Ainol Fire: Nexus 7-Alternative für Sparfüchse im Test

Georg Pichler
30. September 2012, 10:00

Siebenzöller aus China mit schwächerer Hardware, dafür mit microSD, HDMI, zwei Kameras und USB-Hostfunktion

Der chinesische Hersteller Ainovo ist nicht nur dabei, außerhalb der Volksrepublik - unter anderem in Südkorea - zu expandieren, sondern hat seine bereits sehr breit aufgestellte "Novo 7"-Tabletserie um ein weiteres Modell erweitert. Dieses wird unter den Namen "Fire" und "Flame" vertrieben und stellt den Spezifikationen nach eine interessante Alternative zum "Nexus 7" dar. Wir haben das Gerät einem Test unterzogen.

Standard-Ausstattung, Samsung-Flair

Das Ainol Fire kommt in netter Verpackung daher und bringt neben dem eigentlichen Gerät auch ein MicroUSB-Kabel für den Anschluss an den Rechner, Kopfhörer und ein Ladegerät mit. Zudem war für die Verwendung in Europa ein entsprechendes Adapter für das Ladegerät beigelegt. Das Testmuster wurde uns zur Verfügung gestellt von MeriMobiles.com.

Das 330 Gramm leichte Tablet ist solide verarbeitet, lediglich die Rückseite gibt minimal nach. Das Cover besteht großteils aus Aluminium, nur der Rand mitsamt der drei Tasten (Lauter, Leiser, Ein/Aus) ist aus Plastik. Von der Aufmachung erinnert das "Fire" etwas an Samsung-Geräte.

Brauchbares Display

Verbaut ist ein sieben Zoll großes IPS-Display, die Auflösung liegt mit 1.280 x 800 exakt auf dem Niveau des Nexus-Pads. Einem AMOLED-Screen ist der Bildschirm zwar unterlegen, die Darstellung ist aber nichtsdestotrotz auch bei spitzeren Betrachtungswinkeln gut. Bei Sonnenlicht spiegelt die Oberfläche leider stark. Sie ist auch sehr empfänglich für Fingerabdrücke.

Die integrierten Lautsprecher klingen Tablet-typisch eher mau, die Ausgabequalität über den Klinkenausgang ist gut. Man sollte allerdings andere Ohrhörer verwenden, denn die mitgelieferten überzeugen nicht.

Kein Performancewunder

Unter der Haube werkt eine mit 1,5 GHz getaktete ARMv7-CPU mit zwei Kernen auf Basis der Amlogic8726-M6-Plattform. Für Grafikbeschleunigung zeichnet die mittlerweile nicht mehr ganz aktuelle Mali-400 GPU verantwortlich. Das System verfügt über einen GB Arbeitsspeicher. In Sachen Leistung ist das "Fire" dem "Nexus 7" hier recht deutlich unterlegen. Der Quadrant-Benchmark weist im Gesamtdurchlauf etwa 3.600 Punkte für das Gerät aus. Auch softwarebedingt - die vorinstallierte Android-Version 4.0.4 scheint noch nicht ausreichend optimiert zu sein und ruckelt ab und an - ist da noch Luft nach oben.

Der zweite umfassende Benchmark, AnTuTu, spuckt rund 7300 Zähler aus. Im BaseMark Taiji ES 2.0 erreicht das Gerät im Schnitt 15,5 Frames pro Sekunde und liegt damit auf einem Level mit dem ersten Iconia Tab 10.1 von Acer. Der relativ aufwendige Gratis-Shooter Dead Trigger läuft trotz automatischer Voreinstellung auf "niedrig" mit mittleren Details flüssig. Zu erwähnen ist, dass das Pad bei Last auf der linken, unteren Seite sehr warm wird,

Im Browsing-Benchmark "Vellamo" erzielt das Pad 1.500 Zähler, dies entspricht der Performance des Galaxy S2-Smartphones von Samsung. Bei Google Octane schafft das Tablet unter Chrome einen Score von 1.274, eine Vergleichstabelle steht hier noch nicht zur Verfügung. Multimedia-Wiedergabe ist generell kein Problem. 

