"Heimmutter" Ute Bock: Keine Ausbildung und "SSler als Erzieher"

Auch sie habe immer wieder "Detschn" ausgeteilt, sagt Flüchtlingshelferin Ute Bock, die in den 1960er- und 1970er-Jahren als Erzieherin arbeitete – Eine Ausbildung gab es für sie nicht, dafür ehemalige SS-Mitglieder als Kollegen

Wien - Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. "Als ich in Biedermannsdorf angefangen habe, haben dort alte SSler als Erzieher gearbeitet. Die haben sich halt so verhalten, wie sie das seit 30 Jahren gemacht haben", sagt Ute Bock. "Sie wissen ja, wie die Leute so sind."

Bock, die heute Flüchtlinge betreut, arbeitete von 1962 bis 1969 in dem Heim Biedermannsdorf als Erzieherin, danach wechselte sie als "Heimmutter" ins Wiener Heim Zomanngasse.

Bis zu 32 Buben hatten sie und ihre Kollegen allein zu betreuen. "Das war nicht einfach. Es war sicher auch nicht alles in Ordnung, was ich gemacht hab, ich hab auch Detschn ausgeteilt. Das war damals so üblich", sagt Bock. "Nicht nur in Heimen, sondern auch in den Familien. Schrecklich, aber es war so."

"Die Bremser waren die Beamten"

Ausgebildet wurde Bock für ihren Beruf nicht. Ihr Vater wollte, dass sie eine sichere Anstellung bei der Gemeinde annimmt, mit ihrer Matura bot man ihr nur einen Job als Erzieherin an. "Ich hab nicht einmal gewusst, was das ist", sagt Bock.

Kollegen, "die sich nicht beherrschen konnten", hätten Kinder nasse Bettwäsche ins Gesicht gedrückt oder sie mit Ohrfeigen durchs Stiegenhaus getrieben, "dass überall an der Wand das Blut geklebt ist". Die Verantwortlichen bei der Stadt Wien seien aber bemüht gewesen, die Zustände zu ändern, meint sie - etwa der 2002 verstorbene Josef Grestenberger, der beim Jugendamt für die Heime zuständig war. Dass es so lange gedauert habe, bis sich die Verhältnisse änderten, lag an den alten Mitarbeitern.

"Die Bremser waren die Beamten", sagt auch Irmtraut Karlsson, die zwischen 1972 und 1976 die Studie "Verwaltete Kinder" über Wiener Heime verfasste und einige von ihnen als "Kindergefängnisse" bezeichnet - der Standard berichtete.

Extrabetten für Bettnässer

Sie berichtet darin von Erzieherinnen, die den Kindern vorgaben, in welcher Reihenfolge sie Bissen von ihrem Essen zu nehmen hätten ("Kraut, Knödel, Wurst") oder frei stehenden Betten in der Mitte des Schlafsaals für die Bettnässer.

Dass es im Heim am Wilhelminenberg (siehe Artikel) zu systematischen Massenvergewaltigungen gekommen sein soll, können sich weder Bock noch Karlsson vorstellen. "Die Kinder sind sicher gedroschen und misshandelt worden", sagt Bock. "Aber wer mit diesen Mädchen gearbeitet hat, weiß, dass die nicht alle still gehalten hätten."

Die FPÖ brachte Dienstag eine Klage gegen die Stadt Wien wegen der Vorfälle am Wilhelminenberg ein. Für die Heime damals verantwortliche waren Vizebürgermeisterin Gertrude Fröhlich-Sandner und Walter Prohaska, Chef des Jugendamts. Beide sind mittlerweile gestorben. Die Wiener ÖVP will einen Sonderlandtag zu den Missbrauchsfällen in städtischen Heimen einberufen und fordert eine "sofortige Offenlegung" von Karlssons Bericht. Zweiteres dürfte schnell gehen: Die Studie wurde 1976 veröffentlicht und steht seither in zahlreichen Bibliotheken. (Tobias Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2011)

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Kindesmisshandlung

Ute Bock hat immer wieder "Detschn" ausgeteilt.

Und solche Personen wollen uns vorschreiben was wir zu tun haben...

Inwiefern hat Ihnen Ute Bock gesagt, was Sie zu tun haben?

