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"Mich ärgert das übliche Kastldenken. Die Rechten sehen in Zuwanderern nur Täter und Verbrecher, die Linken nur Opfer."
Standard: Sie sind seit einem Jahr in der Mühle der Politik. Träumt man als 25-Jähriger nicht eher von Freiheit, Abenteuer und Welterkunden als von termingesteuerten Sieben-Tage-Arbeitswochen?
Kurz: Gestaltungsspielraum ist auch eine Form der Freiheit. Ich betreibe eine Art politisches Start-up, zumal es in der Integration jahrzehntelange Versäumnisse gegeben hat. Auf dem Spiel steht der soziale Friede. Dazu einen Beitrag zu leisten, macht Freude.
Standard: Haben Sie nie gezweifelt, reif für ein Regierungsamt zu sein?
Kurz: Es gab schon Quereinsteiger, die sich das zugetraut haben, obwohl sie vorher keinen Tag in der Politik waren - denen hab ich etwas voraus. Ich bin nicht ja so frisch vom Himmel gefallen, wie das die Medien dargestellt haben, sondern war bereits sieben Jahre in der Politik. Eine Ahnung hat sich aber bewahrheitet: dass die Medien einen 24-jährigen Staatssekretär nicht zulassen werden und ihn umzubringen versuchen, ehe er den ersten Satz sagen kann.
Standard: Noch leben Sie politisch, und das recht gut. Aber ist Österreich auch für Zuwanderer ein, wie Sie sagen, Land der Chancen?
Kurz: Das ist meine Vision, zu der noch einige Schritte fehlen. Dennoch kann ein Zuwanderer in Österreich jetzt schon viel erreichen. Wirtschaftszweige wie Pflege oder Forschung gäbe es ohne Migranten längst nicht mehr. Der Großteil ist sehr erfolgreich.
Standard: Im Schnitt haben Zuwanderer aber schlechter bezahlte Jobs, niedrigere Bildung und leiden unter höherer Arbeitslosigkeit.
Kurz: Auch das kann man nicht verallgemeinern. Der Anteil der Menschen mit niedriger Ausbildung ist höher - aber genauso jener mit hoher Qualifikation. Mich ärgert das übliche Kastldenken. Die Rechten sehen in Zuwanderern nur Täter und Verbrecher, die Linken nur Opfer - und schüren damit das Vorurteil, dass alle vom Sozialstaat leben. Viele Migranten können das nicht mehr hören.
Standard: Selbst jeder zweite Migrant mit anerkannter Ausbildung ist für seinen Job überqualifiziert. Geht Ihr Slogan "Integration durch Leistung", der nach "Wer will, der kann es schaffen" klingt, nicht an der Realität vorbei?
Kurz: Nur, wenn man mich falsch verstehen will. Menschen sollen nicht nach Herkunft und Hautfarbe, sondern nach Leistung beurteilt werden - das ist ein Ziel und kein Slogan. Ja, der Staat soll Leistung einfordern, aber auch anerkennen und ermöglichen. Bemühen muss sich nicht nur der Immigrant, sondern auch die Politik.
Standard: Was hat sie verschlafen?
Kurz: Österreich hat jahrzehntelang Menschen ins Land geholt, ohne sich zu kümmern, dass diese auch Deutsch lernen. Das Bildungssystem bemüht sich um die Reparatur von Defiziten, investiert aber zu wenig in die Frühförderung. Zuwandererkinder werden in den Schulen ganz normal nach dem Alter eingestuft, egal, ob sie ein Wort Deutsch können oder nicht. Einzige Hilfe ist ein Förderkurs durch Lehrer, die dazu oft nicht ausgebildet sind. Deshalb stecken wir 30 Millionen in die sprachliche Frühförderung ...
Standard: ... die es früher schon gab und zwischenzeitlich abgeschafft war. Unterm Strich stagnieren die Bildungsbudgets.
Kurz: Das Budget ist begrenzt, aber ein Staat darf nicht auf Kosten der nächsten Generation leben, indem er Schulden anhäuft.
Standard: Wird bei der Bildung gespart, schadet das der nächsten Generation erst recht. Spricht Ihre Diagnose nicht für einen massiven Ausbau der Ganztagsschule?
Kurz: Vor allem im urbanen Bereich gibt es Bedarf: Viele Kinder haben zu Hause weder Raum und Unterstützung, am Nachmittag ordentlich zu lernen. Wir bauen deshalb auch Lerncafés aus ...
