Vermögenssteuern als Rettungsgasse in der Schuldenkrise

Kommentar der anderen | 29. Dezember 2011, 18:47

Warum Walter Schachermayer recht hat: Erinnerung an historische Plädoyers bedeutender liberaler Ökonomen für die Sinnhaftigkeit von Kapitalabgaben in Zeiten der Bedrängnis

Der Finanzmathematiker Walter Schachermayer hat kürzlich an dieser Stelle (17. 12.) argumentiert, wer die Staatsschulden verringern wolle, der komme aus saldenmechanischen Gründen letztlich nicht umhin, auch die den Schulden gegenüberstehenden Guthaben zu verringern. Er schließt mit dem Satz: "Es wäre jedenfalls fatal, eine stärkere Besteuerung von Vermögen zu tabuisieren." Dem ist grundsätzlich zuzustimmen. Tatsächlich haben bedeutende Ökonomen Kapital- und Vermögenssteuern als wirksame Mittel zur Bekämpfung von aus dem Ruder laufenden Staatsschulden insbesondere nach Kriegen und nationalen Katastrophen vorgeschlagen.

Der wohl bedeutendste Vertreter einer einmaligen Vermögensabgabe zur Tilgung einer gewaltigen Staatsschuld war David Ricardo (1772-1823). Die Staatsschuld Englands war infolge der Napoleonischen Kriege und angesichts unzureichender Steuereinnahmen auf bisher unbekannte Höhen angeschwollen und hatte in der Nachkriegszeit dazu geführt, dass etwa die Hälfte der laufenden Steuereinnahmen für den Schuldendienst verwendet werden musste.

Ricardo war als "stock jobber" am London Exchange tätig und nach der Niederlage Napoleons in der Schlacht von Waterloo im Jahr 1815 und den infolgedessen in die Höhe schnellenden Kursen englischer Staatsobligationen, die er in größerer Menge erworben hatte, zu gewaltigem Reichtum gelangt - er war gewissermaßen ein Kriegsgewinnler. Die öffentliche Schuld, so sein uneigennütziger Vorschlag, sollte durch eine einmalige Vermögenssteuer innerhalb weniger Jahre getilgt werden. Als Mitglied des House of Commons hielt er am 24. Dezember des Jahres 1819 eine Rede, deren Mitschrift unter anderem besagt:

"Um sich gegen dieses Übel zu schützen, das unmittelbar verantwortlich ist für individuelle Ungerechtigkeit und nationalen Schaden, solle das gesamte Kapital eines Landes für den Abbau der öffentlichen Schuld ermittelt werden, sodass kein Kapital mehr das Land verlassen dürfe, ohne vorher einen fairen Anteil dieser Schuld zu begleichen. Die Durchführung dieses Plans könne zwar auf gewisse Schwierigkeiten stoßen, aber die Bedeutung des angestrebten Zieles sei das Experiment wert, jede sich ergebende Schwierigkeit zu überwinden. Der gesamte Plan, mittels dessen die Begleichung der öffentlichen Schuld verwirklicht werden könne, sei seiner Ansicht nach innerhalb von vier bis fünf Jahren umsetzbar."

Eine derartige Steuer, so Ricardo, würde das Gesamtvermögen Englands nicht verringern und würde auch die besitzenden Klassen nicht ungebührlich belasten, denn der Kapitalwert der laufenden Steuern auf Vermögen zur Begleichung der Zins- und Amortisationszahlungen würde sich nicht sehr von der vorgeschlagenen Abgabe unterscheiden.

Ricardo diskutierte die Vor- und Nachteile der vorgeschlagenen Kapitalabgabe mit Freunden, führte Schätzungen des Marktwertes der öffentlichen Schuld sowie des gesamten nationalen Kapitals (unter Einschluss des Boden- und Geldvermögens) durch und berechnete daraufhin den erforderlichen Abgabesatz auf das Kapital. Seinen Überlegungen zufolge würde mit einem Satz von 25 Prozent auf das nationale Kapital die Staatsschuld getilgt werden können. Die Vorteile einer Vermögensabgabe lagen auf der Hand. Sie war in ihrem Gesamtumfang begrenzt und gleich der zu tilgenden Schuld. Sie betraf sowohl die Eigner von Real- als auch Geldvermögen. Sie betraf nur existierendes Vermögen und belastete damit nicht oder nur geringfügig zukünftige Generationen. Freibeträge könnten verhindern, dass kleine Vermögen besteuert und somit auch die weniger Begüterten betroffen würden.

