Vorratsdaten

"Natürlich ist der Missbrauch der Daten zu befürchten"

Michael Matzenberger, 24. März 2011, 10:27
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    foto: albert steinhauser

    Malte Spitz unterstützt seine grünen Kollegen in Wien mit Know-how aus Deutschland, wo mehr als zwei Jahre lang alle Verbindungsdaten von Millionen Bürgern aufgezeichnet wurden.

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    foto: zeit online

    Malte Spitz verlässt Berlin. Die interaktive Grafik von Zeit Online bildet ein halbes Jahr im Leben des Politikers ab.

Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstands der deutschen Grünen, im WebStandard-Interview

Am 28. September 2009 schrieb Malte Spitz 32 Kurznachrichten und erhielt 20 Anrufe. Bis Mittag war er in Berlin und verließ die Stadt um 13:35 Uhr, pünktlich drei Stunden danach kam er in Düsseldorf an. Wenig später fuhr er über Essen (20:24 Uhr), Bielefeld (21:40 Uhr) und Hannover (22:31 Uhr) wieder zurück nach Berlin, wo er kurz vor ein Uhr früh eintraf.

An diesem Herbsttag passierte in Malte Spitz' Leben nichts, was ihn heute, anderthalb Jahre später, an diese Details zurückerinnern ließe. Er weiß die genauen Daten nur, weil von ihm ein komplettes Bewegungsprofil erstellt wurde. Allerdings nicht nur von ihm und nicht nur an diesem Tag – sondern von jedem deutschen Handy- und Internetnutzer zwischen Jänner 2008 und März 2010. Die gesetzliche Grundlage für diese Aufzeichnungen war im Dezember 2007 mit der Vorratsspeicherung von Verkehrs- und Verbindungsdaten beschlossen worden. Mit etlichen Jahren Verzögerung einigte sich vor einem Monat auch der österreichische Ministerrat auf eine Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie zur Bekämpfung der internationalen Kriminalität.

Malte Spitz (26), Mitglied im sechsköpfigen Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen, klagte die von ihm gespeicherten Handy- und Internetdaten erst von seinem Provider ein, einigte sich dann aber außergerichtlich auf die Herausgabe der Daten. Die resultierenden 35.831 Datensätze, anschaulich visualisiert von Zeit Online, geben nahezu lückenlos Auskunft über Aufenthaltsorte, Kommunikationsverhalten und Gesprächspartner von Malte Spitz. derStandard.at sprach mit ihm.

***

derStandard.at: Warum müssen wir Angst vor der Vorratsdatenspeicherung haben?

Malte Spitz: Wir müssen die Vorratsdatenspeicherung stoppen, weil die Menschen beginnen, ihr Kommunikationsverhalten zu verändern, da sie Angst vor Überwachung und möglicher Kontrolle haben. Ein praktisches Beispiel: Man kann als völlig unbescholtener Bürger, der regelmäßig über digitale Wege kommuniziert, auf einmal zum Verdächtigen werden, nur weil man sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufgehalten hat.

derStandard.at: Ist ein Missbrauch der gespeicherten Daten zu befürchten?

Malte Spitz: Natürlich, das konnte man in Deutschland sehen, als die Deutsche Telekom interne Daten verwendet hat, um einen Informanten aufzudecken und dabei hunderte Leute überwacht hat, völlig auf eigene Faust. So schleicht sich auch in der Gesamtbevölkerung eine Veränderung der Wahrnehmung ein, weil das Risiko greifbar wird. So eine Veränderung will ich nicht, ich will eine freie Kommunikation sicherstellen, bei der nicht ständig die Angst, überwacht zu werden, mitschwingt.

derStandard.at: Befürworter von Überwachungsmaßnahmen argumentieren oft mit der Logik "Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten". Was antworten Sie darauf?