China-Apps, Interface

Was Nutzer, die mit China-Importen noch wenig Erfahrung haben, eventuell irritieren wird, sind einige vorinstallierte Apps, wie etwa der QQ-Messenger. Da es sich um Systemapplikationen handelt, können diese nicht deinstalliert, wohl aber deaktiviert werden und starten somit nicht mehr nach dem Hochfahren. Eine seltsame Entscheidung ist zudem die Verwendung des Tablet-Interfaces in Verbindung mit einem hoch eingestellten Dichtewert. Dies führt zu relativ kleinen Icons und Menüpunkten, was die Bedienung zuweilen unnötig verkompliziert.

Market-Problem, Firmware-Update

Weitaus ärgerlicher ist, dass vereinzelte Apps im Play Store als inkompatibel gelistet werden. Dies betrifft beispielsweise den bereits erwähnten Chrome-Browser, der nach manueller Installation via APK-Datei aber problemlos läuft, sich aber nicht aus dem Store aktualisieren lässt. Für das "Fire" gibt es mittlerweile auch alternative Firmware, die auf Cyanogenmod basieren dürfte und das Problem behebt.

Der Hersteller selbst hat für seine aktuellen Tablets ein Update auf Android 4.1 "Jelly Bean" versprochen. Die neuen Versionen können ausschließlich manuell eingespielt werden, ein Over-The-Air-Feature steht nicht zur Verfügung.

USB-Host

Das Fernost-Tablet zeichnen vier Features aus über die das "Nexus 7" nicht verfügt. Der USB-Anschluss lässt sich im Host-Modus nutzen. Damit ist etwa der Anschluss externer 3G-Modems möglich. Ins Internet geht das Gerät ansonsten per n-WLAN-Modul, dessen Empfangsstärke leider enttäuscht. Dazu ist eine Bluetooth 2.1-Schnittstelle integriert.

Zwei Kameras, HDMI und microSD

Neben der zwei Megapixel starken Frontkamera, die bei guter Beleuchtung passable Qualität für Videochats liefert, steht auch ein rückseitiges Aufnahmegerät mit fünf Megapixeln und LED-Blitz zur Verfügung. Wie sinnvoll ein solches Feature auf einem Tablet ist, muss wohl jeder für sich beurteilen. Die damit geschossenen Bilder eignen sich dank unterdurchschnittlichem Kontrast und eher blassen Farben bestenfalls als Schnappschüsse.

Der interne Speicher von 16 GB lässt sich im Gegensatz zur Coproduktion von ASUS und Google via microSD-Karte erweitern. Und wer sein Tablet an den Fernseher anschließen möchte, kann dies mit einem microHDMI-Kabel auch tun.

Die Ausdauer des "Fire" ist durchschnittlich. Der 5.000 mAh fassende Akku schafft bei durchschnittlichem Gebrauch fünf bis sieben Stunden Betriebszeit, was ziemlich genau der Herstellerangabe entspricht.

Fazit

Von den Performanceeinbrüchen des Betriebssystems abgesehen bewährt sich das Tablet im Betrieb grundsätzlich. Wer auf die Cutting-Edge-Performance des "Nexus 7" verzichten kann und mehr Wert auf Erweiterbarkeit legt, findet im Ainol-Tablet eine durchaus interessante und preisgünstigere Alternative. Das Gerät wird für etwa 170 Dollar (rund 130 Euro) verkauft, beim Kauf aus China sind allerdings ein paar Guidelines zu beachten. Das "Nexus 7" kostet in der 16 GB-Ausgabe hierzulande 249 Euro. (gpi, derStandardat, 30.09.2012)

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Bei Sonnenlicht spiegelt die Oberfläche leider stark

Offenbar genügt auch Fotographieren.

Georg G. Pichler
01
1.10.2012, 18:39

Fotografieren im Sonnenlicht, um genau zu sein.

Eigentlich scheinen mir sämtliche Tabletts am Markt unausgereift. Ich überlegte im Sommer, mir ein Netbook anzuschaffen, allerdings waren da Tabletts schon eher günstiger, das Konzept wäre ja gut.

Ich habe mir letzlich alle verfügbaren Modell angesehen, überzeugen konnte mich keines. Es mangelt z.t. an den elementarsten Fähigkeiten, u.a. der Möglichkeit, eine externe Tastatur anzuschließen um ernsthaft schreiben zu können. Die Asus-Tabletts, die eine anschließbare Tastatur haben scheinen leider extrem viele Produktionsfehler zu haben.

