"Banken erfinden Geld aus Luft"

  • "Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem
 Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt
 wird", meint Franz Hörmann.
    foto: franz hörmann

    "Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird", meint Franz Hörmann.

Warum das Finanzsystem ein Betrugsmodell ist, was Bilanzen damit zu tun haben und warum der ultimative Crash droht, erklärt der Wiener Wirtschaftwissenschafter Franz Hörmann

Für Franz Hörmann, Professor an der Wirtschaftsuniversität in Wien, ist die Zeit der Banken und des Geldes vorbei. Ein Paradigmenwechsel sowohl in den Wirtschaftswissenschaften, als auch in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht, ist für ihn unumgänglich. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt er, warum wir die Banken getrost ignorieren können, die freien Märkte "Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten" sind und noch in den nächsten drei Jahren der Zusammenbruch des gesamten Systems droht.

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derStandard.at: Sie gehen davon aus, dass sich Gesellschaft und Wirtschaft in den kommenden Jahren völlig verändern werden. Hat unser derzeitiges Finanz- und Wirtschaftssystem ausgedient?

Franz Hörmann: Definitiv in jeder Hinsicht. Weil wir aus Sicht der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften Modelle verwenden, die auf die alten Römer zurückgehen. Das Zinseszinssystem stammt aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend, die doppelte Buchhaltung aus dem 15. Jahrhundert. Und es gibt keinen Bereich unserer Gesellschaft und der Wissenschaften, wo Methoden dieses Alters überhaupt noch ernst genommen werden. Aber es dient dazu, gesellschaftliche Eliten mächtig und reich zu erhalten, deswegen ändert sich nichts.

derStandard.at: Läutete die Krise nun ein Umdenken ein?

Hörmann: Das denke ich schon. Die heutige Krise geht von den Banken aus. Banken erfinden im Kreditprozess Geld. Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offenlegen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher, Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind. Diese verdeckte Geldmengenausweitung hat mit der doppelten Buchführung begonnen. Weil wenn man mit Geld eine Sache kauft, dann wechselt das Geld in Wahrheit den Besitzer. Der Verkäufer hat das Geld, der Käufer hat die Sache. Ab dem Moment ist die Sache aus wissenschaftlicher Sicht nicht mehr in Geld bewertbar. Trotzdem schreiben wir diese Geldbeträge in Bilanzen rein.

derStandard.at: Den Banken und dem Finanzsystem zu vertrauen ist also ein Fehler?

Hörmann: Das Vertrauen ist ja in den letzten Jahren von den Banken systematisch missbraucht worden. Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird. Solange man mit Eigenkapital als Sicherheit zur Bank geht und die erzeugt aus Luft echtes Geld, das eine Zahlungsmittelfunktion hat, haben wir ein Problem. Eigenkapital ist eben kein Geld, es ist eine Rechengröße. Nach irgendwelchen Regeln wird die Aktivseite bewertet und dann die Schulden abgezogen. Wenn ich ein drei Meter langes Brett habe und ziehe ein zwei Meter langes Brett ab, dann hab ich immer noch kein ein Meter langes Brett, ich habe eine Differenz. Wenn ich ein ein Meter langes Brett haben will, dann muss ich die zwei Meter abschneiden. Ökonomisch heißt das, ich muss die Aktiva liquidieren, damit ich das Geld kriege. Zu Liquidationserlösen sind aber alle Unternehmen weltweit pleite. Auch Staaten können sich daher in Wirklichkeit gar nicht verschulden. Ein Staat, wenn man ihn als Summe des gesamten Geldflusses versteht, wo soll sich der verschulden? Warum gerade bei einer Privatbank? Ein Staat müsste sein Geld eigentlich selbst erzeugen, und zwar basisdemokratisch.

derStandard.at: Was ist dann von einer Rettung wie im Falle Griechenlands zu halten?

Hörmann: Die europäischen Länder haben nicht unbedingt die Griechen gerettet, sondern ihre eigenen, in erster Linie die deutschen Banken, die hier absurde Kredite vergeben haben. Die Zusammenhänge sind auch völlig absurd, wenn man sich Folgendes überlegt: Der Staat verschuldet sich bei den Banken, um die Zinsen der Schulden, die er bei den Banken hat, zu begleichen oder um die Banken zu retten, bei denen er selber Schulden hat. Da versteht ja keiner mehr, wer eigentlich bei wem Schulden hat und was Schulden eigentlich sind.

derStandard.at: Die Systemrelevanz von Banken und das "too big to fail"-Argument und die Bankenrettungspakete sind für Sie also reines Eigeninteresse?

