ORF-General

Wrabetz: Bei Büroleiter Vertrauensverhältnis wichtig

28. Dezember 2011, 16:14
  • Artikelbild
    foto: . apa-foto: georg hochmuth

    Wrabetz: "Ganz klar ist aber auch, dass mein persönlicher Referent und mein Büroleiter Positionen sind, bei denen es auf ein persönliches Vertrauensverhältnis ankommt."

ORF-General: "Entscheidung muss bei mir liegen" - Die Kritik zeige, "dass wir das außergewöhnlichste und wunderbarste Unternehmen sind"

 ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz steht seit Weihnachten unter harter externer und interner Kritik, seit er neben anderen Personalentscheidungen bekanntgegeben hat, den bisherigen Stiftungsrat Niko Pelinka zu seinem Büroleiter zu machen. Er unterstreicht nun die Bedeutung des "persönlichen Vertrauensverhältnisses" zu seinem Bürochef, plädiert dafür, "die Kirche im Dorf zu lassen" und freut sich über den ORF, "wo in einer Ausführlichkeit und Offenheit Vorgänge auch in der Öffentlichkeit diskutiert und besprochen werden, wie es sie in keinem anderen Unternehmen der Welt gibt."

APA: Sie haben am 23. Dezember bekanntgegeben, dass Niko Pelinka Ihr Bürochef wird, heute ist die entsprechende Ausschreibung zum Posten veröffentlicht worden. Weshalb dieses chronologisch ungewöhnliche Vorgehen?

Alexander Wrabetz: Die Ausschreibung habe ich schon letzte Woche veranlasst, sie ist nur heute veröffentlicht worden. Grundsätzlich ist laut ORF-Gesetz jede Funktion auszuschreiben und nach Qualifikation zu besetzen. Ganz klar ist aber auch, dass mein persönlicher Referent und mein Büroleiter Positionen sind, bei denen es auf ein persönliches Vertrauensverhältnis ankommt.

APA: Das bedeutet, dass hier die gängigen Ausschreibungskriterien nicht zum Zuge kommen?

Wrabetz: Es kommen die gängigen Ausschreibungskriterien zum Zug, wenn es um die Qualifikation und die Erfahrung geht. Was ist die wichtigste Aufgabe eines Büroleiters? Das ist die Unterstützung des Generaldirektors bei der Vorbereitung bei Sitzungen. Da ist es wichtig, dass man jemanden hat, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen kennt und weiß, was die Gremien an Informationen erwarten. Andererseits ist wie gesagt das persönliche Vertrauensverhältnis ein wesentliches Kriterium.

APA: Es handelt sich aber um keine offene Ausschreibung, sprich: Herr Pelinka ist fix gesetzt?

Wrabetz: Jetzt ist es einmal ausgeschrieben. Und natürlich muss die Entscheidung dann bei mir liegen. Er hat Erfahrung, Wissen, hat sich in den vergangenen zwei Jahren sehr für den ORF eingesetzt und mein persönliches Vertrauen.

APA: Auch an weiteren bekanntgegebenen Personalentscheidungen hat es in den vergangenen Tagen Kritik gegeben. Welche weiteren Positionen werden abseits der heute veröffentlichten ausgeschrieben werden?

Wrabetz: Bei bestimmten Funktionen ist klar, dass man sie ausschreiben muss. Dort, wo nur die Strukturen verändert werden, wird man mit Organisationsanweisungen die Strukturen entsprechend schaffen.

APA: Die neue Position von Herrn Prantner (als Vizechef der Technischen Direktion) wird also nicht ausgeschrieben?

Wrabetz: Da wird ja de facto nur eine Direktion in eine andere verschoben.

APA: Abseits der internen Kritik des Redakteursrats haben sich einige ORF-Redakteure auch sehr pointiert in der breiteren Öffentlichkeit gegen Ihre Personalentscheidungen gestellt. Wird das Konsequenzen für die Kollegen haben?

Wrabetz: Nein. Die Journalistinnen und Journalisten haben in den letzten fünf Jahren eine redaktionelle Unabhängigkeit gehabt, die ihresgleichen sucht. Das wird auch in den nächsten fünf Jahren so bleiben. Und wir sind das außergewöhnlichste und wunderbarste Unternehmen, wo in einer Ausführlichkeit und Offenheit interne Vorgänge auch in der Öffentlichkeit diskutiert und besprochen werden, wie es das in keinem anderen Unternehmen der Welt gibt. Und das wird auch so bleiben.

APA: Am 20. Jänner steht der nächste Stiftungsrat an. Werden die Postenvergaben Thema sein?