Ute Bock: "Auch sie habe immer wieder "Detschn" ausgeteilt"
http://derstandard.at/131872631... s-Erzieher

vorletzter Absatz:

dass sich die Damen Bock und Karlson Vergewaltigungen nicht vorstellen können, weil man "weiß, dass die (Mädchen) nicht alle still gehalten hätten" ist schon ein sehr krasser - 'tschuldigung - Bockmist!
So einen Schwachsinn hätt man sich nicht einmal von einem Herbert Haupt, dem anerkannten ministeriellen 'Frauenexperten' bieten lassen müssen.

die ganzen mitläufer und detschn-austeiler

sind ja nur ident mit den verbrennungsofenbedienern - nur dass wir heimkinder noch immer am rost liegen – und unser ganzes leben durch das brechen im kindesalter oftmals verpfuscht weitergegangen ist - also wirklich verfolgenswürdig sind die ermöglicher dieses dramas: häupl - er wusste davon, jesionek - er wusste davon, helige - sie wusste von nichts (woher kennen wir diesen spruch ?), friedrich - karrierre war wichtiger - die und viele solcher sind die wahren schuldigen !

Bei einer Razzia 1999 im Heim wurden im Rahmen der umstrittenen Operation Spring etwa 30 afrikanische Jugendliche wegen Drogenhandels festgenommen und Ute Bock wurde wegen Bandenbildung und Drogenhandels angezeigt und zeitweise vom Dienst suspendiert.

vom Dienst suspendiert.

Ute Bock ging 1992 in den Ruhestand.

Von welchem Dienst wurde sie also suspendiert?

und dieser Tage wurde sie von DJ HeiFi mit einem Orden geehrt und der Klo-Heinzi hat fest in die Hände gepatscht.

dass sich jetzt die rechten darüber aufregen ist geradezu grotesk.

oder sie mit Ohrfeigen durchs Stiegenhaus getrieben, "dass überall an der Wand das Blut geklebt ist".

fr. bock war also zeugin dieser grausamkeiten an wehrlosen und schutzbedürftigen kindern!
und aus dem artikel geht nicht hervor, dass sie auch nur irgendwas dagegen unternommen hätte (anzeige, ...).
"mitläuferin" ist noch die harmloseste bezeichnung für diese frau!

Sie hat sich durch die "damals üblichen Detschn" an der Misshandlung aktiv beteiligt!

Mir persönlich ist ute Bock nicht wirklich sympathisch, auch ihre am Rande der Legalität dahinschrammende Tätigkeit ist mir suspekt und zuwider,

aber ein derartiges Eingeständnis wie das ihre zeugt meiner Meinung nach schon sehr hohen auch eigenen moralischen Ansprüchen.

Andere lügen und verleugnen - sie sagt, und das gerade jetzt durchaus mutig: "Ja, ich habe das auch getan, ich war auch dabei, ich weiß heute, dass das nicht richtig war."

Vielleicht wird sie in anderen Belangen ja auch klüger.

Wann trennt sich der Standard endlich von Frau Bock, nach ihrem Eingeständnis, dass sie Menschen mit illegalem Aufenthaltsstatus vor der Behörde versteckt, gesteht sie nun erneut im Standard eine Straftat, sie hat sich an der Misshandlung von Schutzbefohlenen beteiligt.

Die "Detschn" war eben nicht üblich, ich wurde nicht geschlagen.
Sie hat sich aus eigenen Stücken dazu entschlossen Kinder zu schlagen, sie wurde nicht gezwungen, oder durch die Gesellschaft genötigt.

Dass diese Dame es überhaupt noch wagt sich selbst als moralische Stütze der Gesellschaft anzubiedern, ist wirklich dreist...

Die "Detschn" war eben nicht üblich, ich wurde nicht geschlagen.

Da waren Sie aber eine glückliche Ausnahme, so mitten in den tiefen 60ern. Andere Kinder wurden von den Vätern und Müttern "getrickert wie die Tanzbären" um eine damalige Ausdrucksweise zu gebrauchen. Das war pädagogisch betrachtet zwar auch damals nicht mehr State Of The Art, aber solider Durchschnitt.
Ute Bock war also als Erzieherin zwar keine Vorreiterin der antiautoritäten Erziehung aber es bleibt zu hoffen, dass ihr mangels professioneller Ausbildung oft nur die Pferde durchgegangen sind und dass sie nicht, wie viele andere ihrer Kollegen, das Prügeln und Quälen zur aktiven Methode erhoben hatte.
Was sie zur Flüchtlingshelferin gemacht hat ist bei der Berufsbiografie ein großes Rätsel- es bleibt aber dennoch hoch zu schätzen.

