Zweifelhafter Laureat: Niko Pelinka als Synonym für Demokratieabbau

Rubina Möhring, 28. Dezember 2011, 12:25

Die Hasen in der Würzburggasse legen die Ohren an, General Wrabetz macht die Schotten dicht

Wahnsinn, was sich heuer zu Weihnachten in Sachen Demokratie und Meinungsfreiheit tat. In Ungarn ketteten sich verzweifelte Intellektuelle öffentlich an, um gegen das Ende nationaler Demokratie zu protestieren. In Russland gingen Zehntausende zur Verteidigung demokratischer Rechte auf die Straße, auch auf die Gefahr hin, in Gefängnissen eingelocht zu werden. Dort träumen Journalisten von einer unabhängigen öffentlich-rechtlichen TV- und Radiostation. In Österreich exerziert ein öffentlich-rechtlicher Medien-Generaldirektor politischen Abhängigkeitsmurks vor. Mir nichts Dir nichts geht hier ganz öffentlich und wie geölt demokratiepolitischer Anstand vor die Hunde.

Haar-Gel am Morgen bringt Kummer und Sorgen

Haar-Gel am Morgen bringt Kummer und Sorgen. Das musste schon Deutschlands Edelplagiator Guttenberg zur Kenntnis nehmen, der seit seinem politischen Absturz sein zuvor schmieriges Outfit wieder natur belassen zur Schau trägt. Könnte sein, dass der umstrittene Polit-Laureat Niko Pelinka, der am 2. Jänner seinen Job als Büroleiter des ORF-Generaldirektors antreten soll, ebenfalls diese Erfahrung wird machen müssen.

Laut Medienorgelchef Wrabetz ist der 25-Jährige - wohl aufgrund langjähriger Erfahrung - höchstqualifiziert. Dennoch könnte dessen Neujahrs-Dienstantritt am Küniglberg rutschig werden. So es dem Nikolaus überhaupt noch gelingt, vor dem Dreikönigstag die ORF-Kurve zu kratzen. Erst heute wurde der Job - trotz hohen Dienstgrades auch für Frauen! - ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist endet am 10. Jänner.

Gut schaut es für den roten hoch Gelobten nicht aus. Schützenhilfe hat er ORF-intern bisher nur aus dem bläulichen Eck bekommen. Noch dazu von einem ORFnik, der ebenfalls nur über die politische Schiene einen nicht nur hoch dotierten, sondern darüber hinaus auch noch überflüssigen Posten zugeschanzt bekam.

Der Betriebsrat überprüft den für den jungen Mann vorgesehen Dienstvertrag, die RedakteurInnen schäumen und brüllen ihren Ärger heraus, auf derStandard.at posten Tausende zum Thema Pelinka und Postenschacher: süffisant, zornig, traurig. Niko Pelinka wurde schwuppdiwupps zum Synonym für Demokratieabbau und die endgültige politische Abhängigkeits-Erklärung des öffentlich-rechtlichen ORF. Armer Bub.

Der ORF-General macht die Schotten dicht

Dabei hatte seine Karriere so gut begonnen. Wie es heißt, ein postgraduate-Studium gleich nach der Matura. Im Gegensatz zu 08/15-Twens, die an der Uni für einen akademischen Abschluss büffeln, schon im Jünglingsalter ministerialer Pressesprecher. Dann im Nu politischer Oberkungeler im ORF-Aufsichtsrat am Küniglberg samt gut dotierter Einkommensschiene bei der Staatsbahn. Schließlich die geniale ORF-Weichenstellung für den Jahresbeginn. Und nun das: Dort will ihn, abgesehen vom Generaldirektor, kaum jemand geparkt sehen.

Die Hasen in der Würzburggasse legen die Ohren an, der ORF-General macht die Schotten dicht, damit nicht einmal die Ratten das Schiff verlassen können - trotzdem tritt keine Ruhe ein.

Meinen doch manche ganz ungeniert, er, der General, habe sich seine sommerliche Wiederwahl samt Vermeidung eines eigenen Karriereknicks politisch zu teuer erkauft. Aufsichtsräte verschiedenen Couleurs wurden in Führungsposten gehievt, ein technischer Direktor ernannt, der so qualifiziert ist, dass er offenbar einen, vielleicht sogar zwei Vizes braucht, um den Laden zu schmeißen - und nun auch noch der Weihnachts-Nikolaus.