Wrabetz: Wenn es Fragen gibt, werde ich die beantworten, aber man muss auch die Kirche im Dorf lassen. Wir reden nicht über Direktorenfunktionen, sondern über die persönliche Organisation meines Büros. Und das war in den vergangenen 50 Jahren auch nie Gegenstand von Stiftungsratsitzungen. (APA)

Zum Thema
Pressefreiheits-Watchdog: Zweifelhafter Laureat: Niko Pelinka als Synonym für Demokratieabbau - Die Hasen in der Würzburggasse legen die Ohren an, General Wrabetz macht die Schotten dicht - Von Rubina Möhring

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
1 2
trace route
00
31.12.2011, 00:46
Wenn ich das lese, dann wird mir üble und der Weg zum Klo ist nicht weit.

Glücklicherweise zahle ich schon seit längerer Zeit keine GIS Gebühren, da ich auf TV verzichte.

Auf den Privatsendern ist sowieso nichts als Werbung, die als Unterbrechung jeden Film kaputt macht. Dokumentationen und Clips lade ich aus dem Internet, oder lese ich wobei das den Vorteil hat dass ich auswählen kann, mit welchem Artikel ich mehr Zeit verbringe. Und Filme lade ich aus dem Internet und sehe über den Beamer an.

Herr Wrabetz und Co gehen mir am ... vorbei, und darüber bin ich froh. Ich kann nur hoffen, dass möglichst viele das in Zukunft so machen werden wie ich. Meiner Ansicht nach geht das TV in der jetzigen Form sowieso dem Ende zu (Werbung bei Privaten, Propaganda im Staats-TV). Das Internet wird beide aushebeln...

Sumperliese
00
30.12.2011, 12:58
Vertrauensverhältnis wichtig ???

Damit meint Wrabetz das Pelinka hinter ihm die Schleimspur aufwischt und ja und danke sagt. Der ORF ist kein Privatunternehmen und gehört auch nicht den Roten und dem Wrabetz.

Yes I can!
01
29.12.2011, 17:00
wenn ich es richtig lese

dann geht es hier um eine bürohilfe, die dem herrn GD bei terminen hilft und den kaffeebecher auffüllt.

wenn der pelinka auf gehaltsstufe 1 bis 2 von 18 möglichen eingestuft wird und nicht auf 14 bis 16, dann ist das sein bier.

Michael Aires
00
29.12.2011, 15:38
dass ein Pelinka Sproß mit 25 Jahren ...

genauso verhabert, verfilzt zu höheren Berufsehren kommt, wie der von den Pelinka Brohers ungemein ungeschätzte und seit Jahrzehnten von ihnen in die Pfanne gehauene KHG ... ist schon bedenklich.

ist um rein gar nichts besser der fall jetzt.
aber die eigene brut darf ja, gelt...

morigerado
01
29.12.2011, 14:59

Ihr schimpfts alle;

...ich hab mich beworben...

Sumperliese
00
30.12.2011, 13:01
Ich bin wütend.

Ich schimpfe.........

und habe den ORF abgemeldet.

Sumperliese
00
30.12.2011, 12:59
Ich schimpfe....

ceterum censeo faymanem esse d...
15
29.12.2011, 13:47
Wrabetz...

.
- stammt aus einer seit Generationen etablierten roten Familie
- ist Schwiegersohn eines hochgestellten ÖVP Mandatars
- hat ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu HC Strache
- verdankt seine Karriere ausnahmslos der Einflussnahme roter Parteibonzen
- ist inkompetent und trägt massgeblich zum Untergang des ORF bei.

Und was macht geschätzte Postergemeinde? Sie bagatellisiert, weil er einer der ihren ist. Stattdessen wird die ÖVP angeschüttet, nach dem Motto "...auwa de aundan ah..." - der erbärmlichsten aller Rechtfertigungsformen.

Der Gipfel der Hinterhältigkeit: dieser parasitärere rote Bonzenfilz stellt auch noch den Anspruch, besser, anständiger, gerechter und sozialer zu sein.
Das ist er ganz sicher nicht! Er ist nur verlogener!

mirko burijan.
00
wos?

schwiegersohn ist er auch? nur mit den grünen scheint's zu hapern ...

Yes I can!
00
29.12.2011, 17:17
leseempfehlung

"Unter Linken: Von einem, der aus Versehen konservativ wurde"

da wird auch schön gezeigt, mit welchen pseudo-argumenten man immer noch versucht, linken bonzen-ideologen besser darzustellen, als sie eigentlich sind.

Gerda Soros
01
29.12.2011, 12:05
Auch zum ORF muss man ein Vertrauensverhältnis haben..