Hörmann: Das "Too big to fail" ist ja ein Geschäftsmodell. Es gibt erwiesenermaßen die gezielte Absicht, Banken durch Übernahmen immer größer zu machen, damit sie "too big to fail" werden. Die Verknüpfungen zwischen Finanzwirtschaft und Politik sind enorm. Eigentlich kann man Regierungen, die aus aktiven oder früheren Mitarbeitern des Finanzsystems bestehen, gar nicht ernst nehmen. Da hat es zumindest eine mutige Aktion gegeben, nämlich das Eigentum der Oesterreichischen Nationalbank zu verstaatlichen und damit die Nationalbank von jenen Banken unabhängig zu machen, die sie prüfen sollte. Aber die Geldpolitik macht nun einmal nicht die OeNB sondern die EZB. Die Bankenrettungspakete sind überhaupt wahnsinnig witzig: Die Banken wurden nicht gerettet, es gibt nur einen Plan für die Zukunft, von dem man heute schon weiß, dass er nicht funktionieren wird, denn die Gelder müssen ja erst in den kommenden "Sparpaketen" mittels Steuererhöhungen von den Bürgerinnen und Bürgern einkassiert werden. Die Banken sind rund um den Globus pleite. Darum kann man getrost so tun, als ob es sie nicht mehr gäbe.

derStandard.at: Aber noch gibt es sie.

Hörmann: Wenn wir uns die Kredite anschauen, können wir sie ignorieren. 1969 hat ein amerikanischer Architekt einen Prozess gewonnen, weil er seinen Hypothekenkredit nicht zurückzahlen wollte. Er hat sich auf den Rechtsgrundsatz berufen, dass in einer Leihe, wo ein Gegenstand erst entsteht, der vorher noch nicht vorhanden war, dieser Gegenstand auch nicht zurückgegeben werden muss. Da also in der Kreditschöpfung das Geld erst erzeugt wird, gibt es keinen Grund, diesen Kredit zurückzuzahlen. In den USA gibt es schon Bürgerrechtsbewegungen, die den Amerikanern empfehlen, sich zusammenzuschließen und Kredite nicht mehr zurückzuzahlen.

derStandard.at: Kommen wir noch einmal auf die Bilanzen zurück. Das Problem fängt Ihrer Ansicht nach schon hier an?

Hörmann: Es mangelt an der Abzählbarkeit der Größen, die in Bilanzen verwendet werden. Jemand, der ein Haus um zwei Millionen statt um eine Million kauft, weil er schlecht verhandelt hat, hätte dann ein um eine Million höheres Eigenkapital? Und wenn er jemanden findet, der es um zehn Millionen kauft, ist das dann ein Marktpreis? Es ist krank. Der Fair Value ist auch ein Betrugsmodell, weil man es mit geschenktem Geld und Strohmännern nachweislich missbrauchen kann. Der Fair Value gehört endlich abgeschafft. Er ist nichts anderes als der sogenannte Gemeine Wert, der Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Deutschen Handelsgesetzbuch eliminiert wurde, weil er auch da schon zu massenhaftem Gründungsbetrug bei Aktiengesellschaften geführt hat. Es ist ein flächendeckender Betrug über Kapitalgesellschaften und Banken in unserem Wirtschaftssystem. Aber das darf die Politik nicht zugeben, weil es zu nahe an jene Formulierungen heranreicht, die früher die Marxisten verwendet haben. Und das wäre ja allzu peinlich. Wobei man natürlich sagen muss, dass der Staatssozialismus und die Planwirtschaft überhaupt nicht funktionieren konnten, weil das ja tatsächlich Terrorregime waren.

derStandard.at: Derzeit werden die Stimmen, dass beispielsweise der Euro verschwinden wird, immer lauter. Brauchen wir Geld überhaupt noch?

