Flach und leicht

Sind Ultrabooks mehr als MacBook-Air-Kopien?

12. Jänner 2012, 10:49

Ultrabooks sind nicht nur dünner und leichter als die meisten Netbooks, sondern bringen auch mehr Rechenleistung mit

Auf der Elektronikmesse CES präsentieren zahlreiche PC-Hersteller Ultrabooks. Diese flachen Rechner sollen den Notebook-Markt wieder in Schwung bringen. Apple hat zwar auf der weltgrößten Technikmesse CES keinen Stand, trotzdem schwebt der Geist von Steve Jobs über den Messehallen: Bei etlichen Produkten haben sich die Hersteller von den Schöpfungen des verstorbenen Technik-Visionärs inspirieren lassen. Ein besonders deutliches Beispiel dafür sind die Ultrabooks: Die flachen Rechner erinnern sehr an das MacBook Air. Sie sollen den PC-Herstellern helfen, die Einbußen durch den Boom bei Tablet-Computern auszugleichen.

Intel

Den Begriff hat Intel erfunden und markenrechtlich schützen lassen. Als Ultrabook definiert der Chip-Hersteller flache und leichte Geräte, die mindestens fünf Stunden durchhalten und innerhalb weniger Sekunden startklar sind. Keine Überraschung: An Bord muss ein Intel-Prozessor aus der zweiten Generation der Core-Reihe sein.

Das "dünnstes Notebook der Welt"

Neu ist diese Gerätekategorie nicht. Apple stellte bereits im Jänner 2008 sein MacBook Air vor, damals beworben als "dünnstes Notebook der Welt". Trotz seines nicht gerade niedrigen Preises von derzeit 950 Euro verkauft sich das Gerät gut. Auch Tablet-Computer machen den klassischen Notebooks immer mehr Konkurrenz, vor allem das in diesem Markt dominante iPad. Wer einen solchen Flachmann auf Reisen mitnimmt oder damit auf der Couch surft, verzichtet zwar vielleicht nicht komplett auf einen PC, kauft sich aber seltener einen neuen.

"Intel hat höchstes Interesse daran, der Konkurrenz durch das iPad und Android-Tablets den Wind aus den Segeln zu nehmen", sagt der Analyst Rüdiger Spies von IDC - bei mobilen Geräten ist die Intel-Plattform bisher kaum vertreten. Die Aufholjagd lässt sich der Konzern einiges kosten: Er legte einen Fond auf, der mit 300 Mio. Dollar (236 Mio. Euro) die Entwicklung von Design und Komponenten vorantreiben soll.

"Auf dem Notebook-Markt herrscht ein brutaler Verdrängungswettbewerb"

Auch die PC-Hersteller setzen Hoffnung in die Intel-Schöpfung. Der Absatz ist im vergangenen Jahr um nur 3,8 Prozent gewachsen, weitaus weniger als noch vor einigen Jahren. Und die Gewinnmargen sind schon seit langem extrem niedrig. "Auf dem Notebook-Markt herrscht ein brutaler Verdrängungswettbewerb. Die Hersteller sind gezwungen, auch kleine Marktanteile mitzunehmen", sagt Spies. Ultrabooks seien für viele Käufer "coole Geräte" - auf dieses Segment dürfe kein Anbieter verzichten.

Im Laufe des Jahres kommen 75 Ultrabooks heraus, schätzt Intel. Ob die Geräte es in den Massenmarkt schaffen oder trotz der Modell-Vielfalt in der Nische bleiben, ist offen. Der taiwanesische Hersteller Acer ist vom Erfolg überzeugt: "Das Ultrabook ist mehr als nur eine neue Produktkategorie", sagte Acer-Präsident Jim Wong auf der CES. "Es ist ein neuer Trend, der mobile PCs zum Mainstream werden lässt."

Die traditionellen Notebooks haben weiter ihre Berechtigung

Andere sind da skeptischer. "Wir sind der festen Überzeugung, dass es für Ultrabooks ein großes Potenzial gibt", sagte Toshiba-Manager Gabriel Willigens. Dies werde sich aber auf kleinere Formfaktoren beschränken. "Ich denke kaum, dass sich 15-Zoll-Ultrabooks behaupten werden." Die traditionellen Notebooks hätten daher weiter ihre Berechtigung. Einen Marktanteil von 40 Prozent, wie von Intel einmal geschätzt, werde die neue Kategorie aber kaum erreichen.

