Andreas Gabalier: "Ich war die starke Schulter für enttäuschte Mädchen"

Porträt |
  • In der HAK interessierte sich Gabalier sehr für Marketing. Sein Schulwissen half ihm bei der Kreation seiner Marke.
    foto: andreas gabalier homepage

    In der HAK interessierte sich Gabalier sehr für Marketing. Sein Schulwissen half ihm bei der Kreation seiner Marke.

  • Der Volks-Rock-'n'-Roller in voller Montur in der ausverkauften Wiener Stadthalle im Mai 2012.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Der Volks-Rock-'n'-Roller in voller Montur in der ausverkauften Wiener Stadthalle im Mai 2012.

Der Volks-Rock-'n'-Roller über Schulschwärmereien, seine ersten Cowboystiefel und Instrumentalunterricht in der Schule

Kernöl-Elvis, Land-Rammstein oder die Jeanne d'Arc der Entideologisierung der Volks- und Schlagermusik: Das Phänomen Andreas Gabalier hat viele Namen. Er selbst bezeichnet sich gerne als Volks-Rock-'n'-Roller, um zu unterstreichen, dass er volkstümliche Musik mit Austropop- und Rockelementen verknüpft. 

Instrumentalunterricht

Seine Liebe zur Musik entdeckte Gabalier durch seine Mutter. Wie seine vier Geschwister durfte auch Gabalier bereits in jungen Jahren ein Instrument spielen. Auf Wunsch der Mutter lernte der Grazer mit französischen Vorfahren in der Volksschule Klavierspielen. Mit 14 Jahren kaufte er sich eine Westerngitarre und begann, Austropop zu spielen.

Besonders sein Musiklehrer Ernst Pozar förderte sein musikalisches Talent. "Von ihm habe ich auch meine ersten Cowboystiefel bekommen", sagt Gabalier mit einem Zwinkern.

Karriere als Musiker

Sein Debütalbum veröffentliche Gabalier 2009. Drei Jahre und zwei Alben später hat er 700.000 Alben und Singles verkauft und zwölfmal Platin bekommen.

Der Hit "I sing a Liad für di" hält sich seit zwei Jahren in den österreichischen Charts und ist gemessen an den Platzierungen die erfolgreichste Single aller Zeiten.

Schulzeit

Zunächst besuchte Gabalier das Bundesrealgymnasium Petersgasse in Graz. Nach einer Ehrenrunde wechselte er an die Musikhauptschule Ferdinandeum. Daran denkt Gabalier noch heute mit einem Schmunzeln zurück: "Ich war ein durchschnittlicher Schüler, und Hauptsache durch."

Die Hausübungen nahm er manchmal auf die leichte Schulter und vertraute dabei auf seine Kollegen: "Geholfen haben mir hin und wieder nette Mitschüler. Und das meistens in der Pause vor der nächsten Unterrichtsstunde", erzählt Gabalier. Für sein weiteres Leben hat er dennoch "genug mitgenommen", meint er: "Schule ist nicht immer alles, aber auf jeden Fall wertvoll."

Marke Volks-Rock-'n'-Roller

In der Musikhauptschule mochte Gabalier besonders den Englischunterricht. "Später in der Handelsakademie gefiel mir dann Marketing und der Turnunterricht." Seinen Marketingprofessor schätzt Gabalier auch heute noch sehr für seine Professionalität als Lehrer.

Die Worte dieses "coolen Professors" haben Gabalier inspiriert: "Sein Leitspruch blieb mir immer in Erinnerung: 'Besser Erster als Besser'." Bei der Kreation seiner Marke griff der Volks-Rock-'n'-Roller auf sein Schulwissen zurück. So entstand auch die Idee für sein Gimmick, ein rot-weiß kariertes "Schnäuztücherl", das er als Erinnerung an seinen Großvater immer auf der Bühne dabeihat.

Bei Fans ist das Stofftaschentuch als Accessoire sehr beliebt. Bei Konzerten, etwa auch vergangenen Samstag am Wiener Heldenplatz, hat Gabalier gleich mehrere Stofftaschentücher um sein Handgelenk gebunden. Diese wirft er dann - nicht, ohne sich damit vorher den Schweiß von der Stirn zu wischen - in die Menge.

Schulschwärmereien

"Ich bin gerne in die Schule und auch gerne wieder nach Hause gegangen", sagt Gabalier. Die Mädchen seien ihm damals nicht zu Füßen gelegen: "Da waren nur Schulschwärmereien. Ich war die starke Schulter für enttäuschte Mädchen", erzählt der Musiker mit der Elvis-Tolle. 

Bevor Gabalier in der Musikbranche durchstartete, belegte er an der Karl-Franzens-Universität Graz einen Schnupperkurs in Jus. Mehr wegen der schönen Mädchen als des Studiums wegen, wie der Künstler in mehreren Fernseh- und Radiointerviews grinsend sagt. (Lisa Winter, derStandard.at, 27.9.2012)

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