Stermann & Grissemann entschuldigen sich bei Alaba

  • Alaba drohte dem ORF mit einer Klage.
    foto: apa/andreas pessenlehner

    Alaba drohte dem ORF mit einer Klage.

Für Satire-Beitrag in "Willkommen Österreich" - "Distanzieren uns von jeglicher Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund von Herkunft oder Hautfarbe"

Das Kabarettisten-Duo Dirk Stermann und Christoph Grissemann entschuldigt sich beim Fußball-Star David Alaba für einen "Willkommen Österreich"-Beitrag. "Es tut uns sehr leid, dass sich David Alaba von unserem satirischen Beitrag rassistisch angegriffen fühlt und in seinen Gefühlen verletzt wurde", erklärten Stermann und Grissemann am Freitag in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Alaba hatte nach Medienberichten angekündigt, wegen des satirischen Beitrags rechtlich gegen den ORF vorgehen zu wollen. In der "Willkommen Österreich"-Ausgabe vom 2. Oktober waren Stermann und Grissemann als Alaba und Frank Stronach zu sehen. Die von Grissemann persiflierte Kunstfigur Stronach ließ sich dabei über rassistische Klischees wie Bananen, Hautfarbe und soziale Herkunft aus.

ORF distanziert sich von "Ausgrenzung und Diskriminierung"

Der Beitrag schlug in Deutschland mediale Wellen, und der Sportler erhielt auch Unterstützung von seinem Klub Bayern München. "Im gesamten europäischen Fußball und in allen Ligen wird der Rassismus ausdrücklich geächtet und bekämpft", erklärte etwa Bayern-Sprecher Markus Hörwick. "Wir alle unterstützen diesen Kampf. Und dann passiert so etwas. Ich finde das geschmacklos. In Deutschland wäre so etwas unmöglich, das sollte es auch in Österreich sein. Der FC Bayern wird seinen Spieler schützen."

Der ORF entschuldigte sich für den Vorfall, sah in dem Beitrag aber keinen rechtlichen Verstoß und keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte Alabas. "Wir - und auch das gesamte Team - distanzieren uns von jeglicher Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund von Herkunft oder Hautfarbe. Dieser Beitrag war ausschließlich auf die politischen Ambitionen von Frank Stronach gemünzt", so Stermann und Grissemann. "Wenn dieser Beitrag missverständlich aufgenommen werden konnte, dann möchten wir uns auch dafür aufrichtig entschuldigen und würden uns über eine persönliche Aussprache sehr freuen, denn wir schätzen David Alaba auf- und abseits des Rasens sehr."

Auch ORF-Kommunikationschef Martin Biedermann meldete sich zu Wort: "Nichts liegt dem ORF ferner, als irgendjemanden rassistisch zu beleidigen. Die Satire wurde offenbar missverstanden, und wir entschuldigen uns dafür, denn es zählt das, was ankommt und nicht, was intendiert war. David Alaba ist einer der erfolgreichsten österreichischen Sportler, auf den wir - wie ganz Österreich - sehr stolz sind."

ÖFB zeigt keine Toleranz gegenüber Satire

Fast zeitgleich hat am Freitag der Österreichische Fußballbund (ÖFB) eine solche öffentliche Entschuldigung von Stermann und Grissemann sowie vom ORF gefordert. Der "beleidigende Umgang" mit Alaba in der ORF-Show "Willkommen Österreich" sei - wenngleich als Satire gedacht - "nicht zu tolerieren". Laut Fußballbund-Präsident Leo Windtner seien der ÖFB und seine Mitglieder "umfassend bemüht, die Themen Integration und Migration im und mit Fußball bestmöglich zu lösen". Besonders im Fußballsport sei schon vielfach bewiesen worden, wie gut Integration funktioniert. "Solche Beiträge sind absolut entbehrlich und der Fußballsport darf nicht als Steigbügelhalter für derartige Verfehlungen verwendet werden", so Windtner.

ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig forderte deshalb eine "offizielle Entschuldigung, da wir Null Toleranz dafür haben, dass in einem öffentlichen Medium rassistische Äußerungen in Verbindung mit dem Fußball Raum erhalten". Der ÖFB wies auch darauf hin, dass man bereits unmittelbar nach der Ausstrahlung der Sendung Anfang Oktober den ORF zweimal ersucht habe, den Beitrag auf allen Plattformen zu entfernen, auf welche der ORF Zugriff hat. (APA, derStandard.at, 2.11.2012)

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