Nicht alles lupenrein

Ziemlich viel demokratiepolitisches Porzellan ist da in Windeseile zerschmissen worden. Wie der ORF-Generaldirektor 2012 die Öffentlichkeit davon überzeugen will, dass im Staatsfunk politische Unabhängigkeit und Medienfreiheit herrscht, ist eine andere Sache. Autokratische Staatslenker jedenfalls schauen sicherlich mit Vergnügen diesem ORF-Treiben zu.

Liefert doch Österreich damit ein köstliches Beispiel, dass auch in einer traditionellen Demokratie nicht alles lupenrein sein muss. Weiterer Wortklau soll hier bei Werner Faymanns Gesinnungsgenossen und Staatskünstler Gerhard Schröder nicht betrieben werden. Happy New Year.

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Harry Meier
 
00
13.1.2012, 08:43
Was den beiden Protagonisten nicht klar sein duerfte

ist das es fuer den Wrabetz keine Wiederwahl mehr geben wird und sich damit auch Pelinka einen neuen Job suchen muss. Wie man sich aus purer Sturheit derart selbst ins Knie schiessen kann ist unverstaendlich und entbehrt jeder Logik.

peaceartist
 
00
- umgemünztes Zitat von A. Wrabetz aus Aussendung an ORF Mitarbeiter vom 2.01.2012

Das Projekt Künstler für Frieden-Peaceartist,.org / Schiffsprojekt peacespirit.org steht in ganz Europa vor großen Herausforderungen.
Auch in Österreich hat sich in den vergangenen Monaten die medienpolitische Auseinandersetzung verschärft. Kommerzielle Medienkonzerne und ihre Vertreter (ORF Generaldirektor/Direktorenteam/Stiftungsrat) versuchen, unser Leistungsspektrum einzuschränken, und uns von Zukunftsentwicklungen auszuschließen (Friedensschiffe mit Kulturaustausch im Sinne der UNESCO Konvention Vielfalt der Kulturen-30ig Jahres Jubiläum 2012) und uns weiterhin unsere materiellen Grundlagen zu entziehen. 

https://www.facebook.com/photo.php... =3&theater

peaceartist
 
00
Wrabetz bei Pressekonferenz: er kann Direktoren vorschlagen die sich nicht wie gesetzlich vorgeschrieben beworben haben ?! - 1:22 min

http://www.youtube.com/watch?v=Z1DJCUZDIvY

somit meint er jetzt jetzt auch Büroleiter ernennen zu können ohne gesetzliche Ausschreibung = Pelinka Fall ist eventuell nicht zufällig sondern hat Wrabetz vielleicht doch vorsätzlich ORF Gesetz gebrochen ?! (weil er überzeugt ist dass er auch nicht Bewerber ohne öffentliche Ausschreibung anstellen kann (Direktoren, Büroleiter usw.) ?!

2te Frage - 4:16 min

Seine Funktion/die des Stiftungsrates ist auch staatliche Unterdrückung und Vernichtung von Friedenskünstlern und deren Werk zu vertuschen anstatt dafür Sorge zu tragen das ORF die Öffentlichkeit darüber berichtet, sowie nebenbei österreichische bilaterale kulturaustauschende Friedenskunst Projekte zu verhindern.

Min. 7:34 Wrabetz Assistent

Donald Rumpelstilz
00
video der pressekonferenz

Leider geht, zumindest fuer mich, aus diesem Interview nicht hervor, wer der Interviewer ist.
Und wer immer er auch sei, aber so kann man keinen Fragen stellen. Ich sehe auch das arrogante Herumgetue der 5 Grazien aber bei aller Sympathie fuer den Fragesteller: ich verstehe die gelangweilten Gesichter/Reaktion auf eine Frage die keinen Anfang, keine Ende und vor allem keinen Inhalt hat.
Anstatt die 5 vorzufuehren und Herrn Wrabetz die Gelegenheit zu geben, weiter mit Worten herumzueiern um nichts zu sagen, schiesst sich der Interviewer ein Eigentor und wir deswegen abgewuergt.
Schade eigentlich. Andere reden lassen statt Selbstdarstellung zu betreiben waere angesagt gewesen.

