Abgemacht

Regierung einigt sich auf Vorratsdatenspeicherung

22. Februar 2011 09:01

Verbindungsdaten werden halbes Jahr gespeichert - Provider müssen 20 Prozent der Kosten übernehmen, Rest die Steuerzahler

Die Einigung über die Vorratsdatenspeicherung ist nun fix. Gestern Abend ist auch der letzte Streitpunkt, die Übernahme der Kosten geklärt werden. Demnach werden die Provider mit 20 Prozent belastet, der Bund übernimmt den Rest. Der Löwenanteil davon (63 Prozent) wird vom Infrastrukturministerium berappt, das Innenministerium zahlt 34 Prozent, das Justizressort einen Fixbetrag von 360.000 Euro, was drei Prozent entsprechen soll.

Sechs Monate

Gespeichert werden die Verbindungsdaten via Telefon oder E-Mail für sechs Monate, womit - wie von Infrastrukturministerin Doris Bures (S) stets angestrebt - die entsprechende EU-Richtlinie mit dem Mindestmaß erfüllt wird. Die Strafverfolgungsbehörden erhalten nur Zugriff auf die Daten, wenn ein Vergehen mit einem Strafausmaß von über einem Jahr und ein richterlicher Beschluss vorliegen. Eine Ausnahme sind IP-Adressen, wo es keinen Strafrahmen gibt und die Auskunft nur einer begründeten Anordnung des Staatsanwalts bedarf, womit auch auf diesem Weg Kinderpornografie verfolgt werden kann.

Erleichtert werden kann der Informationszugang für die erste allgemeine Hilfeleistung oder zur Abwehr von Gefahren. Klassische Beispiele: Wenn eine in den Bergen vermisste Personen nur über das Handy geortet werden kann oder die Abwehr einer vorsätzlich begangenen Straftat, etwa einer Entführung, nötig ist.

Internetprovider wollen nicht zahlen

Der Dachverband der Internet-Wirtschaft ISPA hat sich am Dienstag indes wenig erfreut über die Aussicht gezeigt, an den Investitionskosten für die Vorratsdatenspeicherung beteiligt zu werden. Zudem plädierte der Verband in einer Aussendung für richterliche Kontrolle bei jedweder Datenabfrage. ISPA-Generalsekretär Andreas Wildberger betonte, dass die "grundrechtlichen Auswirkungen der Umsetzung genau verfolgt werden müssen", weiters müsse garantiert sein, dass Betroffene stets informiert werden, wenn auf ihre Daten zugegriffen wird.

An den Kosten wollen sich die Provider überhaupt nicht beteiligen, Wildberger forderte "100-prozentigen Kostenersatz vom Staat". (APA)

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Thomas Bauer8
 
26.03.2011 10:06
Jeder Arbeiter/Angestellte zahlt 3.600 € für die Vorratsdatenspeicherung?!?

"...das Justizressort einen Fixbetrag von 360.000 Euro, was drei Prozent entsprechen soll." Dann sind 100% 12 Mrd. €.

Wir zahlen 12 Mrd. Euro für die Vorratsdatenspeicherung?
Ist das der "Einführungspreis" oder die Kosten pro Jahr?
Das sind ja rund 3.600 Euro für jeden Arbeiter/Angestellten, bzw. müßte jeder Arbeiter/Angestellte 300 € pro Monat zahlen!
Stimmt das?

ohromat
03.03.2011 16:53

willkommen in der DDR!

@t-truismus
 
26.02.2011 22:50
Die oesterreichische erfolgsgeschichte...

Metternich (Spitzelwesen) ->
Dollfuß (Austrofaschismus) ->
DerTypAusBraunau (BrauchMaReden) -> ?....Vorratsdatenspeicherung

Eigentlich sollte es einen internationalen aufschrei geben wenn ein land wie Österreich, welches in der vergangenheit immer wieder durch einen gewissen "faible" fuer faschistische-regime und ploizeitstaatliche mitteln negativ auffiel, so ein repressions instrument wie die Vorratsdatenspeicherung einführen will.

Warum wird also eine EU-Richtlinie dessen umsetzung in einem EU-Mitgliedsland (Rumänien) als verfassungswidrig eingestuft wird hierzulande von der politik&Bevölkerung nicht mit kritischeren augen betrachtet?
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/v... ew/342/79/

Mr.URNs
01.03.2011 10:47

von rumänien kann man einiges lernen, z.b. wie man mit unliebsamen politikern, die gegen das volk regieren, umgeht. ;-)

Sulaweyo
24.02.2011 13:47

Das kann die Vorratsdatenspeicherung:
http://www.zeit.de/digital/d... z?page=all

Wirklich schön ein Bewegungsprofil über 6 Monate von jedem Bürger zu haben...

