich diesen Job zu machen! Sie leisten der Islamisierung Vorschub!

Und welche Dialoge werden da geführt?

Wer das dümmere Schaf ist?
Wer den blutrünstigeren unsichtbaren Freund hat?
Wer die reaktionäreren Ansichten hat?
Wer mehr Menschen aufm Gewissen hat?
Wer mehr Minderheiten unterdrückt?

"Eine Organisation wie IWF und Weltbank"

und daran ist genau WAS gut?

die frage ist viel eher FÜR WAS ist diese zentrum gut?

was kommt noch?

die vladimir putin stiftung für pressefreiheit?
das ronald reagan institut für marxismusforschung?
der alice schwarzer e.v. für männerrechte?

Das Todd Akin Institut für Frauengesundheit.

Ich verstehe nicht,

was "interreligiöser Dialog" bringen soll.

Die säkularen Religiösen sind eh kein Problem - mit denen muss man keinen großartigen Dialog führen, weil in wesentlichen Punkten ohnehin Einhelligkeit besteht.

Und mit Fundis braucht man auch keinen Dialog führen, weil das absolut sinnlos und Zeitverschwendung ist.

Verstehe die vielen GRÜNEN Balken......

nicht. Es geht doch hier um WIRTSCHAFT/CASH für u.a. Österreich. Bin auch in einer Firma tätig die menschenrechtsverletzenden Saudis in den Po kriecht, anstatt auf Geschäfte zu verzichten. MONEY MAKES THE WORLD GO ROUND. Spei und Kotz. Zur Anmerkung viele, viele der Grünen Balken sind von mir. Danke auch an ALLE für die RICHTIGEN und SUPERPOSTINGS !!!!!!!

möchte bitte

auch, dass meine firma als internationale organisation anerkannt wird...

Warum macht Österreich das?

einfach mal religiösen folterdikaturfanatikern eine luxusadresse in der innenstadt geben und es als kulturaustausch deklarieren....geht euch noch???

Wenn schon kein katholischer Gott dann wird der ÖVP auch Allah recht sein......hauptsach irgendeiner und ein Pöstchen für Bandion-Ortner. Mit und ohne Nikab.

Warum sind zu solchen Themen immer die Grünen auf Tauchstation. Wenn irgend einer einen kleinen rechten Furz lasst, ist ja bei den Grünen auch die Empörung Riesengroß. Genauso wie die mahnenden Worte unseres HBP!

falls Ihnen was entgangen ist...

die grünen waren die einzigen, die immer und überall gegen dieses zentrum gestimmt haben.

"Standard-Anfrage"

Dem Zentrum kann man durchaus kritisch gegenüber stehen. Aber warum ist dazu , nach dem Aussenministerium, die Meinung der Israelitischen Kultusgemeinde maßgeblich ? Besondere Beziehungen hierorts zu den Saudis ?
2.post

Zufällig geht's hier (offiziell) um ein Zentrum für interreligiösen Dialogs - mir fielen da mehrere Gründe ein, warum das die IKG betreffen sollte.

Umgehend abschaffen

Diese Organisation braucht niemand in diesem Land, ebensowenig bin ich bereit mit meinen Steuerzahlungen Schwachsinn dieser und ähnlicher Art mit zu finanzieren (zum Beispiel die Gage von Frau Ex Ministerin C.B.O.).

"König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog"

Dialog beruht auf Gegenseitigkeit.

Ein echter Dialog würde bedeuten, daß auch Christen in Saudiarabien ihren Glauben frei ausleben können.

Das ist aber keineswegs der Fall.

Deshalb müßte das Zentrum "König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen MONOLOG" heißen.

WAHNSINN

ein saudi-arabisches Zentrum mitten in der Stadt, mit Eröffnung in der Hofburg. Mir fehlen die Worte.

Dagegen sind sogar die Schmissgesicher, die jährlich in der Hofburg tanzen, ein richtiger Lercherlschas.

in saudiarabien hätte die bo ihre busspur auch nicht bekommen. weil frauen nicht autofahren dürfen

Hat diese Dame auch nur einen Funken Anstand?

falsch verstandener Säkularismus

gibt Steuerleichterungen und sonstige Privilegien für Religionen. Wirklicher Säkularismus kennt keine wie auch immer geartete Privilegien für dieses Privatvergnügen. Egal, ob Christen, Juden oder Moslems.

Wo bitte ist denn in Österreich Säkularismus zu finden?

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