Malte Spitz: Ich habe auch nichts zu verbergen. Aber ich will nicht, dass ein solches Profil, wie es auf Basis meiner Daten erstellt wurde, von jedem Bürger angefertigt werden kann. Bei einem möglichen Missbrauch, sei es von Seiten des Staates oder von Unternehmen sind massive Folgen zu befürchten. Unbescholtene Bürger haben ein Recht auf Privatsphäre. Wenn aber alle zehn Minuten ein Ortungssignal abgegeben und gespeichert wird, kann man von Verhältnismäßigkeit absolut keine Rede mehr sein. Aus diesem Grund finde ich, das Argument greift hier überhaupt nicht. Zudem - und das ist unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten noch schwerwiegender - wird durch eine solche Sichtweise eine Umkehrung der Unschuldsvermutung stillschweigend
hingenommen.

derStandard.at: Die Forderung nach einer stärkeren Kontrolle des Netzes wird häufig von der Phrase "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein" begleitet. War es das jemals? Oder steht zu befürchten, dass es das ohne Vorratsdatenspeicherung würde?

Malte Spitz: Das Netz war noch nie ein rechtsfreier Raum. Rechtsstaatliche Prinzipien galten seit jeher im Internet und werden dort durchgesetzt, es gibt entsprechende Rechtsanwendungen. Straftaten, die mittels Internet begangen werden, sind reale Straftaten, und nur weil das Internet in der einen oder anderen Weise eine Rolle spielt, sind es nicht plötzlich nur mehr fiktive oder virtuelle Delikte. Diese Taten wurden auch schon vor der Vorratsdatenspeicherung aufgeklärt, währenddessen und auch danach, ohne dass es in der Kriminalitätsstatistik signifikante Auf- oder Abstiege gab. Ich glaube, es gibt viele andere Möglichkeiten zur Verfolgung und Aufklärung dieser Straftaten, die grundrechtsschonender und verhältnismäßiger sind als die Vorratsdatenspeicherung.

derStandard.at: Der Kampf gegen Cyberkriminalität und Terror wird dennoch stets als Rechtfertigung gebraucht – wenn sich aber die Kriminalitäts- und Aufklärungsraten nicht verändern, wo liegt die Motivation der Befürworter sonst?

Malte Spitz: Bei manchen Politikern gibt es skurrile Überwachungsphantasien. Sie sehen die digitale Kommunikation nicht als Chance für ein freieres, demokratischeres und partizipativeres Leben, sondern als Möglichkeit der Überwachung und Kontrolle. Und natürlich gibt es auch Interessen, solche Informationen beispielsweise zur Verfolgung von Urheberrechtsdelikten zu benutzen. Ein Paradebeispiel hierfür ging vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels aus, einer Uralt-Institution, die seit fast 200 Jahren auch für Presse- und Meinungsfreiheit kämpft. Mittlerweile vertreten sie aber die Sichtweise, dass eine Vorratsdatenspeicherung notwendig ist damit verfolgt werden kann, ob und wo Bücher illegal heruntergeladen werden.

derStandard.at: Hans Zeger, der Obmann der Arge Daten, antwortete auf eine ähnliche Frage kürzlich: "Die wichtigen volkswirtschaftlichen Entscheidungen werden nicht mehr von der Politik getroffen, sondern von großen Unternehmen. Von der Gestalterfunktion wurden die Regierungen in eine Beobachterposition gedrängt. Der Wunsch, wieder ernst genommen zu werden, dürfte die stärkste Triebfeder der Politik sein." Können Sie diese Ansicht nachvollziehen?

Malte Spitz: Ich würde uns da nicht einbeziehen, weil die Grünen die dort beschriebenen politischen Standards in keinster Weise teilen. Natürlich nehme ich aber auch wahr, dass es zum Teil eine Interessensgeladenheit gibt, die diese falschen Entscheidungen vorantreibt. In diesem Sinne finde ich die Analyse nicht falsch und genau solche Analysen sind es letztendlich, die mich motivieren, für unsere Politik einzutreten. Wir wollen einen ganz klaren Gegenentwurf setzen und sagen: So darf Politik nicht funktionieren, und es wäre fatal, wenn Politik sich in diese Richtung weiterentwickelte.

derStandard.at: Sie kämpfen nicht nur gegen die Vorratsdatenspeicherung, Sie haben auch die Initiativen "Pro Netzneutralität" und "Facebook Privacy Control – Now!" mitgegründet. Woher kommt ihr Anliegen für diese Themen?

