Nach Betriebsstörungen: Sofortmaßnahmen für Wiener U-Bahn-Linie U4

  • Kurzfristige Instandhaltungsarbeiten an der U4-Trasse sollen die gröbsten Mängel beheben, die Wiener Linien tüfteln aber auch an langfristigen Modernisierungsmaßnahmen.
    foto: apa/helmut fohringer

    Kurzfristige Instandhaltungsarbeiten an der U4-Trasse sollen die gröbsten Mängel beheben, die Wiener Linien tüfteln aber auch an langfristigen Modernisierungsmaßnahmen.

Auch groß angelegte Modernisierung geplant

Wien - Die Performance der störungsanfälligen Wiener U-Bahn-Linie U4 soll verbessert werden. Nach einem Bericht von derStandard.at sind die Wiener Linien am Montag mit einem Sofortmaßnahmenpaket an die Öffentlichkeit getreten. So wird etwa das Schotterbett der Gleise neu aufgearbeitet. Auch eine Generalsanierung ist angedacht: Demnächst wird geprüft, wie eine groß angelegte Modernisierung - nach Vorbild der U1 - aussehen könnte, berichteten die zuständige Stadträtin Renate Brauner (SPÖ) und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer am Montag im Gespräch mit Journalisten.

In den vergangenen Wochen und Monaten war die U4, die von Hütteldorf quer bis nach Heiligenstadt fährt, immer wieder von Störungen betroffen. Tatsächlich fiel die "grüne" Linie auch in der Statistik zurück. Während die Gesamtpünktlichkeit der Wiener Untergrundbahn bei 99,3 Prozent liegt, hat sie sich bei der U4 zuletzt auf knapp unter 99 Prozent verschlechtert, wie Steinbauer berichtete. Dies liege, so wurde betont, unter anderem am hohen Alter der Anlagen der ehemaligen Stadtbahn, auf deren Trasse die U4 unterwegs ist.

Untergrundverdichtung

In den nächsten Tagen wird nun zum Beispiel das Schotterbett bearbeitet. Zum Verdichten des Untergrundes setzen die Verkehrsbetriebe eine Gleisstopfmaschine ein. Außerdem werden jene neue U-Bahn-Garnituren des Typs "V-Wagen", deren Lieferung demnächst ansteht, vorrangig auf der U4 eingesetzt. Sie sind der Ersatz für die betagten Silberpfeilwaggons. Mittelfristig werden auch Baumaßnahmen gesetzt: Stellwerke werden modernisiert, ein Betriebsbahnhof erweitert.

Doch auch jene Störungen, die nicht von einem technischen Gebrechen verursacht werden, sind im Visier. So werden Mitarbeiter in den Stationen präsenter sein, um bei kleineren Vorfällen wie ein fälschlich gezogener Notbremsgriff oder ein Rettungseinsatz im Zug schneller eingreifen zu können. Die Kosten für das Paket werden laut Steinbauer rund 60 bis 80 Millionen Euro betragen, wobei die neuen V-Züge, die ja auch auf anderen Linien unterwegs sein können, nicht berücksichtigt sind. Eine Umsetzung der Maßnahmen soll in den nächsten zwei bis vier Jahren erfolgen.

Definitiv ein längerfristiges Projekt ist die groß angelegte U4-Modernisierung. Diese soll nicht nur die grundlegende Erneuerung der Anlagen umfassen, sondern auch den Neubau von Weichen. Solche seien nötig, damit schadhafte Züge nicht einen gesamten Streckenabschnitt blockieren, hieß es. Ähnlich wie bei der jüngst sanierten Linie U1 könnte auch die U4 im Rahmen dieser Arbeiten zeitweise eingestellt werden. Wann dies der Fall sein wird, ist jedoch noch völlig offen: Einen Zeit- oder Kostenplan für die U4-Modernsierung gibt es nämlich noch nicht. (APA/red, derStandard.at, 1.10.2012)

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