Alfred E. Neumann2
03
30.12.2011, 15:19
Wer hat das "Studium" bezahlt?

Wer hat eigentlich dieses "Studium" an der Donauuniversität bezahlt? Das Unterrichtsministerium als Weiterbildungsmaßnahme für ihren Pressesprecher?

Washyaface
02
30.12.2011, 02:27
Wie kommt die Autorin

im letzten Absatz darauf, daß Österreich eine "traditionelle Demokratie" sei?

?

Die - laut Artikelüberschrift - im Abbau begriffen sei?

?

Uhm...

Traditionell ist hier Absolutismus, Zwang, Korruption, Trickbetrüg, Kafkaeskes und rosa lackierter bis offener Rechtsextremismus der Fall.

Bzw. wird dies alles ständig auf - und ausgebaut.

Es existiert keine Demokratie, die abgebaut werden könnte, weil noch keine aufgebaut ist, sondern deren Gegenteil.

Ab und zu gibt es Wahlen. For lulz.

Aber die gibt es in Rußland und China auch.

Niemand käme auf die Idee, deswegen von "traditionellen Demokratien" zu sprechen.

Insofern...

http://wikilegia.org/wiki/inde... enrepublik

Markus Miller 2
00
29.12.2011, 20:35
Wer bitte sind diese Dichter?

Da sind ja der Palfrader und der Lugner noch lustiger!

Edmund der Fröhliche
01
29.12.2011, 19:49
Bewerbts Euch, geht noch bis 10.Jänner!

Steven Biko
13
29.12.2011, 15:21
Wer im Glashaus sitzt....

als da wären :

die ÖVP
die SPÖ
die FPÖ
das BZÖ ( wo sichs ausgeht :-) )
die Grünen ( werden auch ihre Dunkelziffer haben )
die Kommunisten ( ich lach später, es sei denn sie werden originäre Franziskaner )

Na ja, wenigstens bleibt so das Glashäuschen intakt !

Herzlichst
SB

Noch an netten Rutsch an alle Ideologieposter, und aufpassen, damit man im neuen Jahr nicht ausrutscht !

Lord Fröhlich
00
29.12.2011, 14:38
Pelinka oder Kurz...

... und ich weiß, warum ich die Snobs schon in meiner Jugend gehasst habe.

komatöser masoköter
00
30.12.2011, 15:18
Das sind bestenfalls Schnösel,

für einen Snob reicht es bei beiden noch nicht einmal :-)

Silentium
05
29.12.2011, 14:38
Wie

veräppelt musst man sich vorkommen, wenn einem von einem Tag auf den anderen gesagt wird "Soooo,ten Morgen liebe Abteilung, das hier ist euer neuer Abteilungsleiter, Niko Pelinka!"?

1000 Kopfläuse können nicht irren
12
29.12.2011, 14:28

Der Pelinka der ist so fesch,
drum bekommt er unser Cash.
Auch der berühmte Grasser schon,
war der Nation liebster Schwiegersohn.

Das fördert bekanntlich unseren Neid,
mei, tut mir der Niko furchtbar Leid!

Den Schönen schiebt man gerne alles hinten rein,
so muss man sie nicht von Vorne sehen - fein!

Des Österreichers liebste Fernsehanstalt
ist im Würgegriff der StaatsGEWALT.
Schön langsam gilt es den Abzockern zu trotzen.
Normalerweise gebührt ihnen eine Fotzen!

Doch der Österreicher ist einfach zu bequem,
das ist der herrschenden Kaste sehr genehm.

Perseus0
 
15
29.12.2011, 13:14
Vermutung, wie es g'wesen ist

So in etwa könnte es sich zugetragen haben.