Hörmann: Alle Währungen werden verschwinden, weil sie technisch nicht mehr funktionieren können. Ich schätze, dass es schon 2011 so weit sein wird. Wenn wir uns aber in eine neue Gesellschaft ohne Geld retten wollen, brauchen wir als Übergangphase mehrdimensionales Geld. Wir brauchen mehrere unabhängige Rechnungskreise in Form spezialisierter elektronischer Gutscheine. Um die Grundversorgung der Menschen abzudecken, wie Wohnraum, Energie, Lebensmittel usw., könnte man eine Inventur in den einzelnen Ländern aller verfügbarer Ressourcen und des Bedarfs machen. Dann wäre es notwendig, die vorhandenen Ressourcen pro Kopf so zu verteilen, dass für den Basislebensstandard alle versorgt sind. Hier müssen alle kooperieren, ohne dass sie in ein gewinnorientiertes Tauschkonzept verfallen. Die Gemeinschaft muss ohne Wenn und Aber und ohne Gegenleistung Kinder, alte und kranke Menschen erhalten, und alle müssen mit diesem Grundlebensstandard versorgt werden, egal welche oder ob sie überhaupt eine Leistung vollbringen.

derStandard.at: Wir sprechen also von einem bedingungslosen Grundeinkommen?

Hörmann: Genau. Aber nicht in Geld, sondern in Gütern und Dienstleistungen. Im Bereich des Luxus kann die Gesellschaft dann basisdemokratisch entscheiden, für welche individuellen oder Gruppenleistungen Preise ausgeschrieben werden. Für tolle Erfindungen zum Beispiel, oder besonders schwierige oder mühsame Arbeiten. Das ist dann der Ansporn in einem motivierenden, leistungsorientierten Anreizsystem. Es reden ja alle von der Leistungsgesellschaft, aber Zinsen- und Dividendeneinkommen sind keine Leistung, sondern eine Vergütung für Eigentum. Da Geld sowieso eine gesellschaftliche Konstruktion ist, müssen wir uns nicht an der toten Materie orientieren, die in früheren Jahrtausenden die praktische Manifestation von Geld war. Geld selbst besitzt ja lediglich eine Informationsfunktion.

derStandard.at: Noch nehmen wir das Geld aber sehr ernst. Währungskrieg und Währungskrisen geistern durch die Medien.

Hörmann: Der wirkliche Skandal ist, dass unser gesamtes Geldsystem auf Schulden basiert. Das heißt, die Geldschöpfung funktioniert zu 97 Prozent in den Geschäftsbanken. Auch Staaten nehmen so Kredite auf: Die Zentralbanken machen das durch eine Bilanzverlängerung. Über eine Bilanzverlängerung kann man aber kein Geld erzeugen. Die chinesische Staatsbank erfindet auch Geld aus Luft, nur lustigerweise, ohne dass eine Staatsschuld entsteht. Das sollten wir auch machen. Der chinesische Wirtschaftswissenschafter Wu hat bei einem Vortrag an einer amerikanischen Universität gesagt: Er werde oft gefragt, warum es in China so viele Unternehmensgründungen gegeben hat. Die chinesische Staatsbank habe Gründungskredite hergegeben, die waren unverzinst und mussten nicht zurückgezahlt werden. Das kann man natürlich nur als Zentralbank machen, wenn man einseitig bucht und nicht gleichzeitig Schulden erzeugt. Und wenn man dann sagt: Um Gottes Willen, dann gibt's ja Inflation! Das haben die Chinesen über eine Preisregulierung gesteuert und waren damit wieder die Schlaueren. Das will aber bei uns keiner hören, weil das geht gegen das Dogma der freien Märkte, die Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten sind.

derStandard.at: Ist China da wirklich ein Vorbild?

Hörmann: Die Chinesen machen es richtig. Sie picken sich aus den beiden politischen Systemen jeweils die Rosinen raus und sind offenbar so flexibel zu sagen: Das, was in unserem alten System gut funktioniert hat, behalten wir bei. Und das, was im kapitalistischen System gut ausschaut, das übernehmen wir. Es ist eine Mischform, die sich noch dazu laufend weiter entwickelt, also einer Evolution unterliegt. Aus Sicht der Elite in China ist es einfach, solange sie es so steuern kann. Ob es für die gesamte Bevölkerung, insbesondere für die Landarbeiter so einfach ist, ist eine andere Frage.

derStandard.at: Wo sehen Sie unser Wirtschaftssystem nun in Zukunft?

