Maurer: "Halte mich nicht für die geeignete grüne Spitzenkandidatin für diese Wahl"

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Die Partei habe ihre "Inhaltsleere" abgelegt, sagt Sigi Maurer. Politologin Stainer-Hämmerle empfiehlt, mehr zu provozieren


Die Grünen seien inhaltlich "entleert" gewesen. Getrieben von PR-Beratern, hätten sie mehr darauf geachtet, wie Botschaften verpackt sind, als darauf, welche inhaltlichen Positionen sie eigentlich vertreten. Insofern sei es nur konsequent gewesen, dass die ehemalige Grünen-Chefin Eva Glawischnig nach dem Ende ihrer politischen Karriere ausgerechnet zu Novomatic gewechselt ist.

Mit diesen drastischen Worten hat die frühere Parlamentsabgeordnete und Grünen-Politikerin Sigi Maurer am Mittwoch die Vergangenheit der eigenen Bewegung beurteilt. Maurer war zu Gast in der Sendereihe "Der STANDARD diskutiert", Fokus der Debatte war, was die Grünen aus ihrem fulminanten Scheitern 2017 gelernt haben, als sie aus dem Nationalrat flogen. Mit im Studio war die Politikwissenschafterin Kathrin Stainer-Hämmerle.

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Unter reger Userbeteiligung machte Maurer eine klare Ansage: Ja, sie wolle wieder in den Nationalrat einziehen. Zugleich stellte sie klar: "Ich halte mich nicht für die geeignete Spitzenkandidatin für diese Wahl." Grünen-Chef Werner Kogler hatte zuletzt den Namen Maurer ins Spiel gebracht.

Stainer-Hämmerle dagegen ist deutlich skeptischer, ob die Grünen aus ihrer Vergangenheit gelernt haben. Weniger die Grünen selbst seien für ihren Erfolg verantwortlich. Vielmehr habe die Fridays-for-Future-Bewegung dazu beigetragen, dass wieder mehr über Klimaschutz diskutiert wird. Die Gefahr aus Sicht der Grünen könne nun sein, dass andere Parteien ihnen das Thema wegschnappen.

Die Politologin empfiehlt den Grünen, mehr zu provozieren, um selbst Themen zu setzen. Besonders das Frauenthema sei eines, das in den vergangenen Jahren politisch ignoriert wurde. Warum sich Maurer nicht für ihren Stinkefinger entschuldigen will und warum sie nicht glaubt, dass die Grünen nur auf das Thema Umwelt setzen sollten: Sehen Sie die entscheidenden Passagen im Videostream! (red, 12.6.2019)