Malte Spitz: Ich bin seit ungefähr zehn Jahren politisch aktiv und seither interessiert mich die Netzpolitik. Früher lief das unter dem Schlagwort "Neue Medien". Ich bin auch seit bald fünf Jahren Mitglied des Chaos Computer Club, weil ich sehe, wie stark das Internet unser Leben verändert hat und verändern wird, welche Chancen es bietet. Ich kämpfe für einen möglichst freiheitlichen, bürgerrechtskonformen Rahmen der Internetregulierung. Das Vorgehen von Privatunternehmen wie beispielsweise Facebook, die meinen, sie können die Datenschutzgesetze aushebeln, sind Punkte die mich in meinem politischen Handeln antreiben. Dazu darf es nicht kommen. Jedes Interview, das ein Telekommunikationsmanager gegen die Netzneutralität gibt, ist für mich ein Grund, mich noch stärker für die Netzneutralität einzusetzen.

derStandard.at: Sie haben in einem Aufsatz die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern mit dem momentanen Medienwandel durch das Internet verglichen. Welche Auswirkungen wird das Internet auf das Leben der Menschen in Zukunft noch haben?

Malte Spitz: Ein Prophet bin ich nicht, aber auch ein unbedarfter Beobachter konnte in den letzten ein, zwei Monaten sehen, was in Nordafrika und der arabischen Welt stattgefunden hat. Diese Wirksamkeit, diese Öffentlichkeit, diese breite Mobilisierung konnte so nur durch das Internet funktionieren. Zum einen ist das also ein ganz klarer demokratischer Aspekt, den ich mit dem Internet in Zukunft verbinde. Zum anderen, und das ist für mich ein politisches Ziel für das Leben in Zukunft, der Aspekt der freien Informationen: Wie durch den Buchdruck früher, wird Wissen heute über das Internet für die breite Bevölkerung zugänglich gemacht und nicht mehr abgeschottet. Die Jahrzehnte einer stetig voranschreitenden Wissensmonopolisierung konnte und kann das Internet für die gesamte Gesellschaft aufbrechen. Diese Möglichkeit gilt es politisch zu nutzen und diesen freiheitlichen Rahmen politisch zu verteidigen.

***

Im März 2010 erklärte das Bundesverfassungsgericht nach einer Verfassungsbeschwerde von Malte Spitz und 34.938 weiteren Beschwerdeführern die Vorratsdatenspeicherung für verfassungswidrig, alle vorhandenen Daten wurden gelöscht. Es war dies der Verfassungseinspruch mit den meisten Anklägern in der Geschichte der Bundesrepublik. (Michael Matzenberger, derStandard.at, 22.3.2011)

Der WebStandard auf Facebook

MALTE SPITZ ist Mitglied im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen.

Links

malte-spitz.de: Sechs Monate meines Lebens in 35.000 Datensätzen

Google Docs: Ein Teil der 35.000 Rohdatensätze

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 97
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einerseits und andererseits
00
27.3.2011, 14:26
Mir fällt dazu der britische Film "Freeze Frame" ein.

hier der link, wenns wen interessiert:

http://de.wikipedia.org/wiki/Free... %28Film%29

Ich fand den Film bemerkenswert. Es ist das, was hier diskutiert wird, nur von der anderen Seite her aufgerollt.

Thomas Bauer8
 
00
26.3.2011, 11:13
Jeder Arbeiter/Angestellte zahlt 3.600 € für die Vorratsdatenspeicherung?!?

In einem derStandart-Bericht (http://derstandard.at/plink/129... id20497931 ) heißt es über die Kosten der Vorratsdatenspeicherung:
"...das Justizressort einen Fixbetrag von 360.000 Euro, was drei Prozent entsprechen soll." ? Dann sind 100% 12 Mrd. €. 
Wir zahlen 12 Mrd. Euro für die Vorratsdatenspeicherung? 
Ist das der "Einführungspreis" oder die Kosten pro Jahr? 
Das sind ja rund 3.600 Euro für jeden Arbeiter/Angestellten, bzw. müßte jeder Arbeiter/Angestellte 300 € pro Monat zahlen! 
Stimmt das?