Hörmann: Solange Eigentümer etwas produzieren, damit Konsumenten es gegen Geld kaufen, werden wir in absehbarer Zeit in einen Zustand geraten, wo die öffentliche Hand, die Gelderzeuger, die Konsumenten dafür bezahlen müssen, dass sie einkaufen gehen. Nur dann werden die Eigentümer noch ihre Gewinne erzielen können. Denn durch Arbeit in immer stärker rationalisierten und automatisierten Prozessen wird kein Mensch mehr sein Einkommen verdienen können. Wir wissen, dass zehn Prozent der berufstätigen Bevölkerung von ihren Arbeitseinkommen nicht mehr leben können. In Wirklichkeit müssten wir darüber in Freude ausbrechen. Zu Beginn der Industrialisierung war die betriebswirtschaftliche Maßgröße eingesparte Arbeitsstunden. Und genau das ist die einzig sinnvolle ökonomische Größe.

derStandard.at: Sie wünschen sich also eine neue Weltordnung?

Hörmann: Globalisierung richtig verstanden, bedeutet, dass es keine Standortpolitik mehr gibt. Es gibt nur einen Standort, und das ist der Planet Erde. Und es gibt auch nur eine Nation, das ist die Menschheit. Diese ist natürlich vielfältig, und muss liebevoll und empathisch miteinander kommunizieren. Wir müssen auch die Vertreter der sogenannten Elite, dort abholen, wo sie heute stehen. Wir dürfen keine Sündenböcke suchen. Denn wir müssen ihre Verlustängste berücksichtigen und sagen: Ihr werdet zwar etwas verlieren, aber das sind nur Zahlen auf Papier oder Displays. Und wenn ihr mitarbeitet, dann können wir jede Form von Lebensstandard schaffen und zwar für eine breite Bevölkerung. Das schafft dann auch Sicherheit, weil es keinen Neid mehr geben wird.

derStandard.at: In welchem Zeithorizont denken Sie an diese neue Gesellschaftsordnung?

Hörmann: Drei Jahre. Die Frage ist nämlich, schafft es die Menschheit, in drei Jahren dieses Konzept umzusetzen oder wird sie gar nicht mehr bestehen. Wir haben nämlich massenhaft ökologische und soziale Probleme, in vielen Ländern stehen wir kurz vor der Revolution.

derStandard.at: Sie reden also vom ultimativen Crash?

Hörmann: Richtig. Wie die Gesellschaft in Zukunft leben wird oder will, kann nur die Gesellschaft selbst entscheiden und zwar nach dem Mehrheitsprinzip. Das geschieht demokratisch in der Vernetzung. Hierarchische Strukturen können aus informationstheoretischer Sicht nie funktionieren, weil die Personen an der Spitze der Pyramide das Wissen nicht haben. Sie werden von den Schichten darunter permanent belogen. Wie man sich als einfacher Bürger gegen Überwachung oder Schikanen wehren kann, ist bekannt: Man lügt die Mächtigen einfach an. Daher brechen sämtliche hierarchische Systeme, ob das Regierungen, Staaten, Schulsysteme oder Unternehmen sind, momentan zusammen und die Menschheit vernetzt sich über das Internet auf einer Ebene neu, über das "global brain". Hier entstehen dann völlig neue Spielregeln nach dem Prinzip der Emergenz. (Daniela Rom, derStandard.at, 13.10.2010)

FRANZ HÖRMANN ist Professor am Institut für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen der Wirtschaftsuniversität Wien.

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Posting 2976 bis 3008 von 3008

Ja, warum eigentlich nicht einen Lehrstuhl für Kommunismus?
Wenn man eine Sache verstehen will, dann soll man sie von verschiedenen Seiten beleuchten. Dann werden wir WU-Studenten haben, die etwas von den Wirtschaftswissenschaften verstehen.

Wirklich gute Idee!

bin genau ihrer meinung,unglaublich dieses interview... hoffe, die uni reagiert...

"oder gibt es auch schon einen lehrstuhl für kommunismus an der WU .. ? Bertel Mann antworten permalink 13.10.2010 07:30 melden bewerten ..."

@ Azamat Bogatov

wieder mal eine der doofen aussagen statt argumente ...
... ihr niveau?

Auch Kommunismus...

