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Vor wenigen Tagen startete Google seinen Navigationsdienst in Österreich. Nutzer können sich damit am Handy zum gewünschten Ort navigieren lassen. Für Autofahrer werden aktuelle Informationen wie etwa das Verkehrsaufkommen einbezogen. Den Navi-Dienst gibt es auch für Fußgänger. Alleine, Verbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel, die für den nicht-motorisierten Nutzer interessant wären, fehlen. Die ÖBB stellt Google diese Daten nicht mehr zur Verfügung. Wer schuld ist, daran scheiden sich die Geister.
Keine Fahrplandaten mehr
Im Rahmen der EURO 2008, die von Österreich und der Schweiz ausgetragen wurde, hatte die ÖBB ein Projekt gestartet, Google Fahrplandaten für Google Maps zur Verfügung zu stellen. Seit dem Fahrplanwechsel 2009/2010 werden diese Daten der Suchmaschine jedoch nicht mehr übermittelt. Für einige Nutzer eine ärgerliche Situation. "Für mich persönlich ist es einfach eine Frechheit, Daten öffentlichen Interesses zurückzuhalten", schreibt Leser Harald S. Seitens der ÖBB hat man einem Kunden auf Anfrage wissen lassen, dass die "Berechnungsalgorithmen für Verbindungsanfragen bei Google und ÖBB verschieden" seien, systembedingt könne es daher "immer wieder zu unerwünschten unterschiedlichen Ergebnissen kommen". Über Google könne zudem nicht auf kurzfristige Störungen hingewiesen werden. " Die aus Kundensicht zunehmend geforderte Darstellung von Echtzeitinformationen in der Fahrplanauskunft ist nur über die Fahrplanauskunft der ÖBB möglich", heißt es in dem im Google-Support-Forum veröffentlichten Mail weiter.
iPhone-App
Die ÖBB weist auf die eigene Fahrplanauskunft Scotty hin, die Verbindungen von Bahn, Überlandbuslinien, U-Bahnen, Stadtbuslinien, Straßenbahnen und einige Schiffsverbindungen berücksichtigt. Der Service ist online abrufbar. Für iPhone gibt es seit Juni 2009 zudem eigene, kostenlose Apps. Nutzer vermuten dahinter den eigentlichen Grund, wieso keine Daten mehr an Google übermittelt werden. Mit der Integration in Google Maps hätten wohl weniger Personen die ÖBB-Fahrplanauskunft genutzt, wird gemutmaßt. Die iPhone App wurde mittlerweile nach ÖBB-Informationen 50.000 Mal heruntergeladen.
"Zum Schmied, nicht zum Schmiedl"
Seitens der ÖBB heißt es auf Anfrage des WebStandard, dass man keine guten Erfahrungen mit Google im Rahmen der EURO 2008 gesammelt habe, so ÖBB-Pressesprecher Thomas Berger. Das Routing von Google sei vor allem auf Autofahrer ausgerichtet und für Fußgeher bzw. Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel nur bedingt nutzbar. Nach der EURO habe die ÖBB weiterhin eine Zusammenarbeit mit Google angestrebt. Die ÖBB wollte Google mit Fahrplandaten beliefern, doch die Berechnung sollte von der ÖBB erfolgen. Dem habe Google nicht zugestimmt. Europaweit mache das nur die Schweizer Bahn, andere Bahnlinien würden die Übermittlung der Daten an Google ebenfalls ablehnen. Die eigene Fahrplanauskunft Scotty sei sicherer und präziser. "Man soll gleich zum Schmied gehen und nicht zum Schmiedl", so Berger. Derzeit noch in Google verfügbare Daten würden von 2008 stammen.
Wiener Linien arbeiten an Lösung
Etwas anders sieht die Situation seitens der Wiener Linien aus. Zwar gibt es auch hier keine aktuellen Daten für Google, doch man arbeite an einer Lösung. "Obwohl wir als Verkehrsunternehmen nicht die Funktionalität von Google Maps garantieren können und dies auch nicht in unseren Aufgabenbereich fällt, arbeiten wir mit diesem Unternehmen und dem VOR (Verkehrsverbund Ost-Region) an einer Lösung", heißt es in einem Antwort-Mail seitens des Kundendienstes auf eine Kundenanfrage, die dem WebStandard weitergeleitet wurde. Man sei daran interessiert, den Service wieder zur Verfügung zu stellen. Einen Zeitrahmen könne man aber nicht nennen. "Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch darauf hinweisen, dass von Seiten der Wiener Linien keine Daten zurückgehalten werden", heißt es weiter. Google war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. (Birgit Riegler/derStandard.at, 16. Juni 2010)
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Wer was zum Lachen will, der kann an folgendem Beispiel sehen, wie das von Google unterschiedliche "erwünschte" Ergebnis der ÖBB-Algorithmen aussieht (funktioniert mit Scotty oder Qando):
Man lasse sich zur "Albert-Schultz-Halle" (die ist gegenüber der U1-Station Kagran in Wien) geleiten.