Wenn es ein billiges chinesisches Tablett mit 10 Zoll gäbe würde Ich es kaufen, da die Modelle anderer (asiatischer) Hersteller ebenfalls nicht ausgereift scheinen.

scho wieder ein klon!

ist es verdammtnochmal nicht möglich dass diese firmen ein eigenes design machen????

nein es geht nicht um runde ecken, nein es geht nicht um glas und alu. es geht darum dass dieses produkt einem andren auf kurze distanz so ähnlich sieht, dass es das selbe sein könnte. und genau mit diesem anspruch wurde produziert. es ahmt das aussehen eines anderen produktes nach um cash zu machen.

Das Aussehen eines Tablets hat sich mittlerweile in den Köpfen eingeprägt...

Man kann keinen Hersteller zwingen, seine Tablets mit Gewalt anders aussehen zu lassen und so Nachteile in Kauf zu nehmen, weil sie dann unverkäuflich sind...

Was willst du bei einem Tablett anders machen, wenn 98% der Frontansicht den Bildschirm ausmachen.

Die Evolution der Pads ist seit Einführung von Touchscreens beendet. und das passierte schon einige Jahre vor dem Apple iPad

und wovon scheint dieses gerät denn nun ein klon zu sein?

Thomas Jefferson

"Kaufe nie unnütze Sachen, weil sie billig sind."

Kaufe nie unnütze Sachen

Albert Einstein

"The thing about quotes on the internet is that you cannot confirm their validity." - Abraham Lincoln

"Wer billig kauft, kauft meistens zwei Mal." - Karl und Theo Albrecht

oder

der geizige zahlt zweimal, der faule geht zweimal. hat sich oft als mehr als richtig herausgestellt....

Benchmarkergebnisse in Zahlen ohne Vergleiche zu Ergebnissen von anderen Tablets sind eher sinnlos.

Georg G. Pichler
00
1.10.2012, 09:45

Das ist grundsätzlich richtig, leider verweigerten sowohl Quadrant als auch Antutu zum Testzeitpunkt die Anzeige von anderen Produkten in ähnlichen Punktebereichen (Quadrant lieferte nur die bescheidene Liste von voreingespeicherten Geräten). Wenigstens beim BaseMark hat es geklappt.

Zu den 3.600 des Quadrant: Das sollte erfahrungsgemäß ein höherer Wert drinnen sein (ca. 200 mehr), angesichts der Hardware. Bei Antutu müssten es sogar 2.000 - 2.500 mehr sein. Dass dem nicht so ist, führe ich auf die Software zurück.

Das kennt man.

Wenn man so richtig scharf isst, dann brennt es zwei Mal. Ainol Fire eben.

ich finde das Acer A210 ist super. Habe selbst überlegt mir das nexus 7 zu holen, aber kein sd slot und naja nur 7 zoll. Bei Acer bekomme ich ein Tablet mit Tegra 3, normalen USB-Host Anschluß, 10 Zoll, und mit Micro-SD um 299.

Die haben mich auch angelacht, scheinen aber etwas schwer und klobig zu sein. Hatte aber noch nie eins in der Hand.

ich hab das acer und bin davon total begeistert. tipp auf android-hilfe.de gibts genug erfahrungsberichte zu android geräten oder auch die amazon berichte über das acer sind informativ

so schlimm ist das gewicht auch nicht. die tester tun alle so als hätte Mann keine muskelkraft mehr....

Schrott

Ich hab mir 2x ein Chinatablet besorgt und ich hab es 2x bereut.
Es lohnt sich ein Wenig mehr zu bezahlen und ein wirklich gutes Gerät zu haben.
Nexus 7 und Kindle Fire HD werden praktisch zum Selbstkostenpreis abgegeben und sinf qualitativ hochwertig. Das kann man von den Billigtablets aus China nicht behaupten.
Lieber 1x ein Markenprodukt, als jeden Monat ein neues Schrottteil...

ich hab mir eines über amazon zugelegt und bin nach wie vor entzückt ^^

ps: ein china billigprodukt ist meines, nicht ein amazon-versperrtes

Bei den von dir genannten Tablets fehlen halt ein paar Funktionen. Beide haben z.B. keine HDMI Anschluss.
Als Mediaplayer daher ungeeignet.

Auf diesem hier installiert man einen guten Player und kann dann alles am TV abspielen.

Ein Tablet gehört in die Hand und nicht untern Fernseher.

Ein Tablet bietet mehr Möglichkeiten ..

... als Sie es sich wohl vorstellen können. Leicht und handlich bietet mehr Freiheiten als die Werbung zeigt ;-)

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