Auch ein anderer berühmter liberaler und in Österreich bestens bekannter Ökonom trat für eine Kapitalabgabe zur Schuldentilgung ein. Als Joseph Alois Schumpeter im Jahr 1919 für einige Monate das Amt des Staatssekretärs der Finanzen (Finanzminister) bekleidete, setzte er sich für eine Kapitalsteuer zur Tilgung der österreichischen Schulden nach dem Ersten Weltkrieg ein.

Falsche Anreize

Es ist erstaunlich, wie sehr Vermögenssteuern heutzutage in Österreich und anderswo verteufelt werden, obgleich die aktuelle Lage an Dramatik durchaus mit den beiden genannten Fällen vergleichbar ist. Überdies ist darauf aufmerksam zu machen, dass es innerhalb der vergangenen Jahre und zum Teil als Folge der Liberalisierung der Finanzmärkte zu einer starken Umverteilung von Einkommen und Vermögen gekommen ist, von der insbesondere der Finanzsektor profitiert hat. Die dort erzielten zum Teil unfassbaren Einkommen und Vermögen stellen alles in den Schatten, was in den Märchen der Gebrüder Grimm an Reichtümern beschrieben wird. (Die jüngst bekannt gewordenen ÖIAG-Gehälter bedürften allerdings eines gesonderten Kommentars.)

Eine Gesellschaft, ließ uns der liberale Altmeister Adam Smith wissen, die nicht auf Gerechtigkeit in der Verteilungsfrage achtet, kann keine gute Gesellschaft sein. Und Nobelpreisträger James Tobin beklagte, "dass wir einen immer größeren Teil unserer Ressourcen, einschließlich der Crème unserer Jugend, in finanzielle Aktivitäten schicken, die weit entfernt sind von der Produktion von Gütern und Dienstleistungen, - Aktivitäten, die zwar hohe private Vergütungen mit sich bringen, die aber in keinerlei Verhältnis zu ihrem sozialen Nutzen stehen."

Nicht nur aus saldenmechanischen Gründen, sondern auch aus Gründen ökonomischer Gerechtigkeit und der Beseitigung falscher Anreize ist eine Vermögensbesteuerung unabdingbar. Nebenbei gesagt: Sie kommt in jedem Fall, sei es mit Getöse beim Zusammenbruch von Staaten oder Wirtschaftsgebilden, sei es in fernerer Zukunft schleichend über eine Inflation. Aber weder die erste noch die zweite dieser beiden Varianten ist unter Gerechtigkeits- und Anreizgesichtspunkten besonders attraktiv. (Heinz D. Kurz, DER STANDARD, Printausgabe, 30.12.2011)

HEINZ D. KURZ: ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Leiter des Schumpeter Centre an der Universität Graz.

Link: Walter Schachermeyer: "Der Rechenfehler der Schuldenbremser. - Warum die Notwendigkeit, die Staatsschulden zu reduzieren, nur die halbe Wahrheit ist"

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Zaphod Beeblebrox III
01
30.12.2011, 21:57
Was Schachermeyer verschweigt:

In Großbritannien gab es zwischen 1816 und 1842 KEINE Einkommenstuer !!

Ich habe nichts gegen eine - befristete - Vermögensteuer, wenn die Einkommensteuer doppelt so lange abgeschafft wird...

Genau diese Situation gabs in UK damals !