WLE
 
24.02.2011 10:29
Österreich und die Menschenrechte

DAS BMVIT hat das Ludwig-Boltzmann-Institut beauftragt, festzustellen, ob diese Gesetzesvorlage (resp. die EU-Verordnung, die damit implementiert werden soll) Menschenrechtskonform ist.
Das wäre zumindest mal ein Ansatz, auch wenn das Prinzip "Denken vor Handeln" mit Politikern nicht umsetzbar ist, denn müßten die vorher denken wären sie handlungsunfähig...
my 2 ¢

haus?
24.02.2011 09:52

sehen die politiker denn nicht was gerade in nordafrika passiert? das hat auch mal so angefangen.. aber jetzt empört sein über die diktatoren dort.. ich hoffe das bei den nächsten wahlen ein zeichen gesetzt wird..

BackfromHell
23.02.2011 21:32
iohui
23.02.2011 23:47
wozu denn?

wir haben alle werkzeuge die wir brauchen um spö und övp für alle zeiten aus der regierung zu verbannen.

i@sicha.net
24.02.2011 09:03

pflastersteine? :)

Freiheitsliebender
23.02.2011 21:30
Jeder Europäer sollte sich vor Augen führen...

dass das Einzige was ihn derzeit vor Missbrauch schützt, auf Papier geschriebene Gesetze sind...

http://derstandard.at/plink/129... 5/20022057
http://derstandard.at/plink/129... 5/20016516

gogo .
23.02.2011 17:07
bringt doch nichts..

ich wunder mich immer wieder über das unreflektierte entscheiden unserer sogenannten volksvertreter.
wenn man sich statistiken von ländern ansieht, in denen vorratsdaten gespeichert werden, sinkt dort weder die kriminalitätsrate, noch steigt die aufklärungsrate.

hauptsache es kostet geld und wir bürger dürfen zahlen.

vielen dank :)

dietraeneallahs
28.02.2011 05:37

das ist auch nicht der sinn dahinter!

gogo .
28.02.2011 13:01

dann klär mich bitte über den sinn auf..

hitower
23.02.2011 13:10
Ich übersetze: Steuerzahler müssen 100% der Kosten übernehmen

i@sicha.net
24.02.2011 09:06

aber es wird eh aufgeteilt, einen teil zahlen wir über den Provider, den anderen über Steuern...

iohui
23.02.2011 23:48

da es keine nichtsteuerzahler gibt, wer sonst?

Raptorjesus
23.02.2011 12:49
Wie ist denn das...

...nachdem damit alle Österreicher als Terroristen und Päderasten diffamiert werden, kann man da Sammelklage wegen Rufmord oder dergleichen einreichen?

maruh
23.02.2011 18:32

sammelklage?

§287a …

Mathias
 
23.02.2011 12:41
Bild: Muppetshow light

Die Zwei sollen mal richtig "hackeln", das haben die bisher in ihrem Leben total "verschlafen"!

Rot: sind doch eh fleissig, die Pension ist berechtigt
Grün: wird Zeit für Dauerstudenten keine Pension zu zahlen!

English by choice
23.02.2011 12:36
Clevere Legitimiation

In Österreich heisst's "wir sind ja nur besorgt wegen Kinderporno". In England hatte man, als man begonnen hat alle Daten & Telefongespräche zu speichern, auch gesagt "das ist für die Prävention von Terrorismus-denn nur so können potentielle Terroristen ausgefoscht werden". Gleiche Logik wie in Ö-Terrorist mit Pädophiler/Kidiporn-fan ausgetauscht. Und schon kann die Regierung sagen:"jeder der dagegen ist, dass wir diese Daten speichern, hat etwas zu verbergen (ist somit schuldig)". Somit ist jeder der protestiert (e.g. Menschenrechtsverletzung, etc.) automatisch verdächtig (Pädophiler/Terrorist). Und der Steuerzahler darf auch noch die Kosten dafür übernehmen. Schöne, freie, moderne neue Welt-Orwell und Huxley wären begeistert...

Dietrich .von. Fürstenberg
23.02.2011 12:53

Bledsin.

Für den normalen Bürger wie Sie und mich ist es vollkommen wurscht, ob und ggfs. wie lange seine Verbindungsdaten gespeichert werden - oder glauben Sie irgendwer interessiert sich für meine Gespräche vom Billa nach Hause, ob ma jetzt noch 20 Putenextra brauchen oder doch nicht - oder Ihre Gespräche mit der Mitzitant ?

Das einzige Argument ist, dass die Provider ihre Kosten auf alle Konsumenten weitergeben werden - aber die paar Netsch sollte uns das Mehr an Sicherheit auf jeden Fall wert sein.

dietraeneallahs
28.02.2011 05:42

dietrich=dümmster dummkopf der nation.

auf so leut wie sie, wäre jede regierung stolz!

WeltenBrand
25.02.2011 14:14

das problem ist, dass sie nicht beeinflussen können, was "verdächtiges verhalten" ist; wenn ein verwandter von der mitzitant was angestellt haben könnte (es geht hier ja um vermutungen, nicht um tatsachen!), sinds dann ganz flott im fadenkreuz der ermittlungen, weil sie regelmässig mit der mitzitant telefonieren...

und gegen kipo nutzt das sowieso garnix - eine externe festplatte hat keine ip

haus?
24.02.2011 09:48

das mehr an sicherheit? bitte zählen sie paar punkte auf wo die sicherheit erhöht wird?

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