Telefonat von irgendwann

P: N. Pelinka
R: L. Rudas
P: Freundschaft Laura, süße Maus,
Wie geht’s , wie steht’s, wie schaun wir aus?
R: Hihi, huhu und auch haha,
und Freundschaft Niko Pelinka.
Mir geht es gut, wie geht es dir?
Was bringt mir das Vergnügen hier?
P: Naja, der Papa wollt es richten,
das wegen meinen Job Geschichten.
Doch stellt er fest – du weißt ja schon ¬,
das ginge nur mit Protektion.
Wie war das da beim ORF,
ist da ein roter nicht der Chef?
Geh bitte Laura, s’wär ein Gedicht,
wenn du mir checkst diese Geschicht.
R: Juhu, der Wrabi wird sich freuen,
und dich ganz sicher gut betreuen.
Berufserfahrung und so was noch,
hast du alles sicher doch?

Perseus0
 
01
29.12.2011, 13:16

P: Naja, in Krems, da war ich ja,
auf einem solchen Seminar.
Sonst bin ich oder kann ich nix
bin halt der Niko – aber fix.
R: Ja, ich werd den Werner fragen,
drum musst du, Niko, nicht verzagen.

Und die Moral von der Geschicht:
der ORF, er lernt es nicht!

1000 Kopfläuse können nicht irren
01
29.12.2011, 14:08
P(resse):

Rüpelhaft gehen sie jetzt schon vor, wie die Krocha,
zumindestens beim Postenschacher!
Bonzen und Vorstandsmitglieder fetten sich die Gehälter auf,
auf das kommt man jetzt schneller drauf.

Und das alles auf des Steuerzahlers Kosten,
halten die uns für solche Pfosten?

Angesichts der Alternativen,
wäre es besser wir schliefen.
So bekommt der Ausdruck "QUAL der Wahl",
eine völlig neue Bedeutung, bald einmal.

Für unser Geld ist ihnen nichts zu teuer,
mich stört das ungeheuer.

Für die Abzocker gibt es keinerlei Konsequenzen,
außer das immer mehr Leute die Wahlen schwänzen.

michael_lang
02
29.12.2011, 13:05
tztztz

immer jünger werden die "wiener" Parteibonzen ;-)

I would prefer not to
00
29.12.2011, 12:46

Der ORF war nie politisch unabhängig und wird es nie sein. Das mal weniger mal mehr sichtbar.

Besonders die Aufregung auf der rechten Reichshälfte ist lächerlich.
Wer kann sich noch an Schwarz/Blau erinnern?
Da haben sich Politiker direkt in Live-Sendungen schalten lassen!!

Ö hat wahrlich größere Probleme.
Also was soll's?

Klaus Bergmaier
87
29.12.2011, 12:05
Die Optik is mies.

Daran gibt es wenig zu deuteln.
Aber dass der ORF NÖ seit Jahrzehnten eine reiner Raiffeisen-, Pröll- und Kirchensender ist, stört offenbar niemanden...

henriette mayr
11
29.12.2011, 12:37

von mir ein grünes stück in ihrem balken.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
29.12.2011, 12:30
Ich glaubm Du hast die Programme des österr. Rundfunks zuletzt

so ca. 1957 gehört, gell?

warum bloß
 
00
30.12.2011, 09:30

Da muss ich Herrn Bergmaier verteidigen. Wer schon mal ORF NÖ gesehen hat und ein bisschen was drüber weiß wie die dort ihrer Beiträge auswählen, kann nur traurig den Kopf schütteln.
Da wird nichts gesendet was der Erwin nicht mag.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
31.12.2011, 00:35
das glaub ich schon.

Aber in Wien z. B. ists wider ganz anders.

Und der Herr pelinka istNICHT für den ORF NÖ zuständig, sondern soll als rechte Hand von Wrabetz dienen.

Also ist obiges post zu DEM Thema ein kompletter Schmarren.

PS: hast vergessen, welche Verehrung der Pröll bei Roten bis hin zum Häupl genießt? Daß sogar Wahlunterstützungskomittees für ihn mit roten Urgesteinen wie Fritz Muliar und Erika Pluhar glänzten?

nonwave .
02
29.12.2011, 11:28

Genau wie bei der Kirchensteuer tut es mir bei der GIS leid, dass man sich nur einmal abmelden kann.

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