Der ORF wird mit enormen Geldern, auch zwangsweise, subventioniert, um unabhängige und hochwertige Information zu gewährleisten. Sie, Herr Wrabetz, sind für mich ein absoluter Grund, Infos des ORF zu misstrauen, weil Sie wie Wachs in den Händen der Mächtigen sind und keinerlei Rückgrat aufweisen. Ohne Ihren persönlichen Rücktritt wird der ORF sein Glaubwürdigkeitsdefizit nicht mehr abbauen können.

Cmd. Ed Straker
01
29.12.2011, 11:38

War schon Ihre Wahl eine demokratische Farce, Herr Wrabetz!

Cmd. Ed Straker
01
29.12.2011, 11:33

"...außergewöhnlichste und wunderbarste Unternehmen,.."

Ich hau mich weg!

Rauhreif
00
29.12.2011, 10:52

he xandi, kapierst du den unterschied nicht, ob man vorher diskutiert und dann entscheidet oder entscheidet und erst danach diskutieren lässt und sich in ausreden windet?

ino
03
29.12.2011, 10:22
wenn es so ist wie wrabetz sagt

warum wird der junge mann dann so fein entlohnt? er muss doch nur "Unterstützung des Generaldirektors bei der Vorbereitung bei Sitzungen" leisten, also eine ganz normale sekretariatsarbeit. dafür gibt es im normalfall 2000 brutto. und mehr hat jemand mit diesem lebenslauf sicher nicht verdient.

Angelika70
02
29.12.2011, 11:33

2000 brutto erhalten in diesen Zeiten nicht mal junge Akademiker für eine Sekretärshackn.

Fred87
02
29.12.2011, 10:15
Auf diese Idee muß man erst kommen,

als Grund für die Aufgebrachtheit der Zwangsgebührenzahler

die übergroße Liebe zu dem "außergewöhnlichste und wunderbarste Unternehmen, wo in einer Ausführlichkeit und Offenheit interne Vorgänge auch in der Öffentlichkeit diskutiert und besprochen werden, wie es das in keinem anderen Unternehmen der Welt gibt"

zu unterstellen.

Traumnovelle, Superalex nun als Supergau-Alex, Idealbesetzung für "Dumm und dümmer".

me phisto
04
29.12.2011, 08:50
Wrabetz alleine zu Hause?!?

In einem privaten Unternehmen kann Wrabetz tun und lassen, was er will, solange es seine Eigentümer dulden.

Bei einem Unternehmen der Republik, das vom Steuerzahler finanziert wird hat er sich gefälligst an ein paar gesetzliche Regelungen zu halten und auch ein Mindestmaß an Anstand zu wahren.

Die Bekanntgabe einer Besetzung VOR einer Ausschreibung und VOR einer etwaigen objektivierten Personalauswahl ist an sich schon ein eigener Skandal für sich und sollte eigentlich eine Diskussion über seine Suspendierung zur Folge haben.

Aber dann auch noch den "Freundeskreisleiter" seiner Wiederwahl auszuwählen und sich damit den Verbindungsoffizier zur SP-Zentrale ins Büro zu setzen verletzt jede Untergrenze des gebotenen Anstands.

=8-/
00
29.12.2011, 09:56
Richtig: Wrabetz ist ANGESTELLTER, NICHT Eigentümer des ORF

Zynami
00
29.12.2011, 06:51
Also sprach der Propagandaminister!

saphre
01
29.12.2011, 05:36
wunderbarste unternehmen....

na das glaub ich, wo gibt es in österreich auch noch nur ansatzweise soviel gehalt für soviel hetz und so wenig arbeit?

Angelika70
04
28.12.2011, 22:30
Rücktritt sofort!

Wrabetz ist ein weiterer Totengräber der Sozialdemokratie.

MemoryDragon
01
29.12.2011, 10:11
Na

Der Wrabetz nicht, das schaffen schon der Werner und die Laura im Alleingang.

PierNick
 
09
28.12.2011, 18:50
Grundsätzlich muss im ORF jede Funktion ausgeschrieben werden.

Genau. Und der ORF ist ein öffentlich-rechtliches Unternehmen, und hat sich an Gesetze zu halten. Buchstäblich. Ich fordere U-Haft für Wrabetz. Wiederholungsgefahr. Was für ein kleines, besch...Land.

Vayav indrasca
112
28.12.2011, 19:05

Schaun's, wandern's einfach aus, dann müssen's nicht dauernd dieses Land beschimpfen.

Wünsche Ihnen viel Glück. dass Sie ein Land finden, wo's anders zugeht. Ich kenn nur solche, wo's schlechter ist.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.