Die kleine Rache

23. November 2011, 17:02
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Das Korsett wird immer enger. Kleine Racheakte können befreiend wirken

Vier Prozent der Teilnehmer einer Befragung, wie Flugpassagiere zum Flüssigkeitenverbot im Handgepäck stehen, haben zugegeben, schon einmal Flüssigkeiten illegalerweise und mit voller Absicht in ein Flugzeug geschmuggelt zu haben. Sehr wahrscheinlich, dass diese Personen nach erfolgreichem Austricksen der Sicherheitskontrolle, mit Triumphlächeln und einer gewissen Befriedigung ihre Reise angetreten haben.

All die Verbote, Gebote, Bestimmungen, Regeln und Vorschriften verlocken zu schelmischem Ungehorsam. Abschnallen, ehe die Zeichen dafür erloschen sind, heimlich eine Zigarette auf dem Klo rauchen, Schwarzfahren, Sex in der Öffentlichkeit, Glasflaschen in die Papiertonne werfen, Schnee essen, Hundewürschtel liegen lassen, Schweinefettkonsum bei erhöhten Cholesterinwerten, "Rasen-betreten-verboten"-Rasen betreten, den Wochenend-Standard fladern, Klingelputzen, heimlich die Zunge zeigen usw. usf.

Kleine, böswillige, hämische Racheakte können ein Ventil für indoktriniertes Bravsein darstellen - und sind manchmal wirklich befreiend. (Mirjam Harmtodt/derStandard.at/23.11.2011)

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