Faymanns junge Günstlinge

KrisenFrey, 11. April 2010, 19:02
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    foto: reuters/prammer

    Werner Faymann mit Partei-Nachwuchs

Nikolaus Pelinkas Berufung in den ORF-Stiftungsrat sagt Erschreckendes über Personalpolitik und Weltbild des Kanzlers aus

Der Job eines SPÖ-Delegierten im ORF-Stiftungsrat gehört sicher nicht zu den wichtigsten der Republik. Dennoch war die Ernennung von Nikolaus Pelinka (23) zum Nachfolger des überraschend abgesetzten Urgesteins Karl Krammer eine der Schlüssel-Personalentscheidungen von Werner Faymann. Denn sie ist symptomatisch für die Personalpolitik und das Weltbild des SP-Chefs und Bundeskanzlers.

Pelinka ist sicher ein begabter junger Mann. Aber seine bisherige berufliche Laufbahn war von den Beziehungen seines Vaters (News-Chefredakteur Peter Pelinka) und seiner absoluten Loyalität zu seinen Mentoren, vor allem Unterrichtsministerin Claudia Schmied, geprägt.

Niko Pelinka wirkt wie ein schmiegsamer Apparatschik und Befehlsvollstrecker, der in seinem kurzen Leben noch keine schwere Entscheidung treffen, keinen persönlichen Mut beweisen und keine Rückschläge verkraften musste. Seine einzige Sorge war und ist, ob er die Gunst seiner Chefs behält. Er ist die Personifizierung des Fred-Sinowatz-Satzes „Ohne die Partei bin ich nichts“, aber ohne die persönliche Biografie und den Tiefgang des verstorbenen Ex-Kanzlers.

Das sind die Leute, die Faymann um sich schart – SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas (29) passt in das gleiche Muster. Hier wird nicht aufstrebenden Talenten eine Chance gegeben, sondern verwöhnte Promi-Kinder durch berufliche Privilegien, die sie sich in einem freien Arbeitsmarkt nie selbst erarbeiten könnten, in eine totale Abhängigkeit gepresst. Die Kultur, die dabei entsteht, ist das Gegenteil von dem, was eine moderne Leistungsgesellschaft benötigt.

Das in vielen Medien kolportierte Gerücht, wonach Faymann den neuen ÖBB-Chef Christian Kern mehr oder weniger offen anweist, Pelinka einen Job zu verschaffen, in dem er viel Zeit für seine ORF-Tätigkeit hat, verschärft noch dazu die schlechte Optik der Ernennung. Kern hat sich beim Verbund einen guten Ruf erworben und steht bei der Bahn vor Aufgaben, wo er viel Rückgrat gegenüber der Politik und der eigenen Belegschaft beweisen muss. Sollte diese Version stimmen, dann reduziert auch er sich zum Parteigünstling.

Aber genau das will Faymann offenbar – und das ist das Erschreckende für Österreichs Politik genauso wie für die Wirtschaft. Seine Einstellung zu Personalbesetzungen stammt aus den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als der Proporz noch blühte. Aber zumindest wurden damals gestandene Parteisoldaten gefördert, die sich erst hinaufarbeiten und dabei Erfahrungen sammeln mussten.

Jetzt zählt nur noch rückgratslose Anpassungsfähigkeit und Loyalität – für die Herausforderungen der kommenden Jahre die allerschlechteste Voraussetzung.

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Posting 1 bis 25 von 210
1 2 3 4 5
friesfux
00
31.12.2011, 17:11
Verwöhnte SPÖ Promi-Kinder ,ohne die Partei bin ich nichts!

Das Erschreckende für Österreichs SPÖ Faymann Politik. Seine Einstellung zu Personalbesetzungen stammt aus den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als der Proporz noch blühte. Aber zumindest wurden damals gestandene Parteisoldaten gefördert, die sich erst hinaufarbeiten und dabei Erfahrungen sammelten.Jetzt zählt nur noch rückgratlose Anpassungsfähigkeit und Loyalität.Laura Rudas passt in das gleiche Muster.