Standard: ... die eine flächendeckende Ganztagsschule wohl kaum ersetzen können. Kämpfen Sie da auch gegen Vorbehalte aus der eigenen Partei?
Kurz: Nein. Nicht für jedes Kind ist ganztägige Betreuung ein Muss. Ich halte nichts von pauschalen Zwangsmaßnahmen.
Standard: Wenn die Ganztagsschule nicht die Regel ist, könnten erst recht wieder viele durchrutschen, die sie dringend bräuchten.
Kurz: Deshalb fordere ich auch ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr für jene Kinder, die nicht Deutsch können.
Standard: Das zeigt ja gerade Ihr Dilemma. Sie können sich etwas wünschen, aber nicht zahlen - gleichzeitig schafft das erste Bundesland aus Spargründen den Gratiskindergarten wieder ab.
Kurz: Das ist kein Dilemma, sondern logisch. Ich betreue eben eine Querschnittsmaterie - die Frauenministerin sitzt ja auch in keinem Superressort mit allen erdenklichen Kompetenzen. Genauso gibt es aber Projekte, die ich direkt umsetzen kann ...
Standard: ... mit 0,05 Prozent des gesamten Bundesbudgets.
Kurz: Natürlich brauchen wir oft Partner in anderen Ressorts - gemeinsam mit dem Sozialminister setze ich etwa durch, dass Qualifikationen von Zuwanderern rascher anerkannt werden. Ich nehme mir das Recht heraus, Dinge zu fordern, die nicht gleich morgen passieren. Aber ich weiß schon, dass Österreich ein Faible für visionslose Politiker hat. Wir müssen wieder lernen, eine politische Debatte zu führen. Wenn heute einer eine Idee hat, erklären ihn die anderen Parteisekretariate reflexartig zum Idioten der Nation.
Standard: Und das führt zu jener Politikverdrossenheit, die Sie bekämpfen wollen?
Kurz: Der Planet Politik schwebt immer weiter davon. Wir brauchen deshalb mehr Bürgerbeteiligung, etwa mit einer Direktwahl von Abgeordneten und einer Aufwertung der Volksbegehren. Unterschreiben mehr als zehn Prozent der Wahlberechtigten, soll über das Anliegen eine Volksabstimmung stattfinden.
Standard: Was, wenn ein Ausländervolksbegehren diese Hürde nimmt? Stimmen wir dann über Sozialleistungen für Zuwanderer ab?
Kurz: Was, wenn die FPÖ bei den nächsten Wahlen ihr aktuelles Umfrageergebnis erreicht? Die Blauen liegen bei 28 bis 30 Prozent, da ist es lächerlich, Angst vor einer Volksabstimmung zu haben. Die Bevölkerung lässt sich nicht mundtot machen. Es soll Regeln geben, die Volksabstimmungen über Grundrechte ausschließen. Aber tun wir nicht so, dass nur diskutiert werden darf, was der Standard oder ein anderes Medium für korrekt hält. (Gerald John, DER STANDARD, 17.4.2012)
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Sie machen eine sehr gute Arbeit ! Lassen sie sich von Ihren Weg nicht abbringen und nicht verheizen.
Sehr gute Vorstellungen in jeder Hinsicht. Da können sich gewisse Altpolitiker eine Scheibe runter schneiden. Ich wünsche Ihnen noch alles gute in Ihren weitern Berufsweg.
aber wie sollen Kinder in Kindergärten bei dem Wiener Slang den nicht mal einer aus einem anderem Bundesland versteht hochdeutsch lernen, wenn die Wiener es selber nicht beherrrschen bei 50% Serben.
?
Das gibt mir zu Denken auf.
Wenn ich manchmal ZIB2 schaue in der BRD dann kräuseln sich mir die Haare mit dem ääää oder Näääin, dann zappe ich um weil ich diesen Dialekt selbst von Moderatoren nicht ertrage.
Da hat der Herr Staatssekretär noch eine Menge zu tun- Lerncafés finde ich kreativ wenn auch ungewöhnlich weil durch Verkehr vorm Fenster jeder abgelenkt wird beim lernen.
In der BRD gibt es christl.Gemeinschaften wo die Studenten in Ruhe lernen können, weil dazu braucht man Ruhe. Das gilt auch für Kinder.