Nur immer schön provozieren, gell!

Bist schon ein rechter Dolm, der diese Plattform wie so viele andere auch benützt um den Frust über sein eigenes Unvermögen abzureagieren.

So, jetzt haben sie sich ausgetobt.
Können wir jetzt wieder korrekt werden?

Ohrfeigen sind erst seit 1989 mit dem absoluten Gewaltverbot in der Kindererziehung verboten. Zuvor gab es verschiedene Regelungen, sogar ein Züchtigungsrecht der Eltern. (gute Zusammenfassung: http://tinyurl.com/653dzoa)
Soviel zu ihrer "Straftat", die keine ist. Aber schön oder richtig war´s nicht. Das gab sie auch selbst zu.

Und Frau Bock biedert sich auch nirgends an, schon gar nicht nicht als "moralische Stütze der Gesellschaft". Sie tut einfach, was sie für richtig hält.

mit Ohrfeigen durchs Stiegenhaus getrieben, "dass überall an der Wand das Blut geklebt ist"

Schwere Körperverletzung war auch damals bereits strafbar.

Bitte nicht alles vermischen!

Sie hat eingeräumt "Detschn" ausgeteilt zu haben. Das war KEINE Straftat.

>gesteht sie nun erneut im Standard eine Straftat< hat Gilgamesch behauptet. Das stimmt NICHT.

Weder hat Frau Bock davon gesprochen an den groben Misshandlungen beteiligt gewesen zu sein, noch gibt es bekannte Hinweise, dass sie es gewesen wäre. Wissen können wir es jedoch nicht.

Daher sollten wir aufhören mit Unterstellungen und der Hexenverfolgung und die unmittelbaren Zeugen sprechen lassen. Wir dürfen doch gemeinsam Aufklärung zu den damaligen Ereignissen erhoffen.

Sie tut, was sie für richtig hält...

Menschen mit illegalem Aufenthaltsstatus vor den Behörden zu verstecken und Kinder zu schlagen...

Eine schöne moralische Welt hat ihre Heldin da....

"Eine schöne moralische Welt hat ihre Heldin da...."

Warum so zynisch? Warum Heldin?
Warum meine?

Frau Bock versteckt niemanden vor den Behörden. Das ist eine infame Unterstellung! Sie bewirkt sogar das Gegenteil, nämlich, dass betroffene Menschen mit den Behörden in Kontakt bleiben.

Und ihre Ohrfeigen stellt sie jetzt, im Nachinein, auch nicht als richtig hin, auch wenn sie keine Straftat waren.

Und was machen sie? Spielen sich hier als Moralapostel auf, indem sie anderen mit Hilfe von Unwahrheiten denunzieren. Wenn sie zu sich kommen, kann ich sie vielleicht wieder ernst nehmen.

Denn mir sind Menschen lieber, die in Ehrlich- und Redlichkeit Fehler eingestehen, als unehrliche Scheinmoralisten.

..........................

DANKE

Ahm.. wofür?

Die ÖVP ...

"fordert eine "sofortige Offenlegung" von Karlssons Bericht. Zweiteres dürfte schnell gehen: Die Studie wurde 1976 veröffentlicht und steht seither in zahlreichen Bibliotheken."

diese Partei war an diesem Thema allem Anschein nach ahrzehntelang so sehr interessiert, dass es kein Parteisoldat der Mühe wert fand, in öffentlichen Bibliotheken nachzusehen?
aber sobald es politisches Kleingeld zu holen gibt, setzen sich gerade jene Parteien (siehe auch die "blaue Seite") auf ein solches Thema, die es mit humanistischer, gewaltfreier Erziehung wohl noch nie so wirklich hatten ...

Dem Häupl ...

... z.B. ist ja die Wehrdienstreform sooo ein großes Anliegen, dass er damit nicht nur vor der Wien-Wahl die Stimmung geschürt hat.
Nicht vergessen, die SPÖ hat die Spin-Doktoren nach Österreich geholt.

beim Lesen des Forums gewinnt man den Eindruck,

dass sich diejenigen hier am lautesten erregen, die normalerweise gerne feuchte Träume von Bootcamps und ähnlichem absondern - inklusive Unterberger-Fanclub.

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