Low Carb auch weiterhin "in"

    29. Dezember 2011, 10:58
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    "Leicht verständlich" bis "zum Vergessen" - Abnehmprogramme von "Konsument" unter die Lupe genommen

    Wien - Nach der großen Völlerei kommt spätestens nach Silvester die Reue auf der Waage. Viele Österreicher nehmen das neue Jahr zum Anlass, eine Diät zu beginnen. Grund genug für das Verbraucherschutzmagazin "Konsument", das wie jedes Jahr die Abnehmprogramme unter die Lupe genommen hat, die im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen sind. Von "leicht verständlich" bis "zum Vergessen" lauteten die Urteile, auch das Thema Low Carb (kohlehydratarme Ernährung) war weiterhin präsent - vor allem am Abend.

    Ausgewogene Mischkost

    Die beste Bewertung erhielt das Programm "Ich bin dann mal schlank" des deutschen Personaltrainers Patric Heizmann. Die Basis des Abnehmprogramms bildet eine ausgewogene Mischkost. Im Lauf des Tages werden immer weniger kohlenhydratreiche Lebensmittel verzehrt, am Abend gibt es dann bevorzugt eiweißreiche Kost. Pro Tag stehen mindestens drei Mahlzeiten auf dem Programm. Eine vom Autor entwickelte Ernährungsuhr gibt an, wann welche Produkte verspeist werden dürfen.

    Besonderes Augenmerk legt Heizmann auf die Kohlenhydrate, die er in sehr gute, gute und schlechte einteilt. Top sind bei ihm Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, aber auch Vollkornprodukte, Erdäpfel und Naturreis. Vermieden werden sollen Produkte aus Weißmehl, Schokolade, Süßigkeiten, Fruchtsäfte und gezuckerte Getränke. Auf jeden Fall tabu sind Kohlenhydrate in Verbindung mit Fett, wie der Klassiker Gansl mit Erdäpfelknödel. Weiterer Motivationsschub soll ein ausgetüfteltes Sportprogramm liefern.

    Für den "Konsument" ein "leicht verständliches" Programm: "Ein motivierendes Buch mit einer sehr bildhaften Sprache, leicht lesbar und mit viel Humor." Weniger gut fanden die Tester, dass Nahrungsergänzungsmittel empfohlen werden, was bei einer ausgewogenen Ernährung überflüssig sei. Problematisch auch, dass Proteinshakes erlaubt sind, wenn es einmal schnell gehen soll, bewertete der "Konsument".

    Lauf-Diät im Test

    Ähnlich gute Noten bekam "Die Lauf-Diät" des Marathonläufers und Diplombiologen Herbert Steffny und des Biologen Wolfgang Feil. Durch eine sogenannte Stoffwechseloffensive sollen der Stoffwechsel und die Fettverbrennung in Schwung kommen. Bestimmte Lebensmittel, sind die Autoren überzeugt, beschleunigen den Stoffwechsel und helfen dem Körper, Nährstoffe effektiver zu verbrennen. In Kombination mit einem Lauftraining lässt das die Kilos purzeln.

    Auf dem Speiseplan stehen nur drei Mahlzeiten pro Tag. Snacks zwischendurch sind verboten, um den Insulinspiegel im Blut niedrig zu halten. Abends werden wenig bis gar keine Kohlenhydrate verspeist. Bei Milchprodukten wird die Halbfettvariante empfohlen. Gesättigte Fettsäuren wie Butter sollten eingespart werden. Besonders wichtig ist den Autoren eine schonende Zubereitung der Speisen. "Ein tadelloses Sportprogramm. (...) Der angebotene Ernährungsplan enthält schmackhafte Rezepte, die einfach und schnell zubereitet sind", bewertete das Verbrauchermagazin.

    Schlechte Noten für Buch ohne Beratung

    Weniger überzeugend war für die Tester das Programm "Kohlenhydrate sind keine Dickmacher" von Ernährungswissenschafterin Christina Lachkovics-Budschedl und Co-Autorin Sandra König. "Konsument" meint, ohne persönliche Beratung durch die Autorin sei der Nutzwert gering. Das Buch diene als Werbung für das fit10-Programm von Lachkovics-Budschedl.

    Bei der Diät darf dreimal täglich gegessen werden, allerdings mit einem Abstand von vier bis sechs Stunden zwischen den Mahlzeiten. Durch diese langen Pausen soll die Fettverbrennung angekurbelt werden. Mit einem persönlichen Speiseplan wird die richtige Menge an Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß berechnet, die man essen darf. Kohlenhydratreiche Abendessen sind dagegen nur selten gestattet. "Kaum zu glauben, dass eine solche Einschränkung ausgerechnet bei einer Diät daherkommt, die unter dem flotten Titel 'Kohlenhydrate sind keine Dickmacher' verkauft wird", kritisierte der "Konsument"

    Dukan Diät als Flop

    "Zum Vergessen" ist für die Tester "Die Dukan Diät" des Mediziners Pierre Dukan. Er kommt ohne Kalorienzählen aus und setzt hauptsächlich auf eiweißreiche Kost. In vier Phasen geht es dem Übergewicht an die Speckröllchen: In der sogenannten Angriffs- und der Stärkungsphase soll viel Eiweiß die Kilos purzeln lassen. In der daran anschließenden Konsolidierungs- und Stabilisierungsphase gibt es dann zusätzlich Kohlenhydrate. "Diese Diät ist viel zu einseitig, der Eiweißanteil zu hoch, der Anteil an Kohlenhydraten zu niedrig", bewerteten die Tester. "Eine Diät, die wie ein schlecht geschriebener Roman daherkommt: geschwätzig und mit Wiederholungen, sodass man leicht den Überblick verliert. (..) Und Ratschläge, die einen staunen lassen: So schlägt Dr. Dukan zur Ankurbelung des Kalorienverbrauchs vor, kalt zu duschen, keine Thermounterwäsche zu tragen und die gewohnte Raumtemperatur um drei Grad Celsius zu senken." (APA)

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      Die beste Bewertung erhielt das Programm "Ich bin dann mal schlank"

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