Da kommen sogar mehrere Varianten, eine abstruser als die andere! Viel Spaß!
Die Verpflichtung alle Daten offen zu legen, müßte schon beim Kassieren vorliegen.
In USA findet man schon bei kleinen Reperaturen am Straßenrand ein Schild "Your tax at work".
In einer Despotie herrscht die Obrigkeit mit Bürgergeld, aber der Bürger ist Bittsteller.
ich probiere von zeit zu zeit andere suchmaschienen, die ergebnisse von google sind halt die zufriedenstellendsten, deshalb sehe ich noch keinen grund umzusteigen.
wann würde umstieg stattfinden : gleichwertige ergebnisse einer anderen suche, google wird kostenpflichtig , bessere suchergebnise einer anderen suche , google wird verboten, ....
Google Maps:
Bin hier(dank GPS) will zum Franz(wird aus dem Adressbuch automatisch gelesen), dann Verleich ich meist noch ob ich öffentlich oder mit dem Auto schneller bin.
Scotty:
+ damit das Geld für die Entwickler im Land bleibt
+ Page Hits bei der Öbb
+ Abfahrtszeiten beleiben geheim
+ Auch Verspätungen (also die echten Ankunftszeiten nicht die theoretischen vom Papier die sie eh nicht einhalten)
- keine Android Version
- keine Einbindung des Adressbuchs
- kann nicht schauen obs mit dem Auto oder Öffentlich schneller geht
- kennt nur Haltestellen, keine Adressen
- funkt nur in Österreich
- Usability mangelhaft
- installation eines eigenen Programms oder Webseitenaufruf nötig
- Angabe der aktuellen Position nötig
dass ich vom Julius-Raab-Platz nach Linz fahren möchte.
Das Resultat: Das Ding schickt mich absurderweise mit Strassenbahnlinie 1 rund um den halben Ring (Schwedenplatz, Schottenring, Schottenring) zum Volkstheater und von dort endlich dann zur U3...
Gut: Für einen Touristen ziemlich nett, aber richtig wäre direkt zur U3 am Stubenring. Also ziemlich unbrauchbar, das Ding !
Also nix Schmied, sondern eindeutig Schmiedl. Weil: Entscheiden sollen das schon die User und nicht irgendwelche Pseudo-Manager bei der ÖBB, die ausserdem nie in ihrem Leben Zug fahren !
...und nicht zum Schiedl.
Die OeBB ist vielleicht mit Züge gut, aber nicht mit Routenberechnungen.
Ich war sehr glücklich mit Google Maps, als es noch die Österreichischen Öffis gekannt hat: Google konnte mir an meinem Billigmobilteil sagen, wie ich nach irgendwo in Öesterreich komme. Es bezog ein, wo ich war und dass ich auch zu Fuss gehen kann. Die ÖBB kann nur helfen wenn ich selber weissm wo ich bin und welche Haltestellen ich benützen will und außerdem einen guten Internetzugang hat.
Behörden gegen Kunden, oder?
ich will mich hier jetzt gegen keine Meinung stellen aber wenn ich von A nach B muß und sehe einmal davon ab, dass ich unerwartet ein Ziel erreichen muß, dann hatte ich nie ein Problem damit, eine entsprechende Verbindung heraus zu suchen. Sei es mit dem alten gedruckten Fahrplan, über die Fahrplanauskunft oder die ÖBB-Webseite.
Wenn ich mir das so anhöre, dann hat man den Eindruck, jeder muß einerhalb weniger Minuten alles wissen um nach weiteren 5 Minuten in den Zug zu steigen. Also ich habe insoferne genug Zeit, indem ich mich Tage vor der Reise über die Verbindung erkundige kann und keinerlei Stress verspühre.
Vielleicht liegt einfach daran, dass keiner mehr Zeit hat oder zumindest glaubt, dass es so ist.
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