Eine wichtige Rolle dürfte der Preis spielen. "Wir sind beim Ultrabook mit Preisen um die 1.000 Dollar gestartet, aber es sollte viel billiger werden", sagte Intel-Manager Mooly Eden. "Jeder soll sich ein Ultrabook leisten können."

"Wir entwickeln das Ultrabook Schritt für Schritt weiter"

Zudem will Intel bei künftigen Gerätegenerationen mit neuen Funktionen locken. "Wir entwickeln das Ultrabook Schritt für Schritt weiter", betonte Eden. Künftig können die Geräte statt einer Tastatur ein zweites Touch-Display bekommen. Zudem will der Chip-Riese eine Spracherkennung auf die Geräte bringen und kooperiert dafür mit dem Software-Spezialisten Nuance.

Werden die Verbraucher die in Las Vegas so hoch gelobten Ultrabooks annehmen? Zumindest was den Erfolg im Massenmarkt angeht, sind die Experten beim britischen Marktforschungsunternehmen Ovum skeptisch: "Es ist in keiner Weise garantiert, dass das große Angebot an Ultrabooks sich bis Ende des Jahres auch in nennenswerten Marktanteilen niederschlagen wird." (Von Christof Kerkmann und Peter Zschunke, APA/dpa)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 203
1 2 3 4 5
LinuxFanatic
20
14.1.2012, 03:14
derApple.at

Mit neuesten Meldungen über das, was jeder laut Redaktion unbedingt wissen muss.

taktloss
10
13.1.2012, 20:13
der geist von steve jobs schwebt also über den messehallen

... fragte mich schon, wo der sich so rumtreibt!

Freebird
00
14.1.2012, 10:33

Offensichtlich bewegt er deine Gedanken auch intensiv...

taktloss
10
15.1.2012, 07:07

hier geht's nicht um steve jobs sondern um die art aufmachung gewisser artikel. man könnte auch fragen:
ist der webstandard mehr als nur eine applemarketingdreschmaschine?
(gott sei dank (noch) ja!)

Es kann nur besser werden.
00
13.1.2012, 11:05
Acer Ultrabook

Ich habe irgendwo gelesen, dass die Batterieleistung des Acer Ultrabooks recht schwach sein soll ... hat irgendjemand eine Empfehlung für ein brauchbares Gerät mit möglichst langer Batterieleistung?

haggle.123
00
14.1.2012, 23:23

Das Lenovo u300s ist laut Engadget eines der besten seiner Klasse bis jetzt. Kritikpunkte sind die relativ geringe Aulösung (Mit dem kämpfen aber die meisten Ultrabooks) und fehlender SD-Karten-Slot (für mache irrelevant).

Freebird
12
14.1.2012, 10:34

Das Original.

derunbestechliche
10
13.1.2012, 13:52

Das Toshiba Satellite Z830-10J (matt) wurde von Chip z.Z. als beste Alternative zum Notebook von Apple bezeichnet "Schärfster Konkurrent des MacBook Air" http://goo.gl/NpT9I (mit bisher bestem Laufzeitwert unter den Ultrabooks). Es wurden zur CES 2012 sehr viele neue Ultrabooks vorgestellt wie z.B. der Nachfolger des 900X3A von Samsung (obwohl es als Premium-Notebook und nicht als Ultrabook bezeichnet wird): http://goo.gl/XTR1K bzw. davon die Bildgalerie http://goo.gl/nprgG

Es kann nur besser werden.
00
14.1.2012, 15:14

danke für diese sehr detaillierte (und hilfreiche) Info ... und für's dafür Zeit nehmen!

Das Toshiba sieht wirklich super aus (nicht nur optisch), 1,000 € sind halt schon heftig, muss noch kalkulieren...

John Matrix
27
13.1.2012, 12:12

Macbook Air ;-)

Böarny
20
13.1.2012, 00:55
intel braucht für die ultrabooks noch irgendwas...