Thomas Bauer8
 
00
14.4.2011, 15:38

...Gott sei Dank, wir zahlen "nur" 12 Mio. € für nichts (bis heute habe ich von keinen Erfolgen durch VDSP gehört)!

...wir zahlen nur 12 Mio., für unsere eigene Bespitzelung.

...ist das einmalig, oder zahlen wir das jedes Jahr?

hitower
00
14.4.2011, 14:40
nein stimmt nicht

360.000/3 sind 120.000(=1%)
120.000 mal 100 sind 12 mio. facepalm foto darfst dir selbst raussuchen

Thomas Bauer8
 
00
14.4.2011, 15:40

...Gott sei Dank, wir zahlen "nur" 12 Mio. € für nichts (bis heute habe ich von keinen Erfolgen durch VDSP gehört)!

...wir zahlen nur 12 Mio., für unsere eigene Bespitzelung.

...ist das einmalig, oder zahlen wir das jedes Jahr?

hitower
00
14.4.2011, 17:26
ich hab das weder etwas dafür oder dagegen gesagt, ich hab nur aufgezeigt, dass rechnen nicht deine stärke ist...

Thomas Bauer8
 
00
14.4.2011, 17:41

...ja anscheinend :-(

...weiß niemand ob die 12 Mio. einmalig oder jährlich sind?

Befreier von Butter und Eier
01
25.3.2011, 11:38
So sicher wie das Amen im Gebet wird Missbrauch kommen

Trauige Zeit kommen auf uns zu. Wer weiß, vielleicht werden einestages meine Kommentare hier gegen mich verwendet werden, wenns auch nur die IP Nummer ist.

am Stehplatz
 
00
25.3.2011, 23:22
Der Missbrauch ist längst da,

bzw. war immer schon da. Allerdings bisher (vernutlich) nur in Einzelfällen und mittels "direkter" Wege. 2003 bin ich auf einem Wachzimmer unabsichtlich mithörender Zeuge gewesen: Polizist ruft seinen Freund bei der damaligen Mobilkom an: "Ge sag ma gschwind, in welcher Funkzelle sich TelNr nnn aufhaltet." In drei Minuten hatte er seine gewünschte Info.

Verpestungs-Profi ("Werbefachmann")
01
25.3.2011, 11:08
Die Überwachungsbranche ist eine milliardenschwere Industrie, die unsere Politiker vor sich herpeitscht oder durch Lobbying/Strassering gefügig macht.

Anders ist der (nachweislich nixnutze) Wahnwitz, dass immer mehr Bürgerüberwachungsmaschinerie installiert wird, nicht zu erklären.

wilcox
02
25.3.2011, 10:43

wenn das durch geht, koennen wir uns gleich eine neue fahne zulegen

http://www.redy.at/pic/mixed... h_ddr.jpeg

Reery
00
25.3.2011, 09:38

Klar werden Daten missbraucht, genauso wie einige Staatsbedienstete ihre Position missbrauchen.

Etwas off-topic, aber bei dem Bild denk ich mir "zwa Hoibe bitte".

Die kritische Stimme
00
25.3.2011, 07:27
Datenschutzgesetz

Soweit ich weiß, hat jeder das Recht auf Einsicht der über ihn/sie gespeicherten Daten.

Sollten u.l. Politiker also vergessen haben, die Vorratsdatenspeicherung da auszunehmen, gibt es ein ganz einfachen Mittel, sie zu Fall zu bringen:

Wenn nur 5 % aller Bürger im 6-Monate-Abstand die Einsicht in die Daten verlangen, bricht das System so was von zusammen...

