TV-Debatten, die Geschichte schrieben

Ansichtssache
3. Oktober 2012, 15:56

Die Zeitrechnung der Fernsehdebatten beginnt 1960 mit dem Duell Nixon gegen Kennedy. Damit war ein neues TV-Format erfunden und Wahlkämpfe waren nie mehr so wie zuvor.

Am Dienstagabend stand eine neue Runde an: US-Präsident Barack Obama traf im Fernsehstudio auf seinen republikanischer Herausforderer Mitt Romney. Analysten zufolge hat Letzterer besser abgeschnitten, grobe Patzer hat sich aber keiner der beiden geleistet. 

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1960: Nixon - Kennedy: Eine schweißtreibende Angelegenheit

Die Schweißperlen auf der Stirn von Richard Nixon waren entscheidend: Der Kandidat der Republikaner wirkte 1960 bei der ersten TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten im Vergleich zu seinem Herausforderer John F. Kennedy unsicher, überfordert und wenig eloquent. 

Nixon hatte abgelehnt, sich für den Fernsehauftritt schminken zu lassen und anscheinend auch die Hitze der Scheinwerfer im Studio unterschätzt. Er wischte sich während der Sendung öfter mit einem weißen Stofftaschentuch den Schweiß von der Stirn. Ein Bild das bei den Wählern nicht gut ankam. Nixon verlor die Wahl gegen Kenndy.

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Gibt es da eigentlich irgendein überliefertes Zitat, wie Nixon das Schminken ablehnte?
Also die Worte "sch..ß Schw...tel" fielen dabei sicher!

...und sicher auf deutsch...

Wieso? Sind die nicht alle auf Deutsch?
Bild 2: Ford sagte: "Es gibt keine Dominanz der Sowjetunion ..."
Bild 4: ..., antwortete er folgendermaßen: "Ich werde die Frage des Alters nicht zum Thema ..."
Bild 5: "Sie sind kein Jack Kennedy."

Aber nein! Den Gegenbeweis liefert Reagan - sowieso der einzig wahre Amerikaner - "There you go again." und "Are you better off than you were four years ago?" - immerhin zwei Sätze auf Englisch!

[as predicted] [US2012]

wie sich leider schon abgezeichnet hat (siehe unten) war Romney im Ggs zu Obama tiptop vorbereitet, und hat Obama auf dem falschen Fuß erwischt :-( Bei Obama bekam man den Eindruck, ihm war die ganze Diskussion zuwider und er würde am liebsten gar nicht dort stehen wollen.

Nicht zu vergessen

...der zweite Bush, bei dem vermutet wurde WIFI zu benutzen um ihm beim Antwohttp://www.theregister.co.uk/2004/10/1... ching/rten zu helfen :)

[US2012] [img]

fehlt eindeutig in der Anssichtssache:
http://images.theage.com.au/2008/10/1... -420x0.jpg
(Obama vs McCain)

Slip of the tongue: John McCain reacts after almost leaving the stage the wrong way following his debate with Barack Obama. Photo: Reuters

[prediction] [US2012] Auch wenn mir Romney/Republikaner ideologisch nicht liegen, sage ich vorraus, dass Romney überraschend gewinnen wird.

.
Gründe:

• US-Medien lieben die Wahlkampf-Show und werden Romney als Sieger verkünden damit das Rennen weiter spannend bleibt.

• Obama hält brillanten Reden und Wahlkampfauftritte - alle vorbereitet und mit Teleprompter. Aber in ITVs und Debatten zögert, pausiert und stottert[1] er viel, ist zu langwierig und professorhaft - und dabei für die weniger gebildeten Schichten zu kompliziert.

• Romney hat schwach begonnen, aber im Laufe der 20 Debatten sehr viel gelernt. Es gab Momente, wo er Newt und Santorum wirklich fertig machte.

• Obama scheint die Vorbereitung auf die leichte Schulter zu nehmen: Er ist ohnehin last-minute Lerner und selbst den 3-tägigen Intensivkurs schwänzt[2] er zum Teil.

die debatten sind ja mittlerweile reine pathethische wählermobilisierung. angriff und polemik sind mittlerweile eine aufgabe der "superpacs", die kandidaten sollen sich ja nach möglichkeit die finger nicht schmutzig machen.

der dukakis hätt viel besser ausgschaut ... und schöneres englisch auch..

ich frage mich ernsthaft, ob reagan wirklich so schlagfertig und rhetorisch versiert war, oder ob er von seinen beratern bereits auf jedes mögliche detail vorbereitet wurde.

Demokratie funktioniert einfach nicht

Wie diese Beispiele eindrucksvoll beweisen: Ein Blick auf die Uhr oder das Abwischen der Stirn sind wichtiger als jedes andere Argument.

[direkte Demokratie]

JA, aber Sie sprechen von indirekter Demokratur, nicht von Demokratie.

In einer echten Volksherrschaft wird eben nicht über Uhren abgestimmt oder zwischen mehr oder weniger korrupten Politikern abgestimmt sondern über Inhalte.

Ich frage mich halt warum das Volk über Inhalte abstimmen sollte. Das Volk hat keine Ahnung und denkt immer sehr kurzfristig und auf sich konzentriert. Es kann auch gar keine Ahnung haben.

Hast du z.B viel Pensionäre werden deren Themen als wichtig erachtet, aber kein langfristiges Denken...

Die Leute die gewählt werden, werden ja genauso von DIESEM Volk gewählt, welches sich am Ende drüber aufregt es wären nur Idioten an der Macht...

was schlagen sie stattdessen vor?

Zensuswahlrecht.

Der durchgefütterte Pöbel hat keine Stimme.
Wer keine Steuern zahlt wählt auch nicht.

klar, eine neue klassengesellschaft ist das was wir brauchen...

das ist wie mit Paarbeziehung.
Sekundenbruchteile entscheiden, ob Du im Bindungsreservoir der Frau Anteile hast

menschen sind so. deswegen kann man aber noch immer nicht behaupten, dass demokratie nicht funktioniert. man hat ja in jedem fall zumindest die möglichkeit, auch inhalte, argumente und parteiprogramme zu berücksichtigen. und man kann sich noch immer für das "kleinere übel" entscheiden, wenn man sonst gar nichts findet, mit dem man sich identifizieren kann.
in nordkorea, im iran oder somalia (und vielen anderen staaten) dürfen die menschen davon höchstens träumen.
deswegen ist demokratie das beste, was wir haben. demokratie ist unser wertvollstes gut. sie ist heilig!

Naja, so wird es zumindest vom Standard dargestellt.
Dass das Auftreten eine entscheidende Rolle spielt möchte ich nicht bestreiten, allerdings macht sich dieses Bild eines Politikers bereits über Monate hinweg am Auftreten im Wahlkampf fest, nicht bloß anhand eines TV-Duells.

Wiedermal ein toller Artikel vom Standard. Danke!

das nixon cordoba

nervt mittlererweile schon. hat doer hoerr roedaktoer nix besseres auf lager?

möchte

gerne strosack gegen faymann + spindelegger und strache sehen - das wird lustig.

ehrlich? wir stehen kurz davor dass ein gelangweilter millardär mit wiren wirtschaftsansichten (siehe ard auftritt) ins parlament kommt und sie freuen sich auf tv debatten ?

Und erst Stronach gegen Strache... Ist das nur morbid oder doch schon pathologisch, wenn man sich darauf freut?

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