Vera Rschung
 
13
26.12.2011, 15:23
Günstlingswirtschaft

So, und das war vor einem Jahr. Mittlerweile hat die von Frey angeprangerte Günstlingswirtschaft im Umfeld von Faymann einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Job eines SPÖ-Delegierten im ORF-Stiftungsrat gehört nun also wirklich nicht zu den wichtigsten der Republik. Weshalb es jetzt das ORF-Chefbüro sein muss. Der Stiftungsrat war lediglich die Zwischenstation. Das Sprungbrett sozusagen.

nichtzuglauben
00
27.8.2010, 11:11
leute geht vor der wahl auf die suche und findet die partei...

...die ohne bonzenzucht auskommt.
viele glück und sagt bescheid wenn ihr sie gefunden habt damit wir sie dann auch wählen können. bitte nur gruppierungen ohnen extremismusanspruch.

danke

onduras
05
16.6.2010, 16:35

wie kommts, daß der standard , derartiges aufzeigt
und noch dazu ohne linkslinken gesinnungsterror.
bin erfreulich erstaunt

nichtzuglauben
00
27.8.2010, 11:14
vielleicht merkt er am beispiel orf...

...das man nur mit objektivität die leser als kunden behält.
wenn man zum verlautbarungsprogramm der GroKo wird (siehe ORF Fernsehen dezitiert NICHT Ö1) dann sinkt die quote in den keller

derStandardmeint
01
Kein Mensch kann derzeit abschätzen,

welchen gewaltigen Schaden Hr. Faymann der Sozialdemokratie in Österreich mittelfristig zufügt – egal was er tut, es geht IMMER daneben. Und das ist das eigentlich Deprimierende.

charley-inc
39
20.4.2010, 16:06
Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf!

Danke - diese Ehrlichkeit ist sehr wichtig.

sc AN
1310
14.4.2010, 12:28
Der Artikel ist sehr mutig


Wer zeigt schon so deutlich seinen Sozihass und seine fehlende Objektivität?

BBSS
214
21.4.2010, 20:31
Sozi-Hass ???

Der Artikel ist ein präzises Sittenbild unserer Parteien.
Politik dient ausschließlich den Akteuren und das mit den Promikindern trifft es genau.
Für die SPÖ ist das deshalb so schlimm, weil diese immer so tut, als läge ihr das Wohl der Arbeitenden am Herzen. In Wirkichkeit ist diese Partei eine Ansammlung arbeitsscheuer Bonzen, die nur ihre Pension im Kopf haben und ihre Sprößlinge wohlversorgt wissen wollen.
Z.B. beim ORF, dem österreichischen Regierungsfunk
Wo wäre denn die tolle Frau Rudas ohne ihren Vater ?
Wahrscheinlich eine arbeitslose Studienabbrecherin.

also dann ...
100
13.4.2010, 23:01
also bitte - nicht sooooo ... kritisch sein : ER...ja der bk - UNSER...

kopiert n u r das äusserst erfolgreiche modell
des "martyrers aller koma-disco-säufer" und lebensmenchen
= die buberlpartie...
die in der KICK-BACK-branche es zu ungeheuerlichen erfolg brachte !

der kleine - aber feine - unterschied besteht darin,
dass seine y o u n g s t e r
- noch jünger, unbedarfter sind
- dem spö-familiy_business (tochter/sohn) entstammen
- und ... ach wie niedlich... durch keinerlei erfahrung in der grauslichen welt ausserhalb des (partei)beamtentums ... geistig verunstaltet wurden.

tja...ER (der bk - unser!)
kämpft für die gesamte spö den "war for talents" !
und dös...
wird ihm auch noch vorgeworfen ?
pfui GAGA .

knie2beuge
03
13.4.2010, 16:41

meine güte ...
zuerst so austeilen und dann völlig verkrampft zensur ausüben ... typischer bobo-stil

hack in den sack
 
22
13.4.2010, 11:29
Rückgratlose Parteisoldaten finden sich in allen politischen Lagern

und werden von allen Fraktion herangezüchtet. Seien es schwarze Seilschaften oder blau/orange Buberlpartien.

doublefuzzy
53
13.4.2010, 11:06
nicht, dass er nicht recht haette, was

die sp-guenstlingsriege anlangt, aber frey ist letztlich halt doch ein recht gewoehnlicher rechtsliberaler - wieso kommen ihm die genauso offensichtlichen prokops und proells und niederls und krainers und wie sie alle heissen, nicht in den sinn? weil er weiss, wer tatsaechlich oekonomische macht repraesentiert und sich mit denen nicht anlegen will? warum sonst wuerde er union-bashing zum befreiungsakt erklaeren?! schlecht fuer diue oekonomie ist es, wenn es rote vetternwirtschaft gibt, gut fuer die oekonomie ist es, wenn die schwarzen dasselbe tun? usw.usf. man sollte sich gar nicht sehr lange herstellen mit polemikern dieses schlags!