Also, das g'hörat denen...

am Stehplatz
 
00
25.3.2011, 23:31
Diese Annahme ist schon deswegen zu optimistisch,

da der Halter der Daten sich immer auf eine sogenannte zumutbare Verhältnismäßigkeit berufen kann, die er vorerst einfach behaupten kann. Die behauptete Nicht-Verhältnm. müssten Sie erst in einem gerichtlichen Beweisverfahren widerlegen können, bevor er die Daten dann wirklich im gewünschten Umfang herausrücken muß.

maruh
00
25.3.2011, 09:02
ähm,…

"Die Österreichische Datenschutzkommission sei durch personelle und organisatorische Zusammenlegung mit dem Bundeskanzleramt nicht unabhängig - meint die EU-Kommission und verklagt Österreich nun deswegen."
28.10.10, 17:15 futurezone

also ich würde nicht auf dieses pferd setzen.…

van pörkölt
00
25.3.2011, 08:00

und was, wenn das kostenpflichtig wird?
oder wenn die sich mit der Herausgabe Zeit lassen dürfen?

man muss das auf breiter Linie bekämpfen!

noch dazu ist die VDS nur die Spitze vom Eisberg - die EU (!) arbeitet an Systemen, die eine Live-Überwachung von uns Bürgern möglich machen wird!!! Ganz real mit Videoüberwachung und und und

Der dicke Michl
00

Ah, "die EU" macht das. Wer ist denn "die EU"? Die Kommission? Das EU Parlament? Die Ministerräte? Die 23.000 EU Beamten? Für Sie wahrscheinlich alle zusammen, weil Sie ja "die EU" geschrieben haben. Und alle zusammen wollen NUR, dass ALLE BÜRGER total überwacht werden, oder? Das ist auch der einzigen Sinn dieser Insititution. Überwachung, Kontrolle und Unterdrückung. So wie in China. Liege ich falsch?

imir
01
25.3.2011, 03:10

Um mißbraucht zu werden wurde die Vorratsdatenspeicherung eingeführt.

Ronaldo Cator
10
24.3.2011, 22:39

Vorratsdatenspeicherung klingt irgendwie mehr nach Kühlschrank und Hamsterkäufen als Privatsphäre...

Fürst600
10
24.3.2011, 21:33
Police State

vorher zu Ende ansehen, dann bewerten!

/watch?v=Wr2PbNZuI3c

qlen
00
24.3.2011, 20:05
Latürnich!!

@t-truismus
 
010
24.3.2011, 19:10
verfassungswidrig!

Wenn die vorratsdatenspeicherung schon in mehreren ländern der EU (Deuschland[1], Rumänien[2]) gegen die verfassung verstösst, wieso tut sie das dann nicht auch in österreich?
Haben wir so eine schlechte verfassung?
Was sagt das über die vorratsdatenspeicherung ansich aus?

Könnten wir bitte dafür sammeln einen EU abgeordneten zu bestechen, damit er/sie einen gesetzesentwurf einbringt um dieses gesetz endlich zu kippen - Die 100.000 Euro sollten wir schon zusammen bekommen...

[1] http://www.spiegel.de/netzwelt/... 22,00.html
[2] http://www.heise.de/newsticke... 70904.html

Pareidolic
03
24.3.2011, 21:54
Verfassungswirdig heißt nicht das es nicht trotzdem beschlossen wird.

Wär nicht das erste Mal dass von allen Seiten auf die Verfassungswidrigkeit hingewiesen wird, und trotzdem stimmen die Mitglieder der Regierungsparteien im Parlament zu. Weil solange bis sich eine Klage bis zum Höchstgericht durchgearbeitet hat gilt's ja erst mal, und Konsequenzen für den Entwurf oder die Zustimmung zu einem verfassungswidrigen Gesetz gibt es nicht.

Wobei das keine österreichische Spezialität ist, in Deutschland haben es einige SPD-Mitglieder geschafft, in einer schriftlichen Stellungnahme zur Vorratsdatenspeicherung auf die mögliche Verfassungswidrigkeit hinzuweisen und gleichzeitig zu erklären dass sie trotzdem zustimmen werden, weil sich das Verfassungsgericht schon darum kümmern wird Verfassungswidriges aufzuheben.

maruh
00
24.3.2011, 19:32

sag das mal der spö
die weiss noch nichts davon

Queen of Sheba
 
181
24.3.2011, 18:41
Leider sehen fast alle Computerfritzen so aus.

Kommentar posten
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