... was ein richtiges kaufargument wäre. da sie preislich und leistungsmäßig in einem ähnlichen niveau liegen wie das mba würde ich mir noch das mba kaufen.
sie hätten zb sowas wie thunderbolt (kommt ja von intel und nicht von apple wies viele meinen) vorerst nur auf ultrabooks anbieten müssen und gleich ein paar passende thunderbolt geräte dazu...
oder was die breitere masse ansprechen würde viel mehr preisspekulation machen :P

von henning
 
00
13.1.2012, 10:30

Zumindest ein paar wenige gibt es, die eine gute Auflösung bieten. Für mich das Hauptargument gegen mbas.

pretence of knowledge
00
13.1.2012, 08:57

für mich bräuchten sie vollwertige eigenständige Grafikkarten. Damit's Ultrabook - Gaming Laptops gäbe :P

Ich wart nur auf ein UB mit Nvidia Optimus Technologie, dann kauf ich. Geräte sind zwar wie im Artikel beschrieben "cool", aber ichk auf eben deshalb kein Technisches Gerät - das wär mir zu apple :P

haggle.123
00
14.1.2012, 23:24

T430u

Hermine Berg
 
27
12.1.2012, 22:13
Sind Ultrabooks mehr als MacBook-Air-Kopien?

schwer zu sagen, jedenfalls kosten sie mehr.

Max Edwin
41
13.1.2012, 11:43
ist das macbook air mehr als eine ultrabook-kopie?

MalteLauridsBrigge
01
13.1.2012, 08:58
stimmt nicht

hab erst vor einigen Tagen mal verglichen, zB das Zenbook von aus UX31 kostet ungefähr 200-300 Euro weniger als sein jeweiliges Pedant bei Mac.

Und genaugenommen bekommt man bei Asus auch noch mehr, weil das Grafikpotential besser ausgenutzt wird und durchaus auch Programm/Spiele schafft die eine hohe Grafikanforderung haben.

Gibt es nicht
00
12.1.2012, 21:41
für mich

macht das ultrabook für mein business (ich reise viel) viel sinn und ich bin glücklich über diese entwicklung. 13 zoll und flach und leicht und trotzdem funktionsfähiger pc ist genau das richtige. aus consumer sicht, wo das herumtragen nicht soooo wichtig ist (ausser man surft gerne auf der couch z.b.), ist der vorteil eines ultrabook nicht wirklich zu erkennen....

Hermine Berg
 
00
12.1.2012, 22:15
der nutzen ist ganz einfach

man spart sich tablet und desktop-roehre.

Freak Kazoid
12
12.1.2012, 21:03
Mal ne andere Frage:

Ist zwar nicht genau das Thema hier aber kann mir jemand erklären warum die Hersteller es meistens NICHT schaffen, ein entspiegeltes Display zu verbauen? Kann mir nicht vorstellen dass es am Preis liegt. Hab selbst ne 10 € Folie draufgepackt und sieht aus als wärs ein entspiegeltes Display. Und das von Haus aus rauf zu pressen kann doch nicht so teuer sein?!

Meiner Meinung nach ein mehr als wichtiger Faktor beim Kauf.

tgzsfa
00
13.1.2012, 13:18

Es sieht, richtig aufgestellt, im Geschäft wesentlich schöner, schärfer und farbenfroher aus. Das zählt nun mal beim Verkaufen.

Außerdem kann man's auch als Spiegel verwenden.

Caches Clay
11
13.1.2012, 13:04

Vielleicht weil man Glare-Display einfach mittels Folie in ein mattes Display verwandeln kann? Umgekehrt geht es nicht.

LCD
00
13.1.2012, 07:12

Ich habe auch 6 Monate warten müssen bis Netbooks mit AMD E-350 in entspiegelter Version zu bekommen waren, und da war schon der Nachfolger E-450 draußen. Spiegelnde Displays sind ein absolutes no go für mich.

Heavyweather
24
13.1.2012, 00:09

Glare schaut schöner aus. Ich mag die matten nicht ;)

WLG
00
13.1.2012, 11:25

solange es ausgeschaltet ist. oder in einem dunklen Raum.

Aber sobald man eine Lichtquelle im Raum hat, ist es viel schwieriger, auf dem Bildschirm etwas zu erkennen, als auf entspiegelten Displays.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 203
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.