John78
51
30.12.2011, 19:56

Lieber Herr Professor:
Sie leben wirklich im Elfenbeinturm par excellence, wenn sie schreiben: "Es ist erstaunlich, wie sehr Vermögenssteuern heutzutage in Österreich und anderswo verteufelt werden, obgleich die aktuelle Lage an Dramatik durchaus mit den beiden genannten Fällen (Fall1: Nachkriegsperiode napoleonischen Kriege, Fall2: Nachkriegsperiode 1. Weltkrieg) vergleichbar ist. Sollte es Ihnen als Eigendefinition "liberalen Ökonomen" entgangen sein, dass der Administrations- und Wohlfahrtsstaat in Österreich mittlerweile 50% des laufenden Einkommens (BIP) für sich beansprucht. Wo bleibt da die Liberalität?

sociovation
24
30.12.2011, 20:19
Österreich hat ein HAUSHALTSDEFIZIT

Das bedeutet, dass beim Bürger MEHR Geld ankommt als der Bürger an den Staat zahlt.
Die 50% - Quote, von der sie sprechen, ist buchhalterischer Nonsense. Es gibt sie schlichtweg nicht.
Es kommt nur darauf an, bei WEM das Geld ankommt.
Und da sind alle Statistiken eindeutig.
Nämlich letzten Endes bei jenen, die sich jetzt am meisten gegen Vermögenssteuern wehren.

mikromalist
 
00
30.12.2011, 18:13
Warum stehe ich diesem einäugigen Aspekt

so kritisch gegenüber? Weil er den Blick verstellt zur radikalen Umstellung: nämlich der VERHINDERUNG der Akkumulierung von Kapital.
zB durch Entmonopolisierung, Abbau der schiefen Subventionskultur, Umbau des Steuersystems auf Ertraege, Öffnen der Progression...

Einmalige Kapitalabgabe in der Not ist OK,
aber die stereotype Diskussion der "Vermoegenssteuer" mit ca EUR 1 Mrd / Jahr Einnahme ist ein Feigenblatt. Ein stetiger Denkstopper.

Zum Schuldenabbau. Wir benötigen mindesten EUR 10 Mrd / J und das geht nur mit radikalem Abbau der Subventionen, schliessen von Schlupfloechern, Eindämmen von Hinterziehung und Korruption. Verscherbeln oxydierten Familiensilbers, .. und OK, einer einmaligen drastischen Kapitalabgabe.

too small to bail
00
30.12.2011, 18:27

alles ok, aber ohne diese "einmalige drastische Kapitalabgabe" wird es offenbar nicht gehen.

pjodre bär
11
30.12.2011, 17:19
die ganze pseudoasylindustrie einstellen!

dann stehn wir sicher gut da

I am in the know
11

der süße puh bär - jetzt stottert er schon bei den ökonomen mit. herzig.

mikromalist
 
11
30.12.2011, 17:18
Zweimal professorale Tautologie.

Ja, es gibt die Saldenmechanik.
Jede Famlie weiss, dass sie beim Zurückzahlen von Schulden Vermoegen verliert. Wenn alle Familienmitglieder alles in einen Topf gelegt haben und gemeinsam beschlossen haben, was damit geschieht, kein Problem.
Wenn aber ein Mitglied Haushaltsgeld verwaltet schon.

Was, wenn mit dem Haushaltsgeld eine Art Pyramidenspiel gespielt wurde?

Eine einmalige Abgabe der Besser Gestellten ist als Rettung OK.
Aber was ist mit dem auf Pump erworbenen Familiensilber, der Luxus-Küche, der de Luxe Hobby Werkstätte, ...?

Und was ist morgen? Haushalt As usual?

Diese Beitrag bestätigt mein Vorurteil: viele VWler verstehen wenig von Geld, wenig von Wirtschaftsdynamik, von Steuerdynamik, .. Aber viel von plumper Ideologie.

Toxo Logic
 
01
30.12.2011, 17:15

In Deutschland gab es nach dem Krieg den Lastenausgleich. Immobilienbesitzern wurde eine Hypothek mit 50% des Wertes, rückzahlbar innerhalb von 30 Jahren, verordnet. Man braucht nicht ein paar Jahrhunderte zurückblicken um zu sehen wie der Staat an das Geld von Vermögen kommt.

desteufelsbeitrag
13
30.12.2011, 14:43
Wusst ichs doch!

Nach den ersten beiden Absätzen hatte ich eine leise Ahnung, wer der Autor dieser Zeilen sein könnte.
Nach der Erwähnung Schumpeters und der Gebrüder Grimm war ich mir sicher.

Danke für diesen unaufgeregten Kommentar. Und danke für die Erinnerungen: Ihr rollendes R und Ihre kultivierte Vortragsweise gehen mir ab.