kufd
04
13.4.2010, 16:21

Klar!
Wenn jemand Kritik äusserst wird er zuerst einmal diffamiert, dann das beliebte Argument die anderen machen es genau so und als drittes wird die Objektivität angezweifelt weil man im gleichen Artikel nicht die hundert Fälle beim politischen Gegner zitiert bei welchen man meint, dass diese gleich gelaufen sind.
Warum erinnert mich diese Argumentationslinie bloss so an den guten alten Jörg H.
Frage:
Wie lebt es sich eigentlich als Cyborg der seinen eigenständigen Willen der Partei verschreiben musste?

Der Beobachter23
22
13.4.2010, 11:00
und wo hat Faymann das gelernt? Natürlich im...

...roten Wien, wo es die Sozis in allen Instanzen so bunt treiben, daß die Parteigründer mittlerweile in ihren Gräbern rotieren werden.
Die SPÖ ist halt eine "Familienpartei"!

Linus Tintifax
21
13.4.2010, 13:50
ahja

und die övp bzw. grün und blau punkten mit top-leuten aus der selfmade-ecke oder was...

Ernst Esach
01
13.4.2010, 10:52
ES wird schön langsam wirklich Zeit...

... die SPÖ neu zu gründen.

ostap_bender
 
30
13.4.2010, 09:25
ostrazismus auch für sie erhältlich

ja, es ist schmerzlich, wozu die einst sozialistische partei öst. verkommen konnte...
selbst "fastmenschenunddochzombies" wie ein frey, welcher seinen kopf nachweislich mit diversen harten gegenständen fusioniert, welcher das haustier der ansonsten interessanten standardredaktion mimt, selbst jener meister der agnoiologie, kann mittlerweile mit einem finger seiner linken hand hämisch auf die spö deuten, während eigentlich seine gesamte rechte hand, solange er sich als "journalisten" sieht, auf die ausätzigen wirtschaftskonglomerate zeigen sollte...
denn nur bedingt durch den umstand, dass jene zu gross wurden, konnten summen in die korruption wandern, welche anscheinend zu gross sind für menschen....

tipp ex
14
13.4.2010, 09:21
Mutiger Artikel. Danke & Gratulation.

Linus Tintifax
00
13.4.2010, 09:12
spitze des eisbergs

wie schon im artikel erwähnt ist inkompetenz bei einem orf-stiftungsrat mäßig tragisch. leider zieht sich diese proporz-getragene inkompetenz durch alle parteien bis ins kabinett hinein. und das leider nicht erst seit gestern. müssten wir keine steuern zahlen wäre auch das nicht so schlimm, nur leider...

Ich bin der Meinung...
02
14.4.2010, 07:54
Eh

Von Bandion-Ortner bis Norbert Darabos zieht sich das Desaster. Unabhängig von der Farbenlehre. (ÖVP, SPÖ usw.)

Ich wage zu behaupten: In einem Land wie Österreich gehen ohnehin nur mehr gänzliche Taugenichtse in die Politik.

Menschen die einer PArtei irgend etwas verdanken, was Sie ohne Partei NIE IM LEBEN geschafft hätten.
(Anerkennung, Macht, Geld, was auch immer)


her wig
41
13.4.2010, 08:11

Bei aller Bedenklichkeit dessen was da beschrieben wird - was geht das den Krisenfrey an? Läuft in der Finanz- und Weltwirtschaft etwa wieder alles so rund, dass jetzt die Personalpolitik des Chefs einer österreichischen Partei das grösste aller Probleme darstellt?

knie2beuge
02
13.4.2010, 14:40
Sozihass kennt eben keine Grenzen

hirn mit ei
 
10
13.4.2010, 10:49
nochmal nachdenken !!!

Alfred Almeder
02
13.4.2010, 10:24
Leider

trifft er mit seiner Analyse ins Schwarze. Das rücksichtslose Schalten und Walten der Bankster hängt sehr stark mit der "Impotenz" der Sozialdemokratie zusammen, die von Frey hier treffend dargestellt wurde, v.a. auch bei seiner historischen Replik völlig zutreffend.

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