...ist eine Gesellschaftsform und verdient es an Hochschulen diskutiert zu werden. Wem eine gerechte, von Geburtsrecht unabhaengige Resourcenverteilung zuwider ist, der kassiert eindeutig zu viel an Zinsen oder verlaesst sich auf Papi.

1.) Hörmann ist nicht der erste Wirtschaftswissenschaftler der die Dinge beim Namen nennt.,.

Das ist vielen Internetsurfern auch schon lange bekannt.

2.) Von "sehr breitenwirksam" würde ich beim Standard nicht sprechen - schon eher bei der hier verhassten Kronenzeitung.

3.) Das Internet ist voll von diesen Wahrheiten - und das ist zum Leidwesen der Eliten wirklich sehr breitenwirksam. Deshalb versuchen die auch verzweifelt das Internet unter diversen Vorwänden (Terrorismus, Kinderpornographie) zu zensieren.

Was mich wundert, ist, dass gerade der Standard darüber schreibt. Ist der Saulus zum Paulus geworden oder gab es eine Revolution in der Redaktion?

Na dann viel Glück beim weiterwursteln...

Ist doch so offensichtlich das unser derzeitiges System nicht funktioniert.
Also jede Überlegung wie es anders gehen könnte ist ein Fortschritt ....

es würde schon reichen wenn die exitierenden kontrollmechanismen richtig angewandt würden.

- maximal erlaubtes leverage für banken
- budgetdefizitverbot in konjunkturzeiten
- schliessung von steueroasen
- bonuscaps

das sind keine grossen umwälzungen aber sehr effektiven mechanismen das system stabil zu halten.

jedes andere system führte bisher zu unterproduktion und korruption.

Es ist schön zu sehen, dass es noch Menschen gibt, die denken und nicht mit der Masse mitheulen.
Davon ist noch nie was Gutes gekommen.

Ich hoffe, das das Geldsystem bald kippen wird. Es ist die Geißel der Menscheit. Sicher, es ist schwer, sich ein System ohne Geld vorzustellen, aber es ist möglich.

Sie sind anscheinend Erzkonservativ, ansonsten würden Sie nicht gleich die Kommunismuskäule schwingen.

letztendlich ist es die geissel, aber in erster linie ist jetzt nicht das geld selbst das problem (wäre ja nur als tauschmittel gedacht), sondern eben das zinssystem, und die wertigkeit des geldes bzw. der güter. hinzu kommt noch, dass es verschiedene währungen gibt, die die relation noch mehr ins ungleichgewicht bringen.

Was gibst denn deinem Friseur als Trinkgeld, wennst nur einen baisdemokratischen elektronischen Gutschein für einen Haarschnitt dabei hast, aber keinen basisdemokratischen romulanischen Haarschnitt willst?

Ein Bussi? Einen Apfel?

wenn sie das wirklich hoffen, lagern sie essen ein, kaufen sie gold und bewaffnen sie sich..

Irgendwie dringt man zu Ihnen nicht durch. Auch Gold wäre zu diesen Zeiten kein bisschen mehr Wert als Blei.

;-) sprach gordon brown und verkaufte die goldreserven seines landes am tiefstpreis der letzen 30 jahre...

Zustimmung bis auf den Zeithorizont

Hut ab!
Ein Professor, der sich traut, die Wahrheit zu sagen und nicht gleich seinen Job verliert. Sogar das römische Recht hat er als Übeltäter erkannt.
Es scheint also tatsächlich der Wandel eingeleitet worden zu sein.
Die Menschen dürfen wieder anfangen, zu hinterfragen, nachzudenken, zu verändern...
Davor ist ein großer Crash notwendig und er kommt bald und natürlich geht er von den USA aus, aber danach kann die große Reinigungsaktion starten.

na dann

hoffen wir, dass nicht wieder "reinigungsaktion" mit holocaust verwechselt wird...

Danach werden wir alle tun was uns die chinesischen Aufseher befehlen...

Die Reinigungsaktion werden aber leider kriegerischer Natur sein und ja, die Politik steuert bewusst darauf hin... bzw. sie wird dorthingesteuert!

Zynismus

ihren Sarkasmus hab ich erst bei der zweiten Lesung verstanden! Genieren Sie sich nicht?

In meinen Augen haben Leute, die einen großen Crash mit einer anschließenden Reinigungsaktion herbeiwünschen einen extremen Knall.