Mit freundlichen Grüßen
Ein ehemaliger VWL-Student

Thomas Zehetbauer
 
24
30.12.2011, 14:39
Sehr guter Kommentar

Das beste "Feature" am Zinsgeldsystem ist, dass der Zeitraum zwischen den Zusammenbrüchen so groß ist, dass sich die gerade lebende Generation nicht an die Parallelen zum letzten Zusammenbruch erinnern kann. Krisen wie diese hat es in der Geschichte schon unzählige Male gegeben. Die USA konnten sich mit dem "New Deal" (hohe Vermögenssteuern) friedlich entschulden. Deutschland wollte schon damals eine ausgabenseitige Sanierung, hat später einen Führer gewählt, Millionen Menschen umgebracht und musste befreit werden. Schade, dass Merkel und Schäuble daraus nicht gelernt haben.

fromelino
00
30.12.2011, 14:16
Geld das ich dem Staat borge

muss ich dann letztendlich auch versteuern. Idiotisch. Wenn ich für meine Pension vorsorge und lange und vernünftig anlege, muss ich jetzt versteuern. Idiotisch. Vermögenssteuern ja, aber bitte durchdacht und nicht so idiotisch geregelt wie jetzt. Da sitzen so viele Ahnunslose das es fast weh tut...

Politisch unkorrekt
60
30.12.2011, 13:52
An all jene die gegen Vermögenssteuern sind: wohl gerade nicht reich genug um Euch die Steuer leisten zu können, was? EURE ARMUT KOTZT MICH AN.

Geht was arbeiten ihr Leistungsverweigerer.

maxi mus
25
30.12.2011, 15:59
Lestungsverweigerer?

Ich stamme aus sehr armen Verhältnissen, machte Lehre als Maschinenbauer mit zusätzlicher Arbeit für meinen Lebensunterhalt, Ing. Ausbildung auf eigene Kosten nebst Fulltime-Job, lernte mehrere Sprachen, fachlichler Aufstieg in der Firma, min. 50 Stdn. Wochenarbeitszeit und zuletzt Leiter einer internationalen Organisation. Mit 66 Jahren pensioniert. Spaarte ein Vermögen über 1 mil. für meine Pension. Das Verdiente Geld habe ich bereits einmal versteuert. Mich kotzt es an (um Ihren Ausdruck anzuwenden) das ich mein gespartes Geld jetzt an solche Minderleister wie Sie, mittels nochmaliger Steuer auf Vermögen abgeben muss. Nicht alle die eine Million besitzen haben diese geerbt oder im Schlaf erhalten.

Dietmar Bauer_v2
10
vielleicht zu viel gelöhnt?

Eigentlich braucht es nicht viel mehr als sich ein paar Graphiken zu betrachten. Zum Beispiel die Entwicklung des Quotienten zwischen dem Mindestlohn und den durchschnittlichen CEO Gehältern in den USA (http://www.epi.org/publicati... 0060627/). Der lag 1965 bei 51, 1978 bei 78. Danach hob er ab. 2005 betrug er 821. Dazwischen ist wohl etwas passiert. Von 1980 bis 2005 strichen die reichsten 10% über 90% des Produktivitätszuwachses ein. In Europa sieht das wahrscheinlich etwas besser aus. Anders formuliert: Sie wurden womöglich deswegen wohlhabend, weil ihre Untergebenen zu wenig verdienten. Da wird es Zeit, einen Ausgleich zu schaffen.

Politisch unkorrekt
02
31.12.2011, 14:34
Gratulation. Sie gehören damit zu jenen 7 % der Millionäre in Ö die ihr Geld SELBST erarbeitet haben.

Die restlichen 93 % haben es im Lotto gewonnen oder - mit Masse - geerbt. Das sagt noch nicht darüber aus was diese Menschen mit ihrem Geld anfangen. Ich wollte nur verdeutlichen dass Sie die Ausnahme in einem System sind dass Besitz belohnt und Leistung bestraft. Nicht nur das Steuersystem ist so konstruiert, sondern unser Wirtschaftssystem insgesamt (Zinseszinseffekt).

sociovation
42
30.12.2011, 16:38
OK

Sie haben gleich viel gearbeitet wie eine alleinerziehende Mutter, die in der Altenpflege arbeitet und damit ein Vermögen von genau 1 Million angehäuft, die alleinerziehenende Mutter genau nichts.
Wissen Sie was: SIE kotzen MICH an.
Wenn Arroganz weh täte, sie würden den ganzen Tag schreien.