Die lernen dann wienerisch.
Die Vision von Sebastian Kurz ist: "Integration durch Leistung"
Wie sieht die Leistung aus? Die Menschen sollen eine gute Ausbildung machen - also Schule und dann studieren?
Sollte Sebastian Kurz nicht dann zuerst sein Studium der Rechtswissenschaften fertigstellen?
wie es immer von konservativen Leuten für gewöhnlich kommt. Tuts mal Schule machen, Studieren, Kinder kriegen Hausbauen und DANN redets mal ein bisschen mit.
Es ist erstaunlich wie rascj doch die Perspektiven sich genau umkehren wenns in den Kram passt.
Kurz ist innerhalb einer völlig inferioren Regierung einer der beiden 2-3 akzeptabel agierenden Minister und Punkt.
1 die fraktion der reichen
2 jäger, polizei, waffenlobby und andere oberlippenbartträger
3 christliche hardliner (todesstrafenfraktion der alttestamentarischen)
4 homophobenflügel
5 monarchistengruppe
6 mostschädeln
wie spaltet sich die ?
einerseits:
die visionslosen Pragmatiker samt inhaltsleerem NLP-Politsprech + ÖGB
andererseits:
die wenigen guten Leute rund um Moitzi, Sektion VIII + Burgstaller u. Voves ?
und was bei der ÖVP die "mostschädeln" sind,
sind bei der SPÖ die Betonschädeln.
und eine Fraktion der Reichen u. Zweifelhaften gibt's in der SP auch:
Gusenbauer (der "Demokratiebringer für Kasachstan" samt Consultingvertrag bei Sicon-Energy [Hochegger-Firma]),
die Grundstücksmakler der Forstbesitze des ÖGB,
Wien-Holding (mutmaßliche Quer-Finanz-Quelle der SP-Wien),
Echo-Medienhaus
u.dergl.
Fazit:
Moral-Apostel sehen anders aus
...meint die öhfaubeh das echt ernst? der(???) soll die verlorengegangenen schafe zurückholen?? muahahahaha, super zukunftsaussichten! und was mich stuzig und gleichzeitig ängstlich macht: der faschismus kommt heutzutage, wenn auch eher "steindumm" aber sehr "smart" daher...
alle anderen sind mir herzhaft powidl, vor allem nicht relevant! ich meine, das ist schon das dritte vollseitige interview von einem staatssekretär der erstens: null ahnung hat von der materie. zweitens: nur eingetrichterte stehsätze herunterleiert und drittens: der zeitpunkt! der zeitpunkt wo die öhfaubeh in ihrem korruptionssumpf droht abzusaufen, ist dieser eher unschlau und durchsichtig gewählt..
Dieses Interview klingt wenigstens schon ehrlicher als das letzte (von letzter Woche), driftet aber erneut in die Bedeutungslosigkeit von Schlagwörtern ab.
"Das Budget ist begrenzt, aber ein Staat darf nicht auf Kosten der nächsten Generation leben, indem er Schulden anhäuft."
Es lebt nicht "der Staat" sondern die Bevölkerung von diesem Schulden. Überdies ist eine Abgrenzung der einzelnen Generationen bezüglich Leistung und Profit kaum möglich.
"Ich halte nichts von pauschalen Zwangsmaßnahmen."
*Hust* Wie war das nochmal mit verpflichtenden Deutschkursen, dem zweiten Kindergartenjahr (aus der nächsten Antwort) und Strafen für Schulschwänzer?
Abgesehen vom "Bemühen", was macht ihn zum Wunderwuzzi? Brauchbare Antworten wieder mal erbeten.
wird in den medien jetzt viel öfter vorkommen, und natürlich extrem gut dargestellt...
das ist shcon der wahlkampf, weil man wegen den anderen politikern in der övp wegen korruption jetzt die angst hat, bei den nächsten wahlen komplett auf die nase zu fallen..
vergesst nicht: wenn ihr kurz gut findet, findet ihr auch grasser, maischberger usw, sowie das verhalten der schwarzen, gut !
"Die andere meinung" hat nie behauptet, dass Maischberger bei der ÖVP war und die Herren Grasser, Gorbach, Rumpold, Scheuch, Reichhold werden nicht einmal erwähnt. BITTE KEINE POSTINGS MEHR AUS DER ÖVP ZENTRALE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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