Denn wenn dann "nur" Politiker wie der Strache das Kommando übernimmen, haben wir unvorstellbares Glück gehabt.

Glauben Sie mir, Sie würden die heutigen Zustände inbrünstig zurückwünschen und würden ALLES dafür geben, dass es wieder so wird wie heute.

Ein WU Professor mit solchen Thesen?

Man lernt nie aus. Kleines historisches Detail am Rande: Um Blasen wegen des erfundenen Geldes zu verhindern verpflichtete Großbritannien seine Banken in der 1/2 des 19. Jahrhunderts dazu, für 3 Einheiten virtuelles Geld immer 1 Einheit reales Gold einzulagern. Aber dieser Standard wurde in den letzten Jahrzehnten ziemlich aufgeweicht, glaub ich.

dies war durch die ausweitung des geldapparats im zuge der industrialisierung nicht mehr moeglich...

wir reden hier von einem gutteil der umlaufenden geldmenge, die in gold eingelagert werden muesste. und von einem problem der objektiven bewertung des golds als geldwert. sie duerfen nicht vergessen, dass im zuge des anschwellens der geldmenge die nachfrage nach gold stark ansteigen wuerde. das ansteigen des goldwertes koennte eventuell das geldmengenwachstum ueberholen. ein wachstumsgleichgewicht wuerde sich bilden und krisen durch fluktuationen des goldpreises verstaerkt werden. das versagen des bretton-woods abkommens beruht teilweise auf solchen mechanismen...

bin - soweit ich folgen kann - bei Ihnen ...

... aber sollte es nicht 'wachstums un gleichgewicht' heißen?

Wow 1/3 haben sie lagernd? das ist großartig. der rest ist nur zahlen. schulden wurden eingeführt um geld zu schaffen, dass es nicht gibt. dieses luftgeld wird immer mehr. die banken ersticken langsam an den zinsen und können es mit dem jetzigen system nicht aufrecht erhalten. da können wir noch soviele virtuelle milliarden hin und herschieben. das nützt nichts.

Man könnte es auch so sehen:

Die Große Depression der 1930er und gerade die beispiellose weltweite Arbeitslosigkeit jener Zeit hatten ihre Ursache in einer Entscheidung der siegreichen Entente-Mächte: Zwar kehrten diese nach dem Ersten Weltkrieg zum Goldstandard zurück, DOCH sie ließen die erneute Einführung der einstigen Clearingstelle des Goldstandards - der internationale Wechselmarkt - nicht zu.
Diese Entscheidung wurde heimlich getroffen. Sie wurde nie öffentlich gemacht. An Folgendem kann keinerlei Zweifel bestehen: Im Jahr 1920 musste sich jeder, sogar Keynes persönlich, eingestehen, wie wünschenswert eine schnelle Rückkehr zum Goldstandard war.
Hätte man sich nicht für ein Verbot des Wechselhandels entschieden, wäre dieser spontan wieder aufgelebt.
http://www.

Bitte Link nochmal posten, ist unvollständig

und

sowas ist Professor.

Kein Wunder, dass die Studenten lieber demonstrieren gehen.

Also ich find ihn superb!

Auch wenn der angegebene Zeithorizont vermutlich entsprechender Akuratesse entbehrt, ist es hoechst erfrischend solche allgemeinverstaendlichen Visionen vermittelt zu bekommen. Viel zu oft wird dem Laien eine vermeintliche Komplexitaet von Finanzkreislaeufen suggeriert, waehrend dieser verdiente Professor auch fuer den Mann von der Strasse die richtigen Worte findet!

....na und was ist dann Ihre Antwort auf das Desaster in dem Wir Uns derzeit befinden?
Oder meinen Sie gar alles ist bestens?
In dem Fall gäbe es nix mehr zu sagen!

Ja Wahrheit schmerzt manchmal

Die Menschen befreien sich hoffentlich bald aus der Zinsknechtschaft

Auf Grund der aktuellen Ereignisse möchte ich mich nach 15 Monaten auch an diesem grünen Balken beteiligen.

und was haben sie in ihrer weisheit dazu zu sagen?

sie kennen ja nicht einmal die grundregeln des ias oder gaap...

Posting 2976 bis 3008 von 3008

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