</ lustig>
00
30.12.2011, 18:51
Die alleinerziehende Mutter in der Altenpflege

hat weniger gearbeitet, als ein chinesischer Wanderarbeiter, bei dem's kaum für die Nahrung reicht. Im Vergleich zu ihm lebt sie im Schlaraffenland.

Ihr National-Chauvinismus, mit dem Sie davon ausgehen, dass nur einheimische Arme relevant sind kotzt MICH an.

Wenn Arroganz weh täte, wären Sie schon tot.

De schdadisdig is a hund
10
30.12.2011, 16:24
Toll, gratuliere !

Und was machen Sie jetzt mit der Kohle ?
Darin baden ?

Und glauben Sie, dass Sie mit der lausigen Mille wirklich unter eine Vermögensteuer fallen könnten ?

Vera Rschumg
03
30.12.2011, 13:43
Ich bin einzigartig

Ich bin der einzige Mensch der von sich behaupten kann dass sein IQ einstellig ist.

nukularteilchen
11
30.12.2011, 13:34
Je mehr Steuern umso grösser die ungehinderte Verschwendung

Beweise gibt tagtäglich in den Nachrichten.
Es ist auch nicht sozial das der Staat den Menschen immer mehr weg nimmt in diesen Zeiten steigender Kosten wohin man nur blickt.

Reich sein muss sich lohnen!
00
30.12.2011, 18:18
Es ist halt so, das 11% der Steuern für Zinsszahlungen aufgebracht werden müssen

Würde man die Staatsschulden zurückzahlen (mittels einer Temporären Vermögenssteuer) dann könnte der Staat zukünftig auf 10% der Steuern verzichten.

17+4
00
30.12.2011, 12:33
das Problem in Österreich sind nicht die Vermögenssteuern,

denn man kann den Geldeswert auch durch andere Umstände verlieren, wie zB fallendem Goldpreis, fallende Immobilienpreise usw., sondern dass solche Steuern nicht als aussergewöhnliche Maßnahme gesehen werden und daher befristet sind und dem Zahlungspflichtigen auch vermittelt wird, dass das Geld genau für die Ertüchtigung der nachfolgenden Wirtschaftssituation verwendet werden,

Das genau ist das Problem, die Politiker sind fantasielos, unberechenbar und von Charakter hat man auch nicht viel gemerkt.

Staatssekretär
16
30.12.2011, 12:16
Der letzte Absatz ist entscheidend!

Die Entschuldung kommt ohnehin, weil das Exitszenario absolut unrealistisch ist - permanentes Wachstum über den Zinskosten der neuen Anleihen.

Somit gibt es nur die Möglichkeit der (herbeigeführten) hohen Inflation, den Ausgleich mittels Steuern (die nicht BIP-senkend wirken) oder einen Big-Cut.

Politisch ist bei Inflationierung wohl mit den geringsten Widerständen zu rechnen - allerdings ist das ein Spiel mit dem Feuer, Geld massiv zu entwerten ohne dass da eine Eigendynamik reinkommt ist schierig.

Der Big-Cut ist für Banken, Fonds, Versicherungen, Pensionsvorsorge, Sparguthaben,... ein massives Problem - die Folgen ebenfalls schwierig vorauszusehen.

Steuern auf Vermögen "Enteignung" die eleganteste und sinnvollste aller Möglichkeiten!

whatever0815
 
06
30.12.2011, 12:59
Leider...

...wird's wohl ueber die Inflation laufen - psychologisch ist Teuerung nunmal weniger schmerzhaft als eine Reduktion verfuegbaren Einkommens oder Besitzes, siehe Griechenland.

Was mich doch wundert, ist der bei manchen stark ausgepraegte Widerstand gegen hoehere Steuern. Wird da einfach der Ernst der Lage nicht erkannt?

Ich bin bereit einen groesseren Beitrag zu leisten, wenn das verhindert, dass bei den Aermsten gespart wird.

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