"Microdoch": "Deal wird Google weniger schaden als Murdoch"

24. November 2009 10:25
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    Foto: archiv

Die Allianz von Microsoft und Medienriesen Rupert Murdoch soll Google bremsen, doch wem schadet sie wirklich?

Wenige Stunden nach der ersten Ankündigung eines möglichen Deal zwischen dem US-Softwarekonzern Microsoft und dem Medienimperium von Rupert Murdoch gingen in den USA die Wogen hoch. Eine Allianz der beiden Konzerne soll den Onlinegiganten Google etwas bremsen, so die Vermutungen der ExpertInnen. Doch könnte sich der Deal auch als Schuss ins Knie erweisen, meinen US-Medien.

Zeitungsinhalte nicht mehr bei Google

Die mögliche Allianz zwischen Microsoft und Murdoch - für die es bislang noch keine offizielle Ankündigung gibt - sieht vor, dass Inhalte der Murdoch-Medien nicht mehr bei Google, sondern ausschließlich bei Bing zu finden sein sollen. Titel wie "The Wall Street Journal", "Financial Times" oder "Sun" sollen nicht mehr bei den Google-Ergebnissen zu finden sein, dafür aber bei Microsofts Suchportal. US-Medien beurteilen einen entsprechenden Deal jedoch als wenig chancenreich um Google wirklich ernsthaft in die Enge treiben zu können. So schreibt etwa die BusinessWeek: "Auch eine Allianz mit der mächtigen Microsoft könnte Rupert Murdochs Medienimperium wenig helfen, um Google Gier nach News zu dämpfen. AnalystInnen und WettbewerbshüterInnen kommen zu dem Ergebnis, dass der Deal Murdoch wesentlich mehr verletzen als Google."

Exklusiver Deal

Im Rahmen der Allianz soll Microsoft für die Inhalte der Murdoch-Medien zahlen, dafür den Content exklusiv auf seiner Seite haben. Die Gerüchte zum möglichen Deal lassen allerdings noch keine Spekulationen über die Höhe des möglichen Deals zu. Microsoft würde von einer Allianz insofern profitieren, als die Zugriffe und damit die Marktanteile der Suchmaschine Bing gesteigert werden sollen. Derzeit hält Microsoft am lukrativen Suchmaschinenmarkt 9,9 Prozent mit Bing, Google mehr als 65 Prozent, so die aktuellen Oktoberzahlen von ComScore (SCOR).

Google und Murdoch

Der Deal zwischen Microsoft und Murdoch könnte aber auch noch aus anderen Gründen negative Auswirkungen auf das Geschäft von Murdoch haben, meinen US-Medien. Google hat 2006 einen Deal mit MySpace abgeschlossen, der im kommenden Jahr ausläuft. Da MySpace nun jedoch deutlich hinter Facebook zurückgefallen ist, könnte das Interesse an einer Vertragsverlängerung von Seiten Googles eher gering sein.

Harte Arbeit

Microsoft dürfte derzeit alle Optionen nutzen wollen, um zu Google aufzuschließen. Allerdings sind die Initiativen wohl eher als harte Arbeit zu bezeichnen. Auch eine mögliche Allianz mit Yahoo würde Microsoft gerade einmal weniger als die Hälfte des Marktanteils von Google bringen.

Zugriffe sinken

ExpertInnen gehen davon aus, dass eine mögliche Allianz zwischen den Murdoch Medien und Bing deutlich negative Auswirkungen auf die Zugriffszahlen der Publikationen haben könnte. "Weniger Traffice würde auch zu weniger Umsätze führen und macht die Medien abhängiger von Microsoft", so David Hallerman, Analyst von eMarketer. "Abhängig von einem Gigaten zu sein, um mehr Geld zu bekommen, ist ein sehr kurzfristiges denken."(red)

Jens Kampe
25.11.2009 21:29
Ganz ehrlich, ich find das super das es die News Corp. - respektive Herr Murdoch gibt.

So hat man ein Feindbild was von vielen anderen, uns näher stehenden Feindbildern, ablenkt.

Super Sache!

In diesem Sinne noch eine Phrase zum Schluss: Typisch Amis. Tzä.

Weckerkind
24.11.2009 13:22
AnalystInnen und WettbewerbshüterInnen kommen zu dem Ergebnis, dass der Deal Murdoch wesentlich mehr verletzen als Google.

.

Benno Berghammer
30.11.2009 08:24
Murdoch....

Mag ein intelligenter Medienmann sein, von Googles Newscrawler hat er jedoch keine Ahnung.

Jede Medienwebsite egal ob Google, Yahoo oder Bing verwendet eine suchmaschinentaugliche Programmierung der Website um zu entsprechenden Rankings bei den Suchmaschinen zu kommen. Schließlich ist der Onlineinhalt pardon Content auch ein Trafficmagnet für Medienwebsiten, die zu den meist besuchtesten Portalen nach den Suchmaschinen gehören. Um das technisch zu realisieren, müsste jeder Artikel mit einer nur Bing bekannten ID-verschlüsselt werden, die nur Bing
kennt.

Murdoch schiesst sich damit selbst ins Knie, weil er damit keinen sinnvollen Ansatzpunkt für e-commerce-Geschäftsmodelle hat. Bei 10 % Marktanteil von Bing sind die dann mager.

Gilgamesch
24.11.2009 12:08

ist my space eigentum von murdoch? - ansonsten würde der absatz nicht viel sinn ergeben ...

Charlie Waffles
24.11.2009 12:16

Myspace gehört der News Corp. und die gehört Murdoch.

Gilgamesch
24.11.2009 12:28

dann ist alles klar - danke

Der Rechner
24.11.2009 10:38
"... ist ein sehr kurzfristiges denken"

Naja, zumindest damit liegen